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Auf
einer Stufe;
Angebliche „Vertreibungsverbrechen an Deutschen“ nach dem 2.
Weltkrieg und Massenmorde der Nazis bis 1945?

Quelle:
Museum Auschwitz: KL Auschwitz - Dokumentaraufnahmen. Eines der
vielen Massengräber, wie es von der sowjetischen Armee nach der
Befreiung vorgefunden wurde.
n Auschwitz") (aus "Chronik der Befreiung Befreiung
von Auschwitz")
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Das
halboffizielle Organ der Berliner Regierung, Der Spiegel, stellt
Angriffskriege, Millionenfachen fabrikmäßigen Mord an Menschen
aus ganz Europa, KZ’s und Folter durch den deutschen
Faschismus mit angeblichen „Vertreibungsverbrechen an
Deutschen“ nach dem 2. Weltkrieg auf eine Stufe und fordert
Einrichtung eines internationalen Gerichtshofs für die
Aburteilung sogenannter Vertreibungsverbrechen an Deutschen –
also ein „Nürnberg II“. (Red.
K.-online) |
Nürnberg
II
HAMBURG
Quelle:
german-foreign-policy
vom 16.02.2011 – Ein auflagenstarkes deutsches Nachrichtenmagazin
schlägt die Einrichtung eines internationalen Tribunals zur Ahndung
sogenannter Vertreibungsverbrechen an Deutschen vor. Dies könne nach
dem Modell der Nürnberger Prozesse gegen die wichtigsten
NS-Kriegsverbrecher geschehen („Nürnberg II“), heißt es in der
aktuellen Ausgabe der Geschichts-Edition der Wochenzeitschrift Der
Spiegel. Das Heft, das auf angebliche Präzedenzfälle verweist, ist den
„Deutschen im Osten“ gewidmet. Es begleitet die kulturelle
Einflussarbeit der Berliner Deutschtumspolitik in Osteuropa, die sich
die dortigen deutschsprachigen Minderheiten zunutze macht, um sich
unmittelbare Einflusszonen jenseits der deutschen Staatsgrenzen zu
schaffen. Das „kulturelle Erbe“ etwa im früheren Ostpreußen oder
im einstigen Schlesien gehöre nicht nur „den Menschen, die heute dort
leben“, sondern ebenso „Millionen Menschen, die heute in Deutschland
und anderswo“ ihren Wohnsitz hätten, schreibt die Zeitschrift über
die kulturpolitisch verbrämten Besitzansprüche gegenüber Russland und
Polen. Die Darstellungen des Blattes spitzen tatsächlich vorhandene
Bestrebungen der deutschen Außenpolitik publikumswirksam zu.
Angeblich
unbefangen
Unter
dem Titel „Die Deutschen im Osten“ ist Ende Januar 2011 die jüngste
Ausgabe der Geschichts-Edition des Nachrichtenmagazins Der Spiegel
erschienen. Das Heft, das sich an eine breite Öffentlichkeit richtet,
ergänzt Schilderungen von Flucht sowie Umsiedlung der Deutschen aus
Ost- und Südosteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg um Texte zu Geschichte
und Gegenwart der deutschsprachigen Minderheiten dort. Dabei behaupten
die Autoren, gegenwärtig würden die früheren Auseinandersetzungen um
die Thematik durch die „Unbefangenheit“ einer unbelasteten jungen
Generation abgelöst, die eine gänzlich neue Positionierung jenseits
der „Vertriebenen“-Verbände und ihrer bisherigen Kritiker ermögliche.
