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„Ein
wenig mehr Steuergerechtigkeit und ein
undefinierbares Grundeinkommen, welches von der Kassenlage abhängig ist
soll die „Wende“ bringen, dass ich nicht lache.“
Leserbrief
von Emil König/30. Dezember 2007
Lieber
Günter,
dieser
Leserbrief macht mich sehr traurig, ein wenig mehr Steuergerechtigkeit
und ein undefinierbares Grundeinkommen, welches von der Kassenlage abhängig
ist soll die „Wende“ bringen, dass ich nicht lache.
Schlimmstes
Hinderniss auf dem Weg zu einer sozialen Gesellschaft ist und bleibt die
Sozialdemokratie, und genau auf diese setzt doch die „Linke“ ihre
Hoffnung. Seid um die Jahrhundertwende die Kaisertreuen feststellten
dass es auch Sozialdemokraten gibt mit denen man „reden“ kann,
begreift sich die SPD als staatstragende Einrichtung die jegliche
soziale revolutionäre Veränderung der Wirtschafts- und
Gesellschaftsstruktur radikal ablehnt und sich unbedingt vor die
kapitalistische Wirtschaft stellt.
Mir
steht im Moment nicht der Sinn eine ausführliche Zusammenfassung und Würdigung
der Vorstellungen M. Robespierres zu verfassen, wenn ich aber in seinen
Reden aus den Jahren 1792 und 1793 über die Menschenrechte die
Verfassung und da vor allem über die Eigentumsfrage bzw. dessen
Einordnung in einen gesetzlich bestimmten Rahmen, nachlese, dann frage
ich mich, ob die Gesellschaft sich nicht seid 1793 zurückentwickelt
hat, noch hinter die Vorstellungen gewisser Feudalherrn.
Bert
Brecht hat doch auch genüsslich aus diesen Reden zitiert, „wenn ich
den Sklavenhändler frage was sein Eigentum ist .....“
Auch
wundere ich mich das die Vorgänge des Jahres 1871 wo die Pariser
Kommune als eine Musterdemokratische und mit hoher Verantwortung für
das ganze Staatswesen und die Nation wirkende Bewegung sowenig
aufgegriffen wird, wo die Niederschlagung dieser vorbildlichen
Volksbewegung als Gemeinschaftswerk aller Sozialverbrecher unter Zurücklassung
des sonst so hehren Nationalgefühls so offen geschah.
Hier
hätte der Wendepunkt für die Sozialdemokratie aufgrund der
Erkenntnisse kommen müssen, aber das Gegenteil war der Fall.
Es
geht eben kein Weg daran vorbei, die kapitalistische Lüge muss an der
Gurgel gepackt werden, die kapitalistische Farce muss ihrer inneren
Logik beraubt werden, wozu die offenbar tiefgreifende Sinnkrise mit den
von vornherein kriminell konzipierten Immobilienkrediten einen Anlass
bietet, aber was geschieht ? die „Linke“ gefällt sich darin nun
nach mehr Kosmetik im Staatshaushalt zu rufen.
Was
Deine Einrede gegen noch höhere Besteuerung der Primärenergie
betrifft, so möchte ich darauf einmal sachbezogen antworten.
Das
Mineralölsteuergesetz ist eher ein löchriger Käse als ein gerechtes
Gesetz, da werden also Transformatorenöle, oder Kühlöle und
Weichmacheröle wie Hydrauliköle und vieles mehr nicht besteuert,
sinngemäß müsste aber der Verbrauch von Rohöl verringert werden, was
durch Steuererhebung möglich ist. Auch die beliebten und teuren
Synthetiköle sind Produkte der chemischen Industrie und damit Mineralölsteuerfrei.
Schlimmer
noch, die gesamte Produktion von Kunststoff einschließlich der Prozesswärme
in den chemischen Fabriken und den Raffinerien wird nicht besteuert,
verschlimmert wird dieser Wahn noch dadurch das die gängige Müllverbrennung
derart abläuft, dass der eingesammelte Müll direkt in den der
Verbrennung vorgeschalteten Bunker geworfen wird, jedwede Aussortierung
von Wertstoff, vor allem Kunststoff unterbleibt.
