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Porno am Flughafen?

Stripteasescanner zur Personenkontrolle ist „zukunftsweisend und wird über kurz oder lang als effektive Kontrollmethode ihren Einsatz finden.“[1]

Von Günter Ackermann

Kommunisten-online vom 24. Oktober 2008 – Nein, es ist keine Latrinenparole. Die Dinger gibt es wirklich: Scanner, die durch die Kleidung durchsehen und ein komplettes schwaz-weiß-Bild (noch s/w, aber wann kommen die farbigen?) der menschlichen Körperoberfläche machen, dass dann ein von Polizeibeamten begutachtet werden. Diese sehen detailliert einfach alles, auch die primären Geschlechtsmerkmale in der richtigen Proportion.

Dass das aus dem Land kommt, das für sich in Anspruch nimmt, das freieste überhaupt zu sein und das seine „Freiheit“ (nicht ganz) selbstlos auch all jenen zukommen lässt, die sie nicht zu schätzen wissen. Wenn es sein muss, auch mittels Krieg. Das freieste aller Ländern, in dem wie in keinem anderen Land Menschen mittels Giftspritze, Giftgas und Elektrischer Stuhl vom Leben in den Tod befördert werden. Kurz: Aus dem Land, das die Welt vor dem bösen Terrorismus retten will.

Wenn also einer demnächst mit dem Flieger von Düsseldorf nach Berlin reisen  will, solle sich bewusst sein, dass er unter Umstanden etwas gegen oder für die Libido[2] – je nach Ausprägung bestimmter Körpereigenschaften – tun kann. Man muss sich in eine Kabine begeben, die Hände über den Kopf und der Bundespolizist wenige Meter weiter hat seinen Spaß – oder auch nicht.

Die EU-Kommission hat diese Geräte bereits genehmigt und die Bundespolizei will sich demnächst diese Scann er – zu Testzwecken, sagt man – anschaffen. Die Sicherheit sollen sie erhöhen, denn die mit Lust oder Frust beglückten Bundespolizisten können jetzt jedes gefährliche Ding am Körper sehen. Ob Schmuggelgut oder Sexspielzeug, ob Taschen- und Brotmesser oder Handgranate – alles. Und natürlich auch Körperliche Details. Ein Journalist der Süddeutschen meint, die Bundespolizei könne sich für Penislänge oder Brustgröße und Form interessieren. Wobei festegestellt werden muss, dass die Herrn Wachtmeister der Bundespolizei ja auch nur Männer sind und die Wachtmeisterinnen auch nur Frauen.

Wer sich wundert, dass auf deutschen Flughäfen, wenige Meter nach der Kontrollstelle, Bundespolizisten kichern  und sich auf die Schenkel hauen, braucht keine Sorge zu haben, dass die wieder mal mehr Geld bekommen. Sie haben eben nur einen Teeny im  Striptease-Scanner gescannt. Lasst ihnen doch en Spaß.

Behauptet wird, dass – natürlich – die Gesichter unkenntlich sind und die Bilder sofort wieder gelöscht werden, der kann bedenkenlos das glauben. Die Wahrheitsliebe des deutschen Staates ist seit Jahrzehnten sprichwörtlich. Alles dient ja nur zur Sicherheit der braven Staatsbürger – ein Schuft, der Böses dabei denkt.

G.A.


[1]  Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen, Ralph Beisel

[2]  „ Der Begriff Libido stammt aus der Psychoanalyse und bezeichnet jene psychische Energie, die mit den Trieben der Sexualität verknüpft ist. Als Synonym zu sexueller Lust und Begehren ist der einstige Fachterminus mittlerweile auch in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen.“ siehe

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