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ZDF-Auslandsjournal:
Da
sitzen Sie in der ersten Reihe – mit Lügen und Manipulationen
„Nochmals
zur Kenntnisnahme: Dieses Schulsystem hat Finnland von der DDR übernommen
und auf seine Bedingungen zugeschnitten…“
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 23. Juli 2010 – Da in der Glotze
nichts anderes lief, hab ich mir mal das Auslandsjournal reingezogen.
Interessant, was einem da geboten wird, wo man doch eigentlich nur ein
paar Informationen über andere Länder, Völker und ihre Sitten
erwartet. Aber selbst da, muss sich der deutsche Bourgeois als das
Nonplusultra der Welt darstellen. Aber dazu später mehr.
Erster
Beitrag war ein Bericht aus Afghanistan. Der norwegische Journalist Paul
Refsdal durfte eine Gruppe Taliban begleiten. Dass sowohl Taliban als
auch Amerikaner grandios daneben schießen können, war eigentlich schon
vorher klar. Die Quintessenz aus Refsdals Bericht war aber ein anderer.
Nach seiner Einschätzung war das religiöse Gerede bei den Taliban nur
vorgeschoben. Wenn die Kamera nicht lief, rauchten einige, alle kauten
Tabak, viele rasierten sich und sie hörten Musik, was dem
fundamentalistischen Muslim eigentlich streng verboten ist. Das Fazit
Refdals: „Die Gruppe, die ich begleiten durfte, wollte eigentlich nur,
dass die Ausländer verschwinden.“ Die Ausländer, sprich die
imperialistische Besatzungstruppe, sollte aus Afghanistan verschwinden,
ein nur zu verständlicher Wunsch. Kommentar des ZDF dazu: „Zwei
Kinder des Anführer wurden getötet in einem Krieg, in den ihr Vater
sie getrieben hat.“ Der Vater ist schuld am Tode seiner Kinder, weil
er sich gegen die Invasoren auflehnte, nicht etwa die, die in
Afghanistan eindrangen. Als „die Russen“ gegen Aufständische in
Afghanistan kämpften, wurden eben jene Taliban von den USA und ihren
Lakaien unterstützt. Jetzt haben die USA willfährigere Statthalter
gefunden, da wurden die Taliban wie eine heiße Kartoffel fallen lassen
und flugs zum Feind erklärt, vor allem als sie versuchten, die
Marionette Karsai vom Thron zu jagen. Vorher waren „die Russen“
schuld, jetzt sind es die Taliban. Komische Logik, imperialistische
eben.
Zweiter
Beitrag Schule in Finnland. Wieder einmal war man bass erstaunt über
die Tatsache, dass es Menschen gibt, die Lehrer hoch schätzen. Nun tut
das noch ein ganzes Volk, nämlich die Finnen. So kommt es denn, dass
sich auch die Lehrerbildungsinstitute die Bewerber aussuchen können.
Dadurch werden nur die Besten Lehrer. Nun wäre es ja mal gut gewesen,
den Vergleich mit Deutschland zu ziehen. Früher hieß es, wer nichts
wird, wird Wirt. Heute studiert man auf Lehramt. Dafür wird dann aber
auch nicht jeder übernommen, dann würden ja die Klassen zu klein. Das
zeichnet nämlich auch das finnische Schulsystem aus, dass es kleine
Klassen gibt, wo individuelle Förderung und Forderung nicht nur
Sprachblasen sind. Und das, trotz geringen Verdienstes der Lehrer, ein
Klempner hat mehr. Nochmals zur Kenntnisnahme: Dieses Schulsystem hat
Finnland von der DDR übernommen und auf seine Bedingungen
zugeschnitten. Beim „Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des
Grundgesetzes“, hat man dieses Bildungssystem erbarmungslos
zerschlagen und das System der 20-er Jahre des letzten Jahrhunderts dem
Beitrittsgebiet erbarmungslos übergestülpt. Und nun verschwenden
Politiker die Steuergroschen, indem sie nach Finnland fahren und das
Bildungssystem Finnlands „studieren“. Welch ein Schwachsinn und
welche Kurzsichtigkeit. Es gibt noch genug Lehrer, die das
Bildungssystem der DDR aus dem ff kennen.
