| „Es
gibt ein Land, die USA, die bestrebt sind, die
Weltherrschaft zu erlangen. Dabei ist es egal, welches Modell
dabei eingesetzt wird – das von Hitler oder das von George W.
Bush – denn dann entsteht die Gefahr einer Aggression. Gelingt
es nicht, diese Aggression zu zügeln, gerät die Region, und
sogar der ganze Kontinent in Gefahr“ (SWR-Generalmajor
Lew Sozkow ) |
Wer
anderen eine Grube gräbt …
Kommunisten-online
vom 1. Oktober 2008 – Dokumente aus den russischen Geheimarchiven
belegen, dass das imperialistische Großbritannien einer der
Hauptwegbereiter des zweiten Weltkriegs
war. Assistiert wurde es von Frankreich. Ihr
Ziel war es, Nazi-Deutschland auf die UdSSR zu hetzen.
Das
britische Regime hielt sich für besonders listig indem es alles dafür
tat, Hitler gegen die Sowjetunion zu hetzen. Die sowjetische Führung,
mit Stalin an der Spitze, durchschaute die Macht und Ränkespiele der
britischen und französischen Imperialisten. Mit geschickter Diplomatie
verstand es, für die Sowjetunion Zeit zu gewinnen, die für ihren Sieg
auch von einiger Bedeutung war.
Ein
lesenswerter Artikel auf Ria Novosti vom 29.
Sept. 2008:
Münchner
Abkommen:
Russischer
Geheimdienst bringt neue Details ans Licht
MOSKAU,
29. September (Valeri Jarmolenko, RIA Novosti). Der russische
Auslandsnachrichtendienst SWR hat sein Geheimarchiv geöffnet und
unbekannte Dokumente zum Münchener Abkommen von 1938 zugänglich
gemacht.
„In
den frei gegebenen Dokumenten sind politische Prozesse vor und nach der
Unterzeichnung des Münchener Abkommens am 30. September 1938
festgehalten worden“, sagte SWR-Sprecher Sergej Iwanow zu RIA Novosti.
Unser
Korrespondent bekam die seltene Gelegenheit, sich mit Dokumenten, die
seit 70 Jahren unter Verschluss im Archiv des Nachrichtendienstes lagen,
vertraut zu machen. Sie zeigen, wie die politische Führung der UdSSR über
die Vorbereitung des Treffens zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini
einerseits und Neville Chamberlain und Edouard Daladier andererseits
informiert wurde.
In
den streng geheimen Papieren wurden Prognosen gemacht, wie sich dieses
Ereignis auf die militärische und politische Lage in Europa auswirken würde.
Aus den Dokumenten ist ersichtlich, wie groß der Druck war, den Großbritannien
und Frankreich auf die damalige Tschechoslowakei ausübten, nur um Prag
dazu zu bewegen, Teile seines Territoriums an Deutschland abzutreten.
„Moskau
erhielt regelmäßig Berichte darüber, wie hartnäckig der britische
und der französische Botschafter in Prag versuchten, dem Präsidenten
der Tschechoslowakei den Gedanken nahe zu bringen, die Abtretung des
Sudetenlandes an Deutschland sei unbedingt notwendig. Außerdem hat man
der tschechoslowakischen Führung mehrmals vorgeschlagen, die
Beistandsverträge mit anderen Staaten aufzukündigen“, erzählte
Iwanow. (hervorgehoben von K-online)
In
einem freigegebenen unter der Nummer 8604 registrierten Memorandum, das
durch die Aufklärungskanäle von Prag nach Moskau einige Tage vor der
Unterzeichnung des Abkommens übermittelt wurde, wird folgendes
berichtet:
„Am
19. September haben der britische Botschafter Newton und der französische
Botschafter De Lacroix im Auftrag des britischen Premiers Chamberlain
dem tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Milan Hodza folgendes
mitgeteilt: 1. Sich nach hohen Prinzipien der Friedenssicherung in
Europa richtend, halten sie es für unumgänglich, das Sudetenland an
das Deutsche Reich anzuschließen. Das System der Beistandsverträge,
die von Tschechoslowakei mit anderen Staaten abgeschlossen wurden, ist
ab sofort annulliert. Im Gegenzug verpflichten sich alle benachbarten
Staaten, einschließlich Großbritannien und Frankreich, die
Unverletzlichkeit ihrer Grenzen zu garantieren.“
So
wurden im Grunde genommen alle Elemente des kollektiven
Sicherheitssystems vernichtet - jenes Systems, das es hätte ermöglichen können, dem Aggressor
in Europa Einhalt zu gebieten. Die westlichen Politiker haben es hinter
dem Rücken der UdSSR gemacht, wohl wissend, dass Moskau Beistandsverträge
mit Prag und Paris hatte.
