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Die
SPD, Trienekens und das RWE
Kölscher
Klüngel...
nannte
der NRW-Landeschef der SPD, Arbeits- und Sozialminister in NRW und ehem.
Bezirksleiter der IG-Metall Schartau die Geschichte um die Spenden- und
Schmierpraxis um die Müllfirma Trienekens.
Was
ist geschehen? In Köln sollte eine neue Müllverbrennungsanlage gebaut werden.
Trienekens bewarb sich darum uns bekam den Zuschlag. Trienekens hat, damit es
besser läuft, aus der Portokasse einige Hunderttausender an die SPD in Köln
fließen lassen.
Das Geld
bekam offenbar der SPD-Fraktionschef im Rat. Soweit ist die Schmiererei gar
nicht mal illegal. Hätte dieser das Geld an die SPD-Kasse abgeführt und als
Spender Trienekens angegeben, wäre die Bestechung schlicht und einfach legal
und eine Spende gewesen. Schönheitsfehler bei dieser Art der Bestechung wäre
nur gewesen, dass Spenden in dieser Höhe mit Spendernamenangabe wären im
Bundesanzeiger veröffentlicht worden, und eine kritische Öffentlichkeit hätte
die – logische –
Verbindung zur Müllverbrennungsanlage herstellen können. Kritische
Nachfragen wären unvermeidbar gewesen.
Um
das zu umgehen stückelte man die Spende in viele kleinere Beträge unterhalb
der Grenze der Veröffentlichungspflicht. Die Spendenquittungen bekamen dann
verdiente SPD-Genossen und alles war gut
Der
Trick: Von jeder gespendeten Mark/Euro an eine Partei erstattet das
Finanzamt 50 Pfennige/Cent dem Spender von dessen Steuerpflicht und die andere Hälfte
ist dann zusätzlich noch steuerlich absetzbar und wirkt steuermindernd. Es
verdiente an diesem Deal alle: Fa. Trienekens verdiente an der Müllverbrennungsanlage,
die SPD-Köln bekam die Spende, die
Bundespartei zusätzlich pro gespendete Mark Geld aus der Bundestagskasse (0,10
DM/€ pro Mark/Euro Spende) und die angeblichen Spender bekamen über die Hälfte der
von ihnen nicht bezahlten Spende aufs Konto überwiesen. Alle konnten zufrieden
sein und waren es auch. Es ist anzunehmen, dass dies bei den Parteien gängige
Praxis ist.
Wären da
nicht die Neider: leer ausgegangene Genossen, Trienekens-Konkurrenten usw. Die
Angelegenheit wurde ruchbar und nun hat niemand was gewusst. Der jetzige
SPD-Chef von NRW Scharteu tut es mit „Kölscher Klüngel“ ab, dessen Vorgänger,
der jetzige SPD-General Müntefering, beteuert mit dem Blick eines
Unschuldslamms er habe nichts gewusst, Ministerpräsident Clement ist empört über
die Unterstellung, er könne was gewusst haben und dessen Vorgänger als
Ministerpräsident Johannes Rau ist als Bundespräsident eh schon qua Amt als
Bundespräsident über jeglichen Verdacht erhaben.
Jetzt
werden einige Bauernopfer gebracht und die Welt ist in Ordnung. Als eine Zeitung
schrieb, auch die Wuppertaler SPD sei in die Affäre verwickelt (in Wuppertal
gibt es – logisch – keinen „kölschen Klüngel“) reagierten
die Wuppertaler SPDler prompt: Nein, meinten sie, wir haben die Spende
ordnungsgemäß verbucht. Wie nett. Korruption ist dann legal, wenn sie
ordnungsgemäß verbucht wird.
Wer
meint, Trienekens – er ist Mitglied der CDU – habe sein Herz jetzt der SPD
geschenkt, irrt. Auch an CDUler flossen offensichtlich Gelder
- der Rechtsanwalt und CDU-Fraktionsvorsitzender Rolf Bietmann wird da
gehandelt. Natürlich – versteht sich – ganz legal als Anwaltshonorar.
Anmerkung: Jetzt ist alles in Ordnung. Die Affäre ist
aufgedeckt und damit dem demokratischen Reinigungsprozess des Rechtsstaat
ausgeliefert, der bekanntlich alles weißwäscht. Der böse Trienekens steht als
Bestecher am Pranger, die Dummköpfe, die sich haben erwischen lassen, haben
erst mal einen Karriereknick, die SPD will zerknirscht das Geld an die Bundestagskasse
erstatten – alles klar somit. Ende der Affäre Trienekens.
Aber Trienekens ist schon lange nicht mehr unumschränkter
Herrscher im eigenem Haus. Die Fäden bei Trienekens werden nämlich in Essen
gezogen, beim Strom-Koloss RWE. Am RWE sind wiederum viele Kommunen in NRW
beteiligt. Die grö0eren Städte hier im Land zwischen Rhein und Weser größtenteils
SPD-Stammlande. Namhaft Kommunal-und Landespolitiker der SPD sitzen in
RWE-Gremien oder setzen ihre Karriere dort fort (so wechsekte der Duisburger
Oberstadtdirektor vor einigen Jahren in die Vorstandsetage des RWE). Und hier schließt sich der Kreis.
Günter
Ackermann
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