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Chodorkowski-Prozess
in Moskau – Eine Ungeheuerlichkeit wurde real:
Krimineller
Milliardär muss hinter Gitter
Von
Günter Ackermann
Kommunisten-online
vom 29. Dezember 2010 – Alle bürgerlichen Medien überschlagen
sich, alle Schnauzen bürgerlicher Polit-Betrüger sind sich einig und
ihnen schaudert: Russland ist noch kein Rechtsstaat! Warum? Ganz
einfach:
Da
gibt es einen der superreichen Oligarchen. Der betrog den Staat um
Milliarden Steuern und verscherbelte Erdöl hinten herum auf private
Rechnung, betrog also seine eigene Firma – und damit die Steuerkassen.
Jetzt sitzt er im Knast und wurde erneut verknackt.
Chodorkowski
war reich – superreich und ist es immer noch – Dank ausländischer
Banken. Wie wurde der ehemalige Sekretär des Komsomol so reich? Woher
sein Vermögen?
Durch
Arbeit? Niemand wird durch schöpferische Arbeit reich –
superreich schon gar nicht. Immer sind es andere, die den Reichtum
erarbeiten und – vor allem bei jenen – die sehr schnell sehr reich
werden – bedienten sie sich krimineller Methoden. Sein Reichtum stammt
aus dem Vermögen des Sowjetvolkes, das er sich aneignete und das er
verschob,
Zunächst
gründete er eine Firma im Besitz des Komsomol, die nach
kapitalistischen Prinzipien in der Gorbatschow-Zeit wirtschafte. Sie
handelte mit wissenschaftlichen Dienstleistungen. 1989 wurde er Bankier,
er wurde Chef der Menatep-Baank.
In
der Ära Jelzin, nachdem die UdSSR offiziell abgewickelt war, herrschten
in Russland die Westkonzerne und, versuchten oft mit viel Erfolg, sich
die Reichtümer des Landes anzueignen, Das Jelzin-Regime war so korrupt
und die Reichtümer so enorm, dass es sich lohnte, höchste Kreise zu
bestechen.
Das
liest sich bei einer der kapitalistisch ausgerichteten Internetseite „netstudien.de“
so:
„Der
Zusammenbruch der Sowjetunion zeichnete sich ab und die staatlichen
Organisationen suchten nach Wegen, ihre Gelder zu sichern. Von Anfang an
besetzte Chodorkowski den Aufsichtsrat mit einflußreichen Personen und
baute auf allen Ebenen ein enges Beziehungsnetz zu staatlichen Behörden
auf.“
Jelzin
wurde deshalb zum Hätschelkind des Westens, Seine Verfassungsbrüche
wurden wohlwollend kommentiert. Als er das russische Parlament, weil es
ihm nicht gehorchte, mit militärischen Mitteln auseinander jagen ließ,
war das für den Westen eine richtige Handlung. Jelzin bekam 1996 sogar
den Deutschen Medienpreis. Der ehrt „herausragende Persönlichkeiten
des öffentlichen Lebens“, Ausgewählt wird der Preisträger von einem
Kreis Chefredakteuren führender Zeitungen und Zeitschriften.
Unter
Jelzin stieg Chodorkowski immer steiler auf. Seine Bank verwaltete
schließlich sogar die 600 Dollar-Millionen des russischen
Finanzministeriums. Das ging soweit, dass er schließlich mit am Tisch
des Kabinetts saß und so als Insider an die Ölgesellschaft Jukos heran
kam. Die Übernahme von Jukos ist ein einziger Akt von krimineller
Bereicherung,
„1995
kaufte seine Menatep-Handelsgesellschaft im Rahmen der Auktion von Yukos
einen 45% Anteil für lächerliche 159 Mio $, nachdem die Konkurrenten
wegen technischen Fehlern im Angebot nicht zugelassen wurden.“
Bei
einem anderen Teil der Jukos-Aktien, landete Chodorkowski einen weiteren
Schurkenstreich. Von der Regierung Russlands kaufte er bei einer Auktion
weitere 33%. Diese Versteigerung lief „zufällig“ über die
Menatep-Bank. Besitzer war kein anderer, als Chodorkowski selbst.
Die
Jukos-Aktien, die Chodorkowski kaufte, bezahlte er nicht etwa mit
eigenem Geld, sondern mit dem Geld des Unternehmens, das er kaufen
wollte. Er bekam von der Jukos für den Kauf der Jukos-Aktien einen
Kredit – von Jukos.
Als
Chef von Jukos transferierte er Milliarden
Petrodollars an der Steuer vorbei auf westliche Privatkonten. Über
diese Konten hatte er selbst die Verfügungsgewalt. Der jetzt – folgt
man hiesigen Medienberichten – bitterarme Chodorkowski inszeniert
derzeit mit dem unterschlagenen Geld eine PR-Kampagne um im Westen Druck
für seine Freilassungs- aufzubauen. Im Knast – das versteht sich –
gefällt es ihm natürlich
nicht.
