|
Geschichtsfälscher
am Werk
Die
wundersame Verminderung der Anzahl der Opfer –
Angloamerikanische
Terrorbomben auf Dresden 1945
Von
Günter Ackermann
Kommunisten-online
vom 30. Januar 2010 – „Alles Gute kommt von oben“ steht auf dem
Transparent antideutscher Faschisten. Sie verherrlichen den Tod unzähliger
Menschen in Dresden, die vom
13. bis zum 14. Februar 1945 im Hagel angloamerikanischer Bomben ums
Leben kamen oder von den Bordkanonen amerikanischer Tiefflieger
erschossen wurden. Sie arbeiten damit ihren Gesinnungskumpanen, den
braunen Faschisten zu. Denn während die einen das mit der Vernichtung
von Menschen durch Bomben der Westalliierten bejubeln, benutzen die
anderen das Thema um die faschistischen Verbrechen im 2. Weltkrieg zu
relativieren und/oder zu leugnen. Es sind zwei Seiten der gleichen
Medaille.
Terrorangriffe
der Angloamerikaner auf deutsche Städte im 2. Weltkrieg
Die
Bombenangriffe der Angloamerikaner folgten immer dem gleichen Muster:
Große Industriebetriebe, selbst, wenn sie kriegswichtig waren, wurden
nicht bombardiert. Falls sie doch getroffen wurden, dann nur aus
Versehen. Stattdessen wurden die Stadtteile angegriffen, in denen
die Arbeiter wohnten, also da, wo sehr viele Menschen auf engem
Raum lebten.
Und
solche Industriebetriebe wurden besonders geschont, an denen Konzerne
aus den USA und England beteiligt waren oder die mit diesen in engen
geschäftlichen Beziehungen standen.
Dass hier zunächst Ford und Opel genannt werden müssen, ist klar –
aber auch die der IG-Farben und Mannesmann und andere gehören dazu. Bei
denen vermutet man das nicht,
denn ihre Produkte waren von großer Bedeutung für den Krieg – ohne
sie wäre keine Granate abgeschossen worden, kein KFZ hätte sich bewegt
und kein Flugzeug wäre aufgestiegen, wenn die Produkte der IG-Farben
nicht zu Verfügung gestanden hätten. Aber ohne diese Produkte hätten
die Faschisten auch kein en Juden
oder Zigeuner vergasen können. Das Tötungsmittel Zyklon B wurde von
der Degesch hergestellt, an
der IG-Farben der größte Anteilseigner war.
IG-Farben
war eng mit dem US-Chemie-Giganten Dupont verschwistert und wickelte
noch im Laufe des Krieges Geschäfte mit diesen über die Schweiz ab. Ähnlich
machte es auch Mannesmann und mit Sicherheit auch weitere Konzerne.
Bei
Fabriken von IG-Farben gab es nach der Konferenz von Jalta aber eine
wichtige Einschränkung. Alle Fabriken, die in den
zukünftigen Westzonen lagen, wurden nach wie vor geschont –
nicht aber die im Osten, also in der späteren sowjetischen
Besatzungszone.
In
Jalta hatten die Alliierten die Grenzen der Besatzungszonen festgelegt.
Also konnten die angloamerikanischen Bomber die Leunawerke und die
Bunawerke angreifen, taten es aber nicht in Ludwigshafen. Frankfurt-Höchst,
Leverkusen usw.
Man
wollte den Russen – sie waren immerhin
noch Verbündete der Westalliierten – nicht diese wichtigen
Industrieanlagen überlassen.
Trotzdem
wurden hauptsächlich die
dicht besiedelten Wohnquartiere der Arbeiter angegriffen. Man glaubte,
man könne damit die Kriegsmoral der Deutschen brechen und damit auch
die Wehrmacht schwächen. Tatsächlich aber erreichte man das genaue
Gegenteil – sie wurde gestärkt. Die angloamerikanischen Strategen,
allen voran der britische Luftmarschall Sir Arthur Travers Harris, setzten die Terrorangriffe selbst dann fort, als
sie erkannt hatten, dass damit die Moral der Deutschen nicht zu brechen
war.
Der
Bombenangriff auf Dresden 13./14. Februar 1945
Vorweg:
Ich betrachte es nicht als meine Aufgabe, das zu entschuldigen und zu
rechtfertigen, was die Alliierten taten. Festgestellt sei allerdings:
Den Krieg zwang das deutsche Großkapital der Welt auf und bediente sich
dabei der Nazipartei. Denen gehört die Hauptverantwortung für Krieg
und Faschismus.
