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„Man
schafft Unterhaltungs“werte“, so daß die
Leute immer mehr durch Kleinigkeiten und Belanglosigkeiten von den
wirklich wichtigen Dingen dieser Welt abgelenkt werden…“
Zuschrift
von Sascha an den Roten Webmaster
vom
8. April 2011
Lieber
Günter,
Ich
habe mich gestern auch länger mit diesem Text über die Fälschungen
(http://www.kommunisten-online.de/historie/udssr.htm#Dokumentation)
befaßt
und war schon am Überlegen, wie man da Zwischenüberschriften
reinsetzt, damit es besser lesbar ist. Dein Tip ist gut, Ausschnitte aus
den 140 Gespräche des Schriftstellers Tschujew mit Molotow
herauszusuchen. Der Tschujew ist sowohl gewissenhaft als auch sehr
vertrauenswürdig. Ich guck mir das heute mal genauer an.
Und
ich muß Dir das jetzt mal sagen – man kriegt ohnehin zuwenig Lob für
das was man für die Menschheit und gegen die Dummheit tut! – also,
ich finde es große Klasse, daß Du Dir jeden Tag Gedanken machst, was
man den Lesern Wichtiges an Information und Aufklärung weitergeben
kann, damit sie etwas klüger werden. Ein dummes Volk kann man leichter
hinter's Licht führen, ein gebildetes dagegen nicht ganz so lange.
Feigheit und Faulheit waren ja für Kant schon immer das Haupthindernis,
welches der Befreiung des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit
im Wege stand: Feigheit, weil man sich nicht zu sagen traut, was
man Unrechtes feststellt - aus Angst um den Job. Und Faulheit,
weil es allmal bequemer ist, dem Mainstream zu folgen und einfach -
nichts zu tun! ... Es hat sich ja allet so schön einjeschaukelt:
„...uff unsere Saalabende is et imma so jemietlich, wir kennen die
Kneipe, det Bier is ooch jut..“ (Tucholsky). Und anstatt sich auf
der Demo naßspritzen zu lassen, von schlimmeren Dingen mal an abgesehen
(der bedauerliche Mann in Stuttgart, der sein Augenlicht verlor!) - und
man möchte ja auch nicht zu den „Chaoten“ gehören, die sich wegen
eines bekanntlich (!) „gut abgesicherten“ Castortransportes an die
Gleise ketten...igittigitt!!!
Es
gibt ja so verschiedene Trends in der bürgerlichen Meinungsmache:
Erster
Trend - die Ablenkung. Man schafft Unterhaltungs“werte“, so
daß die Leute immer mehr durch Kleinigkeiten und Belanglosigkeiten von
den wirklich wichtigen Dingen dieser Welt abgelenkt werden, und das
klappt ja auch perfekt! Von Badewannenrennen auf dem Dorfteich bis zum
neuesten Auftritt der „Prinzen“ ist alles drin. Das brave Vergnügungvolk
empfindet die Welt als einen „großen Spielplatz“ - so schrieb ein
junger Blogger über seine Reiseerlebnisse in Australien und Kanada. Ein
Schweizer „Künstler“ stellt in N.Y. einen Riesen-Bronze-Teddy mit
einer Lampe auf dem Kopf aus, der dann versteigert werden soll - wie schön!
Und plötzlich kommen auch wieder Berichte über „die einzigartige
Kirschblüte in Japan“.
Zweiter
Trend - die Mitleidspose. Man bedauert die „Aufständischen“ in
Libyen und man beklagt sich über die 4 „Reporter“, die gerade
verhaftet wurden. Ja, man nennt sogar ihre Herkunftsländer. Es
werden ein paar Krokodilstränen über die Opfer des Erdbebens (!)
vergossen, während insgeheim die deutsche Industrie jubelt, daß Toyota
in Schwierigkeiten gerät. Völlig unsinnigerweise wurden heimlich die
Grenzwerte für radioaktive Belastung angehoben - Gefährliches ist
nicht nun mehr so gefährlich. Und das führt uns auch schon zum nächsten
Punkt:
Dritter
Trend - die Verharmlosung. Nach allen Regeln der Kunst wird die
Atomkraft verharmlosend als „Brückentechnologie“ hingestellt - eine
Brücke, über die man „sicher“ gehen könne. Ein paar
„Experten“ aus Wissenschaft und Technik sind „sogar“ der
Meinung, daß es „realistisch“ sei, bis zum Jahre 2050 (!)
vollständig zu erneuerbaren Energien überzugehen. (So kann man
noch fast 30 Jahre schön mit den alten Schrottmeilern aus dem Jahre
1978 Geld verdienen: pro Tag rund eine Million Euro!) Die Comedy-Branche
mischt kräftig mit: Witze tragen ja sehr dazu bei, daß alles
nicht mehr so gefährlich aussieht, und daß alles nicht mehr ganz so
ernst genommen wird. „Es wird ja doch nicht so heiß gegessen, wie es
gekocht wird.“ Eine schöne - und doch hier sehr dumme Redensart!