Es
gibt vollwertige Systeme die auch laufen (aber eben nicht vom RWE
stammen) die erst sortieren und dann verbrennen, dabei einen extrem
hohen Anteil an Wertstoffen kostenneutral herausholen, verbände man
diese Systeme mit einer Umwandlung des Restes in Äthanol dann wäre
viel gewonnen, solche Anlagen stehen, und laufen auch in Deutschland.
Nebeneffekt
wäre das der Müll endlich nicht mehr so peinlich sortiert werden müsste
und damit die Abfuhr günstiger würde, verbindet man dieses System mit
der Verpflichtung für die Industrie recycelten Kunststoff einzusetzen
oder zu zahlen würde eine regelrechte Wende im Ölverbrauch der
Industrie eingeläutet.
Ich
breche hier ab, weil es nicht gewollt ist, dass man darüber redet, als
PDS Mann habe ich den hiesigen Landrat mal damit konfrontiert: Ergebnis,
eine beinahe hilflose Geste „unser Geld steckt doch in der Müllverbrennung
da kommen wir nicht mehr raus“
Was
die PDS angeht, so bin nur auf organisiertes Unverständniss gestoßen,
geradeso als hätte eine linke Politik nicht auch die Aufgabe, die
gesamte Wirtschaft neu auszurichten, und eben nicht nur Forderungen an
die Unternehmer zu stellen, die diese - nicht zu Unrecht - als
Garantiereklärung für ihren Fortbestand ansehen, denn wer soll denn
diese Forderungen erfüllen, wenn die Linken und die SPD nicht bereit
sind, eine andere Wirtschafts-, Gesellschafts-, vor allem aber
Eigentumsform, zu errichten.
Hier
in R. haben wir einmal einen Kampf mit der RWE Wassersparte
ausgefochten, dabei ging es darum, dass mehrere Eifeler Talsperren (auf
Kosten der Wasserverbraucher- angeblich zu deren Sicherheit)
zusammengeschaltet werden sollten. Dafür hatte die Clement Regierung in
NRWein Gesetz erlassen, das sogar Enteignungen vorsah (WVER Gesetz). In
ihrer grässlichen Dummheit hatten sie aber eine Talsperre nicht mit
einbezogen, nur wenn diese aber wegfiel, war die Sache irgendwie
vermittelbar.
Dann
fanden die Inspektoren ständig Keime im Wasser dieser Talsperre
(Perlenbachverband). Der Leiter des staatlichen Umweltamtes machte sich
dabei besonders nützlich, in wirklich pragmatischer Zusammenarbeit
zwischen drei CDU Bürgermeistern, dem Chef des Perlenbachverbandes und
dem technischen Direktor, den Grünen; (nur ) in Roetgen haben wir
diesen Plan des RWE scheitern lassen.
Auf
dem Höhepunkt flog die mit viel Aufwand zwangsweise errichtete Baypass
Reserveleitung, die die eine Talsperre überflüssig machen sollte, in
die Luft und es musste ein umständliches gerichtliches
Beweissicherungsverfahren gemacht werden. Darüber kam der feine Herr
vom staatl. Umweltamt in die Klapsmühle und der Herr Regierungspräsident
Antwerpes wurde entthront.
Die
PDS hatte sich ebenfalls gut eingebracht, indem ich ein zurückgehaltenes
wichtiges Gutachten von einem abtrünnigen Grünen besorgt habe.
Ergebnis : die PDS hat noch nicht einmal begriffen, dass hier ein
richtiger Kampf stattgefunden hatte.
Übrigens
der SPD Bürgermeister von Roetgen und auch die übrige SPD stand auf
der Seite des RWE, wenn sie es auch nicht offen tun konnte.
Hätte
das RWE die Nutzung des Eifeler Wasseraufkommens optimieren können, wären
riesige Mengen zum Verkauf in die Niederlande frei geworden und die
Eifeler Bürger wären mit teuren Reinhaltungsauflagen traktiert worden.
Vom
„Wassserverband Erft“ könnte ich eine ebenso unerquickliche
Geschichte erzählen wobei es um noch viel mehr Geld geht, aber lassen
wir das.
Jedenfalls
wer als Linker nicht bereit ist auch an diesen Fronten zu kämpfen wird
die soziaile Sache vermasseln.
E.K. |