Wenn
aber, wie z.B. in Dresden, eine Stadt aus der Luft angegriffen wurde,
deren strategische Bedeutung gering war und, wenn, wie geschehen, die
wichtigsten der vorhandenen strategischen Ziele ausgelassen wurden (z.B.
Eisenbahnbrücke über die Elbe, Garnison der Wehrmacht), stattdessen
die historisch wertvollen Teile und die dicht besiedelten Wohnquartiere
der Arbeiter, dann erhebt sich doch die Frage, ob das nicht ein
Kriegsverbrechen war. Ich bin der festen Überzeugung, dass es keine
Rechtfertigung für die Terrorangriffe der Alliierten auf deutsche Städte
gibt. Das trifft nicht nur auf Dresden zu. Es handelte sich um
Kriegsverbrechen, der Angriff auf Dresden – elf Wochen vor Kriegsende
– war es auch. Wenn einige, die sich als links bezeichnen, nun ins
Horn der Herrschenden einstimmen und die Terrorangriffe auf Dresden
rechtfertigen, so erledigen sie damit die Geschäfte der Faschisten. Sie
treiben denen die Menschen
in die Arme, denn man kann es niemanden erklären, dass diese Angriffe
notwendig und moralisch vertretbar waren.
Ich
beteilige mich nicht an diesem Werk des Leugnens von Kriegsverbrechen,
das überlasse ich denen, die ein Interesse
an der Verharmlosung dieser Angriffe haben. Das sind die, welche
Deutschland in neue kriegerische Abenteuer stürzen wollen – nur
diesmal an der Seite jener, die 1945 Dresden in Schutt und Asche bombten
und meinen, je harmloser das
damalige Geschehen wirkt, umso besser können sie die Deutschen für
neue kriegerische Maßnahmen gewinnen.
Wenn
die westlichen Alliierten ihre Kraft dazu genutzt hätten, die
kriegswichtigen Anlagen – Flughäfen, Fabriken, Kasernen – zu zerstören,
wäre ich der Letzte, der ihnen das vorwirft. Stattdessen aber war es
so, dass die westlichen Besatzungszonen
noch 1945 mehr Industriepotential nach Kriegsende hatten, wie vor
dem Krieg das gesamte Großdeutsche Reich – also einschließlich das
schlesische Industrierevier und Österreich. Es waren jedoch die
Arbeiterquartiere in allen angegriffenen Städten, die mit
Bombenteppichen belegt und zerstört wurden.
Hatten
die Städte im Ruhrgebiet und Hamburg eine gewisse strategische
Bedeutung, war Dresden eine Stadt ohne nennenswerte Bedeutung für die
Kriegswirtschaft. Nur die Zeiss-Ikon Werke hatten Bedeutung für die
Kriegsführung.
Die
Geschichte der Opferzahlen
Nach
den Bombenangriffen im Februar 1945 gab es einen
Bericht eines Polizeioffiziers. Der Text:
|
Der
höhere Polizei- und SS-Führer
Der Befehlshaber der Ordnungspolizei
Dresden,
den 22.3.45
Tagesbefehl
Nr. 47
1.
Luftangriff auf Dresden.
Um den wilden Gerüchten entgegentreten zu können, folgt
nachstehender kurzer Auszug der Schlussaufstellung des Polizeipräsidenten
von Dresden über die vier Angriffe am 13., 14., 15.2.1945 auf
Dresden.
1.
Angriff am 13.2.45 v. 22.09 – 22.35 etwa 3000 Spreng- u. 400
000 Stabbrandbomben
2. Angriff am 14.2.45 v. 01.22 – 01.54 etwa 4500 Spreng- u.
170 000 Stabbrandbomben
3. Angriff am 14.2.45 v. 12.15 – 12.25 etwa 1500 Spreng- u. 50
000 Stabbrandbomben
4. Angriff am 15.2.45 v. 12.10 – 12.50 etwa 900 Spreng- u. 50
000 Stabbrandbomben
Total
vernichtet bzw. schwer beschädigt wurden 13 441 Wohngebäude,
das sind 36% aller Wohngebäude in Dresden. Weiter wurden total
vernichtet bzw. so schwer beschädigt, daß sie nicht mehr
benutzt werden können:
30
Banken
647 Geschäftshäuser
31 Waren- und Kaufhäuser
32 größere Hotels
25 größere Gaststätten
19 Kirchen
6 Kapellen
22 Krankenanstalten
75 Verwaltungsgebäude
72 Schulen
6 Theater
18 Lichtspielhäuser
2 Museen
5 Konsulate, darunter das Spanische und Schweizer Konsul
Im
Kühlhaus wurden nur 180 Fass (zu je 50 kg) vernichtet, alle
anderen Bestände wurden gerettet.
