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Was feierten sie in Berlin?

von Oliver Zamora Oria×

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Cubadebatte vom 9. November 2009 – An diesem 9. November 2009 feierten die Sieger des Kalten Krieges den 20. Jahrestag des Falls der Mauer Berlins, die für ein Symbol einer Auseinandersetzung gehalten wird, die nicht so kalt war, wie ihr Name versichert. Vor ein paar Tagen schrieb der einstige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow einen Artikel über das Thema in der spanischen Zeitung „El Pais“, in welchem er sich enttäuscht über die Richtung der internationalen Politik in den letzten Jahrzehnten zeigte.

Gorbatschow darin: „ (...) ebenso wenig ist es dazu gekommen, dass die Politiker meiner Generation ehrlich dem vertrauten, was geschah: eine Welt, in welcher mit dem Ende des kalten Krieges die Menschheit letztlich die Abweichung des Wettrüstens, der regionalen Konflikte und der sterilen ideologischen Streitereien vergessen konnte, um in ein Glück des Jahrhunderts der kollektiven Sicherheit einzutreten, mit vernünftiger Nutzung der Ressourcen, dem Ende der Armut und der Ungleichheit und der Wiederherstellung der Harmonie mit der Natur.“

Das scheint ein Witz zu sein. Die Worte von Gorbatschow können nicht Frucht der Dummheit sein. Keiner der politischen Führungspersönlichkeiten, die wie er die berüchtigte Zerschlagung bewerkstelligten, konnte wirklich glauben, dass die Zukunft eine bessere Welt sein würde. Durch einen einfachen Grund: dies war niemals, niemals die Vorstellung der USA und des Restes der Welt unter kapitalistischer Ägide.

Es konnte keine bessere Welt aus dem einer Auseinandersetzung geboren werden, in welcher der Sieger den Besiegten demütigt, ihn unter seinen Stiefel nimmt und ihm seine Regeln aufzwingt. Und so wurde die Welt nach dem Kalten Krieg gestaltet: die Welt der neoliberalen Politikrichtungen, der Unipolarität und des ständigen Scherzens über die wirtschaftlichen und sozialen Mängel Osteuropas und der einstigen Sowjetrepubliken als Folge der Auseinandersetzung.

Es wurde die Zeit der Rückeroberung eröffnet, in welcher der Imperialismus eine so allmächtige und siegestaumelnde Vorstellung von sich selbst hatte, dass er so absurde Lehrsätze hervorbrachte wie das Ende der Geschichte. Der Traum von einer besseren Welt war einfach das Produkt von propagandistischem Betrug. Und es war nicht nötig, 20 Jahre zu warten, um dies zu bestätigen.

Die 90er Jahre begannen mit dem Golfkrieg. Die Rüstungsausgaben gingen hoch, die NATO spielte sich als internationale Armee der US-Interessen auf. Es wuchs die Ausplünderung der Dritten Welt über die transnationalen Konzerne und die Finanzinstitute.

Es wurde der Weg für das Trauerspiel bereitet, welches wir seit dem Jahr 2000 erleben, mit einem neokonservativen Weißen Haus und seinen konstruierten Kriegen in Irak und Afghanistan, seinen Staatsstreichen in Lateinamerika und seiner völligen Missachtung der Normen des internationalen Rechts. Es ist nur eine Frage des Blickens auf den Gang der Geschichte, und wir sehen, dass die Welt nicht ein Quäntchen ruhiger, harmonischer und sicherer geworden ist.

Es wäre daher gut nachzufragen bei denen, die sich an diesem 9. November in Berlin versammelten, was sie da denn feierten.

Auf jeden Fall sollte die Gelegenheit dazu dienen, den Fall aller Mauern zu fordern, die nach der Mauer Berlins vorhanden sind. Zuerst jene, die sich auf dem Schweiße und Blut der lateinamerikanischen Wanderarbeiter an der Südgrenze der USA erhebt, wo alljährlich mehr Mexikaner und Mittelamerikaner als die Gesamtzahl der in 30 Jahren Berliner Mauer Getöteten ihr Leben verlieren. Es sollte auch die israelische Mauer fallen, die Palästina zum größten Gefängnis unter freiem Himmel macht.

Und es sollten nicht nur die physischen Mauern fallen, sondern auch die wirtschaftlichen und politischen Mauern. Wie zum Beispiel die Blockade gegen Kuba, die kein Überbleibsel des Kalten Krieges ist, sondern der Beweis seiner Lebendigkeit.

