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Konzil zu Konstanz verbrennt Jan Hus am 6. Juli 1415 als Ketzer auf dem Scheiterhaufen.

Nürnberger Tribunal gegen die Verbrechen der katholischen Kirche?

Die katholische Kirche hat massenhaft Völkermord  begangen oder war daran maßgeblich beteiligt 

Nürnberger Tribunal gegen die Verbrechen der katholischen Kirche?

Die katholische Kirche hat bis heute massenhaft Völkermord  begangen oder war daran maßgeblich beteiligt

Anmerkungen Roter Webmaster

Kommunisten-online vom 21. September 2011 – Die Initiative der Strafanzeige gegen den amtierenden Papst ist begrüßenswert. Ich gebe mich allerdings nicht der Illusion hin, der Papst könne vor diesem Gericht angeklagt, geschweige denn verurteilt werden.

Dabei sind die Tatbestände klar: Als die Spanier in der Karibik landeten, lebte da einige Millionen Indios. Schon zu Lebzeiten von Kolumbus waren sie nahezu ausgerottet. Mit aktiver Unterstützung, ja auf Initiative der Kirche waren sie versklavt worden und starben  massenhaft an Hunger, Seuchen und Mord. Und der jetzige Papst sagte. 2007 in Brasilien erschien folgende Meldung: „Die Ureinwohner in Brasilien haben am Montag eine Rede des Papstes empört zurückgewiesen, wonach die katholische Kirche die Indianer in Lateinamerika erlöst habe. Benedikt XVI. hatte in einer Rede zum Ende seines Brasilien-Besuchs vor Bischöfen gesagt, die katholische Kirche habe sich den Eingeborenen in Lateinamerika nicht aufgezwungen. Vielmehr hätten die Stämme die Ankunft der Priester im Zuge der spanischen Eroberung still herbeigesehnt.[1]

Das ist ganz das alte Argument: Man kann Heiden versklaven, man kann sie ermorden, wenn das im Dienste Gottes geschieht, ist das Erlösung ihrer Seelen. Und alle Seelen sehnen sich nach Erlösung und die kam mit den europäischen christlichen Eroberungen.

Daran erkennt man, den Papst treibt kein Schuldbewusstsein  um. Der millionenfache Mord an den Ureinwohner war rechtens und gerecht, wurden ihre armen Seelen doch dadurch erlöst.

Auch die Misshandlungen von Kindern haben System. Die kirchlichen Waisenhäuser waren in der Vergangenheit die Hölle für die Insassen. Niemand hat die Verbrecher jemals bestraft. Die Kirche jedenfalls vertuscht sie noch heute.

Ich will mir Einzelheiten ersparen. Es muss aber noch erwähnt werden, dass viele Nazi-Verbrecher sich mit Hilfe der katholischen Kirche nach Südamerika absetzen konnten. So kam Adolf Eichmann, KZ-Arzt Mengele und viele andere mit Pässen des Vatikan über die sog. Rattenlinie nach Übersee und in Frankreich versteckte sich Jahrzehnte in einem Kloster ein dort gesuchter Kollaborateur und Kriegsverbrecher  Und das nicht als Mönch verkleidet, sondern er wohnte mitsamt seiner Familie am heiligen Ort.

Aber der Kirche he gelang es immer wieder sich als moralische Instanz auf zuspielen. So wird es jetzt wohl auch Ratzinger im Bundestag machen. Dabei ist es das Oberhaupt dieser Kirche alles andere, als eine Instanz der Moral und Menschlichkeit. Der Rauch der Scheiterhaufen der heiligen Inquisition, deren Chef viele Jahre der heutige Papst war, haftet noch an ihm.

Die katholische Kirche ist keine moralische Instanz und ihr Chef kein Moralapostel, sondern eher das Gegenteil. Die Anzahl der Morde, die von ihr und in ihrem N amen begangen wurden, dürfte die der Nazis bei weiten übersteigen. Das sollten wir nie vergessen.

Die Initiative, den Papst bei Gericht anzuzeigen. Ist dennoch zu begrüßen, ist es doch ein Wermutstropfen im süßlichen Gebräu der Lügen der Kirche und ihre Repräsentanten.

G.A.

siehe auch:  Blut klebt an ihren Händen, Inquisition und Ketzerverfolgung – und der moralische Anspruch der Kirchen heute, von Günter Ackermann/ 3. Mai 2006 mehr

Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Strafanzeige gegen Joseph Ratzinger

Quelle: der-fall-des-papstes

Auf Kommunisten-online vom 21- Sept. 2011 – Diese Strafanzeige wurde beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag eingereicht. Es geht um Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Es wurden drei Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Anzeige gebracht, deren Dr. Joseph Ratzinger als ehemaliger Kardinal und heutiger Papst strafrechtlich verdächtig ist:

1. die Aufrechterhaltung und Leitung eines weltweiten totalitären Zwangsregimes, das seine Mitglieder mit angsterregenden und gesundheitsgefährdenden Drohungen unterjocht;

2. die Aufrechterhaltung des todbringenden Verbots, Kondome zu verwenden, auch wenn die Gefahr von HIV/AIDS-Infektion besteht;

3. die Etablierung und Aufrechterhaltung eines weltweiten Systems der Vertuschung und Begünstigung von Sexualverbrechen durch katholische Priester, das immer neuen Verbrechen Vorschub leistet.