Bis
zum 20.3.45 abends wurden 202 040 Tote, überwiegend Frauen und Kinder
geborgen. Es ist damit zu rechnen, daß die Zahl auf 250 000
Tote ansteigen wird. Von den Toten konnten nur annähernd 30% identifiziert werden.
Die
Ordnungspolizei Dresden (Schutzpolizei) hat 75 Tote, 276 Vermißte,
die zum großen Teil zu den Toten mitgerechnet werden müssen,
zu verzeichnen.
Da der Abtransport der Toten nicht rechtzeitig und rasch
vonstatten gehen konnte, wurden 68
650 Gefallene eingeäschert, die Asche auf einem Friedhof
beigesetzt.
Da die Gerüchte die Wirklichkeit weit übertreffen, kann von
den tatsächlichen Zahlen offen Gebrauch gemacht werden.
Die Verluste und Schäden sind schwer genug. Die ganze Schwere
der Angriffe liegt darin, daß dieser Umfang der Schäden in
wenigen Stunden hervorgerufen wurde.
Für
den Befehlshaber der Ordnungspolizei
Der Chef des Stabes, gez. Grosse
Oberst der Schutzpolizei |
Dieser,
mit der Akribie eines Bilanzbuchhalters mit deutsche Gründlichkeit
verfasste Bericht – oder wie soll ich den Satz: „Im
Kühlhaus wurden nur 180 Faß (zu je 50 kg) vernichtet, alle anderen
Bestände wurden gerettet.“ Verstehen?
– basiert auf der Zählung der Bombenopfer durch die Dresdner Polizei. Wenn
die Polizei damals von 202 040 geborgenen Toten schreibt, so ist
auch diese Zahl sehr detailgenau. Und, wenn „nur
annähernd 30% identifiziert werden“ konnten, dann sind das
immerhin rund 60.600 Tote, Offiziell aber spricht man heute von
insgesamt18.000 Toten. Woher dieser auffällige Schwund?
Ich
weiß keinen Grund, am obigen Polizeibericht zu zweifeln. Erstellt wurde
er von Leuten, die professionell solche Aufgaben hatten, der Bericht ist
sehr detailgenau. Auch die Zählung der Sachschäden lassen sich im
Nachhinein überprüfen und wird nicht angezweifelt. Und ausgerechnet in
der Zahl der Toten haben die damaligen Behörden so geschlampt, dass sie
eine mehr zehnfache Opferzahl errechneten? Also zählten sie jeden Toten
zehnfach? Unwahrscheinlich! Und welches politische Interesse sollten
die Nazibehörden gehabt haben, die Opferzahlen so hoch zu
rechnen? Die Nazis belogen zwar
die Öffentlichkeit, nicht aber die eigene Führung. Der Bericht eines
Wehrmachtsoffiziers an das Führerhauptquartier spricht von 250.000
Toten.
Allerdings
ist der oben angeführte
Tagesbefehl der Polizei nicht im Original erhalten, es gibt nur
Reproduktionen. Allerdings nennt der Wehrmachtsbericht an das Führerhauptquartie
exakt die Zahlen des Tagesbefehls 47. Der Schreiber des Berichtes dürfte
ihn gekannt haben.
Ich
kenne allerdings einige Gründe der heute Regierenden die Zahlen der
Opfer nach unten zu schönen. Was die Stoßrichtung des Runterzählens
ist, zeigt folgende
Textpassage über die Bombardierung Dresdens: „Ob
die sowjetische Besatzungsmacht, die etwa drei Monate nach den
Bombenangriffen in Dresden einzog, Unterlagen der Stadtverwaltung oder
anderer Behörden beiseite geschafft und nach Rußland verschleppt hat,
ist unbekannt, aber nicht unmöglich..“
Unmöglich
ist auch nicht, dass ein hungriger Löwe aus dem Zoo im Februar 1945
ausbrach und das Papier des Tagesbefehls Nr. 47 gefressen hat.
