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Sie
haben Gefängniswärter und Richter,
die viel Geld bekommen und zu allem bereit sind.
Ja, wozu denn?
Glauben
sie denn, dass sie uns damit kleinkriegen?
Eh
sie verschwinden,
und das wird bald sein.
Werden sie gemerkt haben,
dass ihnen das alles nichts mehr nützt.
B.
Brecht |
Die
Versuche der Einschüchterung
gegen Kommunisten-online werden vergeblich sein
Die Saubermänner und der
Saubermann von Leipzig
Eine unglaubliche Geschichte von Mord und
Totschlag, Immobilienspekulation, Korruption, Prostitution und
Erpressung und vieles andere mehr
Von
Günter Ackermann/15. Juni 2007 |
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1. Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung ist ein wahrer
Saubermann
Am
26. Mai 2007 veröffentlichten wir den Artikel: „Immobilienspekulanten
in Sachsen nach 1990: Sumpf aus Kinderprostitution und Korruption – nur
da? Kindervergewaltiger in hohen Staatsämtern der BRD?“ von Gerd Höhne.
Wir bedienten uns allgemein zugänglicher Quellen.
Hier
wird auch berichtet, dass der Leipziger OB offenbar mehr gemacht und
gewusst hat, wie er zugibt. Und genau das soll, wie sein Anwalt so schön
formulierte, die Persönlichkeitsrechte des sauberen Oberherrn von Leipzig
verletzt haben.
Nun
wollen wir nette Menschen nicht verletzen, auch nicht deren Persönlichkeitsrechte
– wobei die Frage erlaubt sein muss, was denn „Persönlichkeitsrechte“
sind? – wir wollen nichts anderes, als das aufzeigen, was ist: Also
einen topsauberen OB der Messestadt Leipzig – wenn er es denn ist.
Andererseits
haben wir es bisher so gehalten, dass wir uns weder von hohen „Würdenträgern
unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ (FDGO), noch von
braunen Schreiern, weder von Großagrariern noch Großkapitalisten einschüchtern
ließen. Eines unserer Vorbilder, der Journalist, Schriftsteller,
„Rasende Reporter“ und Kommunist, Egon Erwin Kisch, sagte: „Nichts
ist erregender, als die Wahrheit.“
Und
das Wesen dieses Systems – also die gesamte Wahrheit, einschließlich
Hintergründe – anhand
allgemeiner politischer Enthüllungen ans Tageslicht zu bringen, ist das A
und das O kommunistischer Agitation und Propaganda.
Jung
und sein Anwalt haben das
offenbar nicht beachtet, sie drohen uns mit dem Gericht. Nun denn, soll
er. Wir wehren uns mit unseren Mitteln, mag Burkhard Jung auch Heere von
Anwälten bemühen. Jeder Schritt, den er unternimmt, wird sich gegen ihn
richten, selbst wenn er willfährige Richter findet.
Also
sehen wir uns den Saubermann auf dem Sessel des Oberbürgermeisters mal
an:
Burkhard
Jung ist 49 Jahre und ein frommer Mann. Er stammt aus dem Siegerland,
besuchte dort die evangelische Konfessionsschule und dann das Gymnasium in
Siegen. Er studierte in Münster Germanistik und evangelische Theologe und
wurde, nach Studienabschluss, Lehrer am Evangelischen Gymnasium
Siegen-Weidenau, also einer Privatschule, wo in der Regel Schulgeld
erhoben wird.
Dann,
nach der Einverleibung der DDR, ging er nach Leipzig. Das liest sich auf
seiner Internetseite so: „1991
Abordnung als Schulleiter an das Evangelische Schulzentrum Leipzig zum
Aufbau einer Grund- und Mittelschule sowie Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft“
Soll
heißen. Er leistete Entwicklungshilfe in Demokratie. Menschenrechte,
Freiheitlich-Demokratische Grundordnung (FDGO), also Wiedereinführung
kapitalistischer Zustände. Dazu gehört nun mal, dass „was des Volkes Hände
schaffen, soll des (nein, nicht des Volkes) Spekulanten eigen sein.“
Wenn Kohl 1990 von „blühenden Landschaften“ im Osten sprach, so
meinte er blühende Geschäfte westlicher Geschäftemacher.