Die Strafanzeige wendet sich gegen drei weltweite Verbrechen, die bisher nur deshalb nicht angezeigt wurden, weil sie von einer Institution ausgingen, an deren Spitze „höchste Würdenträger“ stehen, die über Straftaten weit erhaben erscheinen. Die traditionelle Ehrerbietung gegenüber der „kirchlichen Obrigkeit“ trübte das Rechtsbewusstsein.

Wenn eine neue religiöse Gruppe ihre Mitglieder mit massivem psychischen Druck dazu zwingen würde, ihre Neugeborenen in die Gruppe einzugliedern, um die Gruppe ein Leben lang zu finanzieren und sich in allem nach den Direktiven der Gruppe zu richten, würde man diese als „Sekte“ bezeichnen. Der Staat würde die Organisation womöglich auflösen und die „Sektenführer“ wegen Nötigung und Erpressung bestrafen, umso mehr, wenn die Gruppe auch keine Austritte dulden würde, sondern diese unter Androhung schwerster Strafen verhindern und dadurch bei vielen ihrer Mitglieder schwere seelische Schäden und Beeinträchtigungen ihrer Entfaltungsfreiheit hervorrufen würde.

Kann dies beim gleichen Sachverhalt anders sein, bloß weil es sich um eine Organisation handelt, die sich nicht nur einigen wenigen gegenüber, sondern weltweit so verhält und sich „römisch-katholische Kirche“ nennt und ständig von Religionsfreiheit spricht, aber Andersgläubigen „Sektenbeauftragte“ an den Hals hetzt? Es ist nicht anders, sondern man hat sich nur daran gewöhnt. Seit dem 1.7.2002 ist diese Gewöhnung nicht mehr erlaubt. An diesem Tag trat das Statut über den Internationalen Strafgerichtshof in Kraft, das Verbrechen gegen die Menschlichkeit unter Strafe stellt.

Wenn eine Zwangssekte der beschriebenen Art im heutigen Afrika weit verbreitet wäre und ihren Mitgliedern die Verwendung von Kondomen unter Androhung schwerer Strafen untersagen würde, würde man die dadurch verursachten HIV/Aids-Übertragungen und Todesfälle den Sektenführern zurechnen und strafrechtlich gegen sie ermitteln. Kann dies anders sein, bloß weil sich die Zwangssekte „Kirche“ nennt und ihr Oberhaupt Unfehlbarkeit für sich in Anspruch nimmt?

Wenn in einer weltweiten Zwangssekte Hunderttausende von Kindern sexuell missbraucht würden und die Verbrechen auf Geheiß des Sektenführers vertuscht und der strafrechtlichen Verfolgung entzogen würden, würde man dieser kriminellen Organisation und ihrem Führer den Prozess machen. Kann dies anders sein, bloß weil diese Organisation sich „Kirche“ nennt und das Gebot, über die Verbrechen zu schweigen, nicht von einem Mafiaboss kommt, sondern vom Papst ausgesprochen wird? Es ist nicht anders, sondern es ist lediglich jahrhundertelange Gewöhnung an eine pädophile Priesterschaft und die Macht ihrer Oberpriester. Seit es den Straftatbestand des Verbrechens gegen die Menschlichkeit gibt, ist dieses Wegschauen nicht mehr erlaubt.

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Papstbesuch:

Das Mittelalter sucht uns heim

Der Papst und der Teufel (hui)

Von Günter Ackermann

Kommunisten-online vom 24. September 2011 – Wer dieser Tage den Ferneseher einschaltet, konnte einem Gespenst nicht entgehen, das eigentlich schon längst hätte überwunden sein müssen: Das Gespenst der Gegenaufklärung, der Dämon der Inquisition, der Folterkammern für Ketzer, der Ungeist der römischen Kirche, also die Gespenster des Feudalismus.

Dass dieses Gespenster noch ihr Unwesen  treiben, war uns zwar klar, aber so handgreiflich vorgeführt bekommen wir es nicht jeden Tag wie bei den Papstauftritten. Dieser Papst führte es uns vor. Da zelebriert er mit großem Pomp seine Messen und die Zehntausende, die mitsingen, mitbeten und Hostien futtern, werden uns als Beweis angeführt, wie gläubig die Menschen sind. Sicher, 61.000 im Olympiastadion sind eine Menge, sagt aber nichts aus, ob es denn alle streng katholische Pilger sind oder einfach nur Leute, die viel Geld ausgaben, um eben mal etwas Hokuspokus oder Gänsehaut  zu bekommen.

Mir geht es jedenfalls so, wenn ich den Hokuspokus einer katholischen Großveranstaltung hautnah erlebe.

Mir begegnete so was das erste Mal, als ich als Jugendlicher mit 14 die Fronleichnamsprozession im tiefschwarzen Kleve erlebte. Im Herbst des Vorjahres war ich aus der DDR zugezogen – aus Erfurt, das jetzt der Papst heimsuchte. Katholiken gab  es zwar, aber sie waren eine kleine Minderheit.

