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Steve
Wynn
Er
hat gut lachen:
US-Milliardär,
Spielbank-König von Las Vegas und Mafioso.
Ihm
kann die Wirtschaftskrise schnuppe sein, er spürt sie nicht. |
So
wie in den USA – so auch bei uns
DIE
BANDE DER 400 SUPERREICHEN IN DEN USA MERKT NICHTS VON REZESSION
von
Sam Pizzigat (in Too Much)*
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
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Eine
US-Durchschnittsfamilie müsste Tausende Jahre arbeiten, um eine
Milliarde US-Dollar zu erhalten. Die 400 superreichen Clans in den USA können
in jedem Einzelfall eine Milliarde US-Dollar verlieren und würden kaum
etwas davon bemerken. Dies zeigen neue Angaben über die Superreichen in
den USA.
Die
Tsunamis, wie wir (…) gelernt haben, brechen herein wie die Zerstörer
der Chancengleichheit. Gegen eine Welle von 20 Fuß Höhe bietet eine
geräumige Villa nicht mehr Sicherheit als eine kleine Behausung auf dem
Lande. Aber eine Rezession, mehr noch eine große Rezession,
funktioniert nicht auf dieselbe Weise.
Wie
FORBES in seiner letzten Reportage über die 400 Superreichen in der
Rezession dokumentiert, sehen diese Superreichen ein Absinken in der als
„Nettowert“ bekannten finanziellen Abstraktion. Aber ansonsten verläuft
ihr Leben weiterhin so komfortabel wie immer. Die Reichen tauchen
unverletzt aus den Resten des Schiffbruchs auf, welchen eine Rezession
mit sich bringt.
Im
Gegensatz dazu steht, was der Ökonom John Irons uns in der letzten
Woche in einem neuen Bericht über die große Tragweite für die
Mehrheit der US-Amerikaner mit schmaler Brieftasche eröffnete. So kann
die Rezession die durchschnittlichen Arbeiterfamilien mit dauerhaften
Folgen treffen.
Lassen
Sie mich einige Gegensätze aufzeigen. Beginnen wir mit Steve Wynn, dem
„König von Las Vegas“ aus der Glücksspiel-Industrie. Wynn steht
gemeinsam mit weiteren 314 Milliardären auf der Liste der 400 reichsten
US-Amerikaner, die FORBES am 30. September 2009 veröffentlichte. Sie
haben wirklich „Nettowert“ in den letzten 12 Monaten verloren.
Tatsächlich
hat Wynn ziemlich von seinem Nettowert seit der Krise des Finanzsektors
vor einem Jahr verloren. Sein Vermögen stieg erst auf 3,4 Milliarden
US-Dollar und umfasst jetzt nur noch 2,3 Milliarden US-Dollar. Etwa 900
Millionen US-Dollar sind bei ihm verschwunden. Das ist eine ganz schön
hohe Zahl. Eine typische US-Familie müsste 18.000 Jahre arbeiten, um
diese 900 Millionen US-Dollar zu bekommen. Dies jedenfalls laut den
neuen Daten des Statistischen Amtes.
Trotz
dieses bedeutenden Verlustes sieht sich Wynn in seinem Leben in den
letzten 12 Monaten nicht beeinträchtigt. Er vernahm die Glockenschläge
des neuen Jahres und kreuzte mit seiner Megajacht von 183 Fuß durch die
Karibik, die er im vorigen Frühling kaufte. Hinterher verbrachte er ein
paar nette Wintertage und drückte sich vor den Klatschjournalisten an
der Cote d'Azur und in den Alpen.
Wynn
hat ganz gewiss doch einige Einsparungen im vorigen Jahr vorgenommen.
Vor allem tat er dies bei den Löhnen und Leistungen der Beschäftigten
in seinem Firmenimperium. Er senkte die Löhne bei Wynn Resorts um 10%
im vergangenen Winter. Und neben anderen Kürzungsmaßnahmen setzte er für
alle Beschäftigten den 401.000 US-Dollar Betriebsrenten- und
Sparkapitalfonds nach US-Recht aus.
Im
Allgemeinen gingen vom vollständigen Reichtum von Steve Wynn und seinen
400 Reichtumsgefährten laut FORBES 300 Milliarden US-Dollar verloren,
was einem Schwund von 19% entspricht. Dies bezieht sich auf den Zeitraum
von September 2008 bis September 2009. Zum 5. Mal seit Beginn der
FORBES-Statistik im Jahre 1982 verlieren die 400 Superreichen an
Nettowert.
