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Monika
Gärtner-Engel
Oberbürgermeisterin
in spe in Gelsenkirchen und Obergura der MLPD stellt
Strafanzeige: sie sei von PDSlern aus Leipzig
entehrt worden. |
Der
Amoklauf der Spalter:
MLPD
will ihre Parteiehre mit Hilfe der bürgerlichen Justiz zurück haben
von Günter Ackermann
1.
Beleidigte MLPD-Leberwürste schreien nach dem Staatsanwalt - oder
Eine
umtriebige Frau in einer umtriebigen Partei
Es ist schon kurios, was sich diese
Schein-Marxisten-Leninisten von der MLPD leisten. Nachdem sie
versuchten, ohne politisch-ideologische Perspektiven, nur
hinterherlaufend, sich allein durch Besetzung organisatorischer,
schlimmer noch, meist nur technischer, Schlüsselpositionen, die
Bewegung gegen den Sozialkahlschlag vor ihren Karren spannen zu wollen,
versuchen sie es nun, mittels der bürgerlichen Justiz.
„Neue Politiker braucht das Land“, verkündet
lauthals die MLPD in ihrer an Waschmittelwerbung erinnernden
Wahlagitation. Eine dieser Politikerinnen, die das Land braucht, ist die Frau des Parteichefs,
Stefan Engel, Monika Gärtner-Engel. Diese möchte nach dem 26.
September 2004 der Engel aller Gelsenkirchener Bürger, nämlich ihre
Oberbürgermeisterin, sein.
Frau Gärtner-Engel war auch die Abgesandte
einer wild zusammen gewählten Gruppe von MLPDlern, die Ende August in
Leipzig eine Konferenz der Montagsmarschierer durch rein physische Präsenz
zu dominieren versucht hatte.
Dem widersetzten sich die Abgesandten der
dort heimischen PDS. Wilfried Helbig und Isa Kreft. Die wollten nämlich,
dass die Montagsdemos – wie vorgeblich auch die MLPD – so ganz ohne
Einflussnahme von Parteien über die Bühne geht. Ausgenommen natürlich
nur die jeweils eigene Partei.
Also war Krach vorprogrammiert. Wenn es aber
um Prinzipien geht, ist die MLPD immer vorn dran und das Prinzip der
MLPD in diesem Fall war eben, unsere Obergura Monika Gärtner-Engel ist
die neue Politikerin, die das Land braucht. Wer ihre Legitimation
bezweifelt und das öffentlich sagt, beleidigt uns und gehört vor den
Kadi.
Die liebe Monika ist Expertin für Umweltschutz – konkret
Recycling -, sogar Vorsitzende des Vereins „Bürgerbewegung
für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft“. Dieser Verein arbeitet verdächtig eng mit der etwas rechts
gestrickten ÖDP zusammen. Was das ist, „Kryo- Recycling? Eine Form des Zerkleinerns von Kunststoffmüll
zur besseren Trennung der verschiedenen Stoffe.
Ferner hat Frau Gärtner-Engel – zusammen mit ihrem Gatten
versteht sich – neue Perspektiven für
die Befreiung der Frau ausgearbeitet. Heraus kam eine Streitschrift und
eine Internetseite „frauenpolitischer Ratschlag“. Auf dieser
Internetseite, neben Werbung für Tchibo, „Catlike, der ultimative
Katzenshop“, Rubinen aus Indien und Amorebio ein im Stil eines
evangelikalen Erweckungspredigers geschriebener Text der Gelsenkirchener
Oberbürgermeisterin in spe.
Darin
heißt es: „Ich habe ein
besonders inniges Verhältnis zum Frauenpolitischen Ratschlag. Und das
kam so: Als ich Anfang 1996 meinen Jahresplan für Veranstaltungen und
Seminare durchüberlegte, kam ich auf die Idee, eines davon
"Frauenpolitischer Ratschlag" zu nennen. Das war für mich ein
Experiment, ob daran Interesse besteht!“
Sie
stellt sich wie folgt vor:
„Von
Beruf bin ich Diplom-Pädagogin und arbeite heute als freie Publizistin.
