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Karl
Theodor zu Guttenberg und die Wahrheit
auch:
Karl Theodor Maria Nikolaus
Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu
Guttenberg
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 22. Februar
2011 – Unser Kriegsminister
hat seine Homepage schön aufpeppen lassen. So kann er sich als
Saubermann selbst darstellen und für seine Werte werben, die sich
wirklich wunderbar anhören. Als Nachfolger des Bundesengelchens,
zumindest als Kronprinz Bayerns wird er ja bereits gehandelt. Die
Dementis klangen nicht sehr glaubwürdig, bislang. Nun ist ja ein neuer
Aspekt hinzugekommen.
„Politik
braucht klare Werte, muss mutig und zukunftsorientiert handeln.“ [1]
Nun wollen wir nicht Kleingeister spielen und ihm seine Schutzweste
vorhalten, die er in Afghanistan immer trägt. Das ist Vorschrift. Aber
zukunftsorientiert könnte er schon handeln, wenn er sich endlich
entschlösse, das deutsche Kontingent aus Afghanistan abzuziehen. Die
Zustimmung des deutschen Volkes wäre ihm gewiss.
„Richtschnur
meines Handelns war und ist Prinzipienfestigkeit und Grundsatztreue.“
[1] Je, nun, da hat sich der gute Karl Theodor etwas weit aus dem
Fenster gelehnt. Obwohl, konsequentes Abschreiben und das stete Leugnen
Desselben kann man durchaus auch als Prinzipienfestigkeit und
Grundsatztreue werten. Aber s weit wird niemand mit uns mitkommen
wollen, außer vielleicht die Frau Monika Hohlmeier, deren Vater Franz
Joseph Strauß es auch nicht so genau mit der Wahrheit nahm, wenn es
seinen Interessen diente. Sie hält dem Adelsspross die Hand, es ist ja
alles gar nicht so schlimm, er hat ja nur etwas abgeschrieben. Diese
ganze CSU scheint ein einziger Haufen von Plagiatoren zu sein.
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Raubritter
Anmerkung
Roter Webmaster:
Unser
Minister für Krieg und Aggression entstammt einem alten fränkischen
Raubrittergeschlecht. Im 16- Jahrhundert waren die Edlen von und
zu Guttenberg mit dem Raubritter Thomas
von Absberg verbandelt.
Es
wurden reiche Nürnberger Pfeffersäcke entführt und Lösegeld
erpresst, was diese ihnen natürlich übel nahmen.
Der
Schwäbische Bund der schwäbischen und fränkischen freien
Reichsstädte zerstörte
deshalb kurzerhand die „Raubnester“, darunter auch die
beiden Gutteberg-Burgen Altguttenmberg und Neuguttenberg. Siehe
auch Bilder unten.
Unser
Minister steht offenbar in dieser Tradition. Nur: Heute kann man
keine Pfeffersäcke aus Nürnberg mehr klauen - in Ermangelung
dieser. Aber es gibt ja genug Texte ... |
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Raubnest
Altguttenmberg
Holzschnitte
von Hans Wandereisen 1525 |

Raubnest
Neuguttenberg
Holzschnitte
von Hans Wandereisen 1525 |
„Verantwortung
bedeutet vor allem Verpflichtung, Vertrauen und Gewissen.“ [1] Nun, da
kann man dem Herrn zu Guttenberg nur gratulieren. Verpflichtung zum
Abschreiben, Vertrauen darauf, dass es niemand merkt und ein ruhiges
Gewissen, es ist ja nichts passiert. Und fliegt man doch auf, kann man
ja immer noch abstreiten und abstruse Lösungen anbieten: niemand hat
bewusst abgeschrieben, ja geht so was auch unbewusst? Im Schlafe
vielleicht? Hat der Herr zu Guttenberg überhaupt selbst mal Hand
angelegt bei seiner Arbeit?