Vierter
Trend - die Werbung. Auf Teufel komm raus wird für „Bio“-Sprit
geworben. In der ADAC-Zeitung schreibt der Chefredakteur eine schöne
Kolumne über die „Verwirrung der Verbraucher“, die angeblich durch
die „widersprüchlichen“ Informationen der Mineralölkonzerne
entstanden sei. Obwohl alle Leserkommentare einhellig auf die
Vernichtung von landwirtschaftlichen Nutzflächen und die verschärften
Folgen solcher Monokulturen für die Existenz der kleinen Bauern und die
Welternährungslage hinweisen. (Da haben die Leser und die Autofahrer
inzwischen doch einiges begriffen!) Man wirbt nicht nur über die bunten
Zeitungen in den Briefkästen für Dinge, die man „braucht“, aber
auch nicht braucht. Und jede illustre „Gesprächsrunde“ über
derart harmlose Themen, wie eine deutsche Ausstellung in China, die kein
Mensch kennt, oder ein durchaus bemerkenswertes „Promi-Dinner“ oder
„Bauer sucht Frau“ und was dergleichen nette, aber dümmliche Dinge
noch sind... tragen zur allgemeinen Verblödung bei.
Fünfter
Trend - die Rechtfertigung. Zur Begründung eines deutschen
Kriegseinsatzes fordern Politiker im Bundestag, den NATO-Truppen zu
„helfen“; gleichzeitig wird unter Hinweis auf die „friedliche
Revolution von 1989“ (schon jedes Wort ist eine Lüge!) von den
Erfolgen gegen den „Machthaber“ in Ägypten geredet. Der Bitte
Ghadaffis (man schreibt ja: Forderung) um Feuereinstellung läßt man
sich nicht „abschrecken“; für versehentlich “Fehleinsätze
bittet man um „Entschuldigung“ („Kollateralschäden“) -
hatten wir ja auch schon mal.
Sechster
Trend - die Lügen. Dazu brauche ich wahrscheinlich nicht mehr
allzuviel zu sagen. Erstens merkt man sie nicht immer (es kommt immer
dann heraus, wenn Fälschungen aufgedeckt werden, wie die über die
angebliche Schuld Stalins an der Ermordung der Polen in Katyn -
was der auf so seltsame Weise plötzlich verstorbene Prof. Iljuchin im
Mai 2010 ans Licht der Öffentlichkeit brachte, oder die Fälschungen über
den sog. „Molotow-Ribentrop-Pakt“ und vieles mehr. Und zweitens kein
Lügengespinst ist so dicht geflochten, daß es nicht doch ans Licht
kommt - das beweisen die Plagiatsvorwürfe an den adligen “Doktor“ Guttenberg,
wo ein empörter Wissenschaftler sogar äußerte: „Wir sind einem Betrüger
aufgesessen!“ (Wenn ihn das mal nicht seinen Job gekostet
hat...!) Doch die mutigen Stimmen können nicht zum Schweigen gebracht
werden werden! Und die Ermordung Ernst Thälmanns werden wir denen
niemals vergessen! Das kann ich Dir schwören!
Ich
werde mich mal mit Prognosen befassen. Prof.Jürgen Kuczynski tat das
ganz ausführlich in seinem 1984 erschienenen Band „60 Jahre
Konjunkturforscher“ - sowohl Marx, als auch Lenin und Stalin hatten größtenteils
recht mit ihren Prognosen. Es wäre freilich dumm, wollte man eine
Prognose machen über die nächste Mondfinsternis, denn das kann man
berechnen. In der heutigen Gesellschaft, gerade auch in der Anarchie des
derzeitigen Kapitalismus ist das jedoch nicht ganz so einfach. Doch es
ist nicht unmöglich! Und eine Prognose kann ja auch
ermutigend sein, selbst wenn sie dann nur deshalb eintrifft, weil man
fest an sie geglaubt hat )))))
Rote
Grüße
Sascha
http://sascha313.blog.de
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