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„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern“ 

Karl MARX 11. FEUERBACH-These

Von whs

Arbeiterkorrespondenz auf Kommunisten-online vom 12. September 2011 In meinem E-Mail-Postkasten fand ich folgende Ankündigung eines „Philosophie-Forums“:

„Liebe Philosophen und Freunde des Denkens,

wir haben ein neues Leseprojekt initiiert, welches sich mit dem Marx'schen "Kapital" auseinandersetzen und seiner "Kritik der politischen Ökonomie", beginnend mit dem "Ersten Band", nachgehen soll.

Dabei schwebt uns eine neue bzw. kritische Marx-Lektüre vor, d.h. wir wollen dort, wo Marx auch heute noch recht hat, von ihm lernen und ihm zustimmen, gleichzeitig aber, und das ist der kritische Aspekt, ihn nicht als Heiligen verehren oder gar sozialrevolutionäre Taten aus ihm heraus lesen.

Auf einen kommunistischen Weltanschauungsmarxismus haben wir also keine Lust, vielmehr soll es auf eine kritisch-distanzierte Auseinandersetzung mit dem "wahren" Marx hinaus laufen, und der Fokus auf dem liegen, was er uns heute noch zu sagen hat.

Die jüngste Wirtschafts- und Finanzkrise offenbart erneut die (systemimmanente?) Krisenanfälligkeit des Kapitalismus, und Marx scheint wieder Beachtung zu finden und als neuer kapitalismuskritischer Zeitgeist in die Feuilletons überregionaler Tageszeitungen einzuziehen.

Nutzen wir also die Stunde, um ihn gemeinsam zu entdecken und eines der meistzitierten und einflussreichsten sozioökonomischen Werke zu verstehen.

Der Vorteil eines gemeinsamen Leseprojektes liegt nun darin, dass wir uns gegenseitig motivieren, unterstützen und vor allem gemeinsam über das "Kapital" diskutieren können.

Wir freuen uns auf Rege teilnahme.“

Nun ist an sich gegen das Studium von MARX´ Werk „Das Kapital“ nichts einzuwenden. Lesen macht klug, sagt der Volksmund. Und hier möchte ich hinzufügen, vor allem selber lesen. Was aber soll mit dem, was man da gelesen hat, eigentlich geschehen? Nun die Macher des „Philosophie-Raums“ sagen es unumwunden: „… wir wollen dort, wo Marx auch heute noch recht hat, von ihm lernen und ihm zustimmen …“

Da wird sich Genosse Karl aber freuen, wenn ihm jetzt viele zustimmen, wie recht er doch hatte. Aber lang währt die Freude nicht, denn der illustre Kreis der „Philosophen“ will nicht „… gar sozialrevolutionäre Thesen aus ihm heraus lesen.“ Nein, nein, recht geben wollen wir Karlchen schon, aber wir werden doch dabei nicht auch noch revolutionär! Das geht aber dann doch zu weit! Wo kämen wir denn da hin!

„Auf einen kommunistischen Weltanschauungsmarxismus haben wir also keine Lust, …“ Nein, da hört der Spaß dann auf. Können wir doch nicht zulassen, dass sich Töchterchen oder Söhnchen vielleicht noch mit dem Gift des Kommunismus infiziert und wider den Stachel löckt. Also schieben wir dem einen Riegel vor.

Was möchten denn nun eigentlich die Macher von „Philosophie-Raum“ erreichen? Kurz gesagt wollen sie MARX, und damit den Marxismus-Leninismus, zum 167365. Mal widerlegen. Vielleicht ist die Zahl auch eine andere, ich habe zwischendurch mal aufgehört mitzuzählen. Es kann mir also der eine oder andere Versuch entgangen sein.

Die Aufforderung dazu hört sich sogar noch hübsch an: „Der Vorteil eines gemeinsamen Leseprojektes liegt nun darin, dass wir uns gegenseitig motivieren, unterstützen und vor allem gemeinsam über das "Kapital" diskutieren können.“ Da bin ich mal gespannt, welche Pferde eingespannt werden, um gemeinsam MARX´ „Kapital“ zu „widerlegen“. Unterstützung, vor allem gegenseitige, wird da freilich nötig sein, obwohl man ja schon im Vorfeld Kommunisten gewarnt hat, dass ihre Stimme in diesem heiligen „Raum“ nicht erwünscht ist.

