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Jaroslaw
Kaczynski, Regierungschef Polens:
„Der
Sozialismus war eine Gesellschaftsordnung für das Pack.“
Von
Günter Ackermann/31. März 2007
1.
Den Regierungslumpen Polens fehlt die Legitimation durch das Volk
Bezeichnend
für diesen Erzreaktionär, der die heutige polnische Regierung anführt
und dessen Zwillingsbruder, der Präsident Polens ist, ist sein ausgeprägter
Antikommunismus und seine Borniertheit, auch in historischen Fragen. Wenn
er sagte: "nach 1945 das Pack
triumphieren konnte. Der Sozialismus war eben eine Gesellschaftsordnung für
das Pack" („socjalizm był ustrojem dla hołoty“), dann mag er in einem
Recht haben: Nach 1945 regierte in Polen das erste Mal eine Regierung des
Volkes. Die linke Tageszeitung Trybuna
titelte dann auch: „Das Pack hat eine Stimme, Vox populi, das Pack hatte
eine Stimme“ (Hołota ma głos, vox populi, czyli Hołota ma
głos) und druckte Massenhaft Protestbriefe von Lesern ab.
Wenn
man nach Entsprechungen für Pack sucht, dann kommen Synonyme wie: Bande,
Gesindel, Mob, Pöbel, also alles Wörter, die die Kapitalistenklasse gern
abwertend für das Volk verwenden. Kaczynski, der mittels massiver
Wählerbeeinflussung durch den Klerus Polens, der zu den reaktionärsten
Teilen des Katholizismus gehört, gewählt wurde, ist bekannt und berüchtigt
wegen seiner dummen Sprüche.
Der
polnische katholische Radio- und Fernsehsender Radio Maryja ist wohl eines
der obskursten Einrichtungen dieser Art weltweit und stellt selbst Radio
Vatikan in den Schatten, Während sich Radio Vatikan nach außen seriös
gibt, versucht das Radio Marya gar nicht erst und ist ein reiner
Hetzsender gegen alles, was als antikirchlich angesehen wird.
Trotzdem
erreichte die Kaczynski nur mal eben um die 20 % der Stimmen. Dabei muss
man aber berücksichtigen, dass sich an den letzten Wahlen zum Seim, dem
polnischen Parlament, nur mal eben 30 % der Wahlberechtigten beteiligten.
Die Masse des Volkes übte Wahlboykott. Rechnet man es auf die
Wahlbeteiligung in Deutschland hoch, dann haben eben mal 6-7 % aller
polnischen Wahlberechtigten die Kaczyniski-Partei gewählt. Etwa die Stärke,
wie her die Linkspartei.PDS, also wahrlich nicht berauschend.
Also
eine gute Regierung, denn das „Pack“, also die Masse des Volkes,
verschmähte dieses klerikale und antikommunistische Gesindel.
Die
polnische Herrenschicht vor 1939 paktierte mit Hitler – und Teile von
ihnen auch danach
Aber
das Volk kämpfte!
Diese
Regierung hat nun beschlossen, den letzten polnischen Überlebenden der Kämpfer
im Spanischen Bürgerkrieg gegen den Faschisten Franco und seiner
Unterstützer, Hitler und Mussolini, ihre in der Volksrepublik gewährte
Zusatzrente zu streichen. Sie hätten für den Kommunismus in Spanien gekämpft,
ist ihre Begründung.
Die
Internationalen Brigaden bestanden wirklich zu einem großen Teil aus
Kommunisten, aber es ging nicht um die Errichtung eines sozialistischen
Spanien, dazu war die Zeit gar nicht reif gewesen, sondern sie kämpften
gegen den Faschismus. In Spanien entschied sich, ob die deutschen und
italienischen Faschisten es wagen können, den Zweiten Weltkrieg anzetteln
zu können. Während v.a. England, aber auch Frankreich, sich durch
„Neutralität“ zu Komplizen des Putschisten Franco und dessen
Helfershelfer Hitler und Mussolini machten, unterstützte die UdSSR die
Spanische Republik und Kommunisten, Sozialisten
und Demokraten strömten nach Spanien, um gegen die Faschisten mit der
Waffe zu kämpfen.
So
auch die polnischen Interbrigadisten der Dąbrowski-Kompanie kämpften
gegen die Faschisten, als die polnische Regierung in Warszawa noch mit
Hitler paktierte.
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Ministerpräsident Felicjan Slawoj Składkowski
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So
hatte sich die Regierung des Ministerpräsidenten Felicjan Slawoj Składkowski
und des Außenministers Józef Beck mit Hitler an Raub tschechischen
Gebiets beteiligt. Polen wurde seit dem Mai-Putsch 1926
autokratisch bis faschistisch regiert. Diktator war Marschall Józef
Klemens Piłsudski (1867-1935). Man sagt, Hitler sei ein heißer
Verehrer Piłsudskis gewesen und habe sogar Piłsudskis Grab in
der Königsgruft auf der Wawel in Kraków während der Okkupationszeit
besucht und durch SS-Ehrenposten schützen lassen.
