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Organisierte Kriminalität
Von
K. M.
„Lange
Verfahrensdauer war für Angeklagte Strafe genug", so
die Begründung der Einstellung des Strafverfahrens. |
„Die Vorliebe des
Bürgertums für Räuber
erklärt sich aus dem
Irrtum, ein Räuber sei
kein Bürger. Dieser Irrtum
hat als Vater einen
anderen Irrtum: ein
Bürger sei kein Räuber.“
B. Brecht, 1930 |
Zum Begriff „organisierte
Kriminalität“ (OK) fallen den meisten Menschen sofort Bezeichnungen wie
Mafia, Camorra, Cosa Nostra, Albaner, Russenmafia usw. ein. Die Begriffe
Wirtschaft oder Kapitalismus werden i. d. R. nicht mit dem Begriff
„organisierte Kriminalität“ in Verbindung gebracht. Dies obwohl die
Wirtschaftskriminalität (WK) immer auch organisierte Kriminalität ist.
Und auf sie entfällt mit Abstand ein Vielfaches des Schadens, der durch
die OK im engeren Sinn der offiziellen Definition verursacht wird.
Die Einordnung von
Wirtschaftskriminalität außerhalb der organisierten Kriminalität durch
die politischen Organe spiegelt das Bedürfnis der herrschenden
Kapitalistenklasse wider, die Qualität ihrer Handlungen zu vertuschen.
Ein letzter wesentlicher Antrieb dafür war die Beraubung der DDR Bürger
durch die BRD-Kapitalisten. Mit Hilfe der Treuhand riss sich die
Bourgeoisie das gesamte Volksvermögen unter den Nagel.
Die neueste Aufdeckung der
kriminellen Aktivitäten im Siemenskonzern, der Fall Ackermann (siehe)
von der Dt.
Bank und viele weitere Verbrechen, die in direktem Zusammenhang mit dem
kapitalistischen System stehen, geben Anlass das Geschehen einmal unter
dem Gesichtspunkt der Kriminologie zu betrachten.
Die offizielle Definition
von Organisierter Kriminalität in Deutschland (1990/RiStBV 1991) lautet:
Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte
planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit
von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere
oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig
- unter
Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen,
- unter
Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder
- unter Einflussnahme auf
Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder
Wirtschaft zusammenwirken.
Es „ist bemerkenswert,
dass sich die Definition von der Beschreibung der Tätigkeit einer legalen
Firma nur durch das Merkmal „planmäßige Begehung von Straftaten“
unterscheidet.“
Von einem theoretisch bürgerlich-demokratischen
Standpunkt aus gesehen ist es verständlich, dass die im bürgerlichen
Sinn seriösen Kapitalisten nicht mit der kapitalistischen Unterwelt in
Verbindung gebracht werden wollen.
Und es soll auch tatsächlich noch Kapitalisten geben, die in diesem Sinne
seriös sind.
Aus marxistischer Sicht
existiert dieser Unterschied so nicht, da das kapitalistische Rechtssystem
ideologisch und praktisch von Kapitalisten im Interesse der Kapitalisten
gesetzt worden ist. So betrachtet die kapitalistische Ideologie es als
rechtmäßig, dass der Kapitalist sich den – von den Arbeitern
geschaffenen – Mehrwert aneignet. Auf gesellschaftlicher Stufe eignet
sich die Kapitalistenklasse beständig die gesellschaftliche Mehrarbeit
an, ohne dafür ein Äquivalent
zu geben. Auf globaler Stufe werden von den imperialistischen Monopolen
ganze Völker und Länder ausgebeutet, ausgeraubt und ruiniert.
Doch zurück zu den
aktuellen heimischen Aktivitäten der Kapitalistenklasse. In den
Medienmeldungen über den Zugriff der Staatsanwaltschaft im Fall Siemens
wird berichtet, dass eine ganze Reihe von Siemensbüros durchsucht wurde.
Im Fall Josef Ackermann (siehe) (Dt. Bank) waren ebenfalls mehrere
Personen aus Vorstand und Aufsichtsrat von Mannesmann beteiligt. Auch der
Gewerkschaftsvertreter Zwickel von der IGM hat Dreck an der Weste.
Das gleiche gilt für die Fälle
VW (Hartz) und BMW. In allen Fällen von WK, das gilt auch für weiter zurückliegende,
ist die offizielle Definition von OK in folgendem Punkt erfüllt:
„Organisierte
Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige
Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von
erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere
oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig unter Verwendung gewerblicher oder
geschäftsähnlicher Strukturen, zusammenwirken.“.
