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Anmerkung
Roter Webmaster:
Ach,
wie human
Deutsche
mit neuen Waffen gegen die Zivilbevölkerung
Von
Günter Ackermann
Kommunisten-online
vom 17. März 2009 – Wenn die Menschen in den Ländern, in denen
die Bundeswehr die Interessen das Monopolkapitals mit Gewalt durchsetzt
– also letztlich auch hier bei uns – gegen die Besatzer aufmucken,
demonstrieren, vielleicht Steine werfen, lassen sich findige Ingenieure
etwas einfallen, damit die schnell ihren Protest sein lassen und fein
friedlich bleiben. Da gibt es den Taser (siehe unten). Mit dem werden
die Opfer mit 50.000 Volt unter Strom gesetzt. Die Muskeln verkrampfen,
der Attackierte ist außer Gefecht. Dass es in den USA, wo diese Waffen
bereits an Menschen eingesetzt werden, bereits zu zahlreichen Toten kam,
ist eben ein Kollateralschaden und muss hingenommen werden. Immerhin, so die
Logik dieser Herrschaften, wenn das Militär oder die Polizei mit
Maschinengewehren auf die Menge schösse, wären mehr Tote zu erwarten.
Man ist ja human.
Worum
es geht, ist klar. Wenn das Kapital seine Herrschaft in Gefahr sieht,
muss hart durchgegriffen werden. Verfassung? Papperlapap! Es zählt der
Zweck und der heiligt bekanntlich die Mittel.
Man
sollte nicht glauben, es ginge dabei „nur“ um Afghanistan. Es geht
letztlich auch und vor allem um das Inland. Sicher, die Hemmschwelle, so
was wie den Taser in Kabul gegen Afghanen ein zusetzen, sind niedriger,
als wenn man es hier täte. Man kann dabei jedoch wertvolle Erfahrungen
sammeln, die auch hier gelten. Mit beginnender Wirtschaftskrise kann es
auch hier zu Unruhen kommen. Wenn man diese mit Taser unterdrückt
bekommt, ist das besser, als mit Maschinengewehren. Setzt man diese
gegen das Volk ein, erregt das unweigerlich die Gemüter mehr, als diese
neuartigen Waffen gegen Zivilisten.
Man
sollte sich aber nichts vormachen: Wenn der Taser es nicht schafft, wird
das Kapital nicht zögern und Maschinengewehre und anderes auch gegen
das eigene Volk einzusetzen. Die Sicherung der Profite ist bekanntlich
das höchste Rechtsgut für das Kapital. Da sind sie zu jedem Verbrechen
bereit, auch ein Blutbad ist ihnen da recht.
G.A.

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„So wie ich die Herrschaften kenne, ist
anzunehmen, dass diese „Nicht-Tötungs“ - Hemmschwelle irgendwann -
und zwar ziemlich bald, bis null absinkt.“
Liebe
Genossen,
Der
Artikel über den Taser ist interessant und was Die sich so Alles
einfallen lassen.
Ich
vermute aber schwer, dass diese „Branche“ nicht all zu lange
gedeiht. Ganz einfach aus Rentabilitätsgründen:
So
wie ich die Herrschaften kenne, ist anzunehmen, dass diese „Nicht-Tötungs“
- Hemmschwelle irgendwann - und zwar ziemlich bald, bis null absinkt.
Man kehrt ja sowieso auf der ganzen Breite zur „Natur“ (Des
ungeschminkten Kapitalismus a la zwanziger Jahre) zurück. Die
kapitalistische Krise ist ja jedes Mal mehr strukturelle Weise
hochnotpeinlich und das sozialistische Lager ist ja auch endlich aus dem
Weg. Da wird man nicht mehr zimperlich mit Aufmupf. Ein paar echte
MG-Salven, Gas- oder Sprenggranaten sind einfach billiger. Das „Nicht-Tötliche“
ist dann unrentabler Luxus.
Aber
interessant an dem Taser ist, dass man schon sehen kann, wie weit
die Bourgeoisie ihrem eigenen System traut. Nämlich gar nicht. Da haben
wir was mit ihr gemeinsam.
Mit
kommunistischem Gruß
Ulrich
aus Nikaragua
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Hallo
Roter Webmaster,
von
Jens-Torsten Bohlke, Brüssel (25.