Jung
tat damals das, was viele machten, die hier keine oder nur geringe Chancen
hatten, auf der Karriereleiter nach oben zu kommen. Jung, der damals mal
eben 5 Jahre überhaupt als Lehrer tätig war, machte einen steilen Sprung
auf der Karriereleiter nach oben: Schulleiter eines Schulzentrums in
kirchlicher Trägerschaft, das heute über 1000 Schüler besuchen und aus
einer Grund- und Realschule, sowie aus einem Gymnasium besteht.
Kirchliche
und private Schulen, Religion als Schulfach, Kirchensteuer waren in der
DDR abgeschafft, es gab eine strickte Trennung von Kirche und Staat. Dass
das den vorläufigen Siegern im Kalten Krieg nicht passte, versteht sich.
Also begannen sie sehr bald diese Errungenschaften der demokratischen
Revolution wieder abzuschaffen. Private Schulen entstanden, also auch
kirchliche und die Trennung von Kirche und Staat wurde abgeschafft. Die
Wiedereinführung von Kirchensteuern brachte aber nicht viel, denn die
meisten DDR-Bürger waren lange vorher aus der Kirche ausgetreten, denen
konnte man auch keine Kirchensteuer abpressen.
Jung
hatte 1991 die Gunst der Stunde begriffen, indem er als
„Entwicklungshelfer“ in Sachen FDGO in den Wilden Osten gegangen ist.
Dort
wurde er 1997 zum Oberstudiendirektor im Kirchendienst ernannt. Der Zenit
der Karriere schien erreicht.
Aber
dann ging er in die Kommunalpolitik. Im Jahr
2000 trat er in die SPD ein und wurde im Jahr 2001 „Beigeordneter für
Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule“.
Im
Oktober des gleichen Jahres bekam er den Posten des
„Olympiabeauftragten“ der Stadt Leipzig.
Leipzig und Olympia
Erinnern
wir uns: Bereits in den 90er Jahren meinten die Fürsten Berlins (Diepgen
und Konsorten) und die Kommunalfürsten des Ruhrgebiets, dass es mal
wieder an der Zeit sei, die Olympischen Spiele nach Deutschland zu holen.
In den 90ern bewarb sich schließlich Berlin, aber die Spiele gingen nach
Australien. Damals entwickelte sich die Bewerbung Berlins zu einem
riesigen Sumpf aus Korruption und Geldverschwendung.
Jetzt
ging das Gerangel für die Olympischen Spiele 2012 erneut los. Wieder das
Ruhrgebiet, aber diesmal war in Deutschland Leipzig dran. Die Leipziger
tanzten auf der Straße und man versprach sich, einen großen Imagegewinn
für die Stadt – sprich: für die Immobilienbesitzer – und natürlich
für die kommunalen Politiker.
Mit
dem Posten des Olympiabeauftragten für Burkhard Jung konnte also erneut
ein Karrieresprung erreicht werden.
Aber
es kam anders.
Es
wurde eine „Leipzig, Freistaat Sachsen und Partnerstädte GmbH“ gegründet,
die Geld einsammelte und so Leipzig, wie die Bürger meinten, zu
olympischen Ehren verhelfen sollte. Die GmbH,
deren Aufgabe es eigentlich war, dem IOC Leipzig schmackhaft zu machen,
vergab einen Teil dieser Aufgabe an Marketing-Firmen. Hier tauchen auffällig
oft Firmen auf, die Ivan Radosevic und Henner Ziegfeld gehören. So die
Sport Consulting International GmbH (SCI) in Ludwigshafen.
Dass
das die Oberen der Stadt, der damalige Oberbürgermeister und jetzige
Bundeswohnungsbau- und Verkehrminister Tiefensee und sein
Olympiabeauftragter Burkhard Jung nicht wussten, erscheint mir sehr
unwahrscheinlich.
