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hunger

Angela Merkel meint:
Der isst zuviel

Angela Merkel meint:

Die Hungerleider dieser Welt sind selbst Schuld am Hunger – sie fressen zu viel und trinken uns die Milch weg…

Von Gerd Höhne/6. Mai 2008

Sie sagte: „Wenn die (die Inder, Red. K-online) plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchen als sie das früher gemacht haben......

Und die Chinesen saufen uns die Milch weg: und 100 Millionen Chinesen beginnen Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere"

Mal abgesehen davon, dass die Chinesen immer noch so gut wie keine Milch und Milchprodukte konsumieren, zeigt es doch, wessen Geistes Kind die Frau Bundeskanzlerin ist.

Ich sage nicht, sie sei minderbegabt mit niedrigem iq. Nicht dass sie so denkt, zeugt vom nicht eben hohen Intelligenzgaben, sondern dass sie es ausspricht. Die anderen denken so, hüten sich aber es auszusprechen.  

Das könnte weiland auch der Bundespräsident und KZ-Baumeister Heinrich Lübke in Indien gesagt haben. Etwa so: „Liebe Damen und Herren, liebe Indianer. Wenn ihr Mitglieder der menschlichen Spezis werden wollt, dürft ihr nicht so viel futtern. Das stört den Weltfrieden und treibt die Preise in die Höhe.“

Nach der Dame Merkel liegt es nicht am Biosprit, dass Nahrung knapp wird. Im Gegensatz zu ihr, hat das die EU bereits, zumindest erahnt. Jedenfalls beendet sie die Subventionierung von Biosprit und gab voriges Jahr die vormals mit Staatsknete stillgelegten Ackerflächen zum Anbau wieder frei.

Für Frau Merkel ist das alles papperlapap und dummes Zeug. Die Inder sollen weniger essen, eine Mahlzeit reicht, am besten gar keine, die Chinesen sollen an den Dalai Lama denken und uns nicht Milch weg saufen, Käse und Butter wegfressen. Dann dürfen sie auch die Olympischen Spiele in Ruhe durchführen.

So einfach ist die Logik der Kanzlerin. Simpel eben – wie auch Frau Merkel.

Dass der Bundeshorst Köhler einst als IWF-Chef half, die Landwirtschaft in den 3. Weltländern half kaputt zu machen, indem er mit dazu beitrug, dass Billigimporte von subventionierten Lebensmitteln eingeführt wurden und die Anbauflächen für den Anbau von Agrarrohstoffen verwendet wurden, steht auf einem anderen Blatt.

Auch hier wird immer mehr Ackerland zum Anbau solcher Rohstoffe verwendet. Man braucht nur mal übers Land zu fahren: Überall blüht es gelb. Hier wird Raps angebaut. Aber nicht zur Herstellung von Speiseöl oder Margarine, sondern für Biodiesel. Und wenn nicht Raps, dann Mais, der wird zur Alkoholherstellung verwendet und dem Benzin beigemischt. Derzeit steigen dann die Brotpreise.

Und nicht nur das. Überhaupt steigen die Nahrungsmittelpreise - auch hier. Eine Hungersnot herrscht hier zwar noch nicht, aber vor allem die Menschen der unteren Einkommensgruppen und davon vor allem die Kinder, haben immer weniger zu essen. Und diese Kinder können sich keine Schulbücher oder Schulhefte leisten. Die einst verkündete Lernmittelfreiheit ist längst passé.

Die Verelendung schreitet auch hier voran.

Daran ist, glaubt man Frau Merkel, die Chinesen und Inder schuld, die Neger nicht minder, die viel zu viel fressen. Wenn die immer weniger zu sich nähmen, bis sie schließlich bei der Nulldiät angekommen sind, sänken auch die Preise wieder und die Hungerkrise wäre überwunden. So einfach ist das – für schlichte Gemüter á la Engelchen Merkel.

G.H.

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Wir leben in einer Klassengesellschaft, und Frau Merkel betreibt Klassenkampf für die Klasse der Bourgeoisie. 

