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Das
Regime braucht die Nazis
Von
Anna Heinzberger/27. August 2007
Derzeit
sind die Spitzenleute für's Polit- und Gesellschafts-Schwafeln wieder
gefragt. Im deutschen BLÖD -sehen
treten sie in Gruppen oder einzeln nacheinander unter Anleitung eines
hauptamtlichen Stichwortgebers
auf.
Anlass
für den Auflauf der Schwätzer sind die kriminellen Vorgänge in der sächsischen
Provinzstadt Mügeln. Dort hetzte eine rassistische Meute deutscher Nazis
acht Inder durch die Stadt. Die Einzelheiten der Straftaten können der
Presse (insbesondere junge Welt)
entnommen werden. In diesem Artikel will ich
das Drumherum behandeln, das von den Rosstäuschern der
Politikerszene in den
kapitalistischen Desinformationsorganen „BLÖD-sehen“ und „BLÖD-lesen“
veranstaltet wird.
Sie
schwadronieren von emotional aufgeladener Situation, brenzliger Situation
oder unerträglichem Gewaltexzess wie z.B. Tiefensee von der SPD.
Die
ganz schlauen Schwadroneure, die sich häufig mit dem Beinamen
„Experte“ oder „Kenner der Szene“ schmücken, entdecken die
Zivilcourage als die Verantwortliche.
Ihr
Verbrechen (das der Zivilcourage) ist, dass sie nicht am Tatort anwesend
war.
Das
ist zwar kein neuer aber ein durchaus bewährter Trick der professionellen
Lügner und Betrüger.
Die
Zivilcourage gibt einen idealen Verdächtigen, Schuldigen oder Täter ab.
Sie ist nicht greifbar und zuzuordnen.
Die
Organe der bourgeoisen Diktatur wollen auch gar nicht greifen und
zuordnen. Das demonstrierten die anwesenden Polizeikräfte klar während
der kriminellen Ereignisse. Sie standen tatenlos dabei und sahen keinen
Anlass Personalien von Tätern zu erfassen. Erst nachdem die Ereignisse
weltweit durch die Presse gehen, rudern die aufgeschreckten Politgauner
zurück.
Sie
setzen Ermittlungskommissionen ein und stocken diese auch mit zusätzlichem
Personal auf.
Der
Bürgermeister der Stadt nimmt mit seinen Äußerungen vorweg, was im
Wesentlichen wohl Ergebnis des ganzen politischen Schmierentheaters sein
wird. Er weiß von nichts, ihm ist nicht bekannt, dass eine rassistische
Naziszene existiert. Nach ihm waren es halt Raufhändel im Verlauf von
Trinkgelagen, bei denen sich die Beteiligten nur so zum Spaß Nettigkeiten
zuriefen und einen Wettlauf veranstalteten, was von Außenstehenden völlig
falsch verstanden wird.
Weitere
Schlagzeilen der letzten Tage runden das Bild ab: „Zwei
Afrikaner auf Weinfest schwer verletzt. Auch
in Rheinland-Pfalz hat es am Rande einer Festveranstaltung einen schweren
Übergriff auf Ausländer gegeben. Wie der Mainzer Leitende
Oberstaatsanwalt Klaus Puderbach am Freitag mitteilte, wurden ein Sudanese
und ein Ägypter am vergangenen Wochenende bei einem Weinfest in
Guntersblum bei Mainz von drei Rechtsradikalen schwer verletzt.“
„Ausländerfeindliche
Übergriffe auf Vietnamesen in Beeskow (Brandenburg)“
Interessant
ist, was tatsächlich in der BRD vorgeht. Nicht das, was die gekauften
Politjungs uns auf der Publikumsbühne in BLÖD-sehen und BLÖD-lesen
vorspielen.
Tatsache
ist, dass in Deutschland Nazibanden unter massivem Polizeischutz durch
viele Orte geführt werden. Ich musste selbst solche Naziaufmärsche
erleben.
Ein
Beispiel: Für 80 aus dem ganzen Bundesgebiet angereiste Nazigewalttäter
wurde eine halbe Großstadt gesperrt. Rund 3000 Polizisten aus mehreren
Bundesländern sicherten den zentral gelegenen Kundgebungsplatz und den
Demonstrationsweg für die Nazis, die nationalistische Parolen grölend
innerhalb einer Polizeischutzkette durch die Innenstadt zogen. Zigtausend
Demokraten und Antifaschisten in einer Gegendemo wurden von der Polizei
auf abgelegene Demonstrationsrouten gedrängt. In der Stadt jagten ihre Prügelgarden
junge Antifaschisten und alle die nach ihrer Meinung so aussahen. Bis an
die Zähne bewaffnet, mit mehreren Wasserwerfern und Hundestaffeln
bedrohten sie die protestierenden Demokraten und Antifaschisten. Einige
der grün Uniformierten äußerten auch in Fragmenten ihre Einstellung:
„Die Gefahr gehe von der militanten Antifa aus, nicht von den Nazis. Die
seien ja friedlich“. Oder die Polizei schütze die Meinungsfreiheit und
dergleichen dumme Sprüche mehr.
Tatsache
ist, dass Gewaltverbrechen von Nazis vertuscht und nur selten ermittelt
und verfolgt werden.
Tatsache ist, dass die BRD schon seit dem Adenauerregime Nazigrößen in
hohe Ämter hievte. Tatsache ist, dass zentrale Naziorganisationen von
unten bis oben von besoldeten „Verfassungsschützern“ durchsetzt und
geführt sind.