Aber
es kam noch toller. Monitor berichtet über das Geschäftsgebaren des Ivan
Radosevic am 3. Februar 2005:
„Es ist fast
egal – in der Partei hatte Volmer da schon viele Freunde verloren. Er
sucht als Geschäftsmann nun andere Kontakte. Sein neuer Partner bei der
Synthesis: Roland Poser. Der ist vor allem in Leipzig bekannt:
im Skandal um den Bau des neuen Stadions hatte er eine Million Euro
kassiert. Bis heute ermittelt eine Anti-Korruptionseinheit gegen ihn.
Geschäftsfreund von Poser ist Ivan
Radosevic. Ihn kennt man in Leipzig vor allem durch eine
Callgirl-Affäre.“
„Die
Zeit“ schreibt: „Dass
ausgerechnet ein Ivan Radosevic von der SCI eng mit der Olympiabewerbung
verbunden ist und städtische Gelder als Provision einstreichen konnte,
ist mehr als nur ein Einzelfall. Es ist ein Symptom. Denn
Radosevic war berüchtigt. Nach der Wende hatte er sich durch die
so genannten Messeverträge die Werbung und das Catering für die
Leipziger Messe angeeignet. Die Stadt musste einen teuren Vergleich
bezahlen, und der Oberbürgermeister Lehmann−Grube erklärte, er
werde _nie mehr eine Veranstaltung von Radosevic betreten, also auch nicht
das ATP−Tennisturnier.“
Der
Radosevic hatte also schon einmal so ein Ding gedreht. Und
ausgerechnet jetzt – nachdem er die Stadt schon einmal übers Ohr
gehauen hatte – bekommt der mit seiner SCI einen Exklusivvertrag für
das Einsammeln von Sponsorengeldern.
Ein
Schuft, der Böses dabei denkt.
Wohlgemerkt:
Oberbürgermeister von Leipzig war damals der jetzige
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Olympiabeauftragter der Stadt
Leipzig war der jetzige Oberbürgermeister Burkhard Jung.
Ivan
Radosevics Firma ISCI sicherte sich für alle Sponsorengelder 15 Prozent
des Zahlungsbetrages. Und es kam auch Geld. So wurde 1 Million Euro von
der Stadt Leipzig, dem Land Sachsen und den städtischen Wasserwerken überwiesen.
Also
Staatsknete, Steuergelder, aber keine Sponsorenmittel und die ISCI hatte
da auch nichts dazu beigetragen. Trotzdem wurden der
Olympia-Bewerbungsgesellschaft „Leipzig, Freistaat Sachsen und Partnerstädte
GmbH“ 150.000 € plus Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt.
Der
Geschäftsführer der Bewerbergesellschaft, Dirk Thärichen, hatte
offenbar Zweifel und schickte die Zahlungsanweisung an den Dezernenten und
Olympia-Beauftragten der Stadt, den heutigen Oberbürgermeister Burkhard
Jung. Jung wies die Zahlung an.
Also
kassierte Ivan Radosevics Firma ISCI 150.000 € ohne auch nur ein Finger
gerührt zu haben und das auf Anordnung direkt aus dem Rathaus.
Und
genau das kam raus! Jung versuchte sich zu rechtfertigen, indem er sagte,
Thärichen habe ihm die Zahlungsanweisung untergeschoben und er habe
ungeprüft unterschrieben.
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Hier
gibt es zwei Überlegungen:
1.
Wenn jemand mal eben ungeprüft schlappe 150.000 Mäuse Steuergelder
Leuten in den Rachen wirft, von denen er wissen musste, dass sie
nicht ganz koscher sind, so zeugt das doch von einem gewissen Maß
von minderer Begabung und Mangel an Verantwortung.
Oder
2.
Der wusste genau, was er tat. Dann aber ist es strafrechtlich
relevant.
In
beiden Fällen ist er
als Oberbürgermeister einer großen Stadt untauglich. |
Die
Presse damals ging davon aus, dass gegen Jung die Strafverfolgungsbehörden
vorgehen würden. Tatsächlich begannen Ermittlungen der
Staatsanwaltschaft, zuständiger Oberstaatsanwalt Norbert Röger. Aber das
Verfahren wurde eingestellt.
Norbert
Röger ist jetzt suspendiert worden, weil er offenbar bis über beide
Ohren im Sumpf von Strafvereitelung, Korruption, Prostitution,
Frauenhandel bis hin zum Mord steckt.
Zufall?