Warum eigentlich beschäftigt man sich von verantwortlicher Seite immer noch mit MARX, ENGELS, LENIN und STALIN? Sind sie nicht schon so oft „widerlegt“ worden? Wo das „Widerlegen“ nichts half, wurde halt verteufelt. Da wurden Verbrechen angedichtet, dass sich der „Hexenhammer“ dagegen als Heimatidyll ausnimmt. Und trotzdem muss sich die bourgeoise Medienmaschinerie immer wieder mit den Ideen des Kommunismus auseinandersetzen.

Die Bourgeoisie muss das tun, weil sie wahr sind. Die Bourgeoisie muss das tun, weil sie die Massen ergreifen. Die Bourgeoisie muss das tun, weil sonst ehr heute als morgen ihre letzte Stunde schlagen würde. Nur die Verunglimpfung der Ideologie des Proletariats ermöglicht es ihr, sich immer wieder an der Macht zu erhalten.

Für uns Kommunisten kann es daraus nur eine Schlussfolgerung geben: der Marxismus-Leninismus muss unter den Angehörigen der Arbeiterklasse verbreitet werden. Denn er ist unser Leitfaden im Kampf um die Befreiung des Proletariats und aller arbeitenden Klassen und Schichten von Ausbeutung und Unterdrückung. Die Bourgeoisie fürchtet den Kommunismus, wie der sprichwörtliche Teufel das sprichwörtliche Weihwasser. Also tun wir etwas, damit sie sich wirklich fürchten muss. Verbreiten wir die Ideen von MARX, ENGELS, LENIN und STALIN.

Rot Front

Werner  

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Die ARD und die Wahrheit

Von whs

Arbeiterkorrespondenz auf Kommunisten-online vom 4. März 2012 – Wir Kommunisten schimpfen immer die bürgerlichen Medien, dabei dürfen sie ab und zu auch mal die Wahrheit verbreiten. Sie dürfen sie immer dann verbreiten, wenn abends auf anderen Programmen spannende Filme, Seifenopern, „volkstümliche“ (besser wäre: eigenartige) Musik gezeigt werden oder eben spätabends, wenn sich die Anzahl der Zuschauer schon aus Müdigkeitsgründen verringert hat. Eines dieser Programme der ARD ist Monitor.

Nun sind die Themen ziemlich verschieden und z.T. schon mächtig ausgelutscht. Die letzte Monitor-Sendung behandelte Wulff, Imprägnierungen, Spielsucht und Griechenland. Eine seltsame Zusammenstellung, ich weiß, aber der geneigte Leser gestatte mir trotzdem (zumindest einige) Worte dazu zu verlieren (poetisch ausgedrückt).

Den wenigsten ist bekannt, dass Wulff zu Beginn seiner Amtszeit (oder war es gar davor) eine Kürzung des Ehrensoldes forderte. Wir werden sehen, wie sich die Sache entwickelt. Die Frage ist jedoch, warum ist der Ehrensold so hoch?

1959 wollte die CDU „den Alten vom Rhein“, sprich: Bundeskanzler Adenauer, nicht mehr zur Wahl als Bundeskanzler antreten lassen. Die CDU forderte eine Verjüngung in diesem Amt und favorisierte den späteren Amtsinhaber Ludwig Erhard. Um Adenauer einen Wechsel zum Bundespräsidenten zu versüßen, wurde der damalige Ehrensold verdoppelt, weil: „Bei Adenauer spielte das Materielle immer eine große Rolle.“ So sprach der Ex-Bundesminister Windelen. Aber da Adenauer spitzkriegte, dass er dann nichts mehr zu sagen habe, trat er von dieser Kandidatur wieder zurück.

Zum zweiten Punkt, den Imprägnierungen. Es ist das alte neue Spiel der Industrie, bestimmte Dinge als umweltneutral hinzustellen, die sich im Nachtrab als größte Gifte erweisen. Wird dies publik, steigt die Industrie auf andere Stoffe um, die gleich profitabel und meist gleich giftig sind. Bestes Beispiel ist das Kältemittel HFKW-1234yf.

