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Leserbrief vom 11. April 2007

Genosse Günter Ackermann,

meine Erklärung für meinen Brief an die Kommunisten-online-Redaktion.
Ich akzeptiere keine Gefälligkeitsberichterstattung in Vorträgen und Artikeln.

Auch nicht aus den eigenen Reihen der politischen (antikapitalistischen) Linken.

Bei der Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse der VR China handelt es sich häufig um Teilwahrheiten und Halbwahrheiten.  
Beispielsweise auf einer Konferenz der Geschichtskommission der Linkspartei.PDS zur Geschichte der Revolution im Jahr 1917: 
In der anschließenden Diskussion verurteilte ich die gesetzliche Verankerung des Privateigentums in der VR China. Ebenso die Aufnahme von Angehörigen der Bourgeoisie in die KP und den Rückgang des Anteils der AK in der Partei. Ich verurteilte die Zulassung von Monopolunternehmen in der VR China, mit Verweis auf den Allianz - Konzern.

- Meine Behauptung der Monopolbildung in China wurde geleugnet.
- Der Anteil von Angehörigen der Bourgeoisie in der KP sei marginal.
- Es handele sich um keinen Verfassungsrang beim Schutz des Privateigentums.
- Es handele sich um eine (analoge) NÖP.
- Rolf Berthold verwies auf das Privateigentum "im Jahr 1979" - "1. % vom BIP"

Diese Rechtfertigungen für diese kapitalistische Politik wurden von mir zurückgewiesen.

Ich begrüßte den Klassenkampf in China analog dem K. in Deutschland.
Die Gegenposition zielte auf meine Unglaubwürdigkeit (-offensichtlich als Feind und Lügner)!

Hierzu: Auch durch meine politische Arbeit in der Vergangenheit - bedarf es keiner politischen Ortsbestimmung.

Weiteres Beispiel: In einer TV - Sendung empfahl ein Professor Luan aus der VR China seinen kapitalistischen Klassengenossen: In Deutschland sollten sie sich mehr als bisher "am Profit orientieren" und verwies hierbei auf "freiwillige unbezahlte Überstunden" in der VR China. Zugleich rühmte er sich seiner guten Behörden - "Beziehungen" etc. 

Hierüber schrieb ich einen Leserbrief an die junge Welt und lies diesen auch der KPF zukommen.  Keine Rückmeldung!

- In einem Leserbrief verurteilte ich die falsche Behauptung von Frau Feng Yuan, auf dem Podium der Rosa-Luxemburg-Konferenz, laut einem Artikel in der jW.: - Die VR China befände sich auf dem Weg zu einer "harmonischen Gesellschaft".

Hierzu: Frau Yuan war Jahrzehnte an einer Frauenzeitung in der VR China tätig, danach ca. zwei Jahre in Schweden; im Anschluss mit Lehrtätigkeit in den USA (im Einvernehmen etc.)

- In einem wichtigen Artikel-Beitrag, für die junge Welt, vom 24./25.02.2007, zur VR China, endet Rolf Berthold mit der Schlussfolgerung, wörtlich: "Die erfolgreiche Entwicklung Chinas auf sozialistischem Weg zeigt den Völkern eine gesellschaftliche Alternative auf."

Auch hierzu habe ich meinen (Klassen-) Standort, worüber ich auch die KPF (Mitteilungen)informierte.

Auch hier wäre, wie bei anderen Briefen, bei einer Veröffentlichung meine Namensnennung unwichtig!

Abschließend:
Ich bin kein Gegner der (chinesischen) Werktätigen. Aber ein Gegner der Bourgeoisie (auch der chinesischen Bourgeoisie) und deren Administration und Kollaborateure!

Ich akzeptiere keine Schönfärberei, keine selektive Wahrnehmung bzw. Berichterstattung. Insbesondere nicht durch Menschen die in ihrem Umfeld eine Veränderung der gesellschaftlichen (Eigentums-) Verhältnisse suggerieren.

Zu meinem "Leserbrief" an die Kommunistische Internet - Zeitung:
Ich verstand meinen Leserbrief an die Internet - Zeitung auch als Gegenantwort zur selektiven Behandlung (und Ausblendung) der realen kapitalistischen Entwicklung in der VR China!

Der Artikel von Rolf Berthold in den KPF Mitteilungen über die Außenpolitik der VR China ist informativ. Er beleuchtet nur einen Teil - wie so oft - der realen gesellschaftlichen Entwicklung.  

Für die Veröffentlichung in der Kommunistischen Internet - Zeitung kann man den Artikel von R. B. aus den KPF Mitteilungen[1] empfehlen – aber in Verbindung mit den notwendigen Zusatzinformationen.
Mit freundlichem Gruß
R. Sch.

Anmerkung Redaktion Kommunisten-online: Uns ist Gefälligkeitsberichterstattung, die der Genosse Leserbriefschreiber offenbar auch uns anlastet, ist uns absolut fremd und lehnen wir auch ab.

Stattdessen fühlen wir uns dem Grundsatz W.I. Lenins verpflichtet, dass allseitige politische Enthüllungen in der Agit-Prop allein die richtige Herangehensweise ist.

Konkret haben wir Gen. R. Sch. seinen Leserbrief von gestern zu bringen abgelehnt, weil er zu unstrukturiert war und es unmöglich war, Zitate und seine Position auseinander zu halten. Wir forderten ihn auf – da wir das nicht selbst leisten können – seinen Leserbrief neu zu formulieren. Inhaltlich stimmen wir übrigens mit ihm überein.

Mit den Artikel von Rolf Berthold: Intensive Zusammenarbeit zwischen China und den afrikanischen Staaten“[2] werden wir uns die nächsten Tage auseinander setzen.

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