Jedes Jahr führe ich mehrere Seminare beziehungsweise
Veranstaltungsreihen durch (z. B. "Liebe, Krach und Türen knallen
- Streitkultur in Familie und Partnerschaft" oder
"Gewerkschaftliche Frauenarbeit im Umbruch"). Ansonsten
schreibe ich Bücher (z. B. "Neue Perspektiven für die Befreiung
der Frau") sowie Reportagen und Artikel.“
Eine
recht vielseitige Dame also. Dass sie dem ZK der MLPD angehört, sei
noch erwähnt. Das aber spielt sicher keine Rolle, wenn sie bisher für
eine Gruppe „AUF“ in Gelsenkirchen im Rat saß und nun für diese
AUF Oberbürgermeisterin werden will. Was AUF ist? Jedenfalls keine
MLPD-Unterorganisation, denn sowas unterhält diese Partei nicht. Weder
Rebell, noch Solidarität-International, noch Courage sind so etwas. Das
unterstellen nur Böswillige. Die Doppelmitgliedschaften sind rein zufällig,
der Sitz in Gelsenkirchen auch, die gleichen politischen Parolen ebenso
und in allen gibt’s auch noch einen, der mal in der SPD war.
Bei
AUF ist das besonders gut gelungen. Denn, dass es sich hier um
Kommunisten handeln soll, hat AUF und allem voran Monika Gärtner-Engel, in
den letzten fünf Jahren erfolgreich widerlegt. An der Politik im Rat
war jedenfalls nicht Rotes zu erkennen.
2.
AUF kommt offensichtlich von „Aufsehen um jeden Preis“
Aber
jetzt, wo die Montagsdemos für Aufsehen sorgen, wähnt die MLPD sich
im Aufwind und versucht diese Bewegung für ihre Zwecke zu
instrumentalisieren. Dass da eine angehende OB gern in die Schlagzeilen
kommen will, verstehe ich.
Aber
da waren die rechten PDSler, Wilfried Helbig und Isa Kreft vor. Die saßen
nämlich schon am Mikro und wollten es nur ungern mit anderen teilen.
2.1
Exkurs:
Nach
Auskunft der Sprecherin des PDS-Kreisverbandes Duisburg, Ingrid Kolbe,
ist Isa Kreft nicht Mitglied er PDS. Ich habe natürlich nicht das
Mitgliedsbuch der beiden gesehen, aber beide gehören der vom
Landesvorstand berufenen „Grundsatzkommission der PDS Sachsen“ an. Jetzt kann man ja darüber
streiten, ob die PDS Grundsätze hat und welche, aber in der Kommission
hierfür werden wohl kaum Parteiferne sitzen. Mir scheint, die
abgestrittene Nähe Wilfried Helbigs und Isa Krefts von der PDS
ist ebenso wahrscheinlich, wie die von AUF zur MLPD.
Ende Exkurs
Mit
den üblichen Methoden der MLPD ging Frau Gärtner-Engel in Leipzig vor
und errang einen vorläufigen Erfolg. Die beiden PDSler
waren offensichtlich diesen Tricks nicht gewachsen und räumten
erstmal das Feld.
Aber
die MLPD überzeugte nicht inhaltlich-politisch. Ihr Erfolg basierte auf
ihrer Auslegung von Demokratie a la MLPD (die MLPDler waren durchweg
„Delegierte“ – gewählt durch überfallartige Abstimmungen auf der
Straße und ohne Wissen über die Kandidaten). Diese eigenwillige Auslegung
teilten andere nicht, aber die waren erst mal ausgebootet.
Die
MLPD ist nur organisatorische Soforterfolge aus und die sind nur allzu
oft Pyrrhussiege. So auch hier. Ich sehe in all dem nichts
Marxistisch-Leninistisches, ich sehe nur kleinbürgerliches Gewäsch.
Das setzt sich auch fort in der übrigen Politik.
3.
