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Gesellschaftliche
Organisation
«Bündnis der Arbeiter Moskaus»
Russische Föderation
Moskau, den 15.10.2009
An
die
Regierung
Bundesrepublik Deutschland
Berlin
ERKLÄRUNG
Die
Zerstörung der Gedenkstätte Ernst Thälmanns in Ziegenhals ist zu
verhindern!
Wenn
in diesem Jahr die progressive Menschheit des 70. Jahrestag des Beginns
des 2. Weltkrieges – der durch den Angriff des faschistischen
Deutschlands auf Polen provoziert wurde – gedenkt, will man die
bedeutende antifaschistische Gedenkstätte in Ziegenhals zerstören, ein
Gebäude, in dem über Jahrzehnte an die illegale Beratung des
Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands, zuletzt unter
Leitung von Ernst Thälmann, und an den Widerstand gegen den Faschismus
in Deutschland erinnert wurde. Die Bagger stehen bereit. Die Zerstörung
dieser Gedenkstätte muß verhindert werden!
Diese
Gedenkstätte ist nicht einfach nur eine regionale Stätte der
Erinnerung unweit von Berlin, am Krossiner See gelegen. Sie ist nicht
einfach nur ein Denkmal für den bedeutenden Führer der deutschen und
internationalen Arbeiterbewegung, für den antifaschistischen
Reichstagsabgeordneten Ernst Thälmann, für dessen Befreiung aus dem
Gefängnis und dem Konzentrationslager bis zu seiner Ermordung die
Antifaschisten der ganzer Welt eintraten. Ernst Thälmann warnte mit dem
bekannten Aufruf: «Wer Hitler wählt – wählt den Krieg!»
Unmittelbar
nach der Machtübernahme durch die Faschisten, rief er, ungeachtet der Mängel
in der Politik seiner Partei, gerade auf dieser authentischen Stelle zur
antifaschistischen Einheitsfront auf. Er rief dazu auf, alle Formen des
Massenwiderstands gegen die faschistische Diktatur zu entwickeln. Er
rief auf zum Kampf gegen den grausamen Terror der Faschisten. Er rief
auf zum Sturz des Hitlerregimes. Fest entschlossen sprach sich Ernst Thälmann
gegen die Militarisierung des Landes und der Jugend aus, um einen
erneuten imperialistischen Weltkrieg zu verhindern.
Es
ist die Pflicht der Bundesrepublik Deutschlands, diese Gedenkstätte zu
bewahren, und es ist die Pflicht der deutschen Regierung gegenüber der
internationalen Öffentlichkeit, die nach dem 2. Weltkrieg ein recht
darauf hatte, daß von deutschem Erde nie wieder ein Krieg ausgeht. Doch
wie die Ereignisse in Jugoslawien und Afghanistan zeigen, wurde dieses
gegebene Wort verletzt!
Man
fragt sich: Wie kann sich die Regierung eines solchen Landes wie
Deutschland – eines Land, das den Zweiten Weltkrieg begann, eines
Land, in dem heute in regionalen und kommunalen Parlamenten wieder
Vertreter der Neofaschisten sitzen, eines Landes, in dem tagtäglich die
Aktionen von rechten Radikalen und entsprechende Verbrechen zunehmen,
eines Landes, in dem wieder verschiedene Formen des Antikommunismus
auftreten, sich so verantwortungslos verhalten?
Wir
fordern, daß die Bundesrepublik Deutschland entsprechend ihrer
Verantwortung handelt, daß die Gedenkstätte nicht dem geplanten
historischen Vandalismus preisgegeben wird.
Wir
fordern, daß der heutige Besitzer, der Beamte der Regierung des Landes
Brandenburg, der dieses Gebäude nur deswegen für einen niedrigen Preis
erworben hat, weil es dem Schutz historischer Denkmäler unterliegt und
er «die öffentliche Nutzung im weiteren … garantieren» würde, wozu
er sich beim Erwerb dieses Objektes verpflichtet hat. Das Landgericht
Berlins hat entschieden: er darf nicht seine eigenen Interessen über
der Erhaltung dieser Gedenkstätte stellen.
Das
«Bündnis der Arbeiter Moskaus» fordert, das ehrenvolle Gedenken an
den Beitrag Ernst Thälmanns und der deutschen Kommunisten im
antifaschistischen Kampf zu bewahren, wobei besonders zu betonen ist, daß
die Stätten vom Status einer nationalen Gedenkstätten zu erhalten
sind.
Wir
fordern die Erhaltung und die Eröffnung der Gedenkstätte Ziegenhals an
der historischen, authentischen Stelle.
Der
Vorstand des «Bündnisses der Arbeiter Moskaus»
15.10.2009
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