„Ich
will auch unbequemen Fragen nicht aus dem Wege gehen, denn nur dann behält
man ein Gefühl, was den Menschen wichtig ist.“ [1] Jo, Karl Theodor,
jetzt können Sie sich den unbequemen Fragen stellen. Aber keine Angst,
was jedem Studenten im ersten Semester den Kopf gekostet hätte, ist bei
Politikern Ihres Ranges doch nur noch ein kleiner Schönheitsfehler. Und
wenn Sie dem Bundesengelchen nicht zu viel Malesten machen, kommen Sie
über die Parteiliste wieder zu Ihren Pfründen, auch wenn Sie in Ihrem
Wahlkreis durchfallen sollten. Aber ich nehme doch an, dass Ihre oberfränkischen
Untertanen Sie wieder wählen. Denn was ist denn schon geistiger
Diebstahl? Nur eine Bagatelle, denn dafür kann man sich ja nichts
kaufen. Oder doch?
Rot
Front
Werner
[1]
http://www.zuguttenberg.de/index.php
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Zum Rücktritt des Edlen
Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp
Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg
Der Raubritter tritt ab
Von Gerd Höhne
Kommunisten-online vom 3. März 2011 – Da regen sich einige
zehntausend Wissenschaftler und Doktoranten darüber auf, dass der edle
und hohe Herr schlicht und ergreifend seine Dissertation abgeschrieben
hat. Das alles hat er natürlich nicht gewusst. Der edle Freiherr war
damals so tief in der Wissenschaft, dass er seine Ideen und die anderer
nicht mehr auseinander halten konnte. So hat man den Eindruck, folgt man
seinen Äußerungen.
Allerdings
gibt es auch noch die Überlegung, ob er – nach alter freiherrlicher
und Adelstradition – nicht auf seine Hintersassen
zurückgreifen durfte und konnte, die alles für ihn schrieben. Früher
mussten die Hintersassen Frondienste für den Herrn leisten.
Und heute schreiben sie dem die Doktorarbeit, wir sind ja eine
freiheitlich-demokratische Grundordnung. Jedenfalls erklärt das, dass
der Herr selbst nichts vom Abschreiben bemerkte. Dass er für diese
abgeschriebene Arbeit auch noch die Bestnote summa cum laude bekam,
wundert dann doch. Mir kam der ketzerische Gedanke, ob nicht auch die
Uni Bayreuth zum Feudalbereich derer zu Guttenberg gehört? Und tatsächlich,
sie zählen zu dem Förderern der fränkischen Uni. Erklärt das den
Umstand, dass aus einem schlichten Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob
Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg ein
honoriger Doktor der Jurisprudenz
Karl Theodor Maria Nikolaus
Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu
Guttenberg werden
konnte.
Das
ist die eine denkbare Möglichkeit.
Die
andere: Getreu der Raubrittertradition seiner edlen Familie bediente er
sich vom Eigentum anderer.
Seine raubritterlichen Vorfahren raubten die Pfeffersäcke von Nürnberg
aus, weil die das hatten, was die Raubritter nicht hatten: großen
Reichtum an teuren Waren und Gold.
Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob
Philipp Franz Joseph Sylvester tat’s ihnen
gleich, Seine Familie ist durch Bauernlegen und Landraub nach dem
30-jährigen Krieg selbst reich genug. Bereits 1661, also 13
Jahre nach Ende dieses Krieges, in dem weite Teile Deutschlands in
Schutt und Asche gelegt wurden und immer nach an den Kriegsfolgen zu
leiden hatten, ließ der
amtierende Chef der Guttenbergs, Enoch von Guttenberg, Neuguttenberg als
Schloss im aufwendigen Barockstil neu errichten. Das konnte der sich
damals leisten.
Die heutigen Reichtümer
jedoch schlummern auch im Kopf. Was also unseren Minister und Freiherrn
fehlte – die Reichtümer des Kopfes – nahm er sich einfach nach Art
seiner Vorfahren und hoffte – zunächst zu recht – dass es niemand
merkt. Vom Raubritter zum Raubkopierer.
Aber es wurde
bemerkt, es kam raus. Ihm passierte etwas ähnliches, wie seinen
Raubrittervorfahren, denen die Burgen geschleift worden waren, er musste
sein Amt als Minister räumen.
Dass er kein
Schuldbewusstsein hat, zeigt die Abtrittserklärung des Reichfreiherrn.
