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Nach
Einführung des Kapitalismus:
Immer
mehr hungernde Russen
Quelle:
Форум
Übersetzung:
v.m.
Auf
Kommunisten-online am 10. März 2010 – Nicht weniger als 2-3 % der
Bevölkerung Rußland – das sind etwa 4 Millionen Menschen – leiden
unter Hunger. Darauf weist die russische Nachrichtenagentur BFM.ru hin,
der man dabei schwerlich „Kommunismus und Extremismus“ vorwerfen
kann. In den USA, dem reichsten Land der Welt, sind etwa 12 % der Bevölkerung
auf Lebensmittelkarten angewiesen, das entspricht in absoluten Zahlen
ungefähr der Bevölkerungszahl Polens. Und diese verarmten Amerikaner
gehören auch zu denen, die einen Mangel an nötigen Nährstoffen, wie
Vitamine und Mikroelemente aufweisen.
Doch
in Rußland ist der strukturelle Hunger prozentual viel höher. So
findet man beispielsweise auf der Website agronews.ru den Hinweis, daß
der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch der Bevölkerung an Fisch und
Fischprodukten in Rußland nicht mehr als 13 kg beträgt. Das sind 8 kg
weniger als die medizinische Norm vorgibt. Eine ähnliche Lage herrscht
auch bei anderen Lebensmitteln wie Fleisch, Eiern, Gemüse, Früchten
usw. Natürlich unterscheidet sich die Situation nach den Regionen.
So ist bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch in Rußland
von jährlich 61 kg (1990 waren es noch 75 kg) in einer Reihe von
Regionen (wie Dagestan, Inguschetien, Kabardino-Balkarien,
Tschetschenien) der Verbrauch an Fleisch nicht höher als 40 kg. Im
Gebiet von Kostroma werden nur 46 kg Fleisch und in Wladimir sogar nur
41 kg verbraucht.
Nach
Einschätzung der UNO-Lebensmittel- und Landwirtschaftsorganisation
leiden in der Welt ungefähr eine Milliarde Menschen ständig unter
Hunger. Und in einigen afrikanischen Ländern (z.B. in Tansania,
Simbabwe und Sambia) ist die Hälfte der Bevölkerung vom Hunger
betroffen.
Nach
den Angaben dieser Organisation hungerten 1995-1997 Rußland nur 5 % der
Bevölkerung, und 2006 hat sich dieser Anteil auf bis zu 3 % verringert
(ähnlich wie in der Ukraine und in Weißrußland). In den letzten
Jahren trug die UNO Rußland nicht in die Liste der Länder ein, wo
diese Erscheinung beobachtet wird, im Unterschied zu einigen anderen
Staaten der GUS, wie Tadshikistan, wo die Situation jetzt schlechter ist
als in den benachbarten zentralasiatischen Staaten des Bündnisses.
Indirekt
geben die Angaben der jährlichen Umfragen, wie sie BFM.ru vom "Levada-Zentrum"
zur Verfügung gestellt wurden, eine Vorstellung darüber, daß sich ein
Teil der Bevölkerung Rußlands, milde ausgedruckt, schlecht ernährt.
So haben 2001 bei Umfragen 22 % der Befragten erklärt, daß sogar das
Geld für Lebensmittel fehlt, und daß es vorne und hinten nicht reicht.
(...)
Zu
einer ähnlichen Meinung kommt auch der Leiter des Gesamtrussischen
Meinungsforschungsinstituts Leontji Bysow. „Bei uns sind die Menschen
extrem arm, das betrifft nach verschiedenen Einschätzungen etwa 8 bis
zu 10 %. Es sind diejenigen, die sich nach eigener Einschätzung am
Rande des Überlebens befinden. Und nach internationalen Standards gibt
es bei uns 20 bis 30 % arme Bürger,“ erklärte der Soziologe gegenüber
BFM.ru – „und gerade sie gehören zu jener Kategorie der Bevölkerung,
bei denen eine mangelhafte Eiweißernährung, fehlendes Obst und Gemüses
usw. zu verzeichnen ist.“ Im übrigen gibt es Hunger in allen Ländern,
Rußland ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Nach Einschätzung des
Soziologen hungern in Rußland 2-3 % der Bevölkerung. „Wie viele
Beispiele des Hungers es auch immer geben mag – dazu gehören auch die
einsamen Rentner, die ihre ganze Rente beiseite legen, aber nicht aus
dem Haus gehen können, um Lebensmittel einzukaufen. Natürlich soll
niemand hungern, und man kann dieses Problem nicht so einfach lösen, da
der Staat sich nicht besonders um die Organisation kostenloser Gaststätten
und Versorgungsstützpunkte kümmert,“ – sagte Leontji Bysow
abschließend.
http://forum.msk.ru
Übersetzung:
v.m. |