März 2009)
damit
deutlich wird, wohin diese Aufrüstung des Polizei-Staates mit
Taser-Waffen führt, können wir diese Meldung aus den USA zur Kenntnis
nehmen:
„In
den USA wird seit mehreren Jahren heftig über den Einsatz der
Elektroschockpistolen gestritten. Vor allem der Einsatz gegen Kinder
durch die Polizei im Bundesstaat Florida und bei Verhören im
Abu-Ghraib-Gefängnis im Irak hatte eine hitzige Debatte ausgelöst.
Nach Angaben von Amnesty starben zwischen 2001 und August 2008 in den
USA insgesamt 334 Menschen im Zusammenhang mit Taser-Einsätzen.
In
Deutschland sind nach Angaben der Bundesregierung in den meisten Bundesländern
Spezialeinheiten der Polizei mit Elektroschockpistolen ausgestattet. Bei
der Bundespolizei und beim Bundeskriminalamt sind sie dagegen nicht im
Einsatz, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine
Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht. Bei der Bundeswehr
werden Taser demnach getestet.“
Quelle:
http://de.news.yahoo.com/
Rote
Grüsse aus Brüssel,
Jens-Torsten
Bohlke
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Abgestufte
Aufstandsbekämpfung
BERLIN/PFINZTAL
Quelle:
german-foreign-policy
vom 16.03.2009
(Eigener
Bericht) - Zur Bekämpfung von Protest- und Widerstandsbewegungen in
den Operationsgebieten des deutschen Militärs plant Berlin den Einsatz
angeblich nicht-tödlicher Waffen. Für die Entwicklung von Schall- und
Mikrowellenkanonen oder Elektroschockpistolen („Taser“), die auch
gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden sollen, stehen
Millionensummen zur Verfügung. Die Waffen, die zum Teil bereits
angewandt werden und in den USA zahlreiche Todesopfer gefordert haben,
sind Gegenstand einer Konferenz internationaler Experten für
Aufstandsbekämpfung („Crowd and Riot Control/CRC“) in diesem Frühjahr.
Die Organisation der Veranstaltung liegt ebenso wie die Koordination der
Forschungsaktivitäten beim staatlichen Fraunhofer-Institut für
Chemische Technologie (ICT). Enge Verbindungen bestehen zur
„Wehrtechnischen Dienststelle für Schutz- und Sondertechnik“ (WTD
52) der Bundeswehr, die die Erforschung und Erprobung sogenannter
nicht-letaler Wirkmittel zu ihren „Kernkompetenzen“ zählt. Um
welche Waffen es sich im einzelnen handelt und über welche Bestände
die deutschen Streitkräfte verfügen, unterliegt der Geheimhaltung.
Wirkmittel
Für
die Zeit vom 11. bis 13. Mai kündigt das im badischen Pfinztal ansässige
staatliche Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) sein
mittlerweile fünftes „Europäisches Symposium über nicht-tödliche
Waffen“ in Ettlingen (Baden-Württemberg) an. Die Podien der
Veranstaltung sind mit ausgewiesenen Experten für Aufstandsbekämpfung
besetzt, darunter Teilnehmer aus der Bundesrepublik und weiteren Staaten
der Europäischen Union, aus Russland und den USA sowie aus dem
neutralen Österreich und der Schweiz. Eine zentrale Fragestellung wird
sein, inwieweit die Anwendung sogenannter nicht-letaler Wirkmittel (NLW)
zur Niederschlagung von Protesten und Demonstrationen („CRC-Missions“)
für das Militär bei Gewaltoperationen im Ausland („Out-Of-Area
Operations“) in Betracht kommt. Auch der Einsatz solcher Waffen zum
Schutz von Handelsschiffen gegen Piraten und „Terroristen“ soll
diskutiert werden („Protection for merchant vessels against terrorism,
piracy and armed robbery“).[1]
50.000
Volt
Als
einer der ersten Veranstaltungsredner angekündigt ist der deutsche
Waffeningenieur Franz Wolf, ein Mitarbeiter der „Wehrtechnischen
Dienststelle für Schutz- und Sondertechnik“ (WTD 52) des deutschen
Militärs in Schneizlreuth (Bayern). Die 1957 gegründete Einrichtung
des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung zählt die
„Entwicklung und Untersuchung von NLW für die Bundeswehr“ zu ihren
„Kernkompetenzen“ und bezeichnet sich selbst als „federführend“
auf diesem Gebiet.[2] Wolfs Thema ist der Einsatz sogenannter Taser.