Man lese und staune, was er da sagt:
„Wenn
allerdings, wie in den letzen Wochen geschehen, die öffentliche und
mediale Betrachtung fast ausschließlich auf die Person Guttenberg und
seine Dissertation statt beispielsweise auf den Tod und die Verwundung
von 13 Soldaten abzielt, findet eine dramatische Verschiebung der
Aufmerksamkeit zu Lasten der mir Anvertrauten statt.“
Da
ist was dran. Während in Afghanistan Menschenopfer auf dem Altar der
Omnipotenz des Imperialismus dargebracht werden – deutsche, aber vor
allem afghanische – klammert sich der oberste Feldherr an seinen
Posten. Und die, die seinen Rücktritt fordern, weil er geschwindelt
hat, verlieren kein Wort darüber, dass er einer der
Hauptverantwortlichen für die toten Helden vom Hindukusch und
afghanischen Zivilisten,
ist.
Verkehrte
Welt. Dabei sind doch der Schwindel, die Lüge und der Betrug im
Kapitalismus alltäglich. Ja systemtypisch ist das. Wenn also ein
Feudalherr seine Hintersassen in die Pflicht nimmt, dann macht der
nichts besonderes, als überhaupt in der kapitalistischeen Gesellschaft üblich ist. Die einen
arbeiten, die anderen eignen sich die Arbeit an.
Sicher,
der edle Herr hat gelogen und betrogen, aber was ist mit seinem Amtsvorgänger
unter Schröder, dem Herrn Scharping (SPD). Der erfand den
„Hufeisenplan“, der die Begründung für den Krieg in Jugoslawien
lieferte. Dessen Lüge brachte Tod und Verderben über unzählige
Menschen. Guttenbergs Lüge war dagegen einfach nur Schwindel der
Eitelkeit wegen. Denn das Dr. vor dem Namen brauchte er nicht bei der
Bewerbung um einen Job. Die von und zu Guttenbergs sind reich genug,
sein Ministerjob war nur Hobby.
Aber
in einem Punkt hält sich der Freiherr nicht an die Tradition: Danach hätte
ein Kriegsminister, der sein Gesicht verloren hatte,
seine Ordonanz rufen und eine Pistole verlangen
müssen. Die Ordonanz hätte sie – geladen mit einer Patrone
– seinem Chef auf einem
Silbertablett gebracht, hätte mit tiefernstem Gesicht den Raum
verlassen. Kaum draußen: peng! Es
hätte ein Staatsbegräbnis gegeben, der Kaiser oder König wäre
erschienen und seine Familie hätte den nächsten Spross auf die
Laufbahn in der Armee mobilisiert.
Heute
bekommen sie kein Staatsbegräbnis, sondern Staatsknete für Pensionen
oder gutbezahlte Jobs in der Rüstungsindustrie.
Die
alte Soldatentradition scheint vergessen – die Kriegsminister heute
sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Heute
weinen sie der Öffentlichkeit was vor. Naja, mir ist es egal.
Vielleicht kehrt Guttenberg auf sein Schloss zurück, nimmt das Schwert
des alten Raubritters und stürzt
sich hinein. Man gibt sich ja nicht mit dem modernen Firlefanz ab, wie
eine Pistole. Adel verpflichtet,
G.H.
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Zu
Guttenberg und kein Ende?
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 3. März
2011
– Wie wird von den Politikern und den Medien diese
Demokratie so gelobt als die Schönste, die Beste, die Feinste, die es
je gab und auch je geben wird. Nichts kann schöner sein als diese
Demokratie, in der die Bourgeoisie tun und lassen kann was sie will. Und
natürlich dürfen die, die auf ihrer Gehaltsliste stehen, das auch tun,
wenngleich auch mir geringen Einschränkungen.
Nun
muss sich Herr zu Guttenberg keinen Adelstitel kaufen, den hat er schon.
Ein Doktortitel wäre schön. Aber zum Kaufen desselben ist er sich zu
fein, er möchte ihn sich schon „erarbeiten“. Nun kann der Außenstehende
wahrlich lästern, was denn nun mit dieser Doktorarbeit eigentlich
geschehen ist, nachdem der Noch-Doktor feststellte „was ich für einen
Mist geschrieben habe.“ Worauf gestandene Wissenschaftler erklärten,
er habe gar keinen Mist geschrieben.
Hat
der Herr zu Guttenberg tatsächlich die Arbeit zum ersten Mal gelesen?
Wohl kaum, denn eine Doktorarbeit muss verteidigt werden. Dazu ist
Detailwissen notwendig. Da kann sich niemand durchschummeln. Wo aber
wahrlich trefflich geschummelt werden kann, ist bei Zitaten. Und das hat
ja dann auch Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz
Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg getan.