Ich geriet also in diese Prozession. Was Fronleichnam war, wusste ich nicht. In der Schule hatte man es uns auch in Kleve nicht gesagt. Damals waren die Religionen in den Schulen streng getrennt, ich ging an eine evangelische Volksschule.

So stand ich am Straßenrand und erlebte diese Prozession und verstand nur, dass die einen Leichnam verehrten. Für mich, als eben mal 14-jährigen, eine Angst einflößende Sache. Und dann liefen da Männlein, Weiblein und Kinder herum und sangen:

„Gelobet seist du, Maria, voll der Gnade. Gebenedeiet seist du unter den Weiber und die Frucht deines Leibes…“ Ein sich ständig wiederholender Singsang. Zwischendurch fielen sie auf die Knie. Ich tat das nicht, fürchtete aber, dass das auffiel. Also verließ ich den für mich unheimlichen Ort.

Das war meine erste Begegnung mit dem Katholizismus. Weitere sollten folgen und die waren nicht nur scheinbar unheimlich, sondern manchmal sogar bedrohlich. Damals waren die Kirchen überall. Jedenfalls im Westen, in der BRD. Wer da als Ungläubiger auffiel, musste mit Repressionen rechnen. Vor allem die Katholiken taten sich da hervor.

Inzwischen dürften die Kirchen – auch die katholische – an direktem Einfluss verloren haben. Man begegnet ihnen nicht mehr so offen auf Schritt und Tritt, aber oft genug selbst da, wo man sie nicht vermutet,

Dass nun  der Papst im Bundestag sprechen konnte, wundert mich zwar nicht, es ist sicher ein Hinweis darauf, dass bei uns die Trennung von Kirche und Staat nicht funktioniert, aber was soll’s?

Viel wichtiger s ehe ich es an, dass eben das Oberhaupt jener Kirche, die in den letzteren Jahren wegen der Verbrechen ihrer Amtsträger ins Gerede kann, sich nun als moralische Instanz aufspielt. Man sollte annehmen, dass der Papst betroffen schweigt und Buße tut, aber das macht er nicht. Er entschuldigt sich zwar fadenscheinig bei den Opfern, aber keiner der Priester und Bischöfe wird vom Staat belangt. Meist ist das Verbrechen  verjährt. Und wenn es um Entschädigungszahlungen geht, sind die Kirchenfürsten Pfennigfuchser und zahlen nur Almosen.

In grundlegenden theologischen Fragen gibt die katholische Kirche  keinen Deut nach. Mir ist es eigentlich wurscht, ob  der katholische Unsinn von zölibatären Priestern verkündet wird oder von Priesterinnen, ob irgendwann auch mal eine Frau Päpstin werden kann oder nicht. Auch ob evangelische Ehepartner von Katholiken die Hostie futtern dürfen oder nicht – im Zweifelsfall sollen sie das in der evangelischen Kirche machen, da bekommen sie sogar noch einen Schluck Wein dazu, aber das alles zeigt, dass sich die Amtsträger der römischen  Kirche voll im Recht fühlen und nicht bereit sind, anzuerkennen, dass die Zeit des Feudalismus vorüber ist.

Selbst in  dem Bereich, wo sie einige Linke loben, in sozialen  Fragen, muss man es relativieren. das; was heute katholische Soziallehre ist, geht auf Papst Leo XIII. zurück. 1891 veröffentlichte der die Enzyklika Rerum Novarum. Die Propaganda verkauft Leo XIII, sogar als „Arbeiterpapst“. Tatsächlich aber hatte die katholische Kirche  mit der Industrialisierung an Einfluss verloren.

Marx und Engels charakterisieren diesen feudalen „Sozialismus“ so;

„Den proletarischen Bettelsack schwenkten sie als Fahne in der Hand, um das Volk hinter sich her zu versammeln. Sooft es ihnen aber folgte, erblickte es auf ihrem Hintern die alten feudalen Wappen und verlief sich mit lautem und unehrerbietigem Gelächter.

(,,,)

Wie der Pfaffe immer Hand in Hand ging mit dem Feudalen, so der pfäffische Sozialismus mit dem feudalistischen.

Nichts leichter, als dem christlichen Asketismus einen sozialistischen Anstrich zu geben. Hat das Christentum nicht auch gegen das Privateigentum, gegen die Ehe, gegen den Staat geeifert? Hat es nicht die Wohltätigkeit und den Bettel, das Zölibat und die Fleischesertötung, das Zellenleben und die Kirche an ihrer Stelle gepredigt? Der christliche Sozialismus ist nur das Weihwasser, womit der Pfaffe den Ärger des Aristokraten einsegnet.“[1]

Das ganz bunte adlige Gesindel war weitgehend seiner Privilegien beraubt. Adlige, die nicht bereit und in der Lage waren, kapitalistisch zu wirtschaften, mussten sich verkaufen. Meist als Söldner oder Beamte um leben zu können. Die Arbeiter, geschaffen durch die Industrialisierung, waren in die Städte abgewanderte ehemals landlose Bauern oder Landarbeiter und lebten nun in entsetzlichem Elend als Lohnarbeiter.

