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Dollarmilliardäre in China

Über den „Sozialismus“ chinesischer Prägung

Von N.E. Lewin

Minussinsk (Region Krasnojarsk)

Quelle: Bund der Arbeiter Moskaus vom 4. Juni 2011

Übersetzung: Bernd Scheube

Auf Kommunisten-online vom 6. Juni 2011 – In der Zeitung „Otjetscheswennye Sapiskis“ №8 las ich einen schönen Artikel von Aslanbek Schogenow vom 28. April 2011 „Wovon Putin nicht gesprochen hat“. Doch der letzte Satz des Artikels hat – gelinde gesagt – mein Befremden hervorgerufen. Diesen Satz muß man wirklich zitieren. „Das Erreichte und vieles andere sind Wege zur Revolution und zu einem erneuerten Sozialismus in Rußland mit einer vielgestaltigen Wirtschaft, wie in der Volksrepublik China“. Rechnet Schogenow wirklich damit, daß Rußland den chinesischen Weg gehen muß, d.h. um einen „Sozialismus chinesischer Prägung“ aufzubauen, oder um sich klarer auszudrücken, den „Sozialismus mit der Marktwirtschaft“ aufzubauen? Unter einer „sozialistischen Marktwirtschaft“ muß man sich die Bildung einer vielgestaltigen Wirtschaft mit allen Eigentumsformen vorstellen: private, öffentliche (staatskapitalistische), genossenschaftliche, kleinbürgerliche (individuelle Bauernhöfe auf dem Dorf).

Eine über die Grenzen in die Minusinsker Region von Krasnojarsk ziehende Invasion chinesischer Gemüsezüchter zwang mich, daran zu zweifeln, ob China wirklich ein sozialistischer Staat ist. Mitte 2010 fand ich im Internet einen Bericht der Zeitschrift Forbes über die Dollarmilliardäre der Welt. Es gab Anfang des Jahres 2010 auf der Welt 1.011 Milliardäre, 62 davon in Rußland und 65 in China. Rußland ist bekanntlich ein kapitalistisches Land – das ist klar. Aber China ist doch ein sozialistisches Land mit einer führenden kommunistischen Partei – oder wie ist das zu verstehen?

Die Erklärung fand ich in A. Majewskis Broschüre „China heute“. Zur Information für Schogenow und alle anderen, die an einen chinesischen Sozialismus oder einen „Sozialismus chinesischer Prägung“ glauben, werde ich einige Angaben aus dieser Broschüre bringen.

Nach einer Mitteilung der chinesischen Forschungsorganisation „Hurun Research Institute“ vom 12.10.2010 leben in China 189 Dollarmilliardäre, über die zuverlässig bekannt ist, daß ihr Vermögen mehr ist als eine Milliarde Dollar beträgt, während man in Wirklichkeit mit 400 bis 500 Milliardären rechnet. Die Gesamtzahl der Chinesen mit einem Vermögen von mehr einer Milliarde Yuan (etwa 150 Millionen Dollars) beträgt 1.363 Personen, nebenbei bemerkt gab es vor 10 Jahren nur 24 solcher Leute in der Volksrepublik China. Ein Drittel der Yuan-Milliardäre ist Mitglied der KP Chinas (der Partei der arbeitenden (?!) Klasse). Nach Angaben der Zeitschrift Forbes wurden Anfang 2011 in den USA 413 Dollarmilliardäre gezählt, und in China 115. In Rußland waren es 98 Dollarmilliardäre. Insgesamt ist ihre Zahl in der Welt auf 1.210 Menschen angewachsen. Das ist ein Zuwachs von 200 Personen pro Jahr, davon in China – 50.

Der Wert einer Arbeitskraft ist in China 7-10mal niedriger als in den USA und in den großen Ökonomien Europas. Gerade deshalb strebten die amerikanischen, japanischen und europäischen multinationalen Konzerne nach China. Der Lohn der Werktätigen schwankt von Region zu Region, am höchsten ist er in den Hafenstädten, wo der Mindestarbeitslohn monatlich zwischen 117 und 147 Dollars (ungefähr 800-1000 Yuan) schwankt, und für einen Menschen ist es in der Großstadt äußerst schwierig, davon zu leben. Ungefähr 60 % der Bevölkerung Chinas ist bettelarm. Wobei das städtische und ländliche Elend verschiedene Begriffe sind. In Rußland sind 41 % bettelarm und weitere 38,8 % leben in Armut. Wie viele Chinesen in Armut leben, ist leider nicht bekannt. Um sich das Niveau der Einkommensschichtung der Bevölkerung Chinas vorzustellen, kann man das am Beispiel des Gehalts des bei der Auseinandersetzung der 30.000 Stahlwerker mit der Polizei am 27.07.2009 umgekommenen Hauptverwalters der Jianlong Steel Holding Company zeigen, der drei Millionen Yuan (etwa 438 Tausend Dollars) monatlich bekam, während die Rente eines mittleren Arbeiters Tonghua Iron and Steel Group 200 Yuans (ungefähr 30 Dollars) im Monat nicht übersteigt.