Es
ist schon peinlich, wenn sich ein Doktor nachweisen lassen muss, dass er
bei einem Zitat geschummelt hat. Zur Verdeutlichung der Ausmaße eine
Grafik aus GuttenPlagWiki.

Wie
ist es nun zu verstehen, wenn Herr zu Guttenberg erklärt, er habe nicht
wissentlich geschummelt? Die Grafik lässt leider keinen anderen Schluss
zu, als dass der Herr Gerne-Doktor nach allen Kräften getäuscht,
gelogen und betrogen hat. So ein Mensch droht dann noch denen, die ihn
des Plagiats bezichtigen, mit einer Anklage wegen übler Nachrede? Das
darf wohl nicht wahr sein.
Und
was hat unser Bundesengelchen dazu zu sagen? Karl Theodor Maria Nikolaus
Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester ist ihr der Liebste ihrer
Kabinettskollegen. Findet sie tatsächlich so viel gefallen an Lug und
Betrug? Offensichtlich. Denn wie wir alle wissen, hält sie es auch
nicht so genau mit der Wahrheit, vor allem diesem dämlichen Wahlvolk
gegenüber, dem man schon mal die Taschen mit Lügen füllen darf. So
ist es denn nicht verwunderlich, dass der Lügenbaron von ihr gehätschelt
und getätschelt wird.
So
verzichtet der hohe Herr Franz Joseph (I., II., III. oder wievielte)
vorerst auf die Führung des Doktortitels, dann dauerhaft. Ob die
Universität ihm den Titel aberkennt oder nicht, interessiert ihn gar
nicht. Die Eierköpfe können machen was sie wollen, ich bin der
Nikolaus! Jawohl, Leute, aus solchem Holz sind deutsche Führungskader
geschnitzt! Da staunt die Welt und wundert sich nicht mehr über das
Abschneiden Deutschlands bei der PISA-Studie.
Und
der Johann Jacob (Johann Jacob Christoffel von Grimmelshausen würde im
Grabe rotieren, so er könnte) setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Die
Sorge um „seine Soldaten“ lässt ihn das Amt niederlegen, denn die
werden mit seinen Fehlern befleckt. Geht´s noch dicker, Sylvester
„Stallone“ zu Guttenberg? Haben Sie sich von Rambo was abgeguckt?
Man könnte es meinen. Er allein gegen den Rest der Welt.
Nun
könnte man trotzdem tottraurig werden. Was soll der arme Mann jetzt
tun? Die Ministervergütung ist weg. Ihm bleibt nur die läppische
Abgeordnetendiät, die kaum die Unkosten deckt. Und dann natürlich die
Abgeordnetenrente, für die er von seiner Diät noch nicht mal
etwas abzweigen muss. Die bezahlen wir ihm, seine Untertanen. Und das
Bundesengelchen wird schon seine Wunden lecken, will sie ihn doch in
drei Jahren wieder in der Politik begrüßen.
Früher
hieß es immer, Kriminalität lohnt sich nicht. Heute wissen wir, man
muss mit dieser kriminellen Energie nur in die Politik gehen, da geht
was. Und, Leute, es ist zwar nicht die große Beute, aber es fließt
reichlich und vor allem dauerhaft. Eine Familie lässt sich davon
problemlos durchbringen. Und vielleicht geht auch noch ein Freund oder
eine Freundin (je nach Veranlagung), ohne dass man allzu große Probleme
hätte, der Familie die fehlenden Mittel zu erklären. Aber das ist
Spekulation. Bleiben wir bei den Tatsachen, die stehen uns
gut zu Gesicht und sind belegbar.
Du
kannst korrupt sein oder kriminell, Plagiator oder Mörder. Dienst Du
der Bourgeoisie von ganzem Herzen, wird sie Dich nur dann fallen lassen,
wenn sie keine andere Möglichkeit mehr hat, um ihr eigenes Gesicht zu
wahren. Stellst Du Dich gegen sie, wirst Du Stärke ihrer Macht spüren.
Nur gut, dass wir nicht ängstlich sind. Deshalb werden wir nie
Guttenbergs sein.
Rot
Front
Werner
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