Außerdem
geben die freigegebenen Dokumente des Auslandsnachrichtendienstes
Auskunft über die Details des Briefwechsels zwischen den europäischen
Botschaften und den entsprechenden Auswärtigen Ämtern.
So
schickte der britische Botschafter in Warschau dem Foreign Office ein
Telegramm, dass Polen im Falle einer deutschen Invasion der
Tschechoslowakei die Region rund um die Stadt Cieszyn (Teschen)
annektieren würde, was auch geschah. Polen bekam Rückendeckung
aus Berlin und beteiligte sich an der Aufteilung von Tschechoslowakei.
Später wurde Polen selbst Opfer einer deutschen Invasion.
„Die
Sowjetunion war bekanntlich bereit, Prag zu unterstützen, doch die
offizielle politische Führung der Tschechoslowakei, offensichtlich
wegen des britischen und französischen Drucks, konnte sich nicht dazu
entscheiden, Moskau um Hilfe zu bitten“, erinnert der SWR-Sprecher. (hervorgehoben
von K-online)
Die
geopolitische Lage in Europa nach der Unterzeichnung des Münchener
Abkommens war Gegenstand erhöhter Aufmerksamkeit in den europäischen
Hauptstädten, und die sowjetischen Nachrichtendienste berichteten darüber
regelmäßig. „Bereits im
November 1938 meldeten einige diplomatische Missionen an ihre Auswärtigen
Ämter, dass Großbritannien und Frankreich einer deutschen Expansion
nach Osten nicht im Wege stehen würden“, (hervorgehoben von
K-online) bemerkt Iwanow.
SWR-Generalmajor
Lew Sozkow war zuständig für die Zusammenstellung und Auswertung neuer
Dokumente. Er ist überzeugt, dass das Münchener Abkommen das gesamte
Sicherheitssystem in Europa zum Einsturz brachte und dem Zweiten
Weltkrieg den Weg bereitete.
Sozkow
ist Mitarbeiter des Auslandsnachrichtendienstes seit 1956, arbeitete
sowohl im Ausland als auch in Moskau. Derzeit forscht er in Archiven und
untersucht die Geschichte des russischen Nachrichtendienstes. Zudem
schrieb der Generalmajor Bücher wie „Operation Tarantella“,
„Unbekannter Separatismus“, brachte einen Sammelband mit Dokumenten
zum Thema „Baltische Staaten und Geopolitik“ heraus.
Nach
Angaben von Sozkow erlauben die zugänglich gemachten Dokumente die
Rolle der Großmächte und derer Führer in den politischen Prozessen in
Europa seit dem Ende der 30er Jahre neu zu betrachten und zu bewerten.
„Besonders
wertvoll sind Dokumente, die unmittelbar nach der Unterzeichnung des Münchener
Abkommens erhalten wurden, denn dort wird die Lage in Europa nach der
Unterzeichnung eingehend analysiert. Die Position Großbritanniens wird dadurch besonders klar, denn London
versuchte nach Kräften sowohl Deutschland als auch die UdSSR in eine
aktive bewaffnete Auseinandersetzung reinzuziehen“, so Sozkow. (hervorgehoben
von K-online)
In
einem an Stalin adressierten Bericht vom 21. Dezember 1938 analysiert
Lawrenti Berija, mächtiger Chef der sowjetischen Nachrichtendienste,
Dokumente, die von Agenten im Ausland abgefangen wurden. Darunter sind
beispielsweise Mitteilungen aus den diplomatischen Missionen Finnlands
in London, Paris und Warschau. Das Thema ist immer das gleiche: deutsche
Expansion nach Osten und Standpunkte der Herrschenden in Großbritannien,
Frankreich und Polen.