Und das nahm Leo XIII. zum Anlasse, Er wollte wieder Einfluss auf die Menschen gewinnen, die sich seinen Priestern auf dem Land entzogen hatten. Und er wollte sie für den Staat des Kapitals gewinnen. Er meinte, wenn man soziale Verantwortung zeige und den Arbeitern Almosen zukommen  ließe, dass das letztlich Revolutionen verhindere. Er wollte also nichts anderes, als eine buntschillernde feudale ständische Gesellschaft mit sozialem Mäntelchen und kapitalistischen Besitzverhältnissen. Und er meinte, so könne man sie der aufkommenden revolutionären Arbeiterbewegung entziehen.

Aber überall in den Industrieländern blieben die katholischen Sozialethiker eine Randerscheinung. Und das trotz massiver Propaganda.

Es war nichts mit Soziallehre. Es entpuppte sich, bei genauem Hinsehen, als Mogelpackung. Das Mittelalter und die Feudalgesellschaft waren nicht sozialer, als der Kapitalismus. Zwar gab es den Feudalherren, der über den Bauern stand und eigentlich für sie handeln und denken sollte, in der Realität dachten und handelten sie aber zum eigenen Nutz und Frommen.

Und die Kirchen, allen voran die römische, übte in der Zeit eine enorme Macht aus. Allein auf dem Gebiet Deutschlands gab es eine Unzahl von geistlichen Fürstentümern – angefangen von den Fürstbistümern, über die Reichsklöster (Nonnen und Mönchsklöster) bis zu den Reichsstiften.

Mit der Industrialisierung waren sie zu Antagonismen geworden. Napoleon beseitigte sie. Nach dem Wiener Kongress entstanden sie auch nicht neu. Die Kirchen jedoch behielten einen riesigen Reichtum in ihrem Besitz. Trotzdem kassieren sie noch heute Entschädigungszahlungen vom Staat für den Verlust der Macht durch den Kaiser der Franzosen vor 200 Jahren.

Religion ist Opium des Volkes, schreibt Marx, aber die Institutionen der Religionen sind Blutsauger am Leib des Volkes und erschwindeln sich die den Besitz der Menschen.

G.A.


[1]  Marx/Engels: Manifest der Kommunistischen Partei

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Papst Benedikt XVI.:

Exorzisten leisten wichtigen Dienst für die Kirche

Bei seiner Generalaudienz am Mittwoch begrüßte der Papst die Teilnehmer eines Treffens italienischer Priester, die beauftragte Exorzisten sind. Der Papst ermutigte die Geistlichen, unter der "wachsamen Aufmerksamkeit ihrer Bischöfe" ihre Tätigkeit zu versehen. Nach geltendem Kirchenrecht dürfen nur speziell vom Ortsbischof beauftragte Priester Exorzismus-Gebete über mutmaßlich besessene Personen sprechen, um sie zu befreien.

Die Gebetsformulare waren im Jahr 1999 von der vatikanischen Liturgiekongregation neu formuliert worden. Fester Bestandteil ist eine Anrufung Gottes um Hilfe, zusätzlich kann auch ein Befehl an den Teufel ausgesprochen werden, den Betroffenen zu verlassen. Vorbild dieses Rituals sind die Dämonenaustreibungen Jesu in den Evangelien. .........

Quelle: orf.religion.at 14.9.2005

Ratzinger zum Teufel

Was auch immer einige weniger hell sehende Theologen sagen mögen, für den christlichen Glauben ist der Teufel eine rätselhafte, aber reale, eine Gestalt hafte und keine symbolische Präsenz. Eine mächtige Wirklichkeit ist er ("der Fürst dieser Welt", wie das Neue Testament ihn bezeichnet, wo immer wieder auf seine Existenz verwiesen wird), eine übermenschliche und Gott entgegen gesetzte Unheilsmacht, wie eine realistische Betrachtung der Geschichte mit ihrem Abgrund ewig neuer und allein durch den Menschen nicht erklärlicher Gräueltaten zeigt.

Siehe: http://www.exorzismus.net/Papst_Benedikt2.htm

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Die Antithese zur Moderne (I)

Quelle; german-foreign-policy vom  21.09.2011

Auf Kommunissten-online am 24. Sept. 2011 – Mit der morgen beginnenden Deutschlandreise des Papstes sucht der Vatikan die Stellung der katholischen Rechten in der Bundesrepublik zu konsolidieren. In Rom gehe "die Angst um", in Deutschland könne "ein neuer Kulturkampf" zwischen konservativ-katholischer Tradition und moderneren Kräften entbrennen, berichtet der Theologe David Berger im Gespräch mit dieser Redaktion. Der deutsche Papst wolle "gleich die ersten Ansätze abwehren" und habe seinen Aufenthalt in der Bundesrepublik daher vor allem publikumswirksam geplant. Dem vatikanischen Ansinnen stellen sich Bundesregierung und Bundestag zur Verfügung. Tatsächlich verfolgt Benedikt XVI. laut Kritikern einen kirchenpolitischen Kurs, der eine weitreichende Abkehr von der Moderne umfasst und sich sogar gegen die Aufklärung wendet. Demnach stellten Kardinäle aus dem unmittelbaren Umfeld Benedikts XVI. etwa die Evolutionstheorie in Frage. Untrennbar mit der antimodernen Wende des deutschen Papstes verbunden sind Anzeichen eines erneut wachsenden katholischen Antisemitismus, der in der Annäherung des Vatikan an die Priesterbruderschaft St. Pius X. nur einen extremen Ausdruck findet.

