black Channel

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

»Holocaust-Konferenz«

Freude für Irans Feinde

von Knut Mellenthin

Quelle: jungeWelt vom 14. Dezember 2006

Am Dienstag ging in Teheran eine zweitägige »Holocaust-Konferenz« mit 67 Teilnehmern aus 30 Ländern zu Ende, die das iranische Außenministerium organisiert hatte und die weltweit Aufsehen erregte. Daß eine solche Konferenz stattfinden sollte, war erstmals im Januar angekündigt worden. Die Initiative ging vom Verband Muslimischer Journalisten aus. Die Meldungen der iranischen Nachrichtenagenturen ließen damals befürchten, daß das Treffen in erster Linie notorischen Holocaust-Leugnern wie Horst Mahler, Robert Faurisson, David Irving (der zur Zeit allerdings in Österreich im Gefängnis sitzt) und Israel Shamir eine Plattform bieten würde. Ausgerechnet von ihnen schienen sich iranische Politiker Aufklärung zu erhoffen, ob der Völkermord des deutschen Naziregimes an den Juden überhaupt stattgefunden hat. Für einige schien die Antwort von vornherein festzustehen. So verstieg sich ­nach Al Dschasira vom 12. Februar ­ Außenamtssprecher Hamid Resa Asefi, für seine nicht immer kontrollierten Sprüche bekannt, zu der maßlosen Aussage: »Ich glaube, daß die vom zionistischen Regime begangenen Verbrechen größer sind als der Holocaust.« Asefi wurde inzwischen abgelöst, was so gesehen kein Verlust ist.

Inzwischen wurde die »Holocaust-Konferenz« mehrfach verschoben. Das Thema, das von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zeitweise geradezu obsessiv behandelt wurde, schien keine nennenswerte Rolle mehr zu spielen. Das mochte zur Hoffnung berechtigen, daß iranische Politiker, insbesondere auch das federführende Außenministerium, sich mittlerweile mit den historischen Tatsachen und mit der realen Situation der Holocaust-Forschung näher vertraut gemacht hatten. Man konnte sogar hoffen, daß das abstoßende Projekt, an dem nur Irans Feinde Freude haben können, stillschweigend zu Grabe getragen worden war.

Der Verlauf der Konferenz am Montag und Dienstag jedoch entsprach, wenn das von den iranischen Nachrichtenagenturen gezeichnete Bild zutrifft, den allerschlimmsten Erwartungen. Neben Holocaust-Leugnern wie dem Franzosen Robert Faurisson, der auch in Teheran die Existenz von Gaskammern bestritt, waren Rechtsextremisten wie der US-Amerikaner David Duke angereist, der die »Überlegenheit der weißen Rasse« propagiert und dessen Verbindungen zum Ku-Klux-Klan aktenkundig sind. Einig waren sie sich in der Behauptung, daß der ganze Holocaust »eine große Lüge« sei.

Als deplazierte Exoten wirkten in dieser Umgebung einige ultra-orthodoxe Rabbiner aus Österreich und Großbritannien, die aus ganz anderen Gründen die Existenz des Staates Israel ablehnen. »Selbstverständlich sagen wir, daß es den Holocaust gab, denn wir haben ihn durchlitten. Aber keinesfalls darf er als Rechtfertigung mißbraucht werden, die Palästinenser ungerecht zu behandeln«, sagte der britische Rabbi Ahron Cohen.

Einen Gefallen haben die iranischen Veranstalter ihrem Land mit dieser »Konferenz« nicht getan. Man fragt sich, ob es in dieser großen Na­tion keine Historiker gibt, die es besser wissen und sich Gehör verschaffen könnten.

zurück

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62360100430433407436., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!