Jedenfalls wird hier suggeriert, dass wieder einmal die Russen die
Schuld tragen.
Es
gibt auch Versuche, der UdSSR die Schuld am Bombenangriffe anzudichten.
Auch von links.
„Der
Angriff auf Dresden wurde den Sowjets durch die US-Militärmission in
Moskau vorab mitgeteilt; sie erhoben keine Einwände.
Also
warfen die Russen die Bomben, zumindest indirekt – folgt man dem Autor
Jürgen Elsässer. Die Hauptverantwortung trägt nicht Churchill oder
Bomber-Harris, sondern Stalin und
Marschall Shukow. So lügt man die Geschichte um.
Oder,
so ein anderer „linker“ Text zu Dresden:
„Dass
der Angriff so verheerend war, erklärt sich auch aus dem Zusammenspiel
ganz unterschiedlicher Faktoren: Das Wetter war für einen Luftangriff
ungewöhnlich gut, die Dresdner Flugabwehr war in das Ruhrgebiet
abtransportiert worden (was den Alliierten unbekannt war) und die
Dresdner Gauleitung hatte es versäumt, auch nur halbwegs ausreichende
Luftschutzmaßnahmen zu ergreifen. Bei einem ähnlich schweren Angriff
im März 1945 auf Essen, das ein umfangreiches Bunkersystem hatte,
starben unter 1000 Menschen, also vergleichsweise wenige.
Als
die Rote Armee schließlich nach Dresden einrückte, wurde sie erbittert
bekämpft; der Kampf um die letzten Häuser in Dresden kostete noch
einmal etwa 200 russischen SoldatInnen und einer unbekannten Anzahl
fanatischer NationalsozialistInnen das Leben – typisch für die
letzten Kriegswochen in Sachsen.
Dieser
Text ist alles andere als historisch. Auf der offiziellen Homepage
Dresdens heißt es hierzu:
„Klar
ist, dass mit der Bombardierung hauptsächlich zivile Einrichtungen
zerstört wurden, während Kasernen und Materiallager am Rande der Stadt
nicht bombardiert wurden. Angeblich sollte mit der Bombardierung auch
der Weg für den Einmarsch der
Roten Armee frei gemacht werden. Die sowjetischen Truppen
erreichten Dresden jedoch erst nach der Kapitulation.“
Mal
abgesehen von der Tatsache, dass es damals keine sowjetischen Kampfverbände
gab, bei denen Frauen in den
Kampftruppen waren (SoldatInnen), ist mir auch unklar, woher der
Schreiber die Zahl von 200
im Kampf um Dresden gefallenen
Rotarmisten hat? Denn ohne Kämpfe
auch keine Gefallenen. Oder sind das sowjetische Kriegsgefangene, die im
alliierten Bombenhagel starben?
Die
Rote Armee hatte nicht vor, Dresden zu erobern und umging die Stadt.
Erst nach der bedingungslosen Kapitulation,
am 8. Mai 1945, wurde Dresden besetzt.
Weiter
erklärt der Schreiber: „Dass der Angriff so verheerend war, erklärt sich auch aus dem
Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Faktoren: Das Wetter war für einen
Luftangriff ungewöhnlich gut, die Dresdner Flugabwehr war in das
Ruhrgebiet abtransportiert worden (was den Alliierten unbekannt war) und
die Dresdner Gauleitung hatte es versäumt, auch nur halbwegs
ausreichende Luftschutzmaßnahmen zu ergreifen.“
Soso,
der Wettergott war dran schuld, Nur: Das Wetter hatte zwischen dem
ersten Nachtangriff, den Tagesangriffen bis zur 4. Angriffswelle
gewechselt. Es war mal klares Wetter, mal stark bewölkt. Das geht
jedenfalls aus den verschiedenen Berichten hervor. Was ist nun
das für einen Luftangriff „ungewöhnlich gut“?
Ob
die Luftabwehr dran schuld
war oder der Mangel an Bunkern, vermag ich nicht einzuschätzen, spielt
meines Erachtens auch keine Rolle.
Dass
die Opfer so hoch waren, lag vor allem an der Taktik der
Bombardierungen:
1.
Welle um 22:10 Uhr hauptsächlich Luftminen und Brandbomben. Die
Luftminen decken die Häuser ab und geben den Brandbomben
das nötige Material zum Anbrennen der Häuser. 22:30 Uhr brennt
die gesamte Innenstadt.
