|
Rösler,
Rösler, Rösler gelb, Rösler als Minister …
Kein
Zusatzbeitrag - eine Zusatzprämie zahlen die Versicherten – Ist das
nicht nett?
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 13. Juli 2010 – Wenn
dieser Mann nicht existierte, müsste er erfunden werden. Man könnte
meinen, Urban Priol und seine „Anstalt“ seien ein Abklatsch des Röslerschen
Ministeriums, zumindest erweckte unser Pharmavertreter diesen Eindruck.
Und er wusste ihn eindrucksvoll zu bestätigen. Sein Eingangsbeitrag war
einmalig. Auf die Frage, ob seine Reform ein Erfolg sei, gab er folgende
Sentenz von sich: „Ich glaube, das kann man so nennen. Das ist ein
Erfolg vor allem für Patientinnen und Patienten. Bis vor kurzem saß
ich ja auch auf der anderen Seite der Kamera. Und wenn man dann
Politiker so gesehen hat, hatte man den Eindruck, als wären die nicht
immer und zu jeder Zeit ehrlich. Aber deswegen ist es richtig, das
wollen wir gar nicht verheimlichen.“ [*]
Wenn
man sich diese Worte so durchliest, kann man nur bestätigend den Kopf
nicken. Eigentlich aber müsste man ihn schütteln, ob dieses
Gestammels, das ein Mensch abgibt, der an verantwortlicher Stelle in der
Gesellschaft eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat. Wer glaubt, dass
das im Laufe der Sendung anders wird, muss sich ziemlich schnell eines
Besseren belehren lassen.
Herr
Rösler spricht auch stets davon, dass er den Einstieg in den
Systemwechsel geschafft habe. Deshalb ist bei ihm der Zusatzbeitrag kein
Zusatzbeitrag mehr sondern eine Zusatzprämie. Und weil er jetzt eine
Zusatzprämie hat, hat er den Einstieg in das prämienfinanzierte
Gesundheitswesen geschafft. Man kann sich die hässliche Alte (alle
Leserinnen mögen mir verzeihen) auch schön saufen. Ob es Herr Rösler
vor der Sendung tat entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
Herr
Rösler spricht auch dauernd davon, dass alle Bundesbürger an der
Finanzierung des Gesundheitswesens beteiligt werden, die gesetzlich
Versicherten eben über die Erhöhung der Beiträge und Zusatzbeiträge,
die anderen über den steuerlichen Ausgleich. Zugleich spricht er davon,
dass der steuerliche Ausgleich unter einer Milliarde Euro bleiben wird.
Das heißt, die Finanzierung wird ausschließlich von den gesetzlich
versicherten getragen, denn der „Arbeitgeber“beitrag wird gedeckelt.
Neue Steigerungen (die unvermeidlich kommen werden) tragen ausschließlich
die abhängig Beschäftigten und die paar Selbständigen, die sich eine
gesetzliche Versicherung leisten können. In diesem Zusammenhang betont
Herr Rösler, d ss das Finanzloch von 11 Mr. € ausgeglichen werden
muss. Wenn dies ausgeglichen sei, würden keine Zusatzbeiträge mehr
genommen. Deshalb sei der Steuerausgleich auch so gering. Aber dann
werde dieser Steuerausgleich sukzessive ansteigen. Zu gut deutsch, Herr
Rösler sagt uns, dass sein angeblicher „Finanzlochausgleich“ eine Lüge
ist. Denn wenn es nur um den Saldenausgleich ginge, müsste der
steuerliche Ausgleich nicht „sukzessive ansteigen“.
Herr
Rösler tut sich sehr viel auf diesen steuerlichen Ausgleich zu Gute.
Herrn Lauterbach warf er vor, dass die SPD den Zusatzbeitrag bei 1% vom
Netto gedeckelt habe, ohne Ausgleich. Die FDP aber gemeinsam mit der
CDU/CSU einen automatischen Ausgleich bei 2% vom Netto einführen würde.
Der Einwand von Herrn Lauterbach, dass 1% eben 1% sei und 2% eben 2%,
sah einen recht verständnislosen Gesundheitsminister in die Runde
schauen.
Insgesamt
zeigte sich Herr Rösler ziemlich kritikresistent. Es darf also noch
Einiges von ihm erwartet werden. Wobei ich mir sicher bin, dass nur sehr
wenige bis gar keine seiner Ideen für das einfache Volk eine
Verbesserung bringen werden. Herr Rösler ist der leibhaftige Lobbyist,
aber diesen Vorwurf weist er natürlich entrüstet weit von sich. Aber,
siehe oben.
Fazit:
Mit Herrn Rösler hat die Inkompetenz der Bundesregierung ihre Fangarme
erfolgreich auch auf das Gesundheitsministerium ausgestreckt. Belastung
der Armen und Umverteilung des Reichtums nach oben, auch auf dem Gebiete
der Medizin erfolgreich in die Wege geleitet. Die Zentralisation und
Konzentration des Kapitals wird und kann weitergehen. Die Regierung der
Finanzoligarchie hat die Weichen gestellt, damit der Zug auch das
richtige Gleis nutzt und im richtigen Bahnhof hält. Die Bourgeoisie hat
auch in Herrn Rösler einen willfährigen Gehilfen gefunden, ganz nach
dem Muster seines Vorsitzenden, Herrn Westerwelle.
Rot
Front
Werner |