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Christliches Disneyland in Baden:

Kreationisten[1] bauen biblischen Freizeitpart zur Förderung des Kretinismus[2]

Von Günter Ackermann

Entwurf der Arche Noah für den Bibelpark:

Leichen säumen den Weg der Frommen

So soll der Bibel-Park mal aussehen

Christliches Disneyland in Baden:

Kreationisten[1] bauen biblischen Freizeitpart zur Förderung des Kretinismus[2]

Von Günter Ackermann

Es ist wirklich so, dass das Bekloppteste, was man denken kann, nicht zu bekloppt ist, dass es im Kapitalismus nicht irgendeiner es wirklich machen will es muss nur genug Geld einbringen. Das es total schwachsinnig ist, sielt keine Rolle.

Da planen doch wirkliche einige fromme Schweizer ein Projekt in der Gegend von Heidelberg, das so eine Art biblisches Disneyland werden soll. Damit wolle man, so erklären die helvetischen Planer des frommen Landes: „die Herzen der Menschen für Gott und Jesus Christus öffnen, um sie damit in die Lage zu versetzen, die Frohe Botschaft zu verstehen und auch anzunehmen.“

Man führt den Besuchern also  vor, wie nach der Meinung der Kreationisten die Welt laut Bibel gebacken wurde, das Ziel ist aus ihnen Kretins zu machen, sie zu verblöden. Vorher aber sollen sie zum Wohle der Erbauer, der Genesis-Land AG in der Schweiz kräftig zur Kasse geben werden: „Der Park solle bewusst nach kaufmännischen Grundsätzen geführt werden und mittelfristig eine Rendite abwerfen.“[3]

Die zukünftigen Erbauer des frommen Disneylands, die Schweizer Genesis-Land AG, hat daher wohl auch sich eine entsprechende Adresse geschaffen: Die Bibelparker residieren in der Molkereistrasse 1, in 8645 Jona, einem Städtchen im Schweizer Kanton St, Gallen. Also so richtig stilecht: die Kandidaten für ihren Kretinismus sollen abgemolken werden, damit die Profite stimmen. Das gilt im Himmel und natürlich vor allem auf Erden.

Die frommen Schweizer Bibelparker wollen ihren Kunden doch allen Ernstes klar machen, dass die Erde vor 6000 Jahren von Gott erschaffen wurde. Die Munie, die vor einigen Jahren im Ötztal gefunden wurde und Ötzi genannt wird, wäre einer der ersten Menschen gewesen. Ötzi lebte nämlich vor ca. 5300. Woher die Neandertaler oder gar die Saurier stammt – das weiß nur der Gott der Kreationisten.

Die evangelische Kirche ist allerdings strickt gegen diesen Spektakel. „Ein solches Projekt steht uns bei der Vermittlung des Glaubens nur im Weg,“ meinte ein Vertreter der württembergischen evangelischen Kirche. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich weil so offensichtlicher kommerzieller Schwindel mit der Bibel zu entlarvend ist. Und die evangelikalen Strömungen haben sehr wohl ihren Platz innerhalb der evangelischen Kirche. Weiter wird aus Kirchenkreisen verkündet: „Das ist eine erhebliche Gefahr für die evangelische Verkündigung“, meint jedenfalls Hansjörg Hemminger, der hofft, dass sich das Ganze „als Seifenblase“ erweist. Das Thema will Hemminger bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Baden mit deutschen Kreationismus-Anhängern von 6. bis 8. Juni diskutieren. Also, wenn man mit Bescheuerten diskutiert, sind entweder beide Diskussionsparteien bescheuert oder man meint, die Bescheuerten zu gewinnen und zu eigenen Zwecken einzusetzen.

Aber die evangelische Kirche ist sonst nicht so pingelig, wenn es um das Erschließen neuer Geldquellen geht. In Berlin behängte man die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche während der Bauarbeiten mit Werbung und das nicht für Bibelverlage, sondern handfester Produktwerbung. Auch in anderen Städten gab es so was schon.

Und das bescheuerte Projekt des Bibel-Freizeitparks ist sicher nicht bescheuerter, wie die diversen anderen Parks dieser Art. Auch die diversen Disneylands oder der Freizeitpark Warner Brother Movie World in Kirchhellen ist nicht eben geistreich und dient nicht zur kulturellen Aufklärung sondern zur Verdummung der Besucher und zu deren Schröpfen für die Profite der Betreiber. Warum also die Aufregung.

Kapitalismus verdummt die Menschen, indem die Herrschenden behaupten, bei ihnen ginge es gerecht zu. Damit die Menschen nicht nachdenken, gibt es die Medien, doe Propaganda und eben auch die bürgerliche Kultur für die Massen. Ob das auf der Bühne Heino trällert oder mollige Damen mit wasserstoffblonden Haaren, diverse Fernsehrsendungen oder eben diese Freizeitparks. Bei diesen aber kommt es darauf an, die Besucher dazu zu bringen. Viel Geld dafür zu zahlen, dass man sie zu Kreitins macht. Es ist also das gleiche Problem, wie bei Mc Donalds, wo die Leute dazu gebracht werden sollen, das zu fressen, was da angeboten wird. Der Komiker Otto Waalkes nannte das Mc Donalds-Fressen so: Das erste mal sei etwas ekliger, wenn es reinkommt, als wenn es wieder rauskommt.

Der Bibelpark ist da die Entsprechung. Aber eben nicht das erste Mal. Es gibt diverse anderer ekliger Dinge.

G.A.


[1]  Der Kreationismus (von lat. creare „erschaffen“) ist die Auffassung, dass die wörtliche Interpretation der Heiligen Schriften der abrahamitischen Religionen (insbesondere 1. Buch Mose) die tatsächliche Entstehung von Leben und Universum beschreibt. Der Kreationismus erklärt beides durch den unmittelbaren Eingriff eines Schöpfergottes in natürliche Vorgänge, was sich entweder auf die Schöpfung aus dem Nichts (ex nihilo) oder die Entstehung von Ordnung aus zuvor existierendem Chaos (Tohuwabohu) beziehen kann.“ siehe

Die Kreationisten lehnen die Erkenntnisse der Naturwissenschaften ab, insbesonders die Evolutionstheorie von Charles Darwin.

[2]  Geistige Störung mit Hirnschäden. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und entstand aus Christ.

[3]  Herald Janssen, Verwaltungsratsmitglied der Genesis-Land AG.

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