Die angebliche Unbefangenheit untermauern die Autoren mit durchaus
kritischen Bemerkungen, die eine glaubhafte Abkehr von traditionellen
Positionen aus dem „Vertriebenen“-Spektrum suggerieren. So heißt es
etwa zutreffend, das in der Bundesrepublik herrschende Bild über
Ostpreußen sei vor allem durch den alten ostpreußischen Adel, etwa
Marion Gräfin Dönhoff oder Hans Graf von Lehndorff, geprägt worden -
ein Hinweis, der die nach Osten gerichtete Kulturpolitik offizieller
bundesdeutscher Stellen, aber auch privater Verlage zutreffend
beschreibt.[1]
Die
Spuren der Deutschen
Jenseits
solcher Beobachtungen und in oft offenem Widerspruch zu ihnen vermittelt
Der Spiegel hingegen nicht nur die alte Berliner Behauptung, die
Umsiedlung sei „Unrecht“ gewesen. Daneben zeigen sich völlig offen
kulturpolitisch verbrämte Ansprüche auf frühere Ostgebiete des
Deutschen Reiches. Über das einstige Ostpreußen etwa heißt es, es gehöre
„natürlich den Menschen, die heute dort leben“. „Aber das
kulturelle Erbe gehört durch die Familienbezüge genauso auch Millionen
Menschen, die heute in Deutschland und anderswo leben.“[2] Einer
Darstellung des „kulturellen Erbes“ widmen sich mehrere Beiträge
der Zeitschrift, darunter einer, der schildert, wie „engagierte Bürger“
in der russischen Oblast Kaliningrad „die Spuren der Deutschen“ [3]
zu bewahren suchen. Es gebe dort Initiativen zur Umbenennung des Ortes
Sowjetsk in Tilsit und zur Wiedererrichtung eines Denkmals für die preußische
Königin Luise. In Russland erkennt Der Spiegel jedoch auch Widerstand
gegen die kulturelle Einflussnahme: Moskau unternehme viel, um die
deutsche Vergangenheit der Region „vergessen zu machen“.
Einflusszonen
Die
von Berlin intendierte Rolle der deutschsprachigen Minderheiten
beschreibt Der Spiegel am Beispiel Südwestpolens.[4] Die dortige
„schlesische“ Minderheit habe sich mit Fördermitteln aus dem
deutschen Staatshaushalt und aus EU-Etats eine herausragende Position
erarbeiten können, heißt es in der Zeitschrift. Allein die
Bundesrepublik habe an die deutschsprachigen Minderheiten in Polen seit
1990 gut 150 Millionen Euro gezahlt. Ihre verbesserte Position nutzten
die Deutschsprachigen nun, um weitere Sonderrechte zu fordern: Man
verlange mehr deutschsprachige Ortsschilder, mehr deutschsprachige
Denkmalbeschriftungen, nicht zuletzt vollständigen Schulunterricht in
deutscher Sprache. Zwar lehne Warschau eine weitere Loslösung der
deutschsprachigen Minderheit aus dem Kontext der polnischen Gesellschaft
ab; doch sei noch für dieses Jahr ein Runder Tisch anberaumt, der
Fortschritte bringen solle. Der Vorgang lässt deutlich erkennen, wie
Berlin sich über die eng an die Bundesrepublik gebundenen
deutschsprachigen Minderheiten neue Einflussgebiete in Ost- und Südosteuropa
schafft, in denen die Souveränität der jeweils betroffenen Staaten
durch die wachsenden deutschen Möglichkeiten zur Einmischung mit Hilfe
der immer stärkeren Minoritäten systematisch eingeschränkt wird.[5]
„Gar
nicht so verschieden“
Eine
auffallende Position nimmt in dem Blatt ein Beitrag ein, der sich mit
einer eventuellen juristischen Ahndung sogenannter
Vertreibungsverbrechen an Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg befasst.
Wie es in dem Artikel heißt, seien bei der „Vertreibung“ der
Deutschen aus den Ländern Osteuropas unmittelbar nach Kriegsende Taten
an ihnen verübt worden, die „gar nicht so verschieden“ von
Verbrechen seien, die das Internationale Tribunal für das ehemalige
Jugoslawien in Den Haag seit den 1990er Jahren abgeurteilt habe. Dass
diese Taten nicht schon im Gefolge der Nürnberger Prozesse gegen die
NS-Hauptkriegsverbrecher von einem internationalen Gerichtshof
bearbeitet worden seien, sei in der bundesdeutschen Bevölkerung auf großes
Missfallen gestoßen. Es sei deshalb „verständlich“, dass „viele
Nachkriegsdeutsche“, vor allem die Umgesiedelten, die Urteilssprüche
des Nürnberger Tribunals als „Siegerjustiz“ bezeichnet hätten,
„die historisches Unrecht nicht etwa beseitigt, sondern sogar noch
vergrößert“ habe.[6]
Von
Estland lernen...