„Neue Politiker braucht das Land“:
Monika
Gärtner-Engel oder:
Mit
dem Staatsanwalt des bourgeoisen Staates für die MLPD
Mit
Monika Gärtner-Engel hat die MLPD – so glaubt sie – die richtige
neue Politikerin gefunden, die das Land braucht. Und da kommt die
PDS-Tussy und der PDS-Typ aus Sachsen daher und wagt das infrage zu
stellen. Grade die, die SED- und Stasi-Erben haben es nötig, meinen die
„Marxisten-Leninisten“ und greifen in die antikommunistische
Mottenkiste:
„Es
ist kein Zufall, dass von Funktionären der PDS, der Nachfolgepartei der
revisionistischen SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) zu
solchen Methoden gegriffen wird.“
und
„Sie
missbrauchte den ehrlichen Einsatz vieler Menschen für die Lebenslüge
vom ,real existierenden Sozialismus'. Zugleich wurde jeder Ansatz einer
demokratischen oder gar marxistisch-leninistischen Opposition
unnachsichtig vom Staatssicherheitsdienst verfolgt. Es wurde ein Klima
der Angst vor Bespitzelung und Denunziation erzeugt."
Was
das mit dem aktuellem Geschehen in Leipzig Ende August und mit den Demos
zu tun hat, bleibt das Geheimnis der MLPD.
Oder
will sie – obige Textauszüge sind Teil der Strafanzeige – damit vor
dem Richter Eindruck schinden, ab dessen Vorurteilen anknüpfen? So blöd, dass das gelingen könnte, kann
noch nicht einmal die MLPD sein.
4.
Vor einem Scherbenhaufen
Die
MLPD steht auf einmal vor einem Scherbenhaufen, den sie selbst
angerichtet hat. Politische Erfolge erringt man auf Dauer nicht durch
formale Tricks und rein organisatorische Maßnahmen, sondern nur durch
politische Überzeugungsarbeit. Aber dazu braucht man eine politische Überzeugung,
die man einbringt, die besser und richtiger ist..
Diesen
Versuch aber macht die MLPD erst gar nicht. Sie hat eben die richtige Überzeugung
– sie nennt das Denkweise - basta! Wer das nicht einsieht, ist selbst
dran schuld.
Worin
die Überzeugung besteht?
Na
ganz einfach: „Neue Politiker braucht das Land“ tönt die
Waschmittelwerbung der MLPD und: die richtige Denkweise sei nötig. Die
richtige Denkweise ist... - na eben die richtige Denkweise. Die
haben wir aber nicht, also sind wir blöd.
Der
Scherbenhaufen der MLPD wäre nicht schlimm, wenn nur sie davon
betroffen wäre. Aber es ist nicht an dem, inzwischen ist die Bewegung
der Montagsdemos gespalten. Wäre die MLPD ihrem eigenen Anspruch als
kommunistische Partei gerecht geworden, hätte sie wissen müssen, dass
es so nicht geht.
Aber
sie schwankt in ihrer Politik hin und her, schnappt dieses und jenes auf, hängt
sich hier und da dran, ersetzt Wissenschaftlichkeit durch leere Phrasen
(„echten Sozialismus“) und revolutionäre Strategie und Taktik durch
kleinbürgerliche Handwerkelei. Das Paradebeispiel sieht man hier.
5.
MLPD, rechtsopportunistische Spalterpartei
Dass
die Montagsdemos, dieses spontane Auflehnen derer, denen die Bourgeoisie
die Margarine vom Brot nimmt, nur erfolgreich sein können - wenn auch
nur zeitweise -, wenn eine
politisch klar sehende Kraft in ihr wirkt und sie führt, ist eine
marxistisch-leninistische Binsenweisheit. Die MLPD aber hängt sich nur
dran. Der Kampf um die führende Rolle beschränkt sich auf
technisch-organisatorische Positionen. Gleichzeitig behindert sie die
Politisierung. z.B. durch ihr Beharren auf der unsäglichen Parole
„Weg mit Hartz IV – das Volk sind wir!“
Welche
politische Aussage hat diese Parole eigentlich? Das Anknüpfen an die
Parole der Montagsdemos, als sich ein großer Teil der DDR-Bürger noch
nach Kapitalismus sehnten? Die DDR-Bürger bekamen den
Kapitalismus, aber eben auch Hartz I bis Hartz IV, Agenda 2010,
Gesundheitsreform, Entindustrialisierung des Gebiets der
eingegliederten DDR, Arbeitslosigkeit usw. Die MLPD, wäre sie ihrer
Aufgabe gerecht geworden, hätte dieser falschen Parole richtige
inhaltliche Positionen entgegen stellen müssen. Das tat sie nicht.