Von 1926 bis zur Besetzung Polens durch die deutschen Faschisten,
regierten Militärs Polen autoritär. So war Ministerpräsident Felicjan
Slawoj Składkowski General und
Außenminister Józef Beck Oberst der polnischen Armee.
Diese Junta aus hohen Offizieren tat nichts für
die Landesverteidigung. Die polnische Armee verfügte über keine modernen
Waffen. Es war eine Armee für Militärparaden – für den Krieg taugte
sie nicht. Schon gar nicht gegen die hochgerüstete und modern
ausgestattete deutsche Wehrmacht. So kam es denn, dass Lanzenreiter 1939
gegen Tiger-Panzer anrannten.
Noch 1938, bei der Besetzung der „Resi-Tschechei“,
beteiligte sich Polen am Raub tschechischen Gebietes in
West-Oberschlesien. Als Polen dann 1939 – trotz Nichtangriffsvertrag von
1934 – auf Hitler Speisekarte kam, versuchte die Warschauer Regierung
noch zu retten, was nicht zu retten war. Sie bestellte eilig Waffen in
England, aber die Engländer wollten erst mal Bares haben, lieferten aber
dennoch keine Waffen.
Es wäre ja auch zu spät gewesen. Denn was hätten
z.B. moderne Panzer genützt, wenn die polnischen Soldaten nichts damit
anfangen können? Zeit, sie an diesen Waffen auszubilden, war nicht
vorhanden.
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Außenministers Józef
Beck
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Obwohl die polnische Armee heldenhaft kämpfte,
war die Niederlage besiegelt. Auch jetzt noch versuchten führende Kreise
der polnischen Oberschicht mit den Nazis gemeinsame Sache zu machen.
Einige boten den Nazis an, mit der Wehrmacht gegen die UdSSR zu kämpfen,
wenn Hitler ihnen die Bildung einer Quislings-Regierung gestattet. Hitler
lehnte ab.
Der Spiritus Rector dieser Kollaborateure war
der oberste Kleriker Polens, der Primas August Kardinal Hlond. Hlond war
nicht nur erzreaktionär und Antikommunist, er war auch ein glühender
Antisemit:
„Das
jüdische Problem wird es geben, solange die Juden bleiben. Es ist eine
Tatsache, dass die Juden die katholische Kirche bekämpfen, in
Freidenkerei verharren und die Vorhut der Gottlosigkeit, des Bolschewismus
und der Subversion bilden. Es ist eine Tatsache, dass der jüdische
Einfluss auf die Sitten verderblich ist und dass ihre Verlage Pornographie
verbreiten. Es ist wahr, dass die Juden betrügen, wuchern, Zuhälterei
betreiben. Es ist wahr, dass der Einfluss der jüdischen Jugend in den
Schulen auf die polnische Jugend in religiöser und ethischer Hinsicht
negativ ist.“
Heute
benennt man in ganz Polen wieder Straßen nach diesen bekennenden
klerikalen Faschisten.
Die
polnischen Interbrigadisten verteidigten in Spanien auch ihre polnische
Heimat
1936
wählten die Spanier ein neues Parlament. Den Sieg errang ein
Linksbündnis der verschiedensten Linksparteien. Der damals recht
unbedeutende Francisco Franco und
seinige Generäle putschten gegen die demokratisch gewählte Regierung.
Unterstützt wurden sie durch Material aus Nazideutschland und
aus Mussilinis Italien. Beide Länder schickten
auch Elitetruppen. Fast 90.000 italienische und deutsche Soldaten, hoch modern
bewaffnet, kämpften auf Seiten der Putschisten gegen die Republik.
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General Karol Swierczewski
genannt
General Walter |
Die Republik erhielt Hilfe aus der UdSSR und durch internationale
Freiwillige, besonders aus den von Faschisten regierten Ländern. Auch
polnische Freiwillige kämpften in Spanien. So war der Kommandeur dieser
internationalen Brigaden der legendäre General Karol
Swierczewski, genannt General Walter.
Während
Italien und Nazideutschland Franco massiv unterstützten, behinderten v.a.
England die Hilfslieferungen für die Republik.
Für
Hitler war der spanische Bürgerkrieg ein Test auf den 2. Weltkrieg. Würde
Franco geschlagen, hätte der Faschismus in Europa eine schwere Niederlage
erlitten. Das wussten die Kämpfer der internationalen Brigaden, das
wussten die Faschisten und das wusste auch die britische Regierung. Sie hätte
eigentlich an einer Niederlage Francos interessiert sein müssen. Das
Gegenteil war der Fall.
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Während
sie, seit Hitler Reichkanzler wurde, ständig den Verletzungen
internationaler Verträge durch Nazideutschland tatenlos zusah, wurde sie
in Spanien zu Komplizen der Faschisten.
