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N24-Kriegsfilmer Kronzucker:

Alle Fronten des 2. Weltkrieg wurden gezeigt – nur eine einzige kleine Front wurde von  ausgenommen:

Die sowjetisch-deutsche Front

Von whs 

Arbeiterkorrespondenz auf Kommunisten-online vom 29. Juni 2009 - Gestern Nachmittag lief im Nachrichtensender N24 folgend angekündigte Sendung:

N24 History - Die Geschichte der Deutschen / Der Krieg in Farbe. N24 zeigt farbige Bilder vom Krieg in ganz Europa und Nordafrika. Privatfilme vom Krieg an der Heimatfront dokumentieren unter anderem die Auswirkungen der alliierten Luftangriffe. Der ganze Wahnsinn dieses Krieges wird in den Farbaufnahmen erschreckend lebendig, wie es heute die Erzählungen der damals Beteiligten kaum mehr zu schildern vermögen.
Moderation: Dieter Kronzucker

Was herauskam kann sich der geneigte Leser sicher schon denken. Was an den einzelnen Fronten passierte wurde schön breit gewalzt. Nur eine einzige kleine Front wurde von diesem Geschehen ausgenommen, Die sowjetisch-deutsche. Ich will Herrn Kronzucker nicht übel nachreden. Ich weiß jetzt nicht mehr, hat er sie drei-, vier, oder fünfmal erwähnt (erwähnen lassen). Ein paar Bilder waren auch zu sehen, zum Teil müde deutsche Soldaten vor abgeschossenen sowjetischen Panzern.

 Der D-Day wurde aber natürlich in seiner ganzen Bedeutung dargestellt. Und die Bedeutung dieses Tages will auch niemand herabwürdigen. Dafür sind die Opfer, die die heldenhaften alliierten Soldaten gebracht haben, viel zu groß. Aber die zweite Front vor die erste zu stellen, zeugt schon von etwas Unverfrorenheit. Schon die Italienfront wurde wider besseres Wissen von Herrn Kronzucker als Untergangs des Dritten Reiches gefeiert. Aber weder das noch der Zusammenbruch der Nordafrikafront waren kriegsentscheidend. Das sollte auch ein Herr Kronzucker wissen.

Natürlich kann ich mir vorstellen, dass die sowjetischen Aufnahmen nicht in den Rahmen der Sendung gepasst haben. Denn es ist ja klar, die haben hauptsächlich Panzer, Flugzeuge und Kanonen gebaut und kaum einen Rubel ausgegeben, um Farbfilme zu entwickeln und herzustellen. Hätten sie das mal getan, dann hätte Herr Kronzucker sie gerne in seine Sendung eingebaut. Oder hätte er dann einen anderen Grund gefunden, um das heroische Ringen der Sowjetvölker nicht erwähnen zu müssen?

Auch ein Herr Kronzucker ist nur ein Rädchen im Getriebe der imperialistischen Propagandamaschine. Auch er verbreitet die Wahrheiten, die der Bourgeoisie nützen. Als nächstes sind dann die Leiden der Deutschen dran. Da wird der Zuschauer dann erfahren, dass die Wehrmacht und die SS gar nicht so schlimm waren, im Gegensatz zu den asiatischen Horden der Roten Armee.

In diesem Sinne wünsche ich fröhliches Geschichtsfälschen im Auftrag und zum Nutzen der Großbourgeoisie. Auch ein Herr Kronzucker darf sich bald eine Blindenbinde mit Schwertern und Eichenlaub umbinden.

Rot Front

W.

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