Rettungs-
und Löschmaßnahmen beginnen. Auf deren
Höhepunkt erfolgt die 2. Abgriffswelle zwischen 1:23 und 1:54
Uhr bombardieren 529 Lancaster-Bomber vor allem die äußeren
Stadtteile. Das stört die Rettungs- und Löschmaßnahmen erheblich. Das
ist gewollt.
In
dieser Nacht fallen auf Dresden 200.000
Sprengbomben und 650.000 Brandbomben mit einem Gewicht von mehr als
2.600 Tonnen.
Am
nächsten Tag erfolgen zwei Luftangriffe der US-Air Force. Die Bomber
werden begleitet von 70 Jäger vom Typ P-51. Letztere machen Jagd auf
Menschengruppen an den Ausfallstraßen und im Großen Garten.
Die
Opferzahlen und das Herunterrechnen
Noch
1992 schrieb die Stadt Dresden durch die Sachgebietsleiterin des Amtes für
Protokoll und Auslandsbeziehungen auf Anfrage folgendes:
|
LANDESHAUPTSTADT
DRESDEN Opferzahl
STADTVERWALTUNG
Amt für Protokoll und
Auslandsbeziehungen
Bearbeiter:
Mitzscherlich Zimmer:
Ihr Schreiben
Ihr Zeichen
Unser Zeichen
Telefon
Datum
0016/Mi
31.7.1992
Sehr geehrter ...,
in den vergangenen Wochen und Monaten erreichte uns eine Flut
von Briefen, in denen uns die Absender ihre Zustimmung zu
unserem Protest gegen das Denkmal des Luftmarschalls A.T. Harris
bekunden und gleichzeitig, wie auch Sie, die Frage nach der tatsächlichen
Zahl der Opfer der Bombenangriffe auf Dresden am 13./14. Februar
1945 stellen.
Zweifelsohne ist eine Aufarbeitung der historischen Tatsachen
und Hintergründe und damit eine offizielle Korrektur der in den
vergangenen Jahrzehnten von der DDR veröfffentlichten Angaben
über die Opfer unerläßlich. Nun, da die Möglichkeiten dazu
gegeben sind, ist es nahezu eine Verpflichtung, daß die
Historiker dieses Thema unter anderen Aspekten erneut
aufgreifen.
Um der geschichtlichen Wahrheit über das Ausmaß der Zerstörung
und des Todes in Dresden gerade auch in Großbritannien Geltung
zu verschaffen, bedarf es neben den Schätzungen vor allem der
Beweisführung, und darin liegt heute die Schwierigkeit.
Gesicherten Angaben der
Dresdner Ordnungspolizei zufolge wurden bis zum 20. 3. 1945
202.040 Tote, überwiegend Frauen und Kinder geborgen. Davon
konnten nur etwa 30% identi- fiziert werden. Einschließlich der
Vermißten dürfte eine Zahl von 250.000 bis 300.000 Opfern
realistisch sein. Entsprechende neue Forschungen sind noch nicht
abgeschlossen.
Diese Informationen sind sicher nicht allumfassend: dennoch
hoffen wir, Ihnen damit geholfen zu haben.
An dieser Stelle möchten wir Ihnen für Ihre Verbundenheit mit
der Stadt Dresden danken, die in der Zukunft, und dessen sind
wir gewiß, schöner denn je erblühen wird.
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Karin Mitzscherlich
Sachgebietsleiterin
http://www.politikforen.net/ |
Das
ist keine Auskunft aus DDR-Tagen. Damals, so behaupten die Rechtfertiger
des Bombenangriffs, habe man aus Propagandagründen die Opferzahlen hoch
gerechnet. Dies ist eine Auskunft, als Dresden schon längst
bundesdeutsch war. Allerdings, als einige Zeit später ein Historiker
diese Zahl bestätigt haben wollte, bekam
er die Auskunft, man dürfe keine Opferzahlen mehr nennen. Warum
wohl?
Wie
schon festgestellt: Ich kenne keinen Grund, warum im
März 1945 sich die Polizeibehörden Dresdens so verzählt haben
sollten, dass sie jeden Toten m zehnmal zählten. Die Angaben
sind detailgenau und präzise, fast pedantisch. Auch die Angaben über
die identifizierten Toten – und damit auch wohl registrierten – sind
präzise. Die angegebene
Zahl der Toten war 202040, fast 30% sind eindeutig identifiziert worden.