Aber
der von Franco erhoffte schnelle Sieg über die Republik blieb aus. Die
Teile der spanischen Armee, die zur Republik standen, die Milizen der
demokratischen Parteien und der Anarchisten, verstärkt durch die
internationalen Brigaden, leisteten heldenhaft Widerstand. Erst 1939
gelang Franco der Sieg.
Wenn
damals die Republik gesiegt hätte, wäre es für die faschistischen
Kriegstreiber schwerer gewesen, den 2. Weltkrieg vom Zaun zu brechen. Der
Nimbus der Unbesiegbarkeit für Hitler hätte gar nicht erst aufkommen können,
hatten sein erstes Kriegsabenteuer mit einer Niederlage geendet. Aber Dank
der englischen und auch der französischen Regierung siegte Franco und mit
ihm die Franco unterstützenden faschistischen Regimes in Berlin und Rom.
Antikommunistische
Übergriffe auch in Polen
Die
Kaczyniski-Brüder sehen sich in der Tradition von Piłsudski,
Składkowski, Beck und Hlond. Ihre Gesinnung ist, wie bei der
damaligen polnischen Regierung, antidemokratisch und klerikal. Es ist erklärtes
Ziel der Kaczynskis aus Polen einen klerikalen autoritären Staat zu
machen.
Wenn deren Regierung heute beschließt, die
Sonderrenten von nur noch einer Handvoll Überlebender Interbrigadisten zu
streichen, so hat das sicher keine finanziellen Auswirkungen auf den
polnischen Staatshaushalt – ganz anders bei den direkt Betroffenen, den
greisen Spanienkämpfern.
Diese alten Leute, meist über 90 Jahre alt,
spüren den Verlust dieser Rente schmerzhaft. Und es zeigt die Rotznäsigkeit
der Kaczynskis heute, wenn der Ministerpräsident frech erklärt, diese
Menschen hätten in Spanien für den Kommunismus gekämpft und der sei
undemokratisch und terroristisch. Mal abgesehen davon, dass es in Spanien
nicht für den Kommunismus ging, sonder für die Republik und gegen den
Faschismus, so ist die Fälschung der historischen Zusammenhänge typisch
für diese Reaktionäre.
Polen reiht sich in eine Reihe
antikommunistischer Akte ein, die in den letzten paar Jahren immer häufiger
vorkommen in EU-Ländern vorkommen:
-
In der tschechischen Republik wird der
kommunistische Jugendverband verboten und die KP massiv behindert.
- Das Europäische Parlament beschließt eine
Resolution gegen den
Kommunismus.
- Das Europäische Parlament und europäische
Regierungen mischen sich in die inneren Angelegenheiten Kubas ein.
Das ist erst ein Anfang. Die Herrschenden sind
sich bewusst, dass die Völker Europas nicht ewige die Verschlechterung
ihrer Lebensbedingungen hinnehmen werden. Die alten sozialdemokratischen
Parteien und die neuen Sozialdemokraten der Nachfolgeparteien der osteuropäischen
ehemaligen Regierungsparteien, werden die Massen nicht ewig ruhig halten können.
Die revisionistisch entarteten westlichen KP’s versinken zusehend in die
Bedeutungslosigkeit.
Aber in nicht allen KP’s haben sich die
modernen Revisionisten durchgesetzt. So vertreten die KP. Die erfolgreich
sind, marxistisch-leninistische Positionen. Ich erinnere an die KP Böhmens
und Mähren, die KP Griechenlands und Belgiens oder den marxistischen Flügel
der KP-Österreichs. Letzter gewann in Graz, der Hauptstadt der
Steiermark, 23% der Stimmen, stellt einen in Urwahl gewählten
Dezernenten. Auch ist die KPÖ in der Steiermark im Landesparlament. Im
Gegensatz dazu die vollkommen revisionistisch entartete KPÖ Bundespartei
und deren Anhang, die immer bedeutungsloser wird.
Bei uns gibt eine nicht geringe Anzahl von
Kommunisten – es werden immer mehr, auch junge – die sich gegen den
modernen Revisionismus stellen. Es ist also abzusehen, dass diese
Kommunisten sich zusammenschließen und das Proletariat gegen die
Verelendungspolitik anführen.
Hierfür muss sich der Klassenfeind wappnen
und dazu dient der militante Antikommunismus.
Das Verbot des tschechischen kommunistischen Jugendverbandes, die
unverschämten Verleumdungen des EU-Parlaments, der Kaczynskis und
anderer, die Einmischung in kubanische innere Angelegenheit, in die
Venezuela, Boliviens usw. sind nur ein Glied einer Kette.
Wir Kommunisten sollten uns ebenfalls wappnen
und zusammenschließen. Die Kommunistische Partei Deutschlands muss neu
erstehen und dem Gewürm der Kaczynskis, Merkels, Chiracs, Klaus’ mit
der Arbeiterklasse den Krieg erklären, so wie diese dem Proletariat den
Krieg erklärten und die Arbeiterklasse immer mehr ins Elend stoßen
versuchen – zum Wohle des Finanzkapitals.
G. A.
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