Dritter
Beitrag nochmal Schule, diesmal Russland. Am Anfang des Beitrags wird
festgestellt, dass vom „hochgelobten sowjetischen Bildungssystem“
nicht viel übrig zu sein scheint. Nun die Russen machten es wohl den
Deutschen nach. Oh, Verzeihung Genossen und Freunde, natürlich nicht
„die“ Russen und „die“ Deutschen, sondern die russische und
deutsche Bourgeoisie. Dass man sich bei solchen Aktionen auch schon mal
ins eigene Fleisch schneidet, ist für diese machthungrige Clique nichts
Neues. Alles was nach „Kommunismus“ aussieht muss erst mal
zerschlagen werden, vor allem, wenn es etwas taugt. Dafür wird dann das
Bildungsprivileg der Bourgeoisie gnadenlos durchgesetzt. Da gibt es zwei
Wege, die nicht nur für die „Reichen und Schönen“ sind, sondern
die auch die Kindern armer Eltern in Anspruch nehmen können. Da sind
zunächst einmal die Kadettenschulen der russischen Armee, die streng
nach dem Leistungsprinzip aufnehmen und der Versuch der Wiederbelebung
der Pionierorganisation. Das sind natürlich für das ZDF „fragwürdige
Alternativen“, denn sie sind eben nicht nur für den Geldadel da.
Fazit der Sendung: „ So sieht es an Russlands Schulen aus: raufen,
saufen und prügeln.“ Nun, da hätte ich einen Vorschlag, schickt
russische Schüler nach Deutschland zum Erfahrungsaustausch, denn an
deutschen Schulen wird auch noch geschossen. Nicht nur auf
Pappkameraden, nein aufs lebende Objekt. Schön ist dann allerdings
wieder, dass sich niemand vorstellen kann, wie das geschehen konnte.
Alles Einzeltäter, alle gestört, nicht richtig gebildet, kaum erzogen,
das Ergebnis der deutschen Volksschule eben. Aber Russland den pädagogischen
Zeigefinger zeigen. So selbstlos sind wir Deutschen, Verzeihung, die
deutsche Bourgeoisie. In ihrem Auftrag „informieren“ ZDF und
Konsorten. Schöne Information.
„Schöne,
neue Welt“ Aldous Huxley
Rot
Front
Werner
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Schuften
im Hungerlohnbereich „ist große Chance für Arbeitnehmer, die nie
eine Chance hätten.“ (Marie-Christine
Ostermann Bild links)
Retten
wir die Profite
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 9. August 2010 – Wieder einmal stritten im deutschen Fernsehen, Vertreter
verschiedener politischer Parteien, Unternehmer und Gewerkschaften, wie
denn der Aufschwung in Deutschland zu managen sei. Wieder einmal zeigte
sich, dass unsere Kapitalisten nicht gewillt sind, die Arbeiterschaft am
gesellschaftlichen Gesamtprodukt in höherem Maße zu beteiligen, obwohl
es zunimmt. Als Vertreterin Bourgeoisie
war Frau Ostermann , Vorsitzende des Bundes Junger Unternehmer da, die
einige Kostproben ihres ökonomischen Verständnisses aufblitzen ließ.
Zunächst
einmal positionierte sie sich sehr deutlich, was den Niedriglohnsektor
betrifft. Dazu einige ihrer Bemerkungen: „… ist große Chance für
Arbeitnehmer, die nie eine Chance hätten … Leute haben Chance zu
zeigen, was sie können … reicht der Lohn nicht aus, sollte der Staat
aufstocken … Leute bekommen Chance auf Festanstellung und sie sind
happy … gut für den Staat, der seine Finanzen in den Griff kriegen
muss … Mindestlohn zerstört Arbeitsplätze … meine Freiheit
(Lohnverhandlung) wird untergraben … Kombilohn kann menschenwürdiges
Dasein schaffen …“
Da
hat die Frau Ostermann die Katze aus dem Sack gelassen, dem Staat der
Befehl erteilt, ihre Profite gegen jedermann zu verteidigen, auch gegen
die eigene Belegschaft. Wie viele andere Kapitalisten fordert sie, dass
der Staat die Betriebe über Lohnzuschüsse subventioniert. Dabei ist es
ihr, entgegen aller Behauptungen, völlig egal, ob der Staat seine
Finanzproblem in den Griff bekommt. Wichtig ist allein ihr Profit (und
der ihrer Mitglieder im BJU). Die Arbeiter werden mit einem Löffel
Honig ums Maul abgespeist, mit schönen Floskeln berieselt, die ihnen
den letzten Willen zum Widerstad nehmen sollen. Mal ganz davon
abgesehen, dass die gute Frau ganz dreist lügt. Nach einer Studie würden
durch den Mindestlohn 600.000 weitere Arbeitsplätze geschaffen. Des
Weiteren ist es in der Regel keine „Chance für Leute, die nie eine
Chance hätten“.Denn erstens haben 80% der Beschäftigten im
Niedriglohnsektor eine abgeschlossene Ausbildung (7% sind sogar
Akademiker) und zweitens werden Niedriglöhner in der Regel nicht in ein
höher bezahltes Arbeitsverhältnis übernommen. Auch hier also eine
glatte Lüge.
