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Polizeiübergriff
in Köln gegen friedliche Demonatranten
Polizei
schaltet offenes Mikro ab!
Köln,
9.1.2012
Auf
Kommunisten-online am 12. Januar 2012 – Das neue Jahr fängt gut an:
1. Montagsdemo am Dom.
18.05
Uhr wir fangen mit ca 15 – 20 Teilnehmern an.
18:10
Uhr ein Polizeibus fährt vor. Die Polizei verlangt, den Lautsprecher
auszuschalten.
Die Kundgebung wird weitergeführt. Über das offene Mikrofon wird das
Recht verteidigt, öffentlich gegen Sozialabbau und Krisenpolitik zu
sprechen. Jeder Kundgebungsteilnehmer erklärt sich ringsum. Vergleiche
werden gezogen: 30 Neonazis dürfen in Köln Kalk, geschützt von
hunderten Polizisten demonstrieren, während die Gegendemonstranten
eingeschüchtert, teils verhaftet werden. Der Verfassungsschutz finanziert
die Rechten Mordbuben – und wir sollen ruhig sein? Seit 7 Jahren stehen
wir hier, und von unserer Seite ist dieser Montag wie immer – warum
greift die Polizei jetzt ein? Dazu möchte sich die Polizei nicht äußern.
Sie beharrt auf dem Argument: Weniger als 50 Teilnehmer – kein
Lautsprecher. Wir machen uns also selber einen Reim: Ein regelmäßiger
Anlaufpunkt für soziale Proteste soll eingeschüchtert und seiner Wirkung
beraubt werden. Die Ereignisse von Fukushima haben gezeigt, wie die
Montagsdemo von 30 – 50 auf 1000 über mehrere Wochen anschwoll.
18:20
Uhr Polizeihauptkommissar Timmermann erscheint. Er droht mit der
Beschlagnahme der Anlage. Er behauptet, bei einem Kooperationsgespräch im
vergangenen Herbst sei das mit der Anmelderin so geklärt worden. Alle
Teilnehmer dieses Gespräches führen aus, dass das nicht stimmt:
Vereinbart worden war, dass man sich mit der Lautstärke danach richtet,
dass jeder Teilnehmer das offene Mikro verstehen kann. Genau das war die
lang geübte Praxis.
18:30
Uhr Die Montagsdemo macht Straßenmusik. Ein in der Kölner Innenstadt
seit Jahren ausgeübtes , international genutztes, Gewohnheitsrecht.
Danach geht die Diskussion weiter.
18:40
Uhr Polizeihauptkommissar Timmermann zieht den Stecker aus der Anlage.
Jetzt wird es allerdings richtig laut. 25 – 35 Leute singen: Keiner
schiebt uns weg – spontan werden Strophen gedichtet wie: Montagsdemo –
Miokrofon – keiner schiebt uns weg – gehört am Dom zum guten Ton –
keiner schiebt uns weg – wir stehen jeden Montag hier – keiner schiebt
uns weg – bis zum Ende von Hartz IV, keiner schiebt uns weg usw.
Dazwischen werden die – leider wenigen – Passanten informiert. Viele
bleiben stehen, machen mit. Laute Parolen und laute Lieder und laute
Ansprachen wechseln sich ab. Einer sagt einen kurzen Satz – alle
wiederholen ihn laut.
19:00
Uhr die Kundgebung wird beendet.
Verabredet
wird, den Vorfall in der Presse und in der sozialen Bewegung in Köln
bekannt zu machen. Selbstverständlich auch bei der Polizei zu
protestieren. Nächsten Montag wollen wir viele sein!
Fotos:
Arbeiterfotografie
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