|
Wir
leben in einer Klassengesellschaft,
und Frau Merkel betreibt Klassenkampf für die Klasse der
Bourgeoisie.
Ein
Leserbrief bon D. K. aus Greiz vom 07.05.2008
Liebe
Genossen,
zum
emotionalen Beitrag von Gerd Höhne/6. Mai
2006
muß ich einige Anmerkungen machen:
Der
IQ eines Menschen hat nur im geringen Maße etwas mit dessen Aussage-
und Wertungsmöglichkeiten zu tun – es gibt Menschen, die mit einem
geringen IQ sehr genau bestimmte gesellschaftliche, politische oder ökonomische
Zusammenhänge der Welt erkennen und formulieren.
Die
Aussagen der Frau Merkel erfüllen den Zweck, der im Auftrage einer
bestimmten Klasse formuliert ist. Wir leben in einer
Klassengesellschaft, und Frau Merkel betreibt Klassenkampf für die
Klasse der Bourgeoisie. Warum scheuen wir uns, diese Worte zu verwenden
um es deutlich zu sagen. Wenn wir diese Begriffe nicht nutzen, berauben
wir uns unserer sprachlichen Waffen.
Das
Frau Merkel etwas ausspricht, was andere im Stillen denken, macht sie so
gefährlich: Sie befördert den stillen Rassismus, der Wasser auf die Mühlen
anderer ist. Bewußt – das wäre gefährlich; unbewußt – das ist
dumm.
Und
das ist ihr Auftrag den sie erfüllt. Ihr Klassenauftrag. Das hat sie
gelernt.
Wenn
in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von der „ersten
deutschen Demokratie“ – der Weimarer Republik und deren
Kanzler – in den Verträgen von Locarno (1925) lediglich der Verzicht
auf Grenzrevision im Westen, jedoch nicht im Osten deklariert wird,
zeigte dieser „freiheitliche, demokratische Rechtsstaat“ damit den
Weg auf, den die faschistischen Heere des Kapitals ab 1939 blutig
beschritten.
Indien
und China liegen im Osten – und die Wege des deutschen Kapitals zur
Deckung seiner strategischen Ziele führen in Richtung Ost. Es fehlen
nur noch die Begriffe „Lebensraum“ und „Kornkammern“ – doch
dafür scheint die Zeit noch nicht reif genug. Das Saatbett aber wird
jetzt vorbereitet.
So
emotional die weltweiten Hungerrevolten von den bürgerlichen Ideologen
über die Mattscheiben in die bundesgermanischen Wohnzimmer geflimmert
werden sind diese doch Zeugnis der Auswirkungen einer bewußt gemachten
kapitalistischen Politik dieses Landes und erfüllen nur den
Zweck, den teutonischen Michel von den eigentlichen Ursachen des Elends
abzulenken – der Sicherung der Interessen der aggressivsten Kreise des
Kapitals nach geostrategischen Reserven.
Es
geht nicht um Erdöl oder Bio-Sprit – das sind die Auswirkungen der
zerstörerischen, alles vernichtenden Politik des Kapitals des
vergangenen Jahrhunderts.
Doch
heute geht es um die Sicherung der Energie- und Rohstoffreserven der
Interessen des schon längst internationalisierten Kapitals für die
Zukunft. Somit sind die Entscheidungen der EU zur Freigabe der bisher
stillgelegten Ackerflächen weiter nichts, als das Erschließen immer
neuer landwirtschaftlicher Flächen zur Sicherung der künftigen Profite
– auch in diesem „freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat“.
Das
Kapital schert sich einen Dreck um Hunger und Not.
Das
Kapital geht dafür über Leichen.
Das
Kapital verdiente und verdient daran – siehe BASF, Siemens,
Daimler-Benz, Junkers, Shell, Wal Mart, General Elektric, Deutsche Bank,
RTL, Hako, ….
Das
großgermanische Kapital benutzt bisher erfolgreich die Bilder von
verhungernden und revoltierenden Menschen aus anderen Regionen der Welt,
um die eigene Bevölkerung ruhig zu stellen nach dem Motto: Anderen geht
es noch viel schlechter.
Und
Frau Merkel verschweigt bewußt, daß an diesem Elend das Kapital aus
diesem „freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat“ großen Anteil
hat.
Und
Frau Merkel verschweigt, daß dafür die Politiker dieses Landes ihren
Diätenanteil erhalten.
D.K.
Anmerkung
Redaktion: Du hast natürlich Recht. Aber genau das machen wir,
jedoch muss das die Linie sein, es muss nicht bei jeden Artikel als
roter Schwanz stehen. |