Jedenfalls
bekam Jung nur einen Verweis durch die Kommunalaufsicht, weil er ungeprüft
das Geld gezahlt habe und kam damit billig davon. Die Anklagebank beim
Strafprozess blieb ihm erspart.
Die
„Freie Presse Chemnitz“ schrieb am 6.11.2003 mit Berufung auf die
Berliner Zeitung“:
„…wendet sich Thärichen, damals noch
Chef der alten Bewerbungsgesellschaft „Leipzig, Freistaat Sachsen und
Partnerstädte GmbH“ an die Stadt Leipzig, konkret an den Beigeordneten
Burkhard Jung. In dem
Papier werde auf eine Absprache vom November 2002 Bezug genommen, wonach
sich Jung bereit erklärt haben soll, „über die Stadt Leipzig noch für
die Bereitstellung finanzieller Mittel zu sorgen“. Genannt wird
ein Betrag von einer Million Euro. „Wie vereinbart“, so habe Thärichen
geschrieben, „soll die SCI für ihre in diesem Zusammenhang erbrachten
Leistungen auf die einzelnen Teilzahlungen jeweils eine Provision in Höhe
von 15 Prozent des Zahlungsbetrages beanspruchen können“. Die erbetene
Unterschrift unter diese Vereinbarung, „die für die SCI immerhin eine
Provision von 150.000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer bedeutete“, habe Jung
geleistet. (…) Auch die Summe von einer Million Euro bleibt unerklärt.
Stammt das Geld aus städtischen Haushaltsmitteln? Warum soll für Geld,
das die Stadt Leipzig erbringt, ein Dritter, nämlich die Firma SCI,
Provision kassieren?“
Das
aber spielte keine Rolle, die Kommunalaufsicht glaubte Jung – jedenfalls
akzeptierte sie seine Ausrede. Wichtige Unterlagen wurden nicht beachtet,
Jung behielt seine weiße Weste, wenn auch mit einigen Flecken. Trotzdem
war es erstmal ein Karriereknick.
Aber
nicht lange. OB Tiefensee rief Jung zurück ins Rathaus und so konnte er
dieses Jahr – aufgestellt von seiner Partei, der SPD, als Oberbürgermeister
kandidieren und wurde dann im 2. Wahlgang bei extrem geringer
Wahlbeteiligung, gewählt. Der fromme Saubermann Burkhard Jung bleibt
somit den Leipzigern erhalten.
Was
Burkhart Jung jetzt veranlasst, gegen journalistische Enthüller, wie uns,
juristisch Amok zu laufen, weiß ich nicht. Er denkt wohl, nachdem er die
Affäre um Olympia gut überstanden hat und sich damit als Oberbürgermeister
qualifizierte, wäre er der Supermann und entwickelt Omnipotenz-Fantasien.
Die aber können sich schnell zu Albträumen mutieren!
Der Fall Martin Klockzin
Dr.
Martin Klockzin, Manager der LWB
Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH, kam aus Hessen in die
Messestadt. Ihm unterstand damals die Abteilung, die betraut war mit den
Immobilien, die an Altbesitzer nach der Einverleibung der DDR zurück
gegeben werden sollten.
Martin
Klockzin ist Nachfolger des heutigen SPD-Bundestagsabgeordneten Rainer
Fornahl.
Über
Fornahl schrieb die Leipziger Volkszeitung am 16.05.2007 zu
Korruptionsvorwürfen:
„Dieser
(Rainer Fornahl) war bis Ende 1993 bei der Leipziger Wohnungs- und
Baugesellschaft (LWB) für die Rückübertragung von Grundstücken an
Alteigentümer zuständig – und damit dort direkter Vorgänger von (des
später niedergeschossenen) Martin Klockzin. ... In dem
LKA-Gutachten heißt es, nach Angaben Klockzins habe Fornahl an vielen Häusern
Sanierungen vornehmen lassen. Bei späteren Rückübertragungen erhielt
die LWB aber nur die Kosten von Notreparaturen erstattet. ... Durch Fornahl sei der LWB somit ein Schaden von angeblich 40 Millionen
D-Mark entstanden.
