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WAZ
vom 28.12.2010: „Essen.
Von Entspannung kann noch keine Rede
sein, aber immerhin bessert sich die Lage etwas: Nachdem die Evag am
Montag erstmals in ihrer Geschichte den Straßenbahnverkehr komplett
eingestellt hatte, fahren immerhin einige Linien wieder.“
Bahn,
Flugwesen und Straßen im Privatisierungsverfall
KOSTENFAKTOR
SCHNEEFLOCKE
von
Jens-Torsten Bohlke
Kommunisten-Online,
5. Januar 2011. – Viele sehen den Grund für das Bahnchaos im
„Rationalisierungswahn“. Wobei es die kapitalistische
Rationalisierung ja bereits seit weit über 100 Jahren in Deutschland
gibt. Aber erst in den letzten beiden Jahrzehnten ist zunehmend aus
jedem Wintertag mit Schneefall und Eisglätte ein Winterchaos des
gesamten Verkehrswesens im Land geworden. Allein
„Rationalisierungswahn“ kann es also nicht sein.
Nach
dem Diktat des Finanzkapitals in Gestalt von EU-Richtlinien und der ausführenden
Politik auch des bundesdeutschen reaktionären Regimes ist insbesondere
in den letzten beiden Jahrzehnten die Privatisierung von Bahn und
Flugwesen sowie staatlichen Dienstleistungen wie Müllabfuhr und Straßen-Winterdienst
ständig forciert worden. Alles, womit sich irgendwie Geschäft machen lässt,
hat interessierten Profitgeiern unterworfen zu werden.
Damit
entledigt sich der öffentliche Dienst etlicher Arbeitsplätze, welche
aus Sicht der betroffenen entlassenen Arbeiter und Angestellten zu den
sichersten und besten Arbeitsplätzen vor Ort gehörten. In
privatkapitalistischen Firmen wird viel härter seitens der Bosse mit
den Arbeitskräften umgesprungen und die Ausbeutung ständig rücksichtslos
verschärft. Windige Geschäftsleute bedienen sich solcher ausbeutungsfördernder
Instrumente wie der Leih- und Zeit-Sklavenarbeit, dubioser
Subunternehmer mit Dumping- und Hungerlöhnern oder zahlen mit
staatlicher Hilfe Langzeitarbeitslosen nur 1 Euro pro Arbeitsstunde.
Der
Staat, in dessen Besitz sich die von ihm geschaffenen Infrastrukturen
einst befanden, musste in außergewöhnlichen Unwetterperioden
seinerzeit auch immer mal zu außergewöhnlichen Maßnahmen greifen, um
die Bahn, das Flugwesen und die Strassen bei extremen Winterbedingungen
funktionstüchtig zu halten. Notfalls griffen auch mal Wehrpflichtige
zur Schaufel. Auch standen dem Staat das Technische Hilfswerk und die
Feuerwehr mit zur Verfügung.
Heute
erleben wir nichts weiter als das Scheitern der „unternehmerischen
Initiative“, wenn ihr im liberalen Sinn eben auch die Infrastruktur
des Landes unterworfen wird. Wir erleben das Scheitern der
Privatisierungspolitik und Marktwirtschaftslogik, welche schon bei ein
paar Schneeflocken nur ein Chaos anstelle funktionierender Flughäfen
und Bahnsysteme liefert.
Geiz
mag bei den Rechenspielen bildungsmäßig unternivellierter Manager ja
geil erscheinen. Aber deren Rechnung ist extrem kurzsichtig und führt
mittel- bis langfristig in den Bankrott dessen, worauf sich die
Allgemeinheit und Öffentlichkeit im Lande jahrzehntelang bestens
verlassen konnte. Es ist traurig anzuschauen, wie abgewirtschaftet um
1980 privatisierte Staatsbetriebe wie die britische Bahn mittlerweile
dastehen. Oder denken wir mal an die schweren Energiekrisen in den USA
als Folgen der Privatisierung des gesamten Energiesektors. Hinzu kommen
gesamtgesellschaftliche dramatische Folgen wie Massenarbeitslosigkeit
und Ausweitung des Hungerlohnbereichs.
Schlüsselbereiche
der Wirtschaft wie Banken, Monopolbetriebe und die Infrastruktur an
Verkehrs-, Gesundheits- und Bildungswesen gehören verstaatlicht im
Interesse des Volkes und zum Wohle des Volkes. Die imperialistische
Gesellschaft der EU ist reif für die revolutionäre Überwindung durch
den Aufstand der Völker Europas unter Führung der Arbeiterklasse,
deren historische Mission es ist, eine ausbeutungsfreie Gesellschaft auf
den Trümmern dieses verrotteten bürgerlichen Auusbeutungs- und Unterdrückungssystems
zu schaffen. Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur ihr eigenes Werk
sein, das Warten auf den Messias hilft da keinem Arbeiter. Gemeinsam
sind wir Arbeiter stark und Millionen Mal stärker als sie, die
Profitgeier!
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