Aber
so kennen wir unsere Kapitalisten. Ein Fauxpas unterlief der guten Frau
etwas später. Sie stellte fest, dass im deutschen Einzelhandel (in dem
sie selbst einen Betrieb hat) nur immer billig, billig, billig verlangt
werde. Offenbar hatte sie zu diesem Zeitpunkt schon wieder vergessen,
dass sie vorher vehement gefordert hatte, die Kaufkraft der Massen durch
Niedriglohn extrem zu beschneiden. Demzufolge konnte sie der geschätzten
Hörerschaft natürlich auch nicht die Quintessenz ihrer ökonomischen
Religion mitteilen, wie man mit wenig Geld viel Teures kaufen kann:
„Da müssen wir alle aufeinander Rücksicht nehmen, nicht nur billig,
billig, billig.“
Also
Leute, bitte bis an die Schmerzgrenze verschulden, damit Frau Ostermann
wenig Lohn zahlen muss, aber gleichzeitig ihr Profit durch Riesenabsatz
gesichert ist. Wie schizophren darf man (oder muss man)
heute sein, um in führende Positionen in Staat und Wirtschaft zu
gelangen.
Zur
Verdeutlichung: Deutschland hat mit 22% der Beschäftigten den weltweit
zweitgrößten Niedriglohnsektor. „Besser“ sind nur noch die USA,
das Mutterland der ungehemmten Ausbeutung. Deutschland mit seiner so oft
beschworenen „sozialen Marktwirtschaft“ hat den Anschluss geschafft.
Die 3 Prozentpunkte, die uns noch von den USA trennen, schaffen wir auch
noch. Der Trend setzt sich nämlich ungebremst fort.
Natürlich
haute auch unser alter Bekannter, Herr Rechtsanwalt Naujoks (der
Kapitalisten hilft auch Betriebsräte zu feuern) in die Kerbe, die Frau
Ostermann schon leicht eröffnet hatte. Aber außer einigen
Seichtigkeiten und Plattitüden kam nicht viel herüber. Er warnt ausdrücklich
zur Rückkehr zu alten Zöpfen, zum Beispiel zum Klassenkampf, denn das
sei nicht mehr der richtige Weg. Die Gewerkschaften sollten gemäßigt
an Lohnverhandlungen heran gehen. Arbeit“nehmer“ (Proletarier) und
Arbeit“geber“ (Bourgeois) würden nicht mehr wie früher
koexistieren sondern konvergieren. Er verriet uns aber nicht was dabei
heraus kommen soll der Progeois oder der Bourletarier? Das weiß nur
Naujoks.