Das sind mehr als 60.000 Tote – weit mehr als die heutige Zahl von
18.000.
Die
heutigen Herrschenden haben ein gestandenes Interesse daran, die
Terrorangriffe der westlichen Alliierten
im 2. Weltkrieg klein zu rechnen. Sie sind ja die heutigen Verbündeten.
Mehr noch: Der deutsche Imperialismus beginnt nach der
„Wiedervereinigung“ erneut mit kriegerischen Abenteuern. Diesmal
aber nicht im Alleingang oder mit anderen Mittelmächten (Japan,
Italien), gegen den Rest der
Welt, sondern im Schlepptau des USA-Imperiums. Da ist angesagt, die
Bombenangriffe herunter zu spielen. In den westdeutschen Städten wurde
das erfolgreich seit BRD-Gründung gemacht. Dresden aber ist eine andere
Größenordnung. Es war einer der schönsten Städte nördlich der
Alpen, die zerstörten Kunstwerke genossen Weltruhm
und die Wunden sind immer noch sichtbar.
Daher
ging vor einigen Jahren die Stadtspitze Dresdens daran, jetzt eine endgültige
Zahl zu nennen – eine möglichst kleine.
weiter
|

Dresden
brennt |

Britischer
Bomber beim Abwurf von Stabbrandbomben |
|
![[Abbildung]](index.jpg)
Verbrennung
von Leichen in Dresden nach der Bombardierung
|

Nach
den Bombenangriffen |
|
Leichenberge |
Exkurs:
Der
Geschichtsfälscher als Forscher nach der wahren
Opferzahl
oder
Der
Bock als Gärtner
Man
musste dazu jemanden haben, der keine Skrupel vor Fälschungen hat. Den
fand m an in Prof. Dr. Rolf-Dieter Müller, einen, zu dessen Job es gehört
die deutsche Kriegshistorie im Sinne der Lamettaträger umzulügen.
Rolf-Dieter Müller ist Wissenschaftlicher Direktor des Militärgeschichtlichen
Forschungsamtes der Bundeswehr und hat mehrfach Erfahrung in Geschichtsfälschung.
Am
26.01.2009 berichtete der Spiegel, ein Jurist Helmut Kramer habe
Rolf-Dieter Müller vorgeworfen, als Gutachter der CDU/CSU gegen die
Rehabilitierung von Kriegsverrätern sein vor dem Rechtsausschuss des
Bundestages präsentiertes beeindruckendes Paradebeispiel: über General
Edgar Feuchtinger gefälscht zu haben.
Es ging um folgendes:
Die Linksfraktion beantragte 2006 im
Bundestag, alle jene pauschal zu rehabilitieren, die während des 2.
Weltkrieg wegen Kriegsverrats verurteilt wurden. Die CDU/CSU war dagegen
und beauftragte Rolf-Dieter Müller ihr ein Gefälligkeitsgutachten zu erarbeiten, dass einen Fall enthält,
der nicht rehabilitiert werden durfte. Ohne ins Detail gehen zu wollen
folgendes: Was Müller dem Rechtsausschuss vorlegte, war von vorn und
hinten nachweislich falsch und zum Teil frei erfunden.
Der Jurist Helmut Kramer schreibt dazu:
„Um dem Antrag der
Linksfraktion auf eine pauschale Aufhebung der Urteile entgegentreten zu
können, benötigten die Rehabilitierungsgegner wenigstens ein einziges
Urteil, das sich auch nach heutigen Maßstäben aufrecht erhalten läßt.
Müller machte sich nützlich und lieferte ein Paradebeispiel: das
Urteil gegen den General Edgar Feuchtinger. Das habe Wette in selektiver
Fallauswahl ignoriert. Feuchtinger sei wegen Kriegsverrat zum Tode
verurteilt worden, und zwar mit Recht. Er habe nämlich seiner Freundin,
einer Tänzerin, in einem Brief mitgeteilt, mit welchen Aufgaben er während
der Ardennenoffensive befaßt war, und er habe ihr eine Benzinbezugsmöglichkeit
verschafft.“
Aber
Feuchtinger wurde nicht wegen Kriegsverrat verurteilt, sondern wegen
Wehrkraftzersetzung, war aber von Hitler höchstpersönlich begnadigt
worden und hat nach
Kriegsende in der BRD eine gute Generalspension kassiert und hat noch in
der Wirtschaft Karriere gemacht.