Ein Leserbrief bon D. K. aus Greiz  vom 07.05.2008

Liebe Genossen,

zum emotionalen Beitrag von Gerd Höhne/6. Mai 2006
muß ich einige Anmerkungen machen:

Der IQ eines Menschen hat nur im geringen Maße etwas mit dessen Aussage- und Wertungsmöglichkeiten zu tun – es gibt Menschen, die mit einem geringen IQ sehr genau bestimmte gesellschaftliche, politische oder ökonomische Zusammenhänge der Welt erkennen und formulieren.

Die Aussagen der Frau Merkel erfüllen den Zweck, der im Auftrage einer bestimmten Klasse formuliert ist. Wir leben in einer Klassengesellschaft, und Frau Merkel betreibt Klassenkampf für die Klasse der Bourgeoisie. Warum scheuen wir uns, diese Worte zu verwenden um es deutlich zu sagen. Wenn wir diese Begriffe nicht nutzen, berauben wir uns unserer sprachlichen Waffen.

Das Frau Merkel etwas ausspricht, was andere im Stillen denken, macht sie so gefährlich: Sie befördert den stillen Rassismus, der Wasser auf die Mühlen anderer ist. Bewußt – das wäre gefährlich; unbewußt – das ist dumm.

Und das ist ihr Auftrag den sie erfüllt. Ihr Klassenauftrag. Das hat sie gelernt.

Wenn in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von der „ersten deutschen Demokratie“  – der Weimarer Republik und deren Kanzler – in den Verträgen von Locarno (1925) lediglich der Verzicht auf Grenzrevision im Westen, jedoch nicht im Osten deklariert wird, zeigte dieser „freiheitliche, demokratische Rechtsstaat“ damit den Weg auf,  den die faschistischen Heere des Kapitals ab 1939 blutig beschritten.

Indien und China liegen im Osten – und die Wege des deutschen Kapitals zur Deckung seiner strategischen Ziele führen in Richtung Ost. Es fehlen nur noch die Begriffe „Lebensraum“ und „Kornkammern“ – doch dafür scheint die Zeit noch nicht reif genug. Das Saatbett aber wird jetzt vorbereitet.

So emotional die weltweiten Hungerrevolten von den bürgerlichen Ideologen über die Mattscheiben in die bundesgermanischen Wohnzimmer geflimmert werden sind diese doch Zeugnis der Auswirkungen einer bewußt gemachten kapitalistischen Politik dieses Landes und  erfüllen nur den Zweck, den teutonischen Michel von den eigentlichen Ursachen des Elends abzulenken – der Sicherung der Interessen der aggressivsten Kreise des Kapitals nach geostrategischen Reserven.

Es geht nicht um Erdöl oder Bio-Sprit – das sind die Auswirkungen der zerstörerischen, alles vernichtenden Politik des Kapitals des vergangenen Jahrhunderts.

Doch heute geht es um die Sicherung der Energie- und Rohstoffreserven der Interessen des schon längst internationalisierten Kapitals für die Zukunft. Somit sind die Entscheidungen der EU zur Freigabe der bisher stillgelegten Ackerflächen weiter nichts, als das Erschließen immer neuer landwirtschaftlicher Flächen zur Sicherung der künftigen Profite – auch in diesem „freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat“.

Das Kapital schert sich einen Dreck um Hunger und Not.

Das Kapital geht dafür über Leichen.

Das Kapital verdiente und verdient daran – siehe BASF, Siemens, Daimler-Benz, Junkers, Shell, Wal Mart, General Elektric, Deutsche Bank, RTL, Hako, ….

Das großgermanische Kapital benutzt bisher erfolgreich die Bilder von verhungernden und revoltierenden Menschen aus anderen Regionen der Welt, um die eigene Bevölkerung ruhig zu stellen nach dem Motto: Anderen geht es noch viel schlechter.

Und Frau Merkel verschweigt bewußt, daß an diesem Elend das Kapital aus diesem „freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat“ großen Anteil hat.

Und Frau Merkel verschweigt, daß dafür die Politiker dieses Landes ihren Diätenanteil  erhalten.

D.K.

Anmerkung Redaktion: Du hast natürlich Recht. Aber genau das machen wir, jedoch muss das die Linie sein, es muss nicht bei jeden Artikel als roter Schwanz stehen.

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