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Kommunisten-online
dokumentiert die Beiträge von Eva Ruppert zur Auseinandersetzung um die
Schändung der Gedenkstätte der Kommunisten und Sozialisten in Berlin
durch Lakaien der Bourgeoisie.
Die
Beiträge sind im Januar/Februar – Heft der Zeitschrift offen-siv[]
erschienen.
Wir
danken der Redaktion von offen-siv.
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Churchill
musste (...) anerkennen. Er sagte nach dem Zweiten Weltkrieg:
„Stalins Kraft war so groß, dass er unter den Führern aller Völker
und Zeiten nicht seinesgleichen kennt.“ (...)
Ohne
„Ent-Stalinisierung“ wäre die Restauration des Kapitalismus
nicht möglich gewesen. Der „Anti-Stalinismus“ ist komprimierter
Antikommunismus und damit Antimarxismus und Antileninismus. |
Stein
des Anstoßes –
Leserbrief
in „jW“, 11.1.07
Von
Eva
Ruppert:
Kurz
vor Weihnachten wurde ich von der Redaktion des „ND“ gebeten, zu der
Debatte um den Stein „Den Opfern des Stalinismus“ in Friedrichsfelde
die Contra-Argumentation zu schreiben, die zusammen mit der
Pro-Stellungnahme am 5.1.07 auf der Debatten-Seite erscheinen sollte. Nach
Absprache mit der zuständigen Redakteurin lieferte ich den etwas gekürzten
Beitrag pünktlich am 3.1.07 in der Redaktion ab. Am Nachmittag des 4.1.07
erhielt ich vom zuständigen Redakteur den Anruf, mein Beitrag könne
nicht veröffentlicht werden. Begründung: Ich verherrliche in dem Artikel
Stalin, die Zeitung wolle eine „sozialistische“ Zeitung sein, sie
vertrete den „demokratischen Sozialismus“. Und da passe eben meine
Stellungnahme nicht.
Mein
Beitrag enthielt nach einem kurzen auf die Gedenkstätte der Sozialisten
eine Auseinandersetzung mit dem begriff „Stalinismus“. Die z.T.
unschuldigen Opfer der sog. Säuberungen der dreißiger Jahre in der SU
wurden nicht geleugnet: „Leider führten die notwendigen Maßnahmen
gegen einen faschistischen Überfall und die Bildung einer fünften
Kolonne dazu, dass auch Unschuldige betroffen waren. Selbst von
Antikommunisten wird die Rechtmäßigkeit der Prozesse nicht
bestritten…Der ´Antistalinismus´ ist komprimierter Antikommunismus und
damit Anti-Marxismus und Anti-Leninismus…Antikommunismus ist nicht nur
´Grundtorheit unseres Jahrhunderts´, wie Thomas Mann sagte, sondern
Grundverbrechen, um der Arbeiterklasse ihre stärkste Waffe, den Kampf um
die Eigentums- und Klassenverhältnisse, zu nehmen…Ohne ´Ent-Stalinisierung´
wäre die Restauration des Kapitalismus nicht möglich gewesen…Ein
Gedenkstein mit der Inschrift ´Den Opfern des Stalinismus´ ist eine
Beleidigung nicht nur der revolutionären Kämpfer Liebknecht und
Luxemburg, sondern aller, die mit ihrem Blut für den Sozialismus, gegen
Krieg und Faschismus ihr Leben gelassen haben und derer, die heute für
eine sozialistische Gesellschaft kämpfen… Der Stein des Anstoßes, der
Schandstein, der für Antikommunismus und Revisionismus steht, muss
beseitigt werden. Im Gedenken an Karl und Rosa.“
Das
sind Auszüge aus meinem inkriminierten Beitrag, in dem allerdings auch
die Verdienste der Sowjetunion (unter Stalin) am Sieg über den
Hitlerfaschismus und eine Würdigung der Persönlichkeit Stalins durch
Winston Churchill genannt wurden.
Kann
eine Zeitung, die daran Anstoß nimmt, „sozialistisch“ genannt werden?
Eva
Ruppert,
Bad
Homburg
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Stein
des Anstoßes – Der im ND nicht gedruckte Artikel
Von
Eva Ruppert/Februar 2007
(Anmerkung:
Zum richtigen Verständnis des Artikels ist es unbedingt notwendig, die
dazugehörigen Fußnoten zu lesen.)
Ein
zweiter Gedenkstein in Friedrichsfelde? „Die Toten mahnen uns!“ Was
bedeutet uns dieses Denkmal auf dem Sozialistenfriedhof in Berlin? Jedes
Jahr im Januar gehen Zehntausende dorthin, um die Kämpfer der Revolution
zu ehren. Was treibt so viele Menschen immer wieder an diese historische
Stätte. Weil sie gerade heute, da der Kapitalismus immer wütender um
sich schlägt, erkennen, wie wahr die Gedanken der revolutionären Kämpfer
sind, derer dort gedacht wird.
