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Wir haben heute folgenden Leserbrief bekommen:

Liebe Genossen.
In dem Artikel von R.St.wird Kuba sehr negativ erwähnt. Das müßt ihr mir mal erklären. Ich habe nicht diese Vision von Kuba, obwohl ich ziemlich scharf auf der Lauer liege, bei dem was da so passiert. Erinnert euch, daß auch die SU nach der Revolution ausländische Kapitalisten im Land hatte. Der Punkt ist die politische Kontrolle. Fidel hat den Europäern eines geblasen, als sie ihn mit diesen Kontakten erpressen wollten. Aber ich lasse mich gerne belehren. Ich bin der Meinung, daß man bei  Revisionismuskritik sich keine Oberflächlichkeiten und Voreiligkeiten erlauben sollte. Diese Kritik muß auf festem Grund gebaut sein. Sonst schadet sie sich nur selbst. Aber wenn R.St. sich seiner Sache sicher ist, bitte ich ihn, seine Information zu teilen.
Mit kommunistischem Gruß
Ulrich aus Nikaragua

Wir stimmen Ulrich voll zu. Uns ist dieser falsche Hinweis zu Kuba entgangen. Inzwischen ist der falsche Satz gelöscht worden. Wir bitten um Entschuldigung, wir sind auch nur fehlbare Menschen.

Der Rote Webmaster

Günter Ackermann

Das seltsame Schweigen des Herrn Däke

Karl Heinz Däke ist Präsident des Bundes der Steuerzahler und wacht darüber, ob der Staat Steuern verplempert.

Von R.St. vom 17. März 2009

Da das reichlich geschieht, hat der Staat Schulden in astronomischer Höhe. Doch derzeit rasselt die Schuldenuhr, dass einem schwindlig wird. Da werden Milliarden den Pleitebanken in den Rachen geworfen, mittlerweile krähen auch die Autobosse hierzulande nach Staatsknete. Opel geht auf dem Krückstock. Man fragt sich, was die Arbeiter dort den lieben langen Tag machen.

Doch die Regierung des Staates wirft ein Milliardenkonjunkturprogramm nach dem anderen auf den Markt. Es wird gehofft, die lahmende Wirtschaft möge wieder springen. Alles im Bundestag winkt die Milliarden durch, ob Opposition und dergleichen.

Flaggschiff bei der Pleitebankerei ist diese Hypo Real Estate HRE, die mit unvorstellbaren 1000 Milliarden € in der Grütze liegt. Man sollte wissen, hier werden die Pfandbriefe des Staates verwaltet. Eine Bank des Staates, die Anleihen des Staates herausgibt, mit denen er Schulden macht. Geht diese Bank krachen, kracht der Staat mit. Island lässt grüßen. Nun kommen solche Gesundbeter des Kapitalismus daher  wie Oskar Lafontaine und sagen, hach, habe ich schon immer gesagt, alles gehört verstaatlicht, unter Aufsicht des Staates, die politischen Beamten in der HRE gehören  ausgemistet und durch andere ersetzt. Er will also den Staat verstaatlichen.

Denn eine staatliche Aufsicht der Banken, die gibt es. Das ist die Bundespolizei der Finanzen, BaFin.

Doch wo da die Aufsicht war, als die Finanzblasen aufgepumpt wurden, das verrät auch Oskar Lafontaine nicht. Er trat lediglich zurück als Finanzminister und schmollte gegen Schröder, weil der wie es sich herausstellte, den Finanzheuschrecken Tür und Tor öffnete.

Das Geschäft mit Schulden, um mit Geld Geld zu verdienen, sein Applaus für das sogenannte Konjunkturprogramm der Regierung, das will auch er. Es ist seltsam, da schwafelt seine Partei vom Mindestlohn. Doch ein Konjunkturprogramm für den Lohn der Arbeiter, davon hört man hierbei auch nichts. Von Däke bis Lafontaine warten nun andächtig alle, das viele Geld, die vielen ungedeckten Schecks mögen die Wirtschaft wieder ankurbeln. Doch dem ist nicht so und kann  auch so nicht funktionieren, die Krankheit Kapitalismus wird nur noch mehr Fieber bekommen und alles wird noch schlimmer. Den Kapitalismus mit Kapitalismus bekämpfen zu wollen, verkennt völlig die grundlegende Problematik, dass die Zirkulation Geld-Ware-Geld völlig zusammengebrochen ist, der Profit nicht zu realisieren ist. Der Kapitalist hat aufgehört Kapitalist zu sein.

