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MLPD-Zentralblatt
beschönigt schon wieder Nazis
von
Gerd Höhne/09. Dez. 2004
Vor
einigen Wochen wiesen wir auf die Ungeheuerlichkeit hin, dass die
rechtsopportunistische MLPD in ihrer Zeitung Nazis als ganz normale
Genossen behandelt und sich mit diesen nur kritisch-solidarisch
auseinandersetzt .
Man
sollte meinen, dass unsere harsche Kritik und die anderer Gruppen die
Redakteure zur Einsicht, Umkehr oder zumindest zu Zerknirschung gebracht
hätte. Aber nichts da!
Jetzt
bringen sie sowas wie eine Selbstkritik, die aber keine ist, sondern
eigentlich ein Offenbarungseid. Das schreiben die Redakteure
einer Zeitung, deren Inhalt für MLPD-Mitglieder direkt nach den Texten
ihres großen Heiligen Willi Dickhut, den Reden ihres großen
Vorsitzenden Stefan Engel und den Gerichtsklagen wegen Beleidigung von dessen
großer Ehefrau und Päpstin aller Umweltschützer Monika Gärtner-Engel,
kommt, also den Status der Unfehlbarkeit hat, dass sie, die Redakteure
dieser unfehlbaren Postille hätten „nicht
untersucht, welche Kräfte sich dahinter verbergen.“
Man
muss sich schon wundern, denn wer sich mit einer Gruppe oder
Organisation, egal welcher Art, auseinandersetzt, schaut sich deren
Publikationen an. In dem Fall, um den es sich hier handelt, war beim
ersten Blick klar, dass es sich um Nazis handelt. Da schrieben die
„Genossen“ der MLPD, das „Sozialistische Büro Bernburg“, doch
selbstentlarvend von einem von ihnen organisieren Seminar:
„Betrachtet
wird vor allem unser Sozialismus-Verständnis und seine klare Abgrenzung
zum Kommunismus. Der biologische Nationalismus ist ein weiterer
Schwerpunkt.“
Sie
geben also zu, keine Kommunisten zu sein. Und „biologischer
Nationalismus“ ist doch die vornehme Umschreibung einer rassistischen
Position. Die Nazi, die vom „Blut der arischen Rasse“ schwafelten,
nannten es deutlich, diese Formulierungen zu übernehmen ist heute
(noch) nicht opportun. Das merken diese Redakteure, vom (Stefan) Engel
inspiriert, nicht? Kaum zu glauben!
Weiter
schreiben die rötlichen Fähnler: „Leser wiesen uns darauf hin,
dass dieses „Büro“ reaktionäre und nationalistische Propaganda
verbreitet, getarnt mit angeblichem Widerstand gegen Hartz IV...“
Naja
sicher, Nazis sind reaktionär. Aber, die MLPD, die sich zur Definition
des Faschismus der Komintern angeblich bekennt, sollte Dimitroffs Rede
am 7. Weltkongress kennen. Dimitroff sage:
„Der
Faschismus an der Macht (...) die offene, terroristische Diktatur der
reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen
Elemente des Finanzkapitals.“
Faschisten
sind nicht einfach Reaktionäre und Nationalisten, sondern mehr.
Die
MLPDler bauen also den gleichen Bockmist wir einige Ausgaben vorher, sie
verharmlosen Nazi. Diesmal aber sind die, die vorher ihre Genossen
waren, auf einmal nur Nationalisten und Reaktionäre. Das Kind beim
Namen zu nennen, nämlich Nazi als Nazi und Faschisten als Faschisten zu
bezeichnen, machen sie nicht.
Nach
ein dritter Umstand ist in dem Zusammenhang wichtig: Was soll man von
den Inhalten einer Partei halten, die so schlampig ihr Zeug
runterschreibt und sogar die schlimmsten Feinde der Kommunisten zu
Genossen und – erwischt man sie dabei – zu einfachen Reaktionären
und Nationalisten verharmlost?
Kommunisten
sind Anhänger des Wissenschaftlichen Sozialismus, kommunistischer
Journalismus muss nicht minder wissenschaftlich sein. Und der RF-Artikel,
um den es hier geht, erhebt den Anspruch der Wissenschaftlichkeit.
Georgi
Dimitroff, Die
Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen
Internationale im Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse gegen
den Faschismus, Bericht auf dem VII Weltkongreß der Kommunistischen
Internationale, 2. August 1935,
siehe
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