Daraus
kann problemlos der Schluss gezogen werden, dass die Nazibanden zur
strategischen Reserve der bürgerlichen Diktatur gehören.
Diese
Banditen können ihre Aufmärsche nur aufführen, weil das BRD-Regime sie
mit enormem Aufwand an Polizei, Material und mit Gewalt gegen die deutsche
Bevölkerung durchsetzt.
„Der
Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Sebastian Edathy (SPD) fordert
jetzt, die «Gaffer» wegen unterlassener Hilfeleistung zu verfolgen. Wenn
«so unfassbar viele Zuschauer wie in Mügeln tatenlos bleiben und
hinterher eine Mauer des Schweigens bilden», müssten auch gegen diese «Gaffer»
Verfahren geprüft werden, sagte Edathy der «BZ am Sonntag».“
Die
Heuchler geben der Bevölkerung die Schuld an den kriminellen Ereignissen,
wenn sie scheinheilig die fehlende Zivilcourage bejammern.
Von den tausenden
Antifaschisten und Demokraten, die wütend zusehen müssen, wie Nazis
unter dem Schutz der Regimeorgane aufmarschieren, redet dieser
Schlauberger natürlich nicht.
Realität
ist, dass überall da wo sich
Zivilcourage als Kritik gegen die kriminellen Aktivitäten des
kapitalistischen Regimes zeigt, massiv seine Prügelgarden eingesetzt
werden. Das ist bei Gegendemos gegen Naziaufmärsche ebenso der Fall wie
bei Hausdurchsuchungen und Verhaftungen gegen Antifaschisten und Linke.
Die menschenverachtende Praxis der Abschiebebehörden ist ein weiterer
Mosaikstein.
In
Heiligendamm setzten sie maskierte Provokateure ein, um Randale auszulösen.
Sogar
Kriegswaffen (Jagdbomber, Panzerfahrzeuge) und Militär wurden bemüht, um
die Zivilcourage zur Strecke zu bringen.
Die
Beispiele machen hinreichend klar, was von den Scheingefechten und dem
Schmierentheater der Politikerkaste zu halten ist. Sie wollen davon
ablenken, dass sie Verantwortliche und Drahtzieher sind. Ihr Ziel ist
nicht zuletzt, die internationalen Beobachter über die wahren Inhalte zu
täuschen.
Das
Wesen des Kapitalismus ist Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Die
normale Herrschaftsform der Kapitalistenklasse ist ihre durch den
Parlamentarismus verhüllte Diktatur. Begriffe wie „bürgerliche
Demokratie“, „parlamentarische Demokratie“ oder dergleichen mehr
dienen der Täuschung des Proletariats.
In
der imperialistischen Phase verschlechtert die Ausbeuterklasse die
Lebensbedingungen für das nationale und internationale Proletariat bis an
die Grenzen des Unerträglichen und darüber hinaus. Das Ausbeuterregime
weiß sehr gut, dass dies Widerstand, Aufruhr, Aufstand provoziert.
In
diesen Zusammenhang ist die ansteigende Gewalt einzuordnen, die das Regime
gegen das eigene Proletariat und das Proletariat anderer Länder einsetzt.
Die Organe der Ausbeuterklasse sind derzeit sozusagen vorbeugend tätig.
Dieser Vorgang spiegelt sich bis in die Sprache wider. Seit ein paar
Jahren verwenden sie sehr häufig das Wort „Präventiv-“ in den
verschiedensten Zusammenhängen. Auch das Wortungetüm
Vorratsdatenspeicherung fällt in diese Kategorie. Für die
Ausbeuterklasse ist die gesamte ausgebeutete Bevölkerung terrorismusverdächtig.
Sie
ist dabei, Schritt für Schritt totalitäre Elemente in ihr politisches
System einzubauen, die fatal an faschistische Diktaturen erinnern. Das
wird verständlich, wenn wir uns erinnern, dass der Faschismus an der
Macht nach der Definition von Dimitroff nichts anderes ist, als "die
offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten
chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des
Finanzkapitals."
Kapitalismus
ist der Kern und die ökonomische Basis sowohl des parlamentarisch bürgerlichen
Systems als auch des Faschismus. Beides sind Herrschaftsformen der
Bourgeoisie. Die eine ist durch Parlamentarismus verhüllte Diktatur, die
andere offen terroristisch.
Die
Kapitalistenklasse hält sich auch die terroristische Option offen für
den Fall, dass ihre Herrschaft gefährdet ist. Der Naziterror in
Deutschland bietet der gekauften Politikerkaste außerdem regelmäßig die
Stichworte, die sie benötigt um sich seicht schwafelnd, entrüstet, oder
besorgt vor der staunenden Bevölkerung präsentieren zu können und wie
aktuell betrieben, die Bevölkerung als Gaffer zu bewerten.
Nazis
sind für diese Kaste fast schon unentbehrlich zum Gelingen der Politshow.
Für einige der Politclowns dürfte schon alleine das Grund genug sein,
nicht wirklich etwas gegen den terroristischen Nazisumpf zu tun.
Die
Ausbeuterklasse profitiert ebenfalls vom Naziterror. Er erscheint losgelöst
von ihr und als Rassismus. Er verdeckt ihre Herrschaft.
Die
Krankheit, unter der die Menschheit leidet ist der Kapitalismus. Der
faschistische Terror ist ein Symptom dieser Krankheit.
Anna
Heinzberger
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