Solches geschah in der Weltwirtschaftskrise 1929. 4 Jahre später tauchte ein Adolf Hitler auf mit einem Staatsstreich und versprach die Abschaffung der Zinsknechtschaft. Viele Menschen glaubten den Schwindel. Doch da das nicht funktionierte zog Hitler vor 1939 den 2. Weltkrieg zu beginnen um mit mehr Lebensraum, den Diebstahl der Sowjetunion zu veranstalten. Bekanntlich kann  der Kapitalismus nur wachsen, wenn er neue Märkte erobert. Doch das scheiterte 1945 und der Kapitalismus war in argen Schwierigkeiten. Er musste sich damit begnügen, dass 1/6 der Erde nun seinem Einfluss entzogen war. Nun erleben wir wieder den Bankrott des Kapitalismus.

Inzwischen ist die Erde bis in den letzten Winkel aufgeteilt, auch die ehemals sozialistische Sowjetunion. Zu verteilen gibt es also nichts mehr. Damals versuchten sich die Kapitalisten zu retten durch Blockbildung und Protektionismus. Die nationale Karte wurde gezogen. Das tat Hitler inbrünstig doch nicht ohne mit dem Feinden rege Geschäfte zu tätigen. Opel/GM, Shell waren da Meilensteine. Man sieht also die Verquickung der Kapitalisten war sehr innig und ist es heute noch mehr.

Derzeit bemüht sich China, Russland und Brasilien um eine Blockbildung und um den Krisengewinn. Doch China hängt derart tief in den USA als Gläubiger in der Kreide, dass dies China herausfordert mit seinen Schulden regen Handel zu machen, mit Luftballons Wirtschaft zu betreiben. Es gibt genügend Unbedarfte, die nun meinen, das Heil der Welt käme von diesem neuen Block. Ja sie versteigen sich zur Illusion, hieraus erwachse ein neuer Sozialismus. Doch die revisionistisch-bürgerliche  Welt ist genauso dem Untergang geweiht, auch trotz allem kapitalistischen Lack in China, oder dem Geheul eines Chavez, weil sie nun mal ein Anhängsel des Kapitalismus ist und seinen Gesetzen gehorcht. Wer mit kapitalistischen Produktionsverhältnissen den Sozialismus aufbauen will, der  muss zwangsläufig scheitern. Das war so in der Sowjetunion mit Chruschtschow bis Gorbatschow, das war so mit Ramiz Alia nach dem Tod von Enver Hoxha. (...)

Und Verstaatlichung beutet, wie es heute wieder jedermann erleben kann, die Miesen werden mit Steuern ausgebügelt, die man dem Volk abknöpft. So ist der Staat zum Kapitalist geworden, der versucht die Geschicke der Wirtschaft zu lenken. So mag er zwar einen Gerichtsvollzieher in diese und jene Pleitebude schicken, doch meist sind die Betriebe und ihre Kasse verwaist, wie zum Beispiel in China 1 Million Betriebe, die Chefs sind  mit der Kasse in die Südsee oder Bahamas abgehauen. Dort warten sie ab, bis vielleicht die Arbeiter den Laden in Eigenregie wieder flott gemacht haben oder lassen es ganz, weil sie es nicht mehr kümmert. Jedenfalls für eine Harzburger Front, die am 11. Oktober 1931 in Bad Harzburg stattfand, wo die Industriebarone ihre Schatulle für Hitler aufmachten, um ihn aufzupusten, scheint das Geld nicht zu reichen, denn heute ist die NSDAP pleite und die Klauwinkels haben andere Interessen.