Sehr
heftig wehrte sich auch ein Herr Fuchs (stellvertretender
Fraktionsvorsitzender der CDU im Bundestag) gegen den Vorwurf des
Niedriglohns. Er meinte gerade die Branchen, die exportorientiert sind,
zahlten Tariflöhne. Auch hier, in den Reihen der CDU, herrscht offenbar
völlige Unkenntnis von ökonomischen Zusammenhängen. Das war mal
anders. Aber da waren auch noch echte Figuren am Ruder der CDU und keine
Abziehbilder. Herr Fuchs musste auch die alte Mär von den
Unqualifizierten wiederholen, die im Niedriglohnsektor beschäftigt
seien. Dabei ging es ihm aber nicht wie Churchill, der nur selbst gefälschten
Statistiken traute, Herr Fuchs traute noch nicht mal dieser. Auch
nachdem ihm vorgehalten wurde, dass eben 80% eine Ausbildung hätten,
war er nicht der Meinung das zugeben zu müssen. Als ihm offeriert wird,
dass in der Zeitarbeitsbranche mittlerweile auch die Kapitalisten einen
Mindestlohn fordern, schiebt er geschickt den Schwarzen Peter den
Gewerkschaften zu: „Der Ball liegt bei den Gewerkschaften.“
Hintergrund, zwischen DGB-Gewerkschaften und CGB-Gewerkschaften (das
sind die sogenannten christlichen) gibt es Probleme, weil die
christlichen Gewerkschaften etwas vom Armutsgelübde halten, zumindest
bei den Arbeitern. [Laumann: „Christliche Gewerkschaften sind weder
christlich noch Gewerkschaften.“] Herr Fuchs schaffte aber sofort
wieder den Salto mortale rückwärts: „… ich halte etwas von der
Tarifautonomie … die Politik sollte sich da heraus halten …“.
Bravo Herr Fuchs, schlaues Manöver, Ja sagen, um Nein zu sagen. Nun
muss man nur noch hoffen, dass es keiner mitkriegt. Denn sonst ist das
schöne Manöver völlig wertlos.
Erstaunliche
Töne kommen von der Gewerkschaft. Herr Möllenberg,
Vorsitzender der DGB-Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten:
„Es gibt einen Interessengegensatz zwischen Kapital und Arbeit, das
ist leider so.“ Hört, hört! Nun stimmt das zwar nicht ganz, es gibt
den Interessengegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie. Abe das
sei jetzt mal dahin gestellt. Herr Möllenberg bedauert zwar, dass es
diesen Gegensatz gibt, immerhin hat er gemerkt, er ist da. Und er hat
offenbar auch gemerkt, dass er gelöst werden muss. Was er noch nicht
gemerkt hat ist, dass ihn die Gewerkschaft nicht lösen kann. Aber
immerhin. Hoffen wir nur, dass Her Möllenberg auch etwas für seine
Klientel tut, wie Herr Naujoks, der sehr rege ist.
Noch
einige Worte zu Herrn Lafontaine. Immer wieder ein Genuss, seine
Rhetorik. Natürlich tritt er für die Arbeiterschaft ein. Sein
Engagement ist ehrlich. Aber er bleibt eben im Rahmen der
kapitalistischen Gesellschaftsordnung hängen. So beteuert er immer
wieder, dass der sogenannte rheinische Kapitalismus für seine Arbeiter
gesorgt habe. Er vergisst dabei, dass der rheinische Kapitalist genau
wie der ostelbische Junker nur insoweit für seine Arbeiter sorgte, als
er sie zur Ausbeutung ihrer Arbeitskraft brauchte. Das macht der
Kapitalist auch heute, aber eben nicht mehr in Deutschland, weil er
schon umgezogen ist auf den globalisierten Markt. Herr Lafontaine aber
tut, als befinde man sich immer noch im Stadium der freien Konkurrenz.
Das
Fazit ist schwer und leicht zugleich. Leicht, weil alle Beteiligten den
Kapitalismus am Leben erhalten wollen. Egal wer in der Runde saß, es
ging nicht um die Überwindung überholter Produktionsverhältnisse und
die Schaffung neuer, nein, es ging darum, wie können wir die
Arbeiterklasse vom Kampf abhalten. Die Bemühungen werden aber von der
Bourgeoisie teilweise zunichte gemacht, weil sie meint ihren Drang nach
Surplusprofit ungehindert ausleben zu können. Schwer wird es, weil
solche Leute wie Lafontaine den Ausgebeuteten Sand in die Augen streuen
und sie von einem wirklichen Kampf gegen das System abhalten. Hier eine
Verbesserung, da ein Zugeständnis und die Welt ist für Die Linke
wieder in Ordnung. Aber solange die Arbeiterklasse keine eigene starke
Partei hat, gilt es die Politik Der Linken auszunutzen, wobei aber immer
darauf verwiesen werden muss, dass es sich bei dieser Partei in keinem
Fall um eine Arbeiterpartei handelt.
Rot
Front
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