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MLPD-Zentralblatt beschönigt schon wieder Nazis

von Gerd Höhne/09. Dez. 2004

Vor einigen Wochen wiesen wir auf die Ungeheuerlichkeit hin, dass die rechtsopportunistische MLPD in ihrer Zeitung Nazis als ganz normale Genossen behandelt und sich mit diesen nur kritisch-solidarisch auseinandersetzt [1].

Man sollte meinen, dass unsere harsche Kritik und die anderer Gruppen die Redakteure zur Einsicht, Umkehr oder zumindest zu Zerknirschung gebracht hätte. Aber nichts da!

Jetzt bringen sie sowas wie eine Selbstkritik, die aber keine ist, sondern  eigentlich ein Offenbarungseid. Das schreiben die Redakteure einer Zeitung, deren Inhalt für MLPD-Mitglieder direkt nach den Texten ihres großen Heiligen Willi Dickhut, den Reden ihres großen Vorsitzenden Stefan Engel und den Gerichtsklagen wegen Beleidigung von dessen großer Ehefrau und Päpstin aller Umweltschützer Monika Gärtner-Engel, kommt, also den Status der Unfehlbarkeit hat, dass sie, die Redakteure dieser unfehlbaren Postille hätten nicht untersucht, welche Kräfte sich dahinter verbergen.“[2]

Man muss sich schon wundern, denn wer sich mit einer Gruppe oder Organisation, egal welcher Art, auseinandersetzt, schaut sich deren Publikationen an. In dem Fall, um den es sich hier handelt, war beim ersten Blick klar, dass es sich um Nazis handelt. Da schrieben die „Genossen“ der MLPD, das „Sozialistische Büro Bernburg“, doch selbstentlarvend von einem von ihnen organisieren Seminar:

Betrachtet wird vor allem unser Sozialismus-Verständnis und seine klare Abgrenzung zum Kommunismus. Der biologische Nationalismus ist ein weiterer Schwerpunkt.“

Sie geben also zu, keine Kommunisten zu sein. Und „biologischer Nationalismus“ ist doch die vornehme Umschreibung einer rassistischen Position. Die Nazi, die vom „Blut der arischen Rasse“ schwafelten, nannten es deutlich, diese Formulierungen zu übernehmen ist heute (noch) nicht opportun. Das merken diese Redakteure, vom (Stefan) Engel inspiriert, nicht? Kaum zu glauben!

Weiter schreiben die rötlichen Fähnler: „Leser wiesen uns darauf hin, dass dieses „Büro“ reaktionäre und nationalistische Propaganda verbreitet, getarnt mit angeblichem Widerstand gegen Hartz IV...“

Naja sicher, Nazis sind reaktionär. Aber, die MLPD, die sich zur Definition des Faschismus der Komintern angeblich bekennt, sollte Dimitroffs Rede am 7. Weltkongress kennen. Dimitroff sage:

„Der Faschismus an der Macht (...) die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“[3]

Faschisten sind nicht einfach Reaktionäre und Nationalisten, sondern mehr.

Die MLPDler bauen also den gleichen Bockmist wir einige Ausgaben vorher, sie verharmlosen Nazi. Diesmal aber sind die, die vorher ihre Genossen waren, auf einmal nur Nationalisten und Reaktionäre. Das Kind beim Namen zu nennen, nämlich Nazi als Nazi und Faschisten als Faschisten zu bezeichnen, machen sie nicht.

Nach ein dritter Umstand ist in dem Zusammenhang wichtig: Was soll man von den Inhalten einer Partei halten, die so schlampig ihr Zeug runterschreibt und sogar die schlimmsten Feinde der Kommunisten zu Genossen und – erwischt man sie dabei – zu einfachen Reaktionären und Nationalisten verharmlost?

Kommunisten sind Anhänger des Wissenschaftlichen Sozialismus, kommunistischer Journalismus muss nicht minder wissenschaftlich sein. Und der RF-Artikel, um den es hier geht, erhebt den Anspruch der Wissenschaftlichkeit.


[1]  MLPD-Zentralpostille  „Rote“ Fahne adelt Neonazis als Linke siehe

[2]  Selbstkritik der RF (nur in der Printausgabe)

[3]  Georgi Dimitroff, Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale im Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus, Bericht auf dem VII Weltkongreß der Kommunistischen Internationale, 2. August 1935, siehe

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