Aus diesem Grunde wurde 1918 die Arbeiter, Bauern und Soldatenrepublik ausgerufen, der kapitalistische Staat abgeschafft. Diese Räte waren eine gesetzgebende und vollziehende Versammlung zugleich. Es ist auch wichtig zu wissen, sie waren die Organisation der Produzenten, kein Staat der sich den Mehrwert aneignete um ihn als Wohlfahrt vielleicht zu verteilen. Es wurden Kassen organisiert für diese und jene Zwecke wie zum Beispiel Gesundheit und entschieden was man mit dem Geld macht. Auch wurden Zinsen abgeschafft, sowie die Steuer. Das war natürlich eine tödliche Bedrohung für das Beamtenpack und das stehende Heer. Die revolutionären Soldaten hatten sich auf die Seite der Arbeiter und Bauern gesellt und verteidigten die Diktatur des Proletariats, wie sich die Räte auch nannten. Oft waren es Arbeiter- und Bauernsöhne. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Gustav Noske beim Arbeiter- und Soldatenrat in Kiel für die erneute Unterwerfung des Staates warb und als das nicht gelang in die revolutionären Arbeiter reinkartätschen ließ. Die Staatsraison musste mit aller Macht wieder hergestellt werden.

In der Staatsfrage schieden und scheiden sich die Geister in der Arbeiterbewegung bis heute. Manche wollen einen roten Lack an den Staat anbringen, manche wollen ihn wegträumen, manche weg putschen. Doch die Geschichte hat gezeigt, ob man es nun will oder nicht, der Staat zeigt sich als das größte Hindernis für sozialistische Produktionsverhältnisse. Steuern oder Mehrwert eintreiben hat sich immer wieder gezeigt, es stößt auf den Klassenkampf des Volkes auf seine Widerstand. So hat eben das Volk in Russland 1917 oder 1918 in Deutschland die Staatsherrlichkeit zum Teufel gejagt und die Diktatur des Proletariats errichtet. Das nämlich war unvermeidbar, wollte das Volk endlich was in den Topf haben. Die Oberen waren dazu nicht mehr in der Lage. Also hat man sie in Deutschland daran gehindert.

L.

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„Es ist schon erstaunlich, was uns heute so von der Politik vorgesetzt wird. Noch erstaunlicher ist allerdings, dass erwartete wird, dass wir diese Kröten auch noch fressen.“

siehe auch

Leserbrief vom 20. März 2009

Lieber Günter,

warum findest Du es seltsam, wenn Herr Däke schweigt? Herr Däke ist Chef des Bundes der Steuerzahler. Er soll Verschwendung von Steuergeldern aufdecken. Das ist alles richtig. Du vergaßt nur, dass das Hineinpumpen von Milliarden Steuergeldern in marode Unternehmen nichts mit Steuerverschwendung zu tun hat. Im Gegenteil. Da ist das Geld doch sicher angelegt. Die Bankrotteure können diese Milliarden sofort wieder aus dem Betrieb herausziehen und unter sich verteilen. Somit hat der Staat wieder seine Aufgabe erfüllt, und die Kohle von unten nach oben verteilt.

Es ist schon erstaunlich, was uns heute so von der Politik vorgesetzt wird. Noch erstaunlicher ist allerdings, dass erwartete wird, dass wir diese Kröten auch noch fressen. Da wird tatsächlich über eine Hilfe für Opel diskutiert (und sicher auch gewährt), obwohl die über Jahre den Gewinn in die USA transferierten und die Bundesbürger nur an ihren Schulden beteiligten. Hier wäre nun schon wieder Herr Däke gefragt. Aber sicher hat der auch schon irgendwo einen Anteil und wird den Teufel tun, sich mit seinen Brüdern im Geiste und Gelde zu überwerfen. Also wird Herr Däke zu dieser Schlamastik schweigen, aber sich über ein zu viel gebautes Tor im Zaun weiterhin schön aufregen. Damit erfüllt er dann seine Alibifunktion, den deutschen Michel von den wahren Problemen abzulenken. Und das erwartet die Bourgeoisie von ihm und seinesgleichen, ablenken, die wahren Probleme verschleiern, und so ein Sicherungshaken  der Herrschaft der Bourgeoisie zu sein und zu bleiben. Würde er sich einmal über die tatsächlichen Missstände in dieser Republik äußern, er wäre sofort weg vom Fenster. Und wie sollte er dann feststellen, dass ein Tor zu viel im Zaun ist?

Rot Front

W.

Antwort Roter Webmeiste:

Lieber W., 

Du hast vollkommen recht, genau das macht dieser feine Herr und genau das ist seine Funktion.

Allerdings bin ich nicht der Autor dieses Artikels, den bekamen wir zugeschickt.

Rotfront

Der Rote Webmasster

G.A.

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