Die Diktatur des Relativismus

Wie der Theologe David Berger im Gespräch mit german-foreign-policy.com erklärt, steht im Zentrum der Tätigkeit Benedikts XVI. der Kampf gegen Aufklärung und Moderne. Der Papst verfolge, erläutert er, "ein groß angelegtes Programm einer Rückführung der katholischen Kirche hinter die Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils".[1] Das Konzil fand von 1962 bis 1965 statt; es diente erklärtermaßen einer "Erneuerung" der katholischen Kirche - mit dem Ziel, sie vorsichtig für die Werte der Moderne zu öffnen. Joseph Ratzinger entwickelte sich damals rasch zu einem scharfen Kritiker dieses Bemühens. Seine Lehre sei eine "bewusste Antithese zur modernen, offenen Gesellschaft", berichtet Berger, der lange Jahre in einflussreichen Kreisen des deutschen Rechtskatholizismus tätig war und über intime Kenntnisse des Milieus verfügt. Eine zentrale Rolle spiele für den heutigen Papst etwa der Kampf gegen eine "Diktatur des Relativismus". Unter "Relativismus" verstehe Benedikt XVI. "letztlich die moderne offene Gesellschaft, die ihn stört und die er, um sie bewusst abzuwerten, mit dem Negativwort 'Diktatur' umgibt". Ratzingers Denken sei zutiefst von einem Dualismus zwischen der modernen "laizistischen Welt" und der katholischen Kirche "als heiliger Institution" geprägt.

Rationalismus als Krisengrund

Kritiker werfen Benedikt XVI. schon seit Jahren vor, systematisch einen Kampf gegen die Moderne zu führen. Der Publizist Alan Posener etwa sprach im Jahr 2009 von einem "Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft". Ratzinger, rief Posener damals in Erinnerung, habe bereits 1978 geurteilt, "die beiden großen Rationalismen der Welt, der westlich-positivistische und der östlich-marxistische", hätten "die Welt in eine tiefe Krise geführt". Posener wies auch darauf hin, dass nicht nur Benedikt XVI. persönlich sich kritisch zur Evolutionstheorie geäußert habe. Stellungnahmen zu diesem Thema, die eine klare Ablehnung der modernen Wissenschaft offenbarten, würden aus dem Umfeld des Papstes immer häufiger abgegeben. Kardinal Christoph Schönborn aus Wien etwa habe kurz nach der Papstwahl im Jahr 2005 in der New York Times bekräftigt, er halte die Ansicht, das "neodarwinistische Dogma" sei "mit dem katholischen Glauben kompatibel", für falsch. Schönborn, der als Vertrauter des Papstes gilt, bestätigte später, er sei von Benedikt XVI. ausdrücklich ermutigt worden, eine "eindeutigere Stellungnahme" zum Thema Evolutionstheorie abzugeben. Er kooperiert unter anderem mit einem US-amerikanischen Institut, das "den Materialismus und sein kulturelles Erbe" in den USA "zu Fall zu bringen" sucht und der gegen die Evolutionstheorie gerichteten "Theorie des Intelligent Design" zum Durchbruch verhelfen will. Kardinal Walter Brandmüller, von 1998 bis 2009 Chefhistoriker des Vatikan, hatte in einer Auseinandersetzung um die Bedeutung des kirchlichen Prozesses gegen Galileo Galilei einst ausdrücklich erklärt: "Die Unversehrtheit des Wortes Gottes ist entschieden wichtiger als die Hypothese eines Professors".[2] Brandmüller gehört in den kommenden Tagen zur Entourage, die Benedikt XVI. auf seiner Deutschlandreise begleitet.

Nur missbraucht

Untrennbar verbunden mit dem antimodernen "Kreuzzug" [3], den der Papst und seine Mitarbeiter führen, ist ein erneutes Anwachsen des alten katholischen Antisemitismus. Benedikt XVI. stieß schon bald nach seinem Amtsantritt auf internationalen Protest, als er in einer Ansprache in der Gedenkstätte Auschwitz indirekt die Bedeutung des deutschen Antisemitismus herunterspielte. Er sei in das ehemalige Vernichtungslager gekommen "als Sohn des Volkes, über das eine Schar von Verbrechern mit lügnerischen Versprechungen (...) Macht gewonnen hatte, so dass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens gebraucht und missbraucht werden konnte", erklärte der Papst. Die deutschen Täter "als bloß Verführte und Verblendete hinzustellen", das sei "die Standard-Ausrede der frisch Entnazifizierten nach dem Krieg" gewesen, heißt es in einem Kommentar zur Auschwitz-Rede des Papstes. "Dass aber einmal ein deutscher Papst diese Zwecklüge am Ort des Massenmords wiederholen würde", das hätten "wohl nicht einmal Hitlers willigste Vollstrecker damals zu hoffen gewagt." Schlimm sei zudem, dass Benedikt XVI. jeden Hinweis auf die Kollaboration der katholischen Kirche und die furchtbare Rolle des katholischen Antisemitismus vermieden habe. Ein Kritiker des Papstes urteilt mit Verweis auf andere Vorfälle: "Die Entschuldung der Täter bei gleichzeitiger Unempfindlichkeit für die Opfer hat (...) bei Joseph Ratzinger Methode."[4]