Nach
den vier vorigen Einbußen erholten sich die 400 Superreichen rasch und
konnten die Verluste rasch wettmachen. Sie nahmen rasch ihren Marsch zu
immer höheren Anhäufungen persönlichen Reichtums wieder auf. Im Jahr
1982 verfügten die 400 Superreichen gemeinsam über 91,8 Milliarden
US-Dollar. Heute beträgt ihr zusammengefasster Nettowert 127 Milliarden
US-Dollar.
Seit
1982 ist der Reichtum der 400 Superreichen 12-mal rascher gestiegen als
die Inflation.
Einige
der superreichen US-Amerikaner vermehren noch immer ihren Reichtum, dies
sogar inmitten unserer schlimmen Wirtschaftslage. Die Große Rezession
ist für sie eine Gelegenheit gewesen, um einige Geschäftsfelder
aufzugreifen, wo sie nichts verlieren konnten.
Der
Bankier aus Dallas, Andrew Beal, verdreifachte sein persönliches Vermögen
auf 4,5 Milliarden US-Dollar. Dies schaffte er seit Krisenbeginn im
vergangenen September 2008. Er hat „Darlehen und Aktien im vorigen
billigen Herbst verschlungen“.
Weitere
1000 Millionäre führen ebenfalls ein Leben voller Luxus und warten
geduldig ab, damit sich ihr Nettowert wieder erholt. Nerzpelze aus
Russland wurden für 30% ihres Preises vom vorigen Herbst verkauft, wie
FORBES darstellt. Maßangefertigte Londoner Herrenschuhe aus schwarzem
Schweinsleder kosteten vor einem Jahr 5075 US-Dollar, und heute bekommt
man sie für nur 4686 US-Dollar.
Kurz
und zusammengefasst gesagt, es geht den 400 FORBES-Reichen ziemlich
bestens.
„Auf
irgendeine Art“, schmunzelte der Reichtumsanalyst von der Wall Street,
Robert Frank, „denke ich, dass es ihnen gut gehen wird“.
Viele
Meinungsmacher der USA glauben, dass je besser es den US-Amerikanern
gehen wird, um so schneller die Rezession aufhören wird, und wer ohne
Arbeit ist, wird dann wieder welche bekommen.
Wetten
Sie darauf nicht, sagt John Irons vom Wirtschaftspolitischen Institut (EPI).
Das EPI veröffentlichte in der vorigen Woche seinen mäßigenden neuen
Wirtschaftsbericht, „Wirtschaftliche Narben: Die langfristigen Folgen
der Rezession“.
Die
Experten und die Politiker, wie Irons aufzeigt, stellen oft die
Rezessionen „als Ereignisse auf kurze Sicht“ dar. Aber im wirklichen
Wirtschaftsleben, so zeigt es seine neue Studie, können „die hohe
Arbeitslosigkeit, die Abnahme der Einkommen und die verringerte
wirtschaftliche Aktivität dauerhafte Folgen haben.“
Die
Studie von Irons fasst die enorme Wirtschaftsanalyse zusammen, welche
diese verschiedenen Folgen detailliert aufschlüsselt: Die Universitätsstudenten,
die ihre Studienplätze verlassen, wenn Vater oder Mutter den
Arbeitsplatz verlieren. Die Arbeiter, deren Löhne nie wieder die Höhe
wie vor den Entlassungen erreichen werden. Die Kinder, die ihre Schule
schlecht absolvieren, weil der Fall in die Armut sie schlecht ernährt
hinterlässt und sie wie ein Ball hin- und hergeschoben werden.
Für
die durchschnittlichen Familien, so fasst Irons es zusammen, können die
Rezessionen gravierende Schäden anrichten „in den nächsten
Jahren“. Aber einige Beobachter sehen das Chaos oben und unten an
unserer Wirtschaftsskala.
„Die
400 reichsten US-Amerikaner haben wie wir alle viel Geld in den letzten
12 Monaten verloren“, bestätigte Duncan Greenberg, der Mitherausgeber
der Liste der 400 von FORBES, in der vorigen Woche.
„Wie
wir alle?“ Ganz genau so ist es nicht.
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Sam Pizzigati leitet TOO MUCH, eine digitale Wochenpublikation über
Exzesse und Ungleichheiten.
Übersetzung
für www.sinpermiso.info: Daniel Raventós.
Quelle:
Cubadebate
in:
http://www.pcv-venezuela.org/ |