So
meldet der finnische Gesandte in London Grippenberg nach Helsinki:
„Ich habe hier Meinungen gehört, dass die deutsche Propaganda in
Sachen Herrschaft über Kolonien in Wirklichkeit eine Tarnung ist. Das
ist, wie die Engländer zu sagen pflegen, ein Nebelschleier, unter
diesem Schleier aber werden Pläne geschmiedet in Bezug auf die
sowjetische Ukraine. Hitler selbst sagte dem französischen Botschafter
François-Poncet, Deutschland denke überhaupt nicht an Kolonien.“
Später,
am 25. November, berichtete Grippenberg, dass während einer Unterredung
mit einem britischen Kabinettsmitglied sein Gegenüber sagte, England
und Frankreich würden Deutschlands Expansion in Richtung Osten nicht im
Wege stehen. „Die Position
Englands lässt sich wie folgt beschreiben – warten wir mal ab, bis
ein großer Konflikt zwischen Deutschland und der UdSSR entsteht“,
(hervorgehoben von K-online) heißt es in diesem geheimen Dokument.
Sozkow
kommentiert diese Zeilen und sagt, dass Moskau, obwohl die Lage denkbar
ungünstig war, doch versuchen wollte, irgendein gegen Deutschland
gerichtetes Staatenbündnis zu organisieren. Letztendlich wurden London
und Paris regelrecht durch die sowjetischen Bemühungen dazu gezwungen,
Delegationen nach Moskau zu entsenden, um entsprechende Verhandlungen
aufzunehmen.
„Moskau
informierte ausführlich über die zur Verfügung stehenden und
eventuell gegen Deutschland einsetzbaren Ressourcen. Im Falle eines
Abkommens mit Frankreich und Großbritannien wäre Moskau bereit, 120
Infanteriedivisionen, 16 Kavalleriedivisionen, 5000 Panzer und genauso
viel Kampfflugzeuge bereitzustellen“, so Sozkow. Und doch verliefen
die Verhandlungen mit Paris und London im Sande. Es sei klar gewesen,
dass diese Großmächte eigene Aufgaben ins Auge gefasst hätten, sagt
der SWR-Experte.
Die
freigegebenen Dokumente zeigen deutlich, dass die Machtoberen in
Frankreich und Großbritannien sehr wohl wussten, dass ihre Position
Moskau in die Enge treibt, und dass Stalin gezwungen sein wird, mit den
Deutschen zu verhandeln.
Letztendlich
haben Moskau und Berlin einen Nichtangriffspakt unterschrieben. Dadurch
konnte die Sowjetunion ihre Grenze noch mehr nach Westen verschieben und
zusätzliche Zeit bekommen, um sich besser zur Abwehr der Aggression
vorzubereiten, so Sozkow. (hervorgehoben von K-online)
„Es
wurde klar, dass die Politik der Besänftigung Hitlers nicht greift,
dass die Zugeständnisse die Begehrlichkeit des Aggressors nur größer
machten. All das veranlasste damals die Führung in Moskau Mittel und
Wege zu suchen, um die Sicherheit des eigenen Landes in der realen Lage
in Europa zu gewährleisten“, sagte der Experte.
„Westliches
respektive Münchener Modell der Besänftigung hat nicht funktioniert,
denn der Krieg begann schlussendlich im Westen. Frankreich warf das
Handtuch, die Regierung in England wurde ausgewechselt, und die
Schaffung der Anti-Hitler-Koalition wurde erst später vollzogen, auf
der Grundlage der Vorschläge, die Moskau bereits 1935 machte. Diese
Koalition bestand bekanntlich aus den USA, England und der UdSSR, später
stieß auch Charles de Gaulles Frankreich dazu“, erinnert Sozkow.
Ihm
zufolge erlauben die Ereignisse rund um das Münchener Abkommen, sowie
die jüngsten Ereignisse auf dem Balkan und im Kaukasus einige Lehren zu
ziehen.
„Zunächst
einmal es ist nicht zulässig, den Aggressor direkt oder indirekt zu
ermutigen, weiter zu machen, egal wie groß oder klein er ist. Es gibt
ein Land, die USA, die bestrebt sind, die Weltherrschaft zu erlangen.
Dabei ist es egal, welches Modell dabei eingesetzt wird – das von
Hitler oder das von George W. Bush – denn dann entsteht die Gefahr
einer Aggression. Gelingt es nicht, diese Aggression zu zügeln, gerät
die Region, und sogar der ganze Kontinent in Gefahr“, bemerkt der
General.
Eine
zweite Lehre besteht darin, dass Europa ein neues kollektives
Sicherheitssystem brauche, so Sozkow weiter. „Das System der Blöcke
funktioniert nicht, die Lehre aber bleibt dennoch unbeherzigt - die USA
versuchen, statt den Aggressor in Gestalt von Georgien zu zügeln,
Russland zu umkreisen“, fasst der SWR-Mitarbeiter zusammen.
siehe
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