Wie
Der Spiegel erklärt, können die damaligen „Vertreibungsverbrechen“
jedoch auch heute noch abgeurteilt werden. Als Präzedenzfall gilt dem
Blatt das Vorgehen Estlands. Dort sei im Jahr 1994 die Möglichkeit,
bestimmte „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ auch mit einem
erheblichem zeitlichen Abstand noch zu bestrafen, ins Strafgesetzbuch
aufgenommen worden. Danach seien in Estland zwei Männer verurteilt
worden, „die 1949 an der Deportation von Zivilisten in sowjetische
Arbeitslager beteiligt waren“. Der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte in Strasbourg habe dieses und weitere vergleichbare
Urteile trotz des Rückwirkungsverbots inzwischen für rechtmäßig erklärt.
Es falle „schwer zu bestreiten“, dass auch „die Vertreibung der
Deutschen“ nach heutigen Maßstäben klare „Verbrechen gegen die
Menschlichkeit“ seien. Angesichts der vom Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte bestätigten estnischen Urteile sei „der Geist von Nürnberg“
heute nicht mehr „in der Flasche zu halten“: „Was Estland kann, können
die anderen auch.“[7]
Ein
internationales Tribunal
In
suggestive Fragen gekleidet schlägt Der Spiegel abschließend die
Einrichtung eines internationalen Gerichtshofs für die Aburteilung
sogenannter Vertreibungsverbrechen an Deutschen vor - ein „Nürnberg
II“. Ein solches Tribunal könne auf der Basis „eines völkerrechtlichen
Vertrags der Vertreiberstaaten von damals“ errichtet werden, schreibt
das Blatt.[8] Mit „Vertreiberstaaten“ sind die Länder Ost- und Südosteuropas
gemeint, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Basis des Potsdamer
Abkommens die deutschsprachigen Minderheiten - vom NS-Reich zuvor als
„Fünfte Kolonne“ zur Schwächung ihrer Staaten benutzt - in die
heutige Bundesrepublik umsiedelten. Das Plädoyer der Zeitschrift kann
an die Tatsache anknüpfen, dass jede Bundesregierung seit 1949 die
Umsiedlung der Deutschen als Unrecht eingestuft hat, das prinzipiell
geahndet werden muss. Erst vergangene Woche hat der Bundestag sich dafür
ausgesprochen, den 5. August zum alljährlichen Gedenktag an das
„Unrecht der Vertreibung“ zu erklären. Ein solcher Schritt galt
noch vor wenigen Jahren als ebenso ausgeschlossen wie heute die
Einrichtung eines Tribunals für „Vertreiberstaaten“.
[1]
„Wer hat unser Ostpreußenbild bestimmt? Sowohl vor dem Krieg als auch
bis in die achtziger Jahre waren das fast ausschließlich Adlige -
Marion Gräfin Dönhoff, Hans Graf von Lehndorff, Alexander Fürst zu
Dohna-Schlobitten, Esther Gräfin von Schwerin. Dadurch haben wir die
Vorstellung, dass Adlige durch ostpreußische Landschaften reiten,
liebevoll-paternalistisch mit ihren Untertanen sprechen, die Gutsherren
sorgen für Ordnung. Viele Menschen in der frühen Bundesrepublik
wollten sich nicht mit dem problematischen Erbe auseinandersetzen,
sondern mochten solche Bilder, in denen man sich romantisch-nostalgisch
einrichten konnte.“ „Randlage mit Bollwerksfunktion“.
Spiegel-Gespräch mit dem Osteuropa-Historiker Dr. Andreas Kossert; Der
Spiegel Geschichte 1/2011
[2] „Randlage mit Bollwerksfunktion“. Spiegel-Gespräch mit dem
Osteuropa-Historiker Dr. Andreas Kossert; Der Spiegel Geschichte 1/2011
[3] „Wir leben unseren Traum“; Der Spiegel Geschichte 1/2011
[4] Ein Loch in der Geschichte; Der Spiegel Geschichte 1/2011
[5] s. dazu Die
deutsche Ostsiedlung, Der
Deutschtumspreis und Das
Wirken der Deutschen im Osten
[6], [7], [8] Aktenzeichen ungelöst; Der Spiegel Geschichte 1/2011 |