6.
Die Folgen Denunziation der MLPD
Attac
spielte bisher eine sehr untergeordnete Rolle bei den Montagsdemos.
Jetzt sind sie da! Attacisten verschicken Soliadressen für die ach so verfolgen rechten PDSler aus Leipzig, ja, sammeln sogar
Soliunterschriften.
Und
was das schlimmste ist: Die Bewegung der Montagsdemos ist gespalten.
Zwar gibt es in den meisten Städten (noch) nur eine Demo, aber die
einheitliche zentrale Demo gibt es nicht, es gibt derer zwei.
Die
eine, die am 2. Oktober 2004, dürfte die weitaus größere werden. Die
Organisatoren sind viele Sozialforen, Attac, PDS-Gliederungen, aus
Gruppen der Gewerkschaften und Arbeitsloseninitiativen. Zentrale Parole ist: „Soziale Gerechtigkeit statt Hartz IV -
Wir haben Alternativen“
Klar,
diese Veranstalter verbreiten Illusionen. (Ich bin darauf aber schon in
meinem Text „Montagsdemos:
Attac, rechter PDS-Flügel und rechtopportunistische MLPD spalten die
Aktionen gegen Sozialkahlschlag“ eingegangen,
werde es also nicht wiederholen).
Aber
die Demonstration am 3. Oktober 2004, mit der zentralen Parole „Weg
mit Hartz IV – das Volk sind wir“ ist ebenso unpolitisch und die
Parole im Kern reaktionär.
Diese
Demo wird den Makel haben, dass eine offenkundige Spaltergruppe, die
MLPD, ein Hauptorganisator ist. Ich vermute aber, dass hier auch die
eher radikaleren Gruppen mitmachen. Diese werden dann vor dem
MLPD-Karren zu spannen versucht, die Presse wird über diese Demo, wenn
überhaupt, als eine MLPD-Demo berichten.
Die
Folge dieser Spaltung wird sein, dass viele zu Hause bleiben. Wer mit
der MLPD nicht will, aber mit der etablierten PDS und Attac nicht kann,
wird sich u.U. fürs zu-Hause-bleiben entscheiden. Die Regierung und die Herrschenden werden jubeln.
Ich
gehe ferner davon aus, dass durch die Machenschaften der MLPD, PDS,
Attac usw. sich die vielen Initiativen und Sozialforen, die ja nichts
eint, außer die Wut über den Sozialraub und die Angst ins Elend zu stürzen,
stark geschwächt werden. In den Initiativen versammelten sich oft keine
erfahrenen politischen Aktivisten, sondern die, die sich endlich nicht
mehr alles gefallen lassen wollten, Es ist eine spontane soziale
Bewegung.
Ob
auch die Nazis vom Scheitern der Linken, Dank MLPD, PDS und Attac,
profitieren werden, kann nur spekuliert werden. Bisher sind sie noch außen
vor. Aber schon im Osten marschieren sie schon in einigen Städten
mit in der Montagsdemo.
Spontane
Proteste gab es in anderer Form in den späten 70er Jahren in den Bürgerinitiativen
gegen Atomkraft usw. Die Initiativen gegen den Sozialraub sind ebenso
heterogene und labile Gebilde, wie es damals die Bürgerinitiativen
waren. Umso pfleglicher müssen wir mit ihnen umgehen. Das Vorgehen der
MLPD stößt diese Menschen ab, sie fallen zurück in die Resignation,
aus der sie sich eben erst rausgezogen haben – oder suchen rechts ihr
Heil.
Die
MLPD hat hier gezeigt, wem ihre Politik dient: Dem Klassenfeind und
dessen bourgeoisen Staat.
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