Im dritten Teil beschäftigte sich Monitor mit einem neuen Gesetz, dass eigentlich Spielsüchtige besser schützen soll. Bei der Anhörung im Bundesministerium für Wirtschaft wurde dann klar, dass es nicht um den Schutz der Menschen vor den Gefahren der Spielsucht geht, sondern um den Schutz des Profits der Automatenhersteller. Herr Gauselmann, der Markführer der Automatenhersteller, betonte ja auch: „Uns will man einschränken.“ Er hat Angst um den Profit, der sich in den letzten Jahren auf 4,5 Mrd. € fast verdoppelt hat. Da kann man auch schon mal Angst kriegen. Und denken wir aber dabei immer wieder an den guten alten Gewerkschafter J.P. DUNNING. [1]

Die neue Spieleverordnung ist ein Witz. Ein Mitarbeiter einer Suchtzentrale betonte dann auch, dass die Automatenindustrie mit allen Mitteln die Gesetze aushebelt. So sei der Geldeinsatz beschränkt. Bei Punktespielen gilt das jedoch nicht. So arbeiten die neuen Automaten nach dem Punktesystem. Der Spieler wirft Geld ein, das sofort in Punkte umgerechnet wird. Dabei wird mit Gewinnen bis zu tausend Euro geworben, obwohl laut Gesetz nur 500€ Ausschüttung pro Stunde zulässig sind. Wo besonders penible Prüfer auffällig werden wird die Ausschüttung über zwei Stunden gestreckt und ist damit wieder legal.

Gauselmann fiel auch durch das Sponsoring von Abgeordneten und Parteien vor allem mit kleinen Beträgen auf, die nicht ausgewiesen werden müssen. Besonders enge Verbindungen gibt es dabei zur FDP, die ja auch das Wirtschaftsressort führt (aktuell Herr Rösler).

Forderungen von Suchtexperten fließen in die neue Spielgeräteverordnung nicht ein, sie würden die Profite von Herrn Gauselmann und Consorten zu sehr beschneiden. Und das möchte Herr Rösler seinen Gönnern offensichtlich nicht antun, man ist schon dankbar für die Förderung. Kontrolle der Spielgeräte durch unabhängige Prüfer ist laut der neuen Verordnung auch nicht mehr nötig, was der Manipulation der Automaten Tür und Tor öffnen würde. Die Sicherung des Profits geht eben vor.

Übrigens, auf Anfragen erhielt Monitor vom Bundesministerium für Wirtschaft keine Antwort. Es wird noch nicht einmal mehr der Schein der Demokratie (die Herr Rösler immer so gern im Munde führt) gewahrt.

Der letzte Beitrag von Monitor beschäftigte sich mit Griechenland. Ausgelutscht, das Thema, möchte man meinen. Aber denkste, sagt der Berliner Schusterjunge und kommt mit ein paar unangenehmen Wahrheiten über den Tisch.

Monitor fragte Politiker: „Wie viel hat Deutschland bisher an Griechenland bezahlt?“ Herr Tiefensee (SPD) wollte seine Unkenntnis offenbar nicht eingestehen und versuchte sich heraus zu reden. Frau Rosenheimer antwortete im Brustton der Überzeugung, dass 130 Mr. € überwiesen worden seien, musste aber später zugeben, dass sie keine Ahnung habe. Herr Martin Lindner (FDP) war sprachlos. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Deutschland an Griechenland ganze 15,2 Mrd. € überwiesen. In der Zwischenzeit hat Deutschland aus der „Griechenlandkrise“ einen Zinsvorteil von 45 Mrd. € geschöpft. Insgesamt hat die Krise also 30 Mrd. € Gewinn für Deutschland ausgeschüttet. So könnte es nach Meinung der deutschen Finanzoligarchie natürlich weiter gehen.

Übrigens attestierte Herr Riesenhuber (CSU) Deutschland höchstens einen einstelligen Millionenbetrag, Frau Rosenheimer (Grüne) und Herr Martin Linder (FDP) waren wieder mal völlig ahnungslos (solche Menschen erheben den Anspruch, das deutsche Volk zu führen).

Herr Hellmeier, ein Analyst der Landesbank Bremen, stellte fest, dass der ganze Zirkus mit den Rettungsschirmen für die Katz ist. Er meinte: „Ein Marshall-Plan könnte helfen:“

Meiner Meinung nach kann nur eines helfen, der Kurs der KKE, die klar und deutlich die Forderungen stellt und die das Volk in diesem, seinem Kampf um Gerechtigkeit, Freiheit und Sozialismus führt und ihm ein solidarischer Partner ist. Deshalb alle unser Unterstützung der KKE für die Befreiung des griechischen Volkes von Diktat der europäischen Banken und damit letztendlich von der Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung durch die internationalen Monopole.

Es lebe die griechische Arbeiterklasse!

Es lebe die KKE!

Rot Front

Werner

[1] „„Kapital“, sagt der Quarterly Reviewer, „flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur.“ Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.“

J.P.DUNNING

Zitiert nach Karl MARX „Das Kapital“ Bd.1 Dietz Verlag Berlin 1962  24. Kapitel, 6., Fußnote 250

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