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USA
lassen antikommunistischen Bombenleger
und Mörder frei
Freiheit
für einen Staatsterroristen
Proteste
gegen Carriles' Freilassung
Quelle:
freace
vom 20.04.2007
Der
Freilassung von Luis Posada Carriles durch US-Behörden am Donnerstag
folgten am Freitag massive Proteste aus Kuba und Venezuela, wie
beispielsweise der Miami Herald berichtete.
Der
79 Jahre alte gebürtige Kubaner und venezolanische Staatsbürger Carriles
ist nach einer Zahlung einer Kaution von 350.000 US-Dollar freigelassen
worden. Vor zwei Wochen hatte ein Richter bereits gesagt, Carriles könnte
aus der Untersuchungshaft entlassen werden, wenn er unter Hausarrest
bleibe und dies mittels einer „elektronischen Fußfessel“ überwacht
werde. Carriles war im Mai 2005 wegen „illegaler Einreise“ in die USA
verhaftet worden und wartete seitdem auf seinem nun für den 11. Mai
angesetzten Prozeß.
Carriles
war 1985 aus einem Gefängnis in Venezuela geflohen, während er auf sein
Berufungsverfahren wartete. Zuvor war er bereits in zwei Instanzen
schuldig gesprochen worden, am 6. Oktober 1976 einen Bombenanschlag auf
eine kubanische Passagiermaschine verübt zu haben, bei dem 76 Menschen
getötet worden waren. Während er diesen Anschlag zwar immer bestritten
hat, hat er freimütig zugegeben, mehrere Bombenanschläge in Kuba verübt
zu haben. Hinsichtlich einer Reihe von Bombenanschlägen auf kubanische
Tourismuszentren im Jahr 1997 sagte er gegenüber der New York Times in
einem Interview: „Es ist traurig, daß jemand tot ist, aber wir können
nicht aufhören.“ Bei einem der Anschläge war ein Italiener getötet
und 11 weitere Menschen verletzt worden. Im Jahr 2000 wurde er dann in
Panama im Besitz von rund 100 Kilogramm Sprengstoff verhaftet, mit dem er
einen Anschlag auf den kubanischen Präsidenten Fidel Castro verüben
wollte. Im Jahr 2004 wurde er von der damaligen Präsidentin Panamas,
Mireya Moscoso, die ihrerseits gute „Beziehungen“ zu den USA hatte,
wenige Tage vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt begnadigt. Zwischen 1961 und
Juli 1967 war er CIA-Dokumenten zufolge Mitarbeiter der CIA. Die zeitliche
Nähe seiner „Entlassung“ und dem Anschlag auf die Maschine der Cubana
de Aviación ist nur zu auffällig.
Schon
kurz nach seiner Einreise in die USA hatte Carriles dort politisches Asyl
beantragt. Die USA wiederum machten unverzüglich klar, daß er
keinesfalls an ein Land ausgeliefert würde, das ihn seinerseits an Kuba
ausliefern würde. AFP berichtete, US-Behörden hätten seine Ausweisung
nach Venezuela oder Kuba außerdem abgelehnt, da er dort möglicherweise
gefoltert würde - einer der wenigen Momente, in denen sich US-Beamte
offenkundig um die Unversehrtheit von Terroristen sorgten, was allerdings
auch daran liegen mag, daß Carriles immerhin „ihr Hurensohn“ ist. Die
„Befürchtung“, Carriles könnte in Venezuela gefoltert werden, beruht
wiederum auf der Aussage von Joaquin F. Chaffardet Ramos, der Carriles
nach eigener Aussage seit Ende der 60er Jahre kennt und der mit ihm
zusammen als „Sicherheitsbeamte“ gearbeitet habe.
Obwohl
Carriles also geradezu ein Musterbeispiel eines Terroristen ist, wird er
von den USA vor der Strafverfolgung durch ausländische Behörden geschützt
- was angesichts der Tatsache, daß er im Auftrag der US-Regierung
handelte, aber kaum verwundern kann.
Dementsprechend
versammelten sich denn auch tausende Menschen vor der US-Vertretung in
Havanna, um gegen Carriles Freilassung zu protestieren.
„Sie
haben den Mörder meines Vaters freigelassen. Stellen Sie sich vor, wie
sich das anfühlt“, sagte Camilo Rojo, dessen Vater Jesùs bei dem
Anschlag auf die Pssagiermaschine getötet wurde, gegenüber dem Miami
Herald am Telephon. „Wir fragen: wie ist es möglich, daß sich die
Vereinigten Staaten in einem weltweiten Krieg gegen den Terrorismus
befinden, aber einen Terroristen freilassen? Wissen die amerikanischen
Menschen das?“
Auch
in Venezuela fand eine Demonstration gegen Carriles` Freilassung statt. In
einer im Fernsehen übertragenen Ansprache sagte der venezolanische Präsident
Hugo Chávez: „Ganz Venezuela erhebt seine Stimme in Empörung über den
Schutz, den die imperiale Regierung der Vereinigten Staaten weiterhin dem
Vater aller Terroristen aller Zeit auf dem amerikanischen Kontinent gewährt.“
Nicolás Maduro, Außenminister Venezuelas, nannte Carriles' Freilassung
einen „Schlag ins Gesicht Lateinamerikas und der Karibik.“
Bemerkenswert
ist in diesem Zusammenhang aber auch die Berichterstattung der Medien. Während
diese in anderen Fällen nur zu bereit sind, eine von der US-Regierung
benutzte Bezeichnung der „Terroristen“ zu verwenden, wird Carriles nur
als „Bomber“, „als Bomber Verdächtiger“, „Castro-Gegner“, „Anti-Castro-Exilant“
oder einfach nur als „Kuba-Exilant“ bezeichnet. Der Miami Herald fällt
hier schon auf, da Carriles dort - wenn auch nur in Zitaten - als
Terrorist bezeichnet wird. Dies belegt einmal mehr die grundlegende
Ausrichtung der Medien auf die Haltung der US-Regierung. |