Die erwähnte Auseinandersetzung der Stahlwerker mit der Polizei ist nicht die einzige Erscheinungsform des Kampfes der chinesischen Arbeiter für ihre Rechte. Im Jahre 2010 wurde China von eine Streikwelle überzogen, die Machthaber Pekings und die vierzehn weiterer Provinzen zwang, den Mindestlohn um 10-20 % zu erhöhen. Der Streik im Mai-Juni 2010 in vier Autofabriken der japanischen Firma Honda in China dauerte zwei Wochen. Die Betriebsangehörigen in Nanhai stellten die Produktion von Ersatzteilen (Einzelteile) mit der Forderung nach einer Lohnerhöhung ein. Das veranlaßte die übrigen Betriebe der Firma sofort zur Unterbrechung. Die Verluste der Gesellschaft betrugen 2.500 Autos pro Tag. Daraufhin stimmte Honda zu, den Lohn für alle Arbeiter auf 500 Yuan (um etwa 33 %) anzuheben und machte den Arbeitern weitere Zugeständnisse. Die Betriebsangehörigen organisierten sich selbständig, außerhalb der Gewerkschaft, sie wählten ihre Vertreter für die Verhandlungen mit der Verwaltung selbst. Die Gewerkschaften haben die Stahlarbeiter nicht unterstützt und standen auf die Seite der Bourgeoisie.

Zweifellos hat sich China stürmisch entwickelt. Der jährliche Zuwachs des inneren Bruttoproduktes beträgt 10-11 %. Doch auf wessen Kosten? Auf Kosten dessen, daß es den multinationalen Korporationen der USA, Japans, Europas wie auch der chinesischen Bourgeoisie erlaubt ist, schonungslos die Werktätigen Chinas auszubeuten. 70 % des Bruttosozialprodukts Chinas wir erzeugt von Unternehmen des Privateigentums, einschließlich ausländischer Eigentümer.

In den 30 Jahren des Aufbaus des „Sozialismus chinesischer Prägung“ hat sich China in einen der größten imperialistischen Mächte der Welt verwandelt, und die kommunistische Partei Chinas wurde eine typische sozialdemokratische Partei unter kommunistischer Flagge.

Also fragt man sich im Zusammenhang mit dem Dargelegten auch, ob Rußland einen „marktwirtschaftlichen Sozialismus“ braucht, sollte Rußland auf dem Weg des „Sozialismus chinesischer Prägung“ folgen? Ich hoffe, daß Schogenow, aber auch andere, die an einer ähnlichen Position festhalten, über diese Frage nachdenken werden.

 N.E. Lewin

Minussinsk (Region Krasnojarsk)

Quelle: Bund der Arbeiter Moskaus, 04. Juni 2011 (Übersetzung: Bernd Scheube)

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О «социализме» с китайской спецификой

Н.Е.Левин, г.Минусинск, Красноярский край

Раздел: Статьи

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В «Отечественных записках» №8 от 28 апреля 2011 г. прочитал прекрасную статью Асланбека Шогенова «О чём не сказал Путин?». Но последнее предложение в статье, мягко говоря, вызвало недоумение. Предложение это, вероятно, следует процитировать. «Приведенное и многое другое и есть посылы к революции и приходу обновлённого социализма в Россию с многоукладной экономикой, как в КНР». Неужели А. Шогенов считает, что России надо идти китайским путём, т. е. строить «социализм с китайской спецификой», или, выражаясь понятней, строить «социализм с рыночной экономикой»? Под «социалистической рыночной экономикой» надо понимать формирование многоукладной экономики со всеми формами собственности: частной, общественной (государственно-капиталистической), кооперативной, мелкобуржуазной (индивидуальные фермерские хозяйства на селе).