Judenmission

Während Benedikt XVI. in Auschwitz über den katholischen Antisemitismus schwieg, ließ er den Gebrauch einer alten Liturgie wieder zu, die dem Judentum einen minderen Status gegenüber dem Christentum zuschreibt. Die Karfreitags-Liturgie mit der Fürbitte "für die Juden" war im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil von der offiziellen Kirche nicht mehr genutzt worden, weil man mit den antisemitischen Traditionen des Katholizismus hatte brechen wollen. Die Wiederzulassung der Liturgie bereitete die Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe aus der Piusbruderschaft vor, unter denen sich mit Richard Williamson ein Holocaust-Leugner befand. Auf heftigen Protest stößt auch, dass Benedikt XVI. die Seligsprechung von Papst Pius XII. vorantreibt. Der ehemalige Nuntius in Deutschland, der Berlin auch nach dem Beginn seines Pontifikats verbunden blieb, hatte trotz genauer Kenntnisse über die NS-Vernichtungspraktiken zum Holocaust geschwiegen.[5]

Die Inszenierungskunst des Vatikan

Deutschland hat für den Kampf des Papstes gegen die Moderne eine besondere Bedeutung. Anders als in der Weltkirche insgesamt nimmt die Zahl der Katholiken in Deutschland ab. Dies ist für den Vatikan mit dem Verlust von Einfluss verbunden - eine Tatsache, die aufgrund der starken Stellung der Bundesrepublik in Europa größere Nachteile für die Kurie mit sich bringt. Hinzu kommt, dass im deutschen Katholizismus liberalere Strömungen durchaus spürbar sind. "In Rom geht die Angst um, in Deutschland könne ein neuer Kulturkampf entbrennen - die Moderne gegen die konservativ-katholische Tradition -, und da möchte man gleich die ersten Ansätze abwehren", erläutert der Theologe David Berger. Entsprechend hoch wird Benedikts Reise in die Bundesrepublik in Rom bewertet. Berger weist darauf hin, dass der Vatikan "über ein wirklich umfassendes Repertoire an Inszenierungskunst" verfügt und insbesondere seine Medienkampagnen "in aller Regel sehr, sehr gut organisiert". Dies gelte selbstverständlich auch für die in den nächsten Tagen bevorstehenden Ereignisse.[6] Bundesregierung und Bundestag unterstützen die päpstliche PR-Offensive - nicht zum eigenen Nachteil: Der Vatikan bedient unter anderem immer wieder zentrale außenpolitische Anliegen Berlins (german-foreign-policy.com berichtete [7]).

Den ersten Teil unseres Interviews mit David Berger finden Sie hier.

[1] s. dazu Die Diktatur des Relativismus
[2], [3], [4] Alan Posener: Benedikts Kreuzzug. Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft, Berlin 2009
[5] s. dazu Kreuzritter für Europa und Der Papst und die Antisemiten
[6] s. dazu Die Diktatur des Relativismus
[7] s. dazu Hass auf Versailles und Berlin und der Vatikan

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Die Antithese zur Moderne (II)

Quelle; german-foreign-policy vom  22.09.2011

Auf Kommunissten-online am 24. Sept. 2011 – (Eigener Bericht) - Mit seinem Kampf gegen die Moderne stärkt der deutsche Papst systematisch antidemokratische Kräfte in der katholischen Kirche. Auf Initiative Benedikts XVI. hat der Vatikan der Priesterbruderschaft St. Pius X. vor wenigen Tagen ein abschließendes Integrationsangebot unterbreitet, das im Milieu der Bruderschaft als "Pius-Sieg" beurteilt wird. Die Organisation, der sich weltweit Hunderttausende verbunden fühlen, zählt einen Holocaust-Leugner zu ihrer Führungsspitze. Auch die Personalprälatur Opus Dei, die im faschistischen Spanien gedieh und enge Beziehungen zu diversen Militärdiktaturen unterhielt, befindet sich unter dem derzeitigen Papst im Aufwind. In rechtskatholischen Kreisen in Deutschland entdecke man zur Zeit die "Liebe zur Monarchie", berichtet der Theologe David Berger im Gespräch mit german-foreign-policy.com. Berger war lange selbst im rechtskatholischen Milieu aktiv. Wie er schildert, geht zum Beispiel die Gründerin einer staatlich anerkannten Akademie, die bis heute gute Beziehungen zu Benedikt XVI. unterhält, davon aus, dass nach einer Art göttlicher Intervention "wieder eine christliche Monarchie ersteht, in der wiederum der Adel erneut eine bedeutende Rolle spielen" werde. Teile des deutschen Adels stehen Organisationen des Rechtskatholizismus nahe, etwa dem Opus Dei. Experten nennen die Häuser Habsburg und Guttenberg.

