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Ratzefummel
Papst
Ratzinger, alias Benedikt XVI. und seine päpstliche Eleganz
von
Günter Ackermann/10. August 2007
Es
ist schon ein erhebendes Gefühl für die deutsche Befindlichkeit. Stellt
man sich doch in den USA den deutschen Michel mit Lederhose und Tirolerhut
und groben Bergschuhen vor, und nun das:
Focus
(das Nachrichtenmagazin ohne Nachrichten) schreibt am 6.8.2007 in seiner
Online-Ausgabe:
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die
Heiligen Treter |
„Papst
Benedikt XVI. als Trendsetter
Dass
Papst Benedikt XVI. zu den am besten angezogenen Männern der Welt gehört,
wurde nun bestätigt:
Modebewusst:
Papst Benedikt XVI. mit roten Lederschuhen
Das
US-Männermagazin „Esquire“ verlieh dem Heiligen Vater in seiner jüngsten
Ausgabe den Sonderpreis „Accessoir e-Träger des Jahres“ – für
seine roten Lederschuhe.“
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Seine
Heiligkeit läuft also in roten Tretern herum, wie elegant.
Aber
warum ausgerechnet rote Latschen? Dass er dezent seine Gesinnung andeuten
will, ist sehr unwahrscheinlich. Die dürfte eher schwarz-braun oder
bestenfalls bayrisch blau-weiß sein. Rot aber passt hier eher für Blut und Feuer.
Sieht
man sich mal die Geschichte seiner Kirche an, so flossen da doch Ströme
von Blut von der Römischen Kirche oder in deren Namen vergossen und
tausende Scheiterhaufen loderten, weil sie angeblich kein Blut vergießen
durfte – die Römische Kirche. Die Inquisition, deren Chef der jetzige
Papst vor seiner Papstwahl war, entledigte sich so der Kritiker an der
Kirche. Da war Jan Hus, der tschechische Reformator. Der wurde nach
Konstanz zum Konzil gelockt, trotz freiem Geleit von König Sigismund
verhaftet und am 6. Juli 1415 in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt
Da
war auch Giordano Bruno. Den stellten die Kleriker 1600 wegen Ketzerei in
Rome auf den Scheiterhaufen und ermordeten ihn.
Oder
die indianische Bevölkerung Amerikas. Die Indianer der karibischen Inseln
wurden in wenigen Jahrzehnten – Kolumbus lebte noch – so dezimiert,
dass nur ein Bruchteil noch übrig war. Im Namen des Christengottes, der Römischen
Kirche und ihrer Allerkatholischsten Majestäten von Spanien wurden sie
zur Taufe gezwungen und versklavt. Wer sich wehrte, wurde erschlagen oder
verbrannt.
Die
Eroberung Mittel- und Südamerikas fand im Namen des Christentums mit
aktiver Beteiligung der Kirche statt. Die Konquistadoren, wo immer sie
hinkamen, immer waren Priester im Gefolge. In deren Namen wurden die Länder
erobert. Ob Hernando Cortés,
der Eroberer Mexikos oder Francisco
Pizarro González, der die Eroberung des Inkareichs anführte – Priester
waren immer dabei und unterstützten die Eroberer und rechtfertigten das
Morden.
Papst
Ratzinger – immerhin einst Professor an einer Universität in
Deutschland –
sieht das aber ganz anders:
„Vor
der Brasilianischen Bischofskonferenz sagte er (der Papst) unter anderem,
die katholische Kirche habe sich den Eingeborenen in Lateinamerika nicht
aufgezwungen. Vielmehr hätten die Stämme die Ankunft der Priester im
Zuge der spanischen Eroberung still herbeigesehnt.“
Und,
so Ratzinger weiter:
„Für
die Ureinwohner hieß es, Christus kennenzulernen, ihn aufzunehmen, diesen
unbekannten Gott, den ihre Vorfahren, ohne ihn zu kennen, in ihren vielfältigen
religiösen Traditionen gesucht haben. Christus war der Retter, an den sie
sich sehnsüchtig wendeten.”
Weiter:
„„Urvölker”
haben nach Meinung des Papstes erst „durch die Begegnung” mit dem
Christentum eine wirkliche
Kultur und Identität bekommen: „Für sie hieß es, Christus kennen zu
lernen, ihn aufzunehmen, diesen unbekannten Gott, den ihre Vorfahren, ohne
ihn zu kennen, in ihren vielfältigen religiösen Traditionen gesucht
haben. Christus war der Retter, an den sie sich sehnsüchtig wendeten....
In der Tat: die Verkündung Jesu und des Evangeliums brachte in keinster
Weise eine Entfremdung der vorkolumbianischen Kultur mit sich, auch nicht
die Besetzung oder Auferlegung durch eine andere Kultur.”
Na,
jetzt wissen wir es. Die Kirche wollte nur den armen nackten Rothäuten
die christliche Erlösung bringen, damit sie aber auf direktem Weg ins
Himmelreich kommen, brutzelte man einige auf einem brennenden Holzstapel
und, damit sie Arbeiten lernen, versklavte man sie. So lernten sie auch,
bevor sie vor Entkräftung oder Seuchen in Jenseit gingen, noch die
christliche Tugend „ora
et labora" (bete und arbeite) kennen.
Sehnten
das die Indios still herbei? Offensichtlich, folgt man der päpstlichen
Lehrmeinung und der ist ja bekanntlich unfehlbar.
Die
Roten Schuhe des Papstes könnten also ein Hinweis darauf sein, dass die
Kirche ihnen mittels dieser Methoden die Reise ins Jenseits beschleunigte
und darauf stolz ist.
Allerdings
die Quantität der Jenseitsreisen der „Eingeborenen“ durch das Reisebüro
Kirche ist so überwältigend hoch, dass auch eine feuerrote oder blutrote
Soutane nicht ausgereicht hätte. Das kann’s also nicht sein.
Vielleicht
hat das US-Männermagazin „Esquire“ doch recht, dass der Papst gut
angezogen ist? Seine immer blütenweise Soutane lässt zumindest drauf
schließen, dass er gute Wäscherinnen hat. Der scheint den Preis „Accessoire-Träger
des Jahres“ wohl doch zu recht bekommen haben.
G.A.
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