Нашествие китайских овощеводов в пределы Минусинского района Красноярского края заставляло меня сомневаться в том, что Китай действительно является социалистическим государством. В средине 2010 г. в Интернете я отыскал сведения о долларовых миллиардерах мира в журнале Forbes. На начало 2010 г. всех их было 1011 человек, из них в России 62 человека и 65 человек в Китае. Как говорят, с Россией всё понятно – капиталистическая страна. Но Китай ведь как будто социалистическая страна, с правящей Коммунистической партией. Как это понимать?

Разъяснения нашёл в брошюре А. Маевского «Современный Китай». Для сведения А. Шогенова и других лиц, верящих в китайский социализм или «социализм с китайской спецификой» приведу некоторые данные из этой брошюры.

По данным от 12.10.2010 г. китайской исследовательской организации «Hurun Research Institute» в Китае проживает 189 долларовых миллиардеров, о которых достоверно известно, что их состояние больше миллиарда долларов, тогда как в реальности их насчитывается от 400 до 500 человек. Общее число китайцев с состоянием более одного миллиарда юаней (примерно 150 миллионов долларов) составляет 1363 человека, между тем 10 лет назад таких людей в КНР насчитывалось всего 24. Треть юаневых миллиардеров – члены КПК (партии рабочего (?!) класса). По данным журнала Forbes в США на начало 2011 г. долларовых миллиардеров насчитывалось 413 человек, в Китае – 115 человек. В России – 98 человек. Всего же в мире их число возросло до 1210 человек. Прирост – 200 человек в год, из них в Китае – 50 человек.

Стоимость рабочей силы в Китае в 7-10 раз ниже, чем в США и крупных экономиках Европы. Именно поэтому в Китай устремились американские, японские и европей-ские транснациональные корпорации. Зарплата трудящихся колеблется от региона к региону, наиболее высокая она в приморских городах, где минимальная оплата труда колеблется от 117 до 147 долларов в месяц (примерно 800-1000 юаней), на которую и одному человеку прожить в крупном городе крайне трудно. Примерно 60% населения Китая – нищие. Причём нищета городская и деревенская – это разные понятия. В России – 41% нищие и ещё 38,8% живут в бедности. Сколько китайцев живёт в бедности, к сожалению, не известно. Чтобы представить уровень расслоения по доходам населения Китая, можно привести примером зарплату погибшего при драке 30 тысяч сталеваров с полицией 27.07.2009 г. главного управляющего компании Jianlong Steel Holding Company, который ежемесячно получал три миллиона юаней (около 438 тысяч долларов), в то время как пенсия среднего работника Tonghua Iron and Steel Group не превышает 200 юаней (примерно 30 долларов) в месяц.

Упомянутая драка сталеваров с полицией не единственное проявление борьбы китайских рабочих за свои права. В 2010 г. по Китаю прокатилась волна забастовок, что вынудило власти Пекина и четырнадцати провинций повысить минимальную заработную плату на 10-20%. Забастовка в мае-июне 2010 г. на четырёх автозаводах японской фирмы Honda в Китае продолжалась две недели. Рабочие завода в Nanhai прекратили выпуск запчастей (деталей) с требованием повышения зарплаты. Это сразу же повлекло остановку остальных заводов фирмы. Потери компании составили 2500 автомобилей в день. Honda согласилась поднять зарплату всем работникам на 500 юаней (около 33%) и сделала другие уступки рабочим. Рабочие завода организовались самостоятельно, помимо профсоюза, избрали своих представителей для переговоров с администрацией. Профсоюзы не поддержали рабочих и стали на сторону буржуазии.

Несомненно, что Китай бурно развивается, ежегодный прирост внутреннего валового продукта составляет 10-11%. Но за счёт чего? За счёт того, что транснациональным корпорациям США, Японии, Европы разрешено нещадно эксплуатировать трудящихся Китая, также как и китайской буржуазии. 70 % ВВП Китая обеспечивается предприятиями частной собственности, в том числе зарубежных собственников.

За 30 лет строительства «социализма с китайской спецификой» Китай превратился в одну из крупнейших империалистических держав мира, а Компартия Китая стала типичной социал-демократической партией под коммунистической вывеской.

Ну и в связи с изложенным спрашивается: нужен ли России «социализм с рыночной экономикой», следовать ли России по пути «социализма с китайской спецификой»? Надеюсь, что А. Шогенов, а также и другие лица, придерживающиеся подобной позиции, задумаются над этим вопросом.

Н.Е.Левин, г.Минусинск, Красноярский край

http://sovrab.ru/content/view/5232/1/ http://

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