Karl
Liebknecht, der einzige Reichstagsabgeordnete, der 1914 den Mut hatte,
gegen die Kriegskredite zu stimmen und der sich an die Beschlüsse der
internationalen Sozialdemokratie hielt; Rosa Luxemburg, die kluge und
mutige Frau, die an seiner Seite gegen Militarismus kämpfte und nach dem
Verrat der Sozialdemokratie für eine neue marxistische Partei eintrat;
Rudolf Breitscheid, sozialistischer Reichstagsabgeordneter und
Antifaschist, Sondergefangener Hitlers, sowie Ernst Thälmann, der in
Buchenwald ermordet wurde und der mit unvergleichlichem Weitblick auf dem
12. Parteitag der KPD 1929 den Zusammenhang zwischen Faschismus,
Imperialismus und Krieg erkannte: „Damit wird immer klarer, dass die
deutsche Bourgeoisie ihre Kapitaloffensive nur durchführen kann, wenn sie
eine scharfe Wendung in der Richtung der faschistischen
Herrschaftsmethoden vollzieht.“ Eine Warnung auch an uns Heutige.
„Den
toten Helden der Revolution“ war als ehrenvolle und mahnende Inschrift
auf dem Revolutionsdenkmal in Friedrichsfelde angebracht, das am 11. Juni
1926 von Wilhelm Pieck, der damals die Berliner Parteiorganisation
leitete, in Anwesenheit von Ernst Thälmann und unter Beteiligung
Zehntausender eingeweiht worden ist. Jahrelang hatten[]
Berliner Arbeiter unter großen Anstrengungen für das Denkmal gesammelt,
das vom berühmten Architekten, Bauhaus-Direktor von Dessau, Mies van der
Rohe, entworfen worden war.[]
Nach
dem von Hitlerfaschisten organisierten Reichstagsbrand und der
Massenverfolgung von Kommunisten, Sozialdemokraten und anderen Demokraten
entfernten die Nazis den Sowjetstern vom Revolutionsdenkmal. Besucher
wurden festgenommen. Trotzdem nutzen Antifaschisten immer wieder auch
kirchliche Gedenktage, um Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und andere
Revolutionsopfer zu ehren.
Im
Januar 1935 wurde das imposante Monument von den Faschisten dem Erdboden
gleichgemacht. Die Grabsteine für Liebknecht, Luxemburg und andere
Revolutionsopfer konnten aber gerettet werden. Es gibt Fotos von der
barbarischen Grabschändung. Im „Neuen Deutschland“ vom 5./6. Juli
1975 wurden sie veröffentlicht. Der japanische Antifaschist Prof. Dr.
Etsuji Sumiyo, der in den 30er Jahren als junger Journalist in Deutschland
war, hat sie dem Historiker Dr. Kurt Gossweiler zukommen lassen. Das ND
schrieb damals: „Dieses Geschenk aus dem fernen Japan symbolisiert auf
seine Weise, wie vergeblich die Anstrengungen aller Reaktionäre von
gestern und heute waren und sind, das Andenken an solche Helden wie Karl
und Rosa aus dem Gedächtnis der Menschen auszulöschen.“ Ich denke,
diese Worte gelten auch und gerade für die heutige Zeit, in der nicht nur
die Gegner der proletarischen Revolution und der DDR, sondern auch
Genossen aus der PDS die revolutionäre Bedeutung des Mahnmals verfälschen
wollen.[]
Am
14. Januar 1951 konnte die neue Gedenkstätte eingeweiht werde. In seiner
Gedenkansprache sagte der damalige Staatspräsident der DDR, Wilhelm
Pieck: „Wir ehren mit dieser Gedenkstätte die Toten aus fünf
Jahrzehnten deutscher Arbeiterbewegung. Wir wollen mit der gemeinsamen
Ehrung der alten Sozialisten und der in der Weimarer Republik und unter
dem Hitlerfaschismus gefallenen und ermordeten Kämpfer unsere unverbrüchliche
Treue zur großen sozialistischen Idee zum Ausdruck bringen und geloben,
die Einheit der Arbeiterklasse als das teuerste Gut der sozialistischen
Bewegung zu hüten. Wir erfüllen damit das Vermächtnis des besten
Arbeiterführers in der Zeit der Weimarer Republik, unseres Ernst Thälmann.“[]
Am
10. November 2006 wurde still und leise, kurz vor der diesjährigen
L.-L.-Demonstration, ein neuer Stein mit der Inschrift „Den Opfern des
Stalinismus“ in Berlin-Friedrichsfelde aufgestellt. Was aber ist
„Stalinismus“? Erich Honecker schrieb 1992 ]:
„Es gilt heute als `modern`, aufrechte Kommunisten als Stalinisten
abzustempeln. … Unter der Flagge des Kampfes gegen den `Stalinismus`
wird der Kampf gegen den Sozialismus geführt wie ehemals der Kampf gegen
den Kommunismus unter der Flagge des Bolschewismus geführt wurde. Der
`Stalinist` Dimitroff hat aber über den Bolschewistenfresser und
Judenschlächter Göring im Kampf um die Wahrheit gesiegt.“
Auf
dem Sonderparteitag der SED/PDS im Dezember 1989 hat Gregor Gysi erklärt,
dessen wichtigstes Ergebnis sei die Zerschlagung des Stalinismus gewesen.