Weiter
Kramer:
„Ähnlich
wie weltanschaulich besessene Juristen zur Begründung eines politisch
erwünschten Urteils in ergebnisorientierter Argumentation alle
methodischen Standards beiseite lassen können, wofür es auch in der
Geschichte der bundesdeutschen Justiz einige Beispiele gibt, hat hier
ein vergangenheitspolitisch festgelegter Historiker jede Kontrolle über
sich verloren. (…) Hier
aber wurde eine Tatsachenbehauptung trotz Kenntnis des Gegenteils
aufgestellt, und Müller verband diese falsche Behauptung auch noch mit
dem massiven Vorwurf, sein Kollege Wolfram Wette habe wissenschaftlich
unseriös gearbeitet, indem er das – nicht vorhandene –
Kriegsverratsurteil gegen Feuchtinger ignorierte. Damit hat Müller das
Urteil wissenschaftlicher Unseriosität über sich selbst gesprochen.
Dennoch möchte ich nicht völlig ausschließen, daß er auf der Suche
nach der Durchsetzung seiner geschichtspolitischen Positionen letztlich
die Wirklichkeit mit einem Wunschbild verwechselt hat.“
(Hervorhebung von mir , G.A,)
Müller scheint Spezialist in politisch erwünschten
Urteilen in ergebnisorientierter Argumentation zu sein, der alle
methodischen Standards beiseite lässt.
Auch
jüngst hat Müller im Auftrag des Berliner Kriegsministeriums ein
Gutachten erstellt, in dem er die Verbrechen deutscher Gebirgsjäger im
2. Weltkrieg in Griechenland rechtfertigt und umgelogen werden.
Der
war also der Hauptgutachter über die Opferzahlen von Dresden. Ein
wahrer vertrauenswürdiger Gutachter!
Ende
Exkurs
Der
famose Bundeswehr-Historiker ging ans Werk und ließ erstmal die Toten
verschwinden, die viele Jahre als gesichert galten: 35.000. Jetzt sind
es deutlich weniger. Man habe „keine Beweise oder belastbaren
Indizien“ gefunden, so der Kommissionsvorsitzende Professor
Rolf-Dieter Müller vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt in
Potsdam, dass die Zahl der getöteten bei den Februarangriffen höher
als 25.000 liegen könne.
Ist
das nicht erfreulich? Und man hat ausgerechnet, dass pro Tonne
Bombenlast Dresden gar nicht so schlimm war: nur 7,7 Tote pro Tonne
Bombenlast.
Der
damalige Stabschef des Dresdner Festungskommandanten, Major Eberhard
Matthes, war der Offizier, der damals einen Bericht ans Führerhauptquartier
verfasste, dass es sich um etwa 250.000 Tote handelt, wurde vom ach so
wahrheitsliebenden Herrn Prof. Müller korrigiert: „Es
gibt keine militärische Quelle, die ein höhere Opferzahl nahelegt.“
Dabei
ist der Bericht, den Major Matthes damals verfasste, auch eine militärische
Quelle und Matthes nennt eine erheblich größere Opferzahl.
Auch
konnten, so meint der Müller-Bericht, die Menschen auch nicht im
Feuersturm zu Asche werden. Dazu sei die Hitze nicht groß genug
gewesen. Hierzu folgender Bericht
eines Entkommenen über die Bergung der Leichen seiner Verwandten aus
einem Bunker:
„Die
Leichen waren in der Form als Menschen erkennbar. Sie zeigten noch genau
den Körperbau, die Schädelform, waren aber ohne Bekleidung. Augen und
Haare. - also verkohlt und nicht zusammengeschrumpft. Bei Berührung
fielen sie zu Asche zusammen und zwar restlos ohne Skelett oder
irgendwelche einzelne Knochen. Eine männliche Leiche erkannte ich als
meinen Schwiegervater. Sein Arm war von zwei Steinen eingeklemmt. Dort
waren Reste seines graumelierten Anzugs erhalten geblieben. Nicht weit
daneben saß unzweideutig die liebe Mutter. Die schlanke schmächtige
Form und auch die Kopfform ließen keine Täuschung zu“.(hervorgehoben
von mir, G.A.)
Also
doch zu Asche verbrannt.
