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„Schneewittchen
und die sechs Zwerge“
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 31. Oktober 2009 – Bei
Frau Maischberger war wieder einmal Lesen im Kaffeesatz angesagt. Zu
diesem Zwecke traf sich eine
illustre Runde: Herr Gysi, Fraktionsvorsitzender „Die Linke“ im
Bundestag, Herr Prof. Dr. Sinn vom ifo-Institut, Herr Haussmann,
ehemaliger Wirtschaftsminister unter Kohl, Herr Prof. Baring,
Journalist, Herr Maas,
SPD-Landesvorsitzender Saarland und Herr von Klaeden, designierter
Kanzleramtsminister. Nun fehlte eigentlich nur noch ein „Zwerg“,
Baron Münchhausen. Aber der ist ja leider schon tot.
Um
es kurz zu machen, es wurden die alten Lügen von vor der Wahl noch mal
aufgewärmt, und als neues Menü dem verdutzten Gast vorgesetzt. Nun hätte
man wenigstens erwarten können, dass sich die Riege bei diesem Salto
mortale wenigstens ein bisschen Mühe gibt und das Ganze in ein neues
Geschenkpapier packt. Aber auch da bügelte man
lediglich das alte auf und malte noch ein, zwei Sterne drauf,
fertig war der Lack. Der Kleine soll sich mal nicht so haben, schließlich
hat man ihm ja einen schönen Strick gedreht und herum gebunden.
Einige
Wahrheiten sind aber wieder den Herrschaften entfleucht, von denen sie
im Nachhinein wohl hofften, sie wären drin geblieben. So meinte Herr
Prof. Sinn, dass man die Banken nicht besteuern könne, da sie zu viel
Eigenkapital verloren hätten. Gleichzeitig gab er zu wissen, dass die
Bundesregierung bisher 1000 Mrd. € zur Krisenbewältigung eingesetzt
hat. Das heißt zu gut Deutsch, dass unser Bundesengelchen und ihre
Clique (die sich offiziell Regierung nennt) den Banken und einigen
anderen Großen Riesenbeträge zuschanzte, damit die andere Banken bzw.
Betriebe aufkaufen können und wieder Managergehälter ausschütten, als
hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Da kann es den normalsterblichen
Deutschen nicht verwundern, dass der neue Koalitionsvertrag den
Niedriglohnsektor noch weiter ausweiten wird. Aldous Huxleys „Schöne,
neue Welt“ lässt grüßen.
Zum
Schluss der Sache noch einige Bonmots.
Herr
Haussmann freut sich über Gewerkschafter, die für Kurzarbeit und
niedrige Löhne sind.
Herr
Prof. Barnim vermisst Geld für die Bildungspolitik, da die
Sozialausgaben zu hoch sind.
Herr
v Klaeden hält eine „Überarbeitung“ der Mehrwertsteuer für möglich.
Herr
Prof. Barnim: „Wenn Westerwelle den Mund zur Außenpolitik aufmacht,
kommt Unsinn, aber das macht nichts, das Außenamt ist eine standfeste
Behörde.“
Für
Herrn Prof. Sinn ist Niedriglohn öffentlich bezuschusster Lohn.
Da
soll noch mal einer sagen, die deutsche Sprache wäre trocken und für
Poesie nicht geeignet. Münchhausens Lügenmärchen waren dagegen
sehr realistische Reiseberichte.
Rot
Front
Werner
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