Bei der Analyse der
Strukturen von Wirtschaftskriminalität (WK) kommt ein Marxist zu ganz ähnlichen
Ergebnissen wie die Wissenschaftler von Business Crime Control e.V. (BCC).
Auf dem Gebiet der Wirtschaftskriminologie leisten Prof.
Dr. Hans See, Dr. Werner Rügemer, Dieter Schenk und andere hervorragende
Pionierarbeit. Die Internetseite von BCC ist eine Fundgrube zu diesem
Thema. Sie ist empfehlenswert, obwohl sie einige unqualifizierte Angriffe
gegen Kommunismus im Allgemeinen enthält.
Marxisten qualifizieren die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen
generell als kriminell. Der Kapitalismus besteht in der privaten Aneignung
der gesellschaftlichen Mehrarbeit durch die Kapitalistenklasse. Das ist
sein konstituierendes Element.
Ein Aspekt, der praktisch in keiner Publikation vorkommt, kann aus dem
unscheinbaren Wörtchen „arbeitsteilig“ entwickelt werden, welches in
der obigen offiziellen Definition der OK genannt wird.
Seit dem Sieg der Konterrevolution im wichtigsten Sozialistischen Land
erlebt die Menschheit eine hemmungslos, kriminelle Offensive der
Imperialistischen Länder rund um den Erdball. In der BRD trampeln die
Imperialisten in der Außenpolitik Grundgesetz und Völkerrecht nieder. In
der Innenpolitik zertrümmern sie in allen Bereichen (Gesundheit,
Arbeitslosigkeit, Rente usw.) die Reste der während einer ganzen
Generation hart erkämpften Arbeiterrechte. Ihre Wasserträger in Politik,
Justiz und Staat setzen eifrig ihre Forderungen um.
Der Kahlschlag auf allen sozialpolitischen Feldern ist nicht denkbar und
schon gar nicht praktisch umsetzbar ohne die Assistenz durch die
Gesetzgebung des bürgerlichen Parlaments, die Durchsetzung durch die
Regierung und ihre Organe sowie die Absicherung durch die Justiz.
Im Internet sind zahllose Berichte über die kriminellen Folgen der
Hartz-Gesetze zu finden, über Kinderarmut, Hunger, Suppenküchen für bedürftige
Menschen, Mobbing, Druck und Erpressung in den Betrieben, Überstunden und
Überlastung bis zum gesundheitlichen Ruin auf der einen Seite und
psychische Vernichtung von Menschen und Familien durch Arbeitslosigkeit
auf der anderen Seite, Lohndrückerei, unsichere Arbeitsverhältnisse und
herabdrücken der Arbeiterklasse in den Betrieben in die Nähe des
Existenzminimums
usw.
Das kann nicht mit dem Artikel 1 des Grundgesetzes
und der darin enthaltenen Verpflichtung des Staates in Einklang gebracht
werden. Das Gleiche gilt für eine ganze Reihe weiterer Artikel des GG.
Hier wird offensichtlich, was die wohlklingenden Verkündigungen der
Bourgeoisie wirklich wert sind und es wird offenbar, wer die Macht in dem
angeblich freiheitlich, demokratischen Rechtsstaat hat.
Zum anderen werden die tatsächlichen Funktionen der Organe des
„freiheitlich, demokratischen Rechtsstaats“ in der Diktatur der
Bourgeoisie vollständig klar.
Der Kapitalismus erzeugt für eine kleine Clique von Ausbeutern
unermesslichen Reichtum, der auf Ausbeutung beruht. Gleichzeitig erzeugt
er eine riesige Zahl von Menschen, die am Rande des Existenzminimums
vegetieren muss. Das bezeichnen Marxisten als kriminell.
Die Staatsorgane der Bourgeoisie sind nichts anderes als ihr verlängerter
Arm. Eine Agentur der Kapitalistenklasse, die unter anderem Namen
auftritt. Am Beispiel des Sozialkahlschlags wird das arbeitsteilige
Vorgehen der Kapitalistenklasse und ihrer Agentur greifbar.
Die Zusammenhänge zu den Verbrechen (Siemens usw.) sollten etwas klarer
geworden sein.
Weitere Schlussfolgerungen kann jeder interessierte Leser leicht selbst
entwickeln.
Klaus
Müller
„Was ist ein Dietrich
gegen eine Aktie?
Was ist ein Einbruch in eine Bank
gegen die Gründung einer Bank?“
B. Brecht, Dreigroschenoper
Lob des Kommunismus
Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.
Du bist doch kein Ausbeuter, Du kannst ihn begreifen.
Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm.
Die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen
nennen ihn schmutzig.
Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit.
Die Ausbeuter nennen ihn ein Verbrechen.
Wir aber wissen:
Er ist das Ende der Verbrechen.
Er ist keine Tollheit, sondern
das Ende der Tollheit.
Er ist nicht das Rätsel
sondern die Lösung.
Er ist das Einfache
Das schwer zu machen ist.
Bert Brecht
Lob des Kommunismus,
gesungen von Ernst Busch siehe
„Die Komplementärfunktion von Wikri und OK wird sicher
nicht zufällig von den Mächtigen in Wirtschaft, Politik und
Wissenschaft übersehen. Sie wird aus ideologischen Gründen
ignoriert.
Unter der Überschrift „der kriminelle Kapitalismus“ formuliert
BCC eine pauschale Kritik an kommunistischen
Schlussfolgerungen, die auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen des
Marxismus-Leninismus basieren:
„So
richtig es ist, dass der Kapitalismus Wirtschaftsverbrechen sehr
leicht macht, sie geradezu herausfordert, so falsch ist es, den
Kapitalismus, der ja nur ein System ist, als „kriminell“ zu
bezeichnen, wie es häufig bei Kommunisten geschieht. Kein
Wirtschaftssystem der Welt kann als kriminell bezeichnet werden, das
sich, wenn auch nur indirekt, über freie, gleiche und geheime Wahlen
legitimiert. Dies ist aber beim demokratischen Kapitalismus (obgleich
Meinungsmanipulationen und Wahlfälschungen auch hier nicht selten
sind) der Fall.“ Siehe
Mit
dieser Formulierung machen die ansonsten kritischen Wissenschaftler es
sich gar zu leicht. Sie tun die marxistischen Schlussfolgerungen mit
den Worten „nur ein System“ ab. Damit ist erstens Nichts belegt
und zweitens unterschlagen die Worte, das der Kapitalismus ganz sicher
mehr ist als nur eine bestimmte organisatorische Form des
Wirtschaftens. Der Kapitalismus ist eine komplette Ideologie und ein
vollständiges System von Verhältnissen, die sich über der Art und
Weise seiner Produktionsverhältnisse aufbaut. Marx schrieb dazu:
„… daß Rechtsverhältnisse wie Staatsformen weder aus sich selbst
zu begreifen sind noch aus der so genannten allgemeinen Entwicklung
des menschlichen Geistes, sondern vielmehr in den materiellen
Lebensverhältnissen wurzeln, …“ und weiter „In der
gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen
bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse
ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe
ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesamtheit dieser
Produktionsverhältnisse bildet die ökonomische Struktur der
Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und
politischer Überbau erhebt und welcher bestimmte gesellschaftliche
Bewußtseinsformen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen
Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozeß
überhaupt.
Es ist nicht das Bewußtsein
der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches
Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.“
Bereits
die Entstehungsgeschichte des Kapitals ist eine einzige kriminelle
Orgie. Das beschrieb Marx besonders anschaulich im 24.Kapitel „Die
sogenannte ursprüngliche Akkumulation“ im Kapital Bd.I. siehe
BCC
versucht die Behauptung zu retten, indem die Legitimation über bürgerliche
Wahlen angeführt wird und muss sofort wieder mit den Worten
Meinungsmanipulationen und Wahlfälschungen einschränken.
Exemplarisch sollen einige hervorstechende Merkmale des bürgerlichen
Parlamentarismus genannt werden, die jetzt im erstarkenden
Imperialismus auch in der BRD offensichtlich werden: Täuschen, Lügen,
Betrügen, Fälschen und Bestechen. Und das sind nur die weniger
brutalen Methoden in der Werkzeugkiste der Kapitalisten (einige der
brutaleren Folterwerkzeuge wendet die Kapitalistenklasse permanent
gegen die Arbeiterklasse in den Betrieben an, die bereits für sich
genommen das zweite Kriterium „Einschüchterung“ in der Definition
erfüllen). Im Übrigen kommen Meinungsmanipulationen nicht nur
„nicht selten“ vor, sondern immer. Sowohl geschichtlich als auch
vor, während und nach aktuellen Wahlen wird pausenlos die Meinung
manipuliert. Eine ganze hoch bezahlte Industrie von Wissenschaftlern,
Medien, Stiftungen usw. liefern nicht nur Meinungsmanipulation,
sondern ganze, langfristig angelegte Methoden zur
Wahrnehmungssteuerung der Menschen. Es bleibt nichts übrig, was das
kapitalistische System legitimiert.
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