|
Osteraktion
2008 der Junggrünen:
Gegacker
Von
Günter Ackermann/16. März 2008
Uns
erreichte folgende Mail (Auszug): „Die Grüne Jugend Mönchengladbach wird am Ostersamstag unter dem
Motto ‚Kein Ei mit der 3!’ im Hühnerkostüm bunte Öko-Eier an
strahlende Kinder verschenken und deren Eltern mit einem eigenen Flyer
über das Thema Legebatterien informieren.“
Die
Grüne Jugend ist die Jugendorganisation der Partei „Bündnis 90-Die
Grünen“ und stellte mal mehrere Minister in einer Bundesregierung. So
den Vizekanzler und Außenminister, den Umweltminister usw. Als sie
amtierten begannen sie mit SPD-Kanzler Schröder und Kriegsminister
Scharping den Jugoslawienkrieg. Es fielen Bomben auf Belgrad, eine Erdölraffinerie
und eine chemische Fabrik wurden bombardiert und tagelang zog sich eine
Giftwolke von Jugoslawien bis nach Bulgarien. Als der Kriegsminister
abdanken musste, weil er übers Wochenende mal eben mit der
Flugbereitschaft der Bundeswehr zum Tet-a-tet
zu seiner gräflichen Geliebten, Kristina
Gräfin Pilati-Borggreve, düste,
war das nicht der Rede wert, obwohl nicht sehr umweltbewusst und
kostensparend.
Nicht
abdanken musste er für seine faustdicke Lüge vom „Hufeisenplan“.
Dieses Märchen Göbbelsscher Art, diente zur Begründung des
NATO-Krieges gegen Jugoslawien und wurde von Scharping vorgetragen. Die
Grünen standen voll hinter diesem Krieg und dieser Lüge.
Scharpings
Nachfolger Peter Struck verdanken wird die plausible Begründung des
deutschen Kriegseinsatzes in Afghanistan: „Die
Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt.“
Auch das teilten die Grünen mit der übrigen
Bundesregierung.
Wahrscheinlich
sind das keine wichtigen Themen der Grünen. Auch die ganzen
Schweinereien der Hartz-Gesetze fanden
ihre widerspruchslose Zustimmung. Sie sind keine Partei der
arbeitenden Menschen, sondern – ähnlich der FDP – die der
Besserverdienenden, der Realschullehrer und der Beamten in den mittleren
Rängen.
Jene
also, die sich den Luxus leisten können, im Bioladen zu shoppen,
probiotisch mit Hilfe des Lactobacillus casei Joghurt schlürfend ihre Verdauung auf Fordermann zu bringen, vegan Körnermüsli
und Grünzeug zu kauen und das alles zum doppelten Preis wie bei Aldi,
Lidl, Plus&Co.
Deren
Nachkommen – biologisch wie politisch – sehen das ganz ähnlich.
Krieg, soziale Not? Was ist das? Es ist doch schön sich die Sonne auf
dem Bauch am Wasser liegend scheinen zu lassen. Die Arbeitslosen sollen
sich doch freuen, wenn sie die Arbeit los sind. Ach ja, Krieg – na ja,
nicht so schön, aber wenn’s ökologisch verträglich geführt wird…
Zu
Ostern also schlüpfen die Junggrünen Jüngelchen und Mägdelein in Hühnerkostüme
und protestieren gegen die KZs (sic!) für Hennen. Die billigeren Eier,
meinen sie, sollen die Hartz IV-Empfänger ja nicht kaufen. Im Bioladen
– mehrfach so teuer – gibt es die wahren und edlen, von gackernden
und scharrenden Hennen in Freude gelegten richtigen Ostereier. Wem das
zu teuer ist, soll eben verzichten. Eier sind eh nicht so gesund, weil
sehr viel Cholesterin drin ist. Das Ostereiersuchen für die Kinder von
Arbeitslosen ist eh problematisch. Wenn die von ihren Eltern in Parks
versteckten Eier suchen, zertrampeln sie das Gras – Nahrung für die
Karnickel.
Was
daran politisch ist? Dass das der Nachwuchs einer vom Kapital als
regierungsfähig anerkannten Partei macht, während andere
Menschen genau
zu dieser Zeit gegen Krieg demonstrieren – bei den Ostermärschen.
Aber da sind Gründe schon seit vielen Jahre nicht mehr gesichtet
worden. Das lässt ahnen, was auch die nächste Generation der Grünen
den Menschen unseres Landes zu sagen hat: Gegacker – wie ihre
Altvorderen!
Sie
können dabei ähnliches singen, wie es einst Erich Weinert spottend der
bündischen Jugend singen ließ (die übrigens politisch ähnlich lagen
wie heute die Grünen und von ihren Ritualen Vorbild für die
Hitlerjugend):
„Wir
fühlen uns nicht bürgerlich
und auch nicht proletarisch.
Wir wandeln auf dem Himmelsstrich
und leben literarisch.
Die schnöde Welt, wir hassen sie.
Nur abgeklärte Poesie
ist unsre Seelenspeise.
Wir sind so schrecklich weise.
Pfui
Klassenkampf! Wie ordinär!
Wir kennen nicht Tarife.
Der Reichtum kommt von innen her
aus unsrer Seelentiefe.
Wer sich von innen her beschaut
und Nietzsche liest und Rüben kaut,
was kümmern den die andern?
Juchhu! Wir müssen wandern!“
G.A. |