Nach
dem Ende der Jelzin-Ära gingen auch Chodorkowskis gute Beziehungen zu
Ende. Zwar verloren die Oligarchen nicht ihren Einfluss, aber eine
andere Fraktion hatte jetzt das Sagen. Russland war auf einmal kein
Selbstbedienungsladen westlicher Konzerne mehr, sondern Russland vertrat
jetzt mehr russische Interessen. Chodorkowski aber fühlte sich
unangreifbar. Er unterstützte politische Parteien, die Beschränkungen
für ausländische Anleger aufheben wollten, Er wollte auch da
einsteigen.
2003
interessierte sich der Welt größter Ölkonzern, die Standard Oil
Company-Nachfolger Exxon-Mobil (Umsatz 2009 von 301,50 Milliarden US-$)
für Anteile an Jukos. Und Chodorkowski war bereit 40% der Jukos-Anteile
an die Amerikaner zu verkaufen. Damit hätten diese praktisch den
russischen Erdölhandel unter ihrer Kontrolle, Die neue russische
Puten-Regierung sah das als nicht hinnehmbar an. Das Verhängnis für
Chodorkowski nahm seinen Lauf.
Nach
der Meinung von Kreisen, die wohlwollend zu Chodorkowskis kriminellen
Geschäften stehen, ist das, was dieser Oligarch gemacht hat, die übliche
Praxis derer gewesen, die sich unter Jelzin am Vermögen des
sowjetischen Volkes maßlos bereicherten. Das weiß auch Putin und so
sicherte er ihnen allen Straffreiheit zu – unter der Bedingung, dass
sie sich nicht in die Politik einmischen.
Genau
das tat Chodorkowski und mit dem geplanten Verkauf von Jukos-Anteilen
an die Exxon.Mobile hat der gegen die grundlegende politische
Linie Putins verstoßen, nämlich nicht in wirtschaftliche Abhängigkeit
vom Westen zu geraten.
Dass
er die Verbrechen, die ihm zu Last gelegt werden, begangen hat, dürfte
bewiesen sein. Das russische Gericht brauchte das Recht nicht zu beugen
und tat es wohl auch nicht. Das Geschrei der bürgerlichen Politiker,
sei es Obama, Frau Clinton, Angela Merkel, Westerwelle und die anderen,
ist leeres Gewäsch. Sie wissen, dass Chodorkowski ein Verbrecher ist
– aber einer von vielen.
Vor
deren Gerede von Rechtsbeugung ist nicht viel zu halten. Wahrscheinlich
ist das alles eine PR-Kampagne des Chodorkowski, Bezahlt mit den
geraubten Milliarden auf seinen Konten im Westen.
Das,
was er gemacht hat, ist auch nach deutschem Recht strafbar. Die
„Rechtsbeugung“ aber ist für westliche bürgerliche Medien und
Politiker die Tatsache, dass Chodorkowski für viele Jahre in den Knast
muss. Bei uns werden Steuerhinterzieher und der Korruption bezichtigte
hohe Politiker und Konzernschefs nicht bestraft und wenn, dann zu Bewährungsstrafen.
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Rechtskräftig
verurteilter Steuerhinterzieher und Ehrenvorsitzender der FDP
ist wahrlich eines Ordens würdig:
Großkreuz
des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (4. Dezember
2000) |
Sie
wollen hier die russische
Regierung unter Druck setzen und tun es mit allen
Mitteln. Russland ist reich – zu reich – um nicht die
Begehrlichkeiten der Herrschaften aus den Chefetagen der Bankhochhäuser
von Frankfurt am Main, der Wallstreet usw., zu erregen. Weil die
russische Regierung diese Heuschrecken hindert, das Land kahl zu
fressen, verleumden spie die russische Regierung.
Sicher,
die ist keine Institution für soziale Gerechtigkeit, aber sie tanzt
nicht nach der Pfeife aus Berlin und Washington, sondern
vertritt die Interessen der neuen russischen Bourgeoisie.
Wenn
ich an Rechtsbeugung hier denke, denke
ich an den vom Flick-Konzern bestochenen Otto Graf Lambsdorff (bild
links) – der bekam eine billige Geldstrafe und das Großkreuz
des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sowie den Verdienstorden
des Landes Nordrhein-Westfalen. Als er 2009 starb, war er hoch geachtet
und der Bundespräsident kondolierte. Oder die Affäre um die Korruption
bei Siemens, Mannesmann oder VW.
Peter Hartz (SPD) musste zwar vor Gericht: Bewährung. In den Knast muss
er nicht. Dass es ihnen so gehen könne, wie dem russischen Oligarchen
und sie einsitzen müssen vor mehrere Jahre – unvorstellbar für sie.
Denn
die BRD ist ein Rechtsstaat, die Politik mischt sich nicht in die Justiz
ein – allerdings nur Narren glauben das.
G,A,
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