Auch
die Tieffliegerangriffe der US-Air Force-Piloten gab es nicht –
folgt man dem Müller-Kreis. Die Zeitzeugen, die davon berichteten, wären
damals Kinder gewesen, die Luftkämpfe zwischen amerikanischen
und deutschen Jägern gesehen
hätten. Dass im Frühjahr 1945 so gut wie keine deutschen Flugzeuge
wegen Treibstoffmangel, auch im Fronteinsatz, aufsteigen konnten, wird
geflissentlich übersehen.
Fazit:
Natürlich
kenne ich die wahren Zahlen der Opfer auch nicht. Ich meine aber, man
soll die Zahlen, die direkt nach den Angriffen genannt wurden, nicht als
absurd abtun. Das, was die Müller-Kommission hier abgeliefert hat,
erscheint mir dagegen mehr als fragwürdig. Müller ist ein mehrfach
erwischter Geschichtsfälscher. Seriosität kann man ihm mit Sicherheit
nicht unterstellen.
Und
wir Kommunisten?
Es
steht außer Zweifel, dass der 2. Weltkrieg vom deutschen Finanzkapital
vom Zaune gebrochen wurde. Es war die deutsche Luftwaffe, die die in
Dresden angewandte Taktik entwickelt hat.
In
Guernica soll es bis zu 2000 Tote gegeben haben. Die Stadt hatte damals
6.000 Einwohner. Es starben also jeder dritte Einwohner der Stadt. Dass
das ein Kriegsverbrechen
war, wird selbst von Bürgerlchen nicht
angezweifelt.
Unsere
Klientel sind die werktätigen Massen, allen voran die Arbeiterklasse.
Denen klar zu machen, dass
es richtig war, bei den Bombenangriffen auf deutsche Städte vor allem
die Arbeiterquartiere zu zerstören und die Frauen und Kinder der
Arbeiter zu töten, ist unmöglich. Es gibt keine Entschuldigung dafür,
am wenigsten die, das sei
Kriegsnotwendig gewesen. Das war es
nicht in Hamburg, nicht in Köln, nicht in Pforzheim und auch
nicht in Dresden.
In
Dresden kommt noch hinzu, dass alle wichtigen militärischen Ziele in
Dresden unversehrt blieben, weil außerhalb des Bereichs der
Bombardierung. Es trifft in Dresden das zu, was Otto Grotewohl, damals
Ministerpräsident der DDR, zum 10. Jahrestag des Terrorangriffs sagte;
„Dieses
unsinnige Verbrechen diente ebenso wie die Zerstörung von Brücken,
Talsperren und anderen lebenswichtigen Einrichtungen durch die SS dem
Zweck, eine Trümmerzone zu schaffen, die den siegreichen Sowjetarmeen
das weitere Vordringen unmöglich machen sollte.“
Wir
sollten den Nazis, die am
13. Februar 2010 in Dresden ihre Krokodilstränen um die Opfer vergießen
wollen, entschieden entgegen treten, Wir müssen uns auch gegen jene
stellen, die das Verbrechen um
Dresden klein reden wollen und es gilt auch jene an den Pranger zu
stellen, die die Bombardierung Dresdens bejubeln und sich dann auch noch
als Linke bezeichnen.
Die
überwiegende Mehrzahl der Opfer von Dresden waren unsere Klassenbrüder
und -schwestern. Es waren
Arbeiter, Arbeiterfrauen und Arbeiterkinder, die im Bombenhagel zerfetzt
und im Feuersturm verglüht sind. Denen zu gedenken und sie zu ehren dürfen
wir nicht den Faschisten überlassen.
G.A.
siehe
http://www.cpgg.info/docs/tagesbefehl_47.htm
. Am 30. April 1945 meldete der Ia (Erster
Generalstabsoffizier) von Dresden Oberstleutnant i. G. Mathes an das
Führerhauptquartier, die Zahl der Todesopfer habe sich auf 253.000
erhöht. Von ihnen seien 36.000 voll identifiziert, während 50.000
anhand von Eheringen teilidentifiziert, dagegen 168.000 in keiner
Weise identifiziert werden konnten. Der Vater von Oberstleutnant
Mathes war damals als Verwaltungsdirektor Chef der Dresdner
Baupolizei. Er bestätigte die Angaben seines Sohnes. Auch nach dem
Krieg war er Baudezernent in Dresden. Nach 1945 seien noch viele
zehntausend Leichen geborgen worden.
|