... 1998 äußerte ein Oberstaatsanwalt intern den Verdacht, die
Ehefrau eines hohen Leipziger Politikers“
- gemeint ist wohl Hinrich Lehmann-Grube - „habe im Zeitraum 1990 bis 1992 Immobiliengeschäfte mit dem kommunalen
Wohnungsunternehmen getätigt. Dabei soll ihr Fornahl, der damals auch
SPD-Fraktionschef im Stadtrat war, „Grundstücke günstig vermittelt
haben.“
Fornahl
versucht jetzt, ebenso wie sein Oberbürgermeister und Parteifreund,
Mittels Anwaltschreiben uns zum Schweigen zu bringen – es wird auch
vergeblich sein!
Aber weiter zu Martin Klockzin:
Klockzin tanzte offenbar nicht nach der Pfeife von ein paar Grundstücksspekulanten.
Bei Manfred S. und Josef S.
handelte es sich um Immobilienmakler aus dem Allgäu, die ein Geschäft
mit einem Filetstück in der Südvorstadt, die Immobilie Riemannstraße
52, machen wollten. Klockzin soll ihnen das vermasselt haben. Sie heuerten
einige Kriminelle an, zahlten ihnen einen Batzen Geld – von 80.000 €
ist die Rede – damit sie etwas gegen den ungeliebten Manager der LBW
unternehmen. Am 17. Oktober 1994 klingelte ein
vermeintlicher Telegrammbote. Als Klockzin öffnete, wurde er mit fünf
Schüssen aus einer 9 mm-Pistole niedergestreckt. Er überlebte nur knapp.
Die
Täter wurden schell gefasst und vor Gericht gestellt, einer bekam 12
Jahre Haft, die anderen sogar lebenslänglich. Sie hatten aber ihre
Auftraggeber beim Geständnis verraten, nämlich Manfred S. und Josef S.
Gegen die aber wurde nichts gemacht.
Erst
sechs Jahre später, Januar 2003, standen auch sie vor Gericht. Die
„Strafe“: 3.500 (in Worten: dreitausendfünfhundert) Euro, zu zahlen
an Ede Zimmermanns „Weißen Ring“. O Wunder – oder doch nicht? Siehe
Oberstaatsanwalt Norbert Röger. Die Attentäter auf Klotzin sitzen
im Knast, die Auftraggeber des Mordversuchs zahlen die Strafe aus der
Portokasse und treiben in Leipzig weiter ihr Unwesen.
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Das
Verschwinden der Barbara Beer
Sie
arbeitete als Justizsekretärin beim Leipziger Amtsgericht. Sie war
50 Jahre alt. Nach Berichten war sie illegalen Immobiliengeschäften
auf die Spur gekommen.
Am
24. Juli 1996 am Nachmittag wurde sie das letzte Mal gesehen.
Seitdem ist sie verschwunden.
Monate
Später fand man ihren Kleinwagen auf dem Parkplatz eines
Supermarktes und erst drei Jahre danach entdeckten Arbeiter ihre
skelettierte Leiche bei Raßnitz in Sachsen-Anhalt.
Die
Ermittlungen verliefen im Sande. Wie auch sonst? |
Ich
will mich nicht weiter verzetteln und hier erstmal aufhören.
Resümee oder
Wenn A gleich B ist und B gleich C, so ist A
gleich?
Der
Lehrsatz der formalen Logik lautet eigentlich: Wenn A gleich B ist und B
gleich C, so ist A gleich C. Das scheint klar zu sein – nicht aber in
Sachsen und am wenigsten in den Kreisen der nicht (oder doch, oder
vielleicht) mit der Mafia und dem Korruptionssumpf befassten Politiker.
Es
ist nach der Logik dieser Leute keineswegs so, dass diese Herrschaften
zugeben und lieber schweigen. Im Gegenteil.