Quelle: http://www.cubadebate.cu


×  Der Autor ist kubanischer Journalist des Magazins „Mesa Redonda“ (Rundtischgespräch) des kubanischen Fernsehens und Mitarbeiter von Cubadebatte

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20 JAHRE FALL DES ANTIFASCHISTISCHEN SCHUTZWALLS

von Mikel Koba, Mitglied der KP Venezuelas

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Caracas, 9. November 2009, Sonderteil für Tribuna Popular.-   Im November 1989 konnte die Kommunistische Partei der Deutschen Demokratischen Republik (genannt Sozialistische Einheitspartei Deutschlands - SED) dem Druck von drei Gangsterbanden nicht mehr widerstehen: dem des deutschen und westlichen Imperialismus, dem der Verräter an der Macht in Moskau unter Kommando von Gorbatschow, und dem der inneren Verräter. Die SED kapitulierte.

Sie befahl die völlige Öffnung des antifaschistischen Schutzwalls, was den Zusammenbruch der DDR bewerkstelligte, die Schaffung eines mächtigen imperialistischen deutschen Staates ermöglichte, die Expansion der deutschen multinationalen Konzerne nach Osten in Gang setzte und einen brutalen Krieg zur Zerschlagung der jugoslawischen sozialistischen Föderation mit Hunderttausenden Toten zur Folge hatte.

Die war eine wirkliche Katastrophe. Nicht nur für das deutsche und europäische Volk, sondern für alle Völker der Erde.

Die deutschen Imperialisten und Neonazis schrien SIEG. Und heute, wenn sich am 9. November 20 Jahre des sogenannten „Mauerfalls von Berlin“ vollenden, versuchen sie weiterhin, die Völker mit der angeblichen Überlegenheit des Kapitalismus über den Sozialismus zu belügen.

Aber der Kapitalismus steckt in voller Krise. Die Arbeiter des deutschen Ostens haben ihre Arbeit und ihre Rechte verloren. Es nimmt die positive Erinnerung an den ersten deutschen Arbeiter- und Bauernstaat zu.

Für Lateinamerika war der Fall der DDR eine Tragödie.

Die DDR war ein solidarischer Staat mit vielen Tausenden Exilbürgern aus faschistischen Diktaturen unserer Region, mit Tausenden jungen Studenten und an der Seite der marschierenden Revolutionen, wie der kubanischen und der nikaraguanischen.

Es ist kein Zufall, dass der Genosse Erich Honecker als Staatschef der DDR verurteilt und von den Neonazis gehasst wurde, als er seine letzten Tage in Chile bei den einstigen Flüchtlingen vor der Pinochet-Diktatur verbrachte, die die Solidarität jenes demokratischen Deutschlands genossen hatten, welches getreu dem sozialistischen Grundsatz des Internationalismus immer seine Arme ausgebreitet hatte.

Heute wäre die DDR ein treuer Verbündeter der ALBA, während das „einige“ imperialistische Deutschland ihr perfider Gegner ist, welcher die Zerstörung unseres Prozesses der Befreiung, der Einheit und der fortschrittlichen gesellschaftlichen Veränderungen anstrebt.

Viele venezolanische revolutionäre Arbeiter und ihre Kinder bleiben weiterhin Mitglieder der KP Venezuelas oder sind derzeit in anderen Organisationen. Sie kennen von innen her den deutschen sozialistischen Aufbau und seine großartigen Errungenschaften auf dem Gebiet der Demokratie, der Rechte der Werktätigen, des Fortschritts in der Industrie, der Landwirtschaft und der Wissenschaft.

Die einstige DDR bleibt eine europäische Bastion der demokratischen, marxistischen und antikapitalistischen Positionen, auch wenn die Macht in den Händen der Bourgeoisie ist.

Wir wissen nicht wann, aber gegenüber der vor 20 Jahren mit dem Fall des antifaschistischen Schutzwalls eingeleiteten konterrevolutionären, faschistischen und rassistischen Maschinerie entsteht ein demokratischer Gegenangriff der werktätigen Volksmassen. Es häufen sich immer mehr die Bedingungen dafür.

Wenn besagter Gegenangriff startet, wird die Erfahrung der DDR zu studieren sein mit demselben Interesse, wie heute in unserem Lande die Kampagnen von Bolívar und der Befreiungsarmee, der Prozess der Befreiung unserer Länder vom spanischen Joch und die Erfahrung beim Aufbau Groß-Kolumbiens studiert werden.

Quelle http://www.pcv-venezuela.org/

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