Ein Pius-Sieg

Das von Benedikt XVI. angestoßene Verfahren zur Integration der Priesterbruderschaft St. Pius X. in die katholische Kirche nähert sich dem Abschluss. Wie es auf einer Internetseite heißt, die über beste Zugänge zu der Bruderschaft verfügt, wird in deren Milieu der jüngste Kompromissvorschlag des Vatikan als "Pius-Sieg" gefeiert. Demnach muss die Bruderschaft, um als "Personalprälatur" in die Kirche aufgenommen zu werden, eine Erklärung unterzeichnen, die unter anderem das Zweite Vatikanische Konzil thematisiert. Das Konzil sollte in den 1960er Jahren die katholische Kirche für die Werte der Moderne öffnen. Es wird von der Piusbruderschaft dezidiert abgelehnt. Wie es heißt, stelle die zu unterzeichnende Erklärung "Ausdrücke und Wendungen" aus den Konzilsdokumenten "der legitimen Diskussion" anheim. Dies sei nichts anderes als die seit je geforderte "Relativierung des Konzils", triumphieren Pius-Kreise.[1] Für eine Integration der Piusbruderschaft in die Kirche, wie sie damit in greifbare Nähe rückt, hat sich Joseph Ratzinger bereits in den 1980er Jahren stark gemacht. Der Generalobere der Organisation, Bernard Fellay, hatte Ratzingers Wahl zum Papst im Frühjahr 2005 deshalb als "Hoffnungsschimmer" bezeichnet.

Absolut wissenschaftlich

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat Anfang 2009 breitere Aufmerksamkeit erregt, als bekannt wurde, dass zu ihrer Führung mit Bischof Richard Williamson ein Holocaust-Leugner gehört. Die römische Bischofskongregation hatte am 21. Januar 2009 die Exkommunikation von Williamson sowie drei weiteren Pius-Bischöfen aufgehoben, um ihre Integration in die Kirche in die Wege zu leiten. Die Piusbruderschaft ist dafür bekannt, intensive Kontakte zu Organisationen der extremen Rechten zu unterhalten, insbesondere zum französischen Front National (FN). Bereits 1987 hatte ein Piusbruder den damaligen FN-Chef Jean-Marie Le Pen verteidigt, als dieser wegen seiner Behauptung attackiert wurde, die Gaskammern in Auschwitz seien eine "Fußnote der Geschichte" gewesen. Le Pen sei ein "Opfer" der "jüdischen Großfinanz", erklärte der Piusbruder mit Blick auf die Kritik und erklärte, die Thesen bestimmter Holocaust-Leugner seien "absolut wissenschaftlich". Ähnliches ist aus der Bruderschaft und ihrem Umfeld des öfteren zu hören gewesen. Über eine staatliche Ordnung, wie sie den Vorstellungen der Piusbruderschaft entspräche, hat sich einmal Bischof Bernard Tissier de Mallerais geäußert, dessen Exkommunikation ebenfalls im Januar 2009 aufgehoben wurde. Unter Rückgriff auf Empfehlungen von Papst Pius XI. aus dem Jahr 1925 äußerte Mallerais, der Staat habe die "Aufgabe, durch Strafmaßnahmen jene niederzuschlagen, die die katholische Religion verletzen" - "und zwar nicht nur, wenn der öffentliche Friede dies verlangt, sondern bei jeder öffentlich geäußerten Abweichung von der 'katholischen Regel'".[2]

"So schlecht war Hitler nicht"

"Benedikt XVI. stärkt systematisch Kräfte innerhalb der katholischen Kirche, die eindeutig gegen moderne Werte arbeiten, die sich sogar offen antidemokratisch äußern" [3], bestätigt der Theologe David Berger im Gespräch mit dieser Redaktion. Zu diesem Spektrum gehöre auch das Opus Dei. Die Organisation, 1928 von dem spanischen Priester Josemaría Escrivá de Balaguer y Albás gegründet, stand dem spanischen Diktator Francisco Franco nahe und stellte unter ihm eine Reihe von Ministern. Einem Mitarbeiter erklärte Escrivá einst, er habe den NS-Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion als einen einfachen "Kreuzzug gegen den Kommunismus" betrachtet. "Wenn die Leute behaupteten, Hitler habe sechs Millionen Juden getötet, dann übertrieben sie", zitiert der Mitarbeiter eine Äußerung von Opus Dei-Gründer Escrivá: "So schlecht sei Hitler nicht gewesen. Er könne nicht mehr als drei oder vier Millionen Juden getötet haben."[4] Wie der Publizist Peter Hertel schreibt, nimmt die Zahl der Opus Dei-Mitglieder, die einen vom Papst zugeteilten Posten bekleiden, unter Benedikt XVI. deutlich zu. Inzwischen führe jeder vierzehnte Opus Dei-Priester "ein Amt oder einen Titel, die der Papst verleiht", berichtet Hertel. 1990 sei es jeder Hundertste gewesen. Opus Dei ist mit 90.000 Mitgliedern weltweit eine der machtvollsten kirchlichen Pressure-Groups.[5] Die Organisation unterstützte unter anderem auch Militärdiktaturen in Lateinamerika, etwa in Chile.