Oberbürgermeister
Jung und sein SPD-Parteifreund der MdB Rainer Fornahl ereifern sich und fühlen
sich in ihren „Persönlichkeitsrechten“
verletzt. Was sind das für Rechte eines Mannes, wie Fornahl, der, wie
berichtet wird, die Stadt Leipzig durch dubiose Grundstücksgeschäfte
um 40 Millionen Deutschen Mark zugunsten von privaten Grundstückseigentümern
und Spekulanten brachte? Wieso fühlt sich der Oberbürgermeister Burkhard
Jung ebenso in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt, er, der
nachweislich den Betrag von mindestens 150.000 € (plus Mehrwertsteuer)
an eine dubiose Marketingfirma überweisen ließ, obwohl deren Ansprüche
nicht gerechtfertigt waren? Was sind das für saubere Saubermänner, die
dann auch noch juristisch Amok laufen wollen? Beide drohen mit
gerichtlichen Schritten – denen sehen wir mit Gelassenhit entgegen.
Fornal
lässt z.B. seinen Anwalt aus einen Artikel auf K-online zitieren:
„Diese eigentlichen Täter bleiben bis
dato im Dunkel, jedoch nennt ein Bericht des Sächsischen
Landeskriminalamtes Namen, darunter den des heutigen
SPD-Bundestagsabgeordneten Rainer Fornahl. „Schattenmänner“ der
oberen Gesellschaftsschichten geben weitere Hinweise. Auffällig ist die
bis heute anhaltende finanzielle Großzügigkeit aus bundesweit bekannten
Bordellkreisen, die politischen Mandatsträgern gilt.“
Der
Anwalt fügt hinzu:
„In dieser Formulierung wird die Behauptung aufgestellt,
unser Mandant gehöre zu den „eigentlichen Tätern“, die an
Suspendierungen von Polizeibeamten beteiligt gewesen seien oder die den
Ermittlungen marginalisiert hätten. Diese Behauptung st falsch.“
Ja
bezichtigt Fornahl das LKA-Sachsen der Lüge? Und Fornahl soll sich nichts
einbilden. Zu den vom LKA genannten „oberen Gesellschaftsschichten“
gehört er noch lange nicht. Er ist nur deren Wadenbeißer und Lobbyist,
ihr Dackel. Nach der Nennung seines Namens steht: „Schattenmänner“
der oberen Gesellschaftsschichten geben weitere Hinweise.“ Also eine
klare Trennung. Da scheinen nämlich Konkurrenten der Nutznießer des
Sumpfs aus dem Nähkästchen zu plaudern.
Aber
ich will mich hier nicht auf linguistische Spitzfindigkeiten zurück
ziehen, sondern das Kind beim Namen nennen:
Der
sächsische Sumpf stinkt gen Himmel. OB Jung und SPD-MdB Fornahl hätten
gut getan, wenn sie geschwiegen hätten und die Sache ausgesessen. Aber
die bisherige Willfährigkeit der Justiz und deren Praxis in der
Verfolgung der Sachsenmafia hat sie offenbar tollkühn werden lassen. Also
laufen sie juristisch Amok.
Nur:
Davon lassen wir uns nicht einschüchtern. Weder von einem, der lt.
Presseberichte, die Bürger von Leipzig um 40 Millionen Mark brachte und
auch nicht von einem, der „nur“ 150.000 € privaten zwielichtigen
Geschäftemachern in den Rachen warf.
Herr
Oberbürgermeister und Herr Bundestagsabgeordeter: Das müssen ie sich
gefallen lassen. Sie, nicht wir, haben die Persönlichkeitsechte anderer
verletzt. Den Leipzigern gegenüber, vor allem die die arbeitslos und von
Hartz IV leben müssen, denen Ihre Partei immer mehr die Existenzgrundlage
entzieht, wurde durch ihr Mitverschulden Schaden zugefügt. Steigen sie
herab vom hohen Ross, es ist ein armseliger Klepper, wenn nicht gar ein
Maulesel.
Günter
Ackermann
DIE
ZEIT: Feuer, Flamme, Sumpf, Wolfgang Tiefensee sollte die
Olympiade im Alleingang nach Leipzig holen. Nun droht der einst
strahlende Oberbürgermeister im Strudel der Affären unterzugehen.
Von Klaus Hartung, Leipzig
Siehe auch Immobilienspekulanten in Sachsen nach 1990: Sumpf
aus Kinderprostitution und Korruption – nur da? Kindervergewaltiger in hohen Staatsämtern
der BRD? Von Gerd Höhne/26. Mai
2007 mehr
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