Stalin zum Schöpfer einer eigenen Theorie zu machen ist Geschichtsfälschung.
Stalin war stets Leninist. Und hat nie den Anspruch erhoben, eine eigene
Theorie zu haben. Ohne ihn wäre die sozialistische Sowjetunion
wahrscheinlich schon in den 30er Jahren durch Diversion und Spionage zerstört
worden. Und es nicht aus der Geschichte zu streichen, dass die Völker der
Sowjetunion als erste eine neue Gesellschaft aufbauten, in der es keinen
Faschismus gab und keinen Krieg geben sollte. Ohne Stalin hätte 1945
nicht die rote Fahne auf dem Reichstag in Berlin gehisst werden können.[]
Selbst der Antikommunist Churchill musste dies[]
anerkennen. Er sagte nach dem Zweiten Weltkrieg: „Stalins Kraft
war so groß, dass er unter den Führern aller Völker und Zeiten nicht
seinesgleichen kennt.“[]
Zu erinnern ist auch, dass es Stalin war, der den Westmächten und beiden
deutschen Regierungen wenige Jahre nach dem Krieg einen Vorschlag für
einen Friedensvertrag unterbreitet hat auf Grundlage des Potsdamer
Abkommens.[]
Ist das „Stalinismus“?
Nun
wendet man ein, die „Säuberungen“ der 30er Jahre in der Sowjetunion
unter Stalin hätten so viele unschuldige Opfer gefordert, die man doch
auch ehren müsse. Dazu ist zu sagen, dass diese Opfer, die nicht in
Abrede gestellt werden, ebenso wie Leid und Tod von 25 Millionen
Sowjetsoldaten und Sowjetbürgern, auf das Konto der Hitlerfaschisten und
ihrer Hintermänner gehen, die Deutschland aufrüsteten, um einen Stoß
gegen die Sowjetunion zu führen, und die einen Keil in die
Anti-Hitler-Koalition zu treiben versuchten. Leider führten die
notwendigen Maßnahmen gegen einen faschistischen Überfall und die
Bildung einer Fünften Kolonne dazu, dass auch Unschuldige betroffen
wurden.[]
Ohne
„Ent-Stalinisierung“ wäre die Restauration des Kapitalismus nicht möglich
gewesen. Der „Anti-Stalinismus“ ist komprimierter Antikommunismus und
damit Antimarxismus und Antileninismus. Wer Stalin verteufelt, verurteilt
gleichzeitig auch Marx und Lenin. Antikommunismus ist nicht nur die
„Grundtorheit“ unserer Epoche, wie Thomas Mann sagte, sondern ein
Grundverbrechen, um der Arbeiterklasse ihre stärkste Waffe, den Kampf um
die Eigentums- und Klassenverhältnisse, zu nehmen.
Sind
mit den neuen „Opfern“ etwa auch die Naziverbrecher gemeint, die 1945
in ehemaligen Konzentrationslagern und Zuchthäusern, übrigens nicht nur
in der sowjetisch besetzten Zone, inhaftiert waren?
Ein
Gedenkstein mit der Inschrift „Den Opfern des Stalinismus“ ist eine
Beleidigung nicht nur der revolutionären Kämpfer Karl Liebknecht und
Rosa Luxemburg, sondern aller, die mit ihrem Blut für den Sozialismus,
gegen Krieg und Faschismus ihr Leben gelassen haben und derer, die heute für
eine sozialistische Gesellschaftsordnung kämpfen.[]
Der
Stein des Anstoßes, der Schandstein, der für Antikommunismus und
Revisionismus steht, muss beseitigt werden. Im Gedenken an Karl und Rosa.
Eva
Ruppert,
Bad
Homburg
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