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Ermittlungen gegen „Philantrophen“ made in usa, dem Obama Geld aus seiner Friedensnobelpreis-Prämie gab, um Schulen in Afghanistan zu bauen ...

DER KORRUPTIONSFALL MORTENSON IN DEN USA

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Quelle: Cubadebatte (Auf Kommunisten-online vom 24. April 2011) – Unter Nutzung der Popularität seines Buches Drei Tassen Tee (4 Millionen Exemplare verkauft seit 2006) häufte einer der großen humanitär sich gebenden Gurus aus den Vereinigten Staaten von Amerika, Greg Mortenson, über 60 Millionen Dollar (41,9 Millionen Euro) für eine Wohlfahrtsorganisation mit dem Namen Institut Zentralasiens an, mit welcher er nach eigenen Worten über 170 Schulen in Pakistan und Afghanistan aufgebaut hat.

Mortenson war so wichtig geworden, dass US-Präsident Barack Obama ihm 100.000 Dollar (69.851 Euro) aus seiner Friedensnobelpreis-Prämie spendete. Nach einer umfassenden Untersuchung bestätigte der Schriftsteller Jon Krakauer und das CBS-Fernsehprogramm 60 Minuten, dass Mortenson viele dieser Gelder dazu nutzte, um sich persönlich zu bereichern, die Konten jenes Instituts völlig undurchsichtig sind und er weniger Schulen als vorgegeben baute. Die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaats Montana, wo Mortenson ansässig ist, hat bereits Ermittlungen aufgenommen.

Mortensons Buch Drei Tassen Tee ist zur Pflichtlektüre für die Soldaten der USA geworden.

1993 beschloss Mortenson den Aufstiegsversuch zum Gipfel des K2. Mit einer Bergsteigergruppe reiste er nach Pakistan. Sie nahmen ihn krank mit nach oben. Nach zwei Monaten konnte er nicht mehr weiter an der Bergwanderung teilnehmen. Daher brach er sie ab und begann den Abstieg. Er verirrte sich und endete erschöpft in der Ortschaft Korphe. Dort erholte er sich von seinen Verletzungen. Er genoss die Gastfreundschaft der ortsansässigen Einwohner. Und er litt an seiner eigenen Armut. Erfüllt von Dank versprach er den dortigen Menschen zurückzukommen und ihnen Schulen für die Kinder des Ortes und die übrigen Menschen in der Region zu bauen.

Mortenson kehrte nach Montana zurück, um das Institut Zentralasiens (CAI) zu gründen. Er schrieb eine Biographie unter dem Titel Drei Tassen Tee, die auch in anderen Sprachen erschien und vier Jahre lang unter den Bestsellern laut der New York Times rangierte. Er kehrte bei etlichen Anlässen nach Asien zurück. Er ließ verlautbaren, dass ihn 1996 die Taliban kurz gefangen nehmen konnten. Er wurde drei Mal für den Nobelpreis nominiert. Er freundete sich mit US-Generälen an. Vom Pentagon aus sorgten sie dafür, dass Drei Tassen Tee zu einer Pflichtlektüre für die US-Soldaten in der Afghanistan-Aggression geworden ist.

Das Problem bei all dem besteht darin, dass Mortenson da etliche Begebenheiten frei erfunden hat. Er stellte Tatsachen völlig übertrieben dar. Er baute weniger Schulen, als er sagte. Er zweigte Gelder ab und bereicherte sich auf Kosten seines Instituts. Dies ergab eine kürzlich von Krakauer und dem Programm 60 Minuten im US-Fernsehkanal CBS vorgestellte Untersuchung. Krakauer ist ein bekannter Ankläger und angesehener Autor von Büchern wie Zu den Dschungelrouten oder Höhenkrankheit. Er hatte Geld an die Wohltätigkeitsorganisation von Mortenson gespendet, bis er dessen Buch 2010 las und herausfand, dass dies eine Farce war. Dann schlug er CBS eine Untersuchung mit den Mitteln des Fernsehens vor und schrieb ein Buch mit dem parallelen Titel Drei Tassen Betrug.

„Die ersten acht Geschichten aus Drei Tassen Tee sind eine verwirrte Zusammenfassung von als Tatsachen ausgegebenen fiktiven Ergüssen“, erklärt Krakauer. „Mortenson hat über die edlen Ziele gelogen, die er verfolgt haben will. Er hat über die Risiken gelogen, die er auf sich genommen haben will. Er hat über die Leute gelogen, die er getroffen haben will. Und er hat über die Schulen gelogen, die er gebaut haben will.“ Die Wohltätigkeitsorganisation von Mortenson hat betrügerische finanzielle Bilanzen herausgebracht und Millionen Dollar abgezweigt, die von Studenten und anderen Mortenson vertrauenden Menschen gespendet worden waren.

Das CBS-Programm 60 Minuten besuchte einige Schulen, die Mortenson bauen ließ. Dabei wurde aufgedeckt, dass diese Schulen leerstehend sind. Ein Teil des Institutsgeldes wurde eingesetzt, um zehntausende Exemplare der Drei Tassen Tee aufzukaufen, welche dann auf Konferenzen des Instituts verteilt wurden. Dabei kaufte das Institut nicht beim Verlag, sondern bei Buchhandlungen, um so Einkommen auf die Rechte des Autors zu generieren. Die Konferenzkosten schlagen mit 20.000 Euro zu Buche, obwohl einige Konferenzen als kostenlos deklariert wurden. Bezahlt oder nicht, stets bürdete Mortenson seiner eigenen Organisation seine Transportkosten auf: 32.000 Euro. Und nur ganz selten zahlte er sie zurück. Laut einer Anhörung aus dem Jahr 2009 setzte das Institut in jenem Jahre 2,7 Millionen Euro für den Bau von Schulen in Asien und 3,1 Millionen Dollar für die Konferenzen von Mortenson ein.

Dazu hat der vermeintliche Wohltätigkeits-Guru wenig geäußert. Er hat sich darauf beschränkt, einen Brief an seine Spender und Mitarbeiter zu versenden, worin er seine Kritiker anklagt, ein „verdrehtes Bild zu zeichnen“, und dass es ihm „als einer introvertierten und schüchternen Person nicht leicht fällt, vor die Medien zu treten“. Mortenson führt andererseits 160 Konferenzen jedes Jahr durch.

(Mit Information von El País, Spanien)

Quelle:

http://www.cubadebate.cu/

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