Eine christliche Monarchie

Zwar gebe es heute noch im Rechtskatholizismus "Personen, die Franco als das Ideal eines katholischen Diktators preisen", berichtet David Berger im Gespräch mit dieser Redaktion. Größer sei allerdings "die Gruppe derjenigen, die monarchistische Vorstellungen pflegen".[6] Als Beispiel nennt Berger Alma von Stockhausen, die Gründerin der Gustav-Siewerth-Akademie. Die staatlich anerkannte Akademie nahe Freiburg versteht sich als philosophische Hochschule und laut Aussage ihrer Gründerin außerdem als "Beitrag zur Rechristianisierung Europas auf der Grundlage der abendländischen Kultur".[7] Joseph Ratzinger hat die Einrichtung lange unterstützt und dabei eng mit Alma von Stockhausen kooperiert. Die Akademie wirbt noch heute mit persönlichen "Glück- und Segenswünschen" des Papstes an ihre Gründerin. "Alma von Stockhausen", berichtet Berger, "geht fest davon aus, dass die demokratische Welt aufgrund eines religiösen Überereignisses zu einem Ende gebracht werden wird und dass dann wieder eine christliche Monarchie ersteht, in der wiederum der Adel erneut eine bedeutende Rolle spielen wird." Entsprechend pflegten "Geistliche aus dem rechtskatholischen Milieu (...) überhaupt gerne" Kontakt zu Adligen. Besonders das Haus Habsburg werde "für seine Katholizität gepriesen". Teile des deutschen Adels stehen tatsächlich Organisationen des Rechtskatholizismus nahe. Peter Hertel nennt mehrere Adelsfamilien, die enge Beziehungen zum Opus Dei enthalten - darunter die Häuser Habsburg, Westphalen, Waldburg-Zeil und Guttenberg.[8]

Paula Hitler

Kontakte nach Rechtsaußen unterhalten nicht nur von Benedikt XVI. unterstützte Organisationen, sondern auch ein langjähriger Weggefährte des Papstes - der Religionspädagoge Alfred Läpple. Läpple zählte einst als Dozent am Freisinger Priesterseminar Joseph Ratzinger zu seinen Schülern und rühmt sich bis heute, persönliche Beziehungen zum Papst zu unterhalten. Er ist unter anderem Verfasser des 2006 veröffentlichten Buches "Benedikt XVI. und seine Wurzeln" sowie Autor einer Biographie über Adolf Hitlers Schwester Paula, die 2003 in einem extrem rechten Verlag erschien. Mehrfach war er mit Interviews und Beiträgen in Periodika der extremen Rechten vertreten. Zum sechzigsten Priesterjubiläum Benedikts XVI. berichtete Läpple, er schreibe dem Papst regelmäßig Briefe ("Lieber Joseph!") und erhalte ebenso regelmäßig Geburtstagsglückwünsche von ihm.[9]

Den zweiten Teil unseres Interviews mit David Berger finden Sie hier, eine Rezension seines Buches "Der heilige Schein" hier. Gestern brachte german-foreign-policy.com anlässlich des Papst-Besuches in Deutschland den ersten Teil des Interviews mit David Berger und den Beitrag Die Antithese zur Moderne (I).

[1] Dieser Pius-Sieg ist keine römische Niederlage; kreuz.net 20.09.2011
[2] Karin Priester: Die Priesterbruderschaft, die Politik und der Papst; Neue Gesellschaft - Frankfurter Hefte 03/2009
[3] s. dazu Die Liebe zur Monarchie
[4], [5] Peter Hertel: Schleichende Übernahme. Das Opus Dei unter Papst Benedikt XVI., Oberursel 2007. S. auch Kreuzritter für Europa
[6] s. dazu Die Liebe zur Monarchie
[7] Prof. Dr. Alma von Stockhausen: Leserbrief; Berliner Zeitung 08.04.2000
[8] Peter Hertel: Schleichende Übernahme. Das Opus Dei unter Papst Benedikt XVI., Oberursel 2007
[9] Über Ratzingers Seminaristenjahrgang berichtet Läpple: "Manche waren im Krieg hochrangige Militärs gewesen, hatten einiges auf dem Kerbholz. Viele wollten sich vor der Weihe gerade mir als dem Dozenten anvertrauen, weil ich im Krieg gewesen war. Sie wollten nicht mit dem Regens sprechen, weil der eben nicht im Krieg, sondern im KZ gewesen war und somit - wie sie meinten - auch nicht wissen konnte, vor welch schweren Entscheidungen man im Krieg gestanden hatte... Keiner wußte vom anderen, wo er gewesen war, welchen Rang und welche Orden er hatte; darüber wurde nicht mehr gesprochen." Dieser in den Trümmern erblühende Neuanfang; www.30giorni.it

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