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Christliches
Disneyland in Baden:
Kreationisten
bauen biblischen Freizeitpart zur Förderung des Kretinismus
Von
Günter Ackermann
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Entwurf
der Arche Noah für den Bibelpark:
Leichen
säumen den Weg der Frommen |

So
soll der Bibel-Park mal aussehen |
Christliches
Disneyland in Baden:
Kreationisten
bauen biblischen Freizeitpart zur Förderung des Kretinismus
Von
Günter Ackermann
Es
ist wirklich so, dass das Bekloppteste, was man denken kann, nicht zu
bekloppt ist, dass es im Kapitalismus nicht irgendeiner es wirklich
machen will es muss nur genug Geld einbringen. Das es total
schwachsinnig ist, sielt keine Rolle.
Da
planen doch wirkliche einige fromme Schweizer ein Projekt in der Gegend
von Heidelberg, das so eine Art biblisches Disneyland werden soll. Damit
wolle man, so erklären die helvetischen Planer des frommen Landes: „die
Herzen der Menschen für Gott und Jesus Christus öffnen, um sie damit
in die Lage zu versetzen, die Frohe Botschaft zu verstehen und auch
anzunehmen.“
Man
führt den Besuchern also vor,
wie nach der Meinung der Kreationisten die Welt laut Bibel gebacken
wurde, das Ziel ist aus ihnen Kretins zu machen, sie zu verblöden.
Vorher aber sollen sie zum Wohle der Erbauer, der Genesis-Land AG
in der Schweiz kräftig zur Kasse geben werden: „Der
Park solle bewusst nach kaufmännischen Grundsätzen geführt werden und
mittelfristig eine Rendite abwerfen.“
Die
zukünftigen Erbauer des frommen Disneylands, die Schweizer Genesis-Land
AG, hat daher wohl auch sich eine entsprechende Adresse geschaffen: Die
Bibelparker residieren in der Molkereistrasse 1, in 8645 Jona, einem Städtchen
im Schweizer Kanton St, Gallen. Also so richtig stilecht: die Kandidaten
für ihren Kretinismus sollen abgemolken werden, damit die Profite
stimmen. Das gilt im Himmel und natürlich vor allem auf Erden.
Die
frommen Schweizer Bibelparker wollen ihren Kunden doch allen Ernstes
klar machen, dass die Erde vor 6000 Jahren von Gott erschaffen wurde.
Die Munie, die vor einigen Jahren im Ötztal gefunden wurde und Ötzi
genannt wird, wäre einer der ersten Menschen gewesen. Ötzi lebte nämlich
vor ca. 5300. Woher die Neandertaler oder gar
die Saurier stammt – das weiß nur der Gott der Kreationisten.
Die
evangelische Kirche ist allerdings strickt gegen diesen Spektakel. „Ein
solches Projekt steht uns bei der Vermittlung des Glaubens nur im
Weg,“ meinte ein Vertreter der württembergischen evangelischen
Kirche. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich weil so offensichtlicher
kommerzieller Schwindel mit der Bibel zu entlarvend ist. Und die
evangelikalen Strömungen haben sehr wohl ihren Platz innerhalb der
evangelischen Kirche. Weiter wird aus Kirchenkreisen verkündet: „Das
ist eine erhebliche Gefahr für die evangelische Verkündigung“, meint
jedenfalls Hansjörg Hemminger, der hofft, dass sich das Ganze „als
Seifenblase“ erweist. Das Thema will Hemminger bei einer Tagung der
Evangelischen Akademie Baden mit deutschen Kreationismus-Anhängern von
6. bis 8. Juni diskutieren. Also, wenn man mit Bescheuerten diskutiert,
sind entweder beide Diskussionsparteien bescheuert oder man meint, die
Bescheuerten zu gewinnen und zu eigenen Zwecken einzusetzen.
Aber
die evangelische Kirche ist sonst nicht so pingelig, wenn es um das
Erschließen neuer Geldquellen geht. In Berlin behängte man die
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche während der Bauarbeiten mit Werbung
und das nicht für Bibelverlage, sondern handfester Produktwerbung. Auch
in anderen Städten gab es so was schon.
Und
das bescheuerte Projekt des Bibel-Freizeitparks ist sicher nicht
bescheuerter, wie die diversen anderen Parks dieser Art. Auch die
diversen Disneylands oder der Freizeitpark Warner Brother Movie World in
Kirchhellen ist nicht eben geistreich und dient nicht zur kulturellen
Aufklärung sondern zur Verdummung der Besucher und zu deren Schröpfen
für die Profite der Betreiber. Warum also die Aufregung.
Kapitalismus
verdummt die Menschen, indem die Herrschenden behaupten, bei ihnen ginge
es gerecht zu. Damit die Menschen nicht nachdenken, gibt es die Medien,
doe Propaganda und eben auch die bürgerliche Kultur für die Massen. Ob
das auf der Bühne Heino trällert oder mollige Damen mit
wasserstoffblonden Haaren, diverse Fernsehrsendungen oder eben diese
Freizeitparks. Bei diesen aber kommt es darauf an, die Besucher dazu zu
bringen. Viel Geld dafür zu zahlen, dass man sie zu Kreitins macht. Es
ist also das gleiche Problem, wie bei Mc Donalds, wo die Leute dazu
gebracht werden sollen, das zu fressen, was da angeboten wird. Der
Komiker Otto Waalkes nannte das Mc Donalds-Fressen so: Das erste
mal sei etwas ekliger, wenn es reinkommt, als wenn es wieder rauskommt.
Der
Bibelpark ist da die Entsprechung. Aber eben nicht das erste Mal. Es
gibt diverse anderer ekliger Dinge.
G.A.
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