Dabei handelt es sich um Elektroschockpistolen, die 13 Millimeter lange
und mit Widerhaken versehene Pfeile verschießen; diese können feste
Lederkleidung von bis zu zweieinhalb Zentimeter Dicke durchbohren und
dringen in die menschliche Haut ein. An den Pfeilen sind Kabel
befestigt, über die der Getroffene mit Stromschlägen von 50.000 Volt
traktiert wird - seine Muskulatur verkrampft sich, er fällt zu Boden
und ist für einige Sekunden komplett gelähmt.
Zahlreiche
Tote
Mittlerweile
sind Bundeswehr, Bundespolizei und die „Sondereinsatzkommandos“
(SEK) der Landespolizeidienststellen mit „Tasern“ ausgerüstet. Über
deren Einsatz allerdings ist nichts bekannt – anders in den USA: Für
die Zeit von 2001 bis 2004 hat Amnesty International 74 Ereignisse in
den Vereinigten Staaten dokumentiert, bei denen Menschen mit einem „Taser“
beschossen wurden und kurz darauf an den Folgen der Verletzungen
gestorben sind. Allein für 2005 kommt die Menschenrechtsorganisation
auf 61 Tote durch „Taser“-Angriffe der staatlichen Repressionskräfte.[3]
Krieg
in den Städten
Über
die „Anforderungen“ des Militärs an den Einsatz und die Wirksamkeit
angeblich nicht-letaler Waffen wird anlässlich der Konferenz des
Fraunhofer-Instituts der Deutsche Jörg Hoogeveen sprechen. Hoogeveen
ist Referent des Bundesverteidigungsministeriums (BMVg) im Führungsstab
des Heeres und befasst sich mit „Operationen in urbanem Umfeld“, die
er als „besondere Herausforderung“ für die deutschen Streitkräfte
versteht. Seiner Auffassung nach werden sich die Interventionskriege der
Zukunft primär in städtischen Zentren abspielen, den „Lebensadern
einer Gesellschaft“.[4] Um eine Beschädigung oder Zerstörung der
dort konzentrierten Infrastruktur im Rahmen der Aufstandsbekämpfung zu
vermeiden, gewinnt der Einsatz von NLW für die Bundeswehr zunehmend an
Bedeutung.
Gegen
die Zivilbevölkerung
Als
Gast des Fraunhofer-Symposiums ist auch der vormalige
Ministerialdirigent im BMVg, Friedhelm Krüger-Sprengel, angekündigt.
Dem Militärjuristen zufolge eröffnet der Einsatz von NLW deutschen
Soldaten und Polizisten bei ihren Auslandsoperationen ein „erweitertes
Handlungsspektrum“: „Die können die Auffassung und ihre Aufgaben
auch bei einer widerstrebenden Bevölkerung durchsetzen, ohne sofort auf
tödliche Waffen zurückzugreifen.“ Krüger-Sprengel geht es
insbesondere darum, international eine „gewisse rechtliche
Verbindlichkeit“ in Bezug auf die Anwendung von NLW zu etablieren.[5]
Dieses Ziel korrespondiert mit der erklärten Absicht der
Konferenzorganisatoren, für die „Akzeptanz“ von NLW in der Öffentlichkeit
zu werben.
Umweltmedizin
Bei
der Tagung wird außerdem die deutsche Rüstungsindustrie prominent
vertreten sein. Angekündigt ist ein Bericht von Vertretern der Diehl
BGT Defence über eine neuartige Waffe, die durch elektromagnetische
Felder den neuromuskulären Bewegungsapparat des Opfers hemmt („Electro-Magnetic
Neuromuscular Movement Inhibitor/ENEMI“). Als neuromuskuläre
Bewegungsstörungen werden schwere und in der Regel tödlich endende
Krankheiten wie Multiple Sklerose oder das Parkinson-Syndrom bezeichnet.
Gemeinsam mit dem „Zentrum für Elektropathologie und Umweltmedizin“
(ZEPU) in Witten (Nordrhein-Westfalen), das an dem Projekt beteiligt
ist, untersucht Diehl bereits „Wirksamkeit und Einsatztauglichkeit“
sogenannter Liquid Taser, die keine Drähte, sondern stromleitende Flüssigkeiten
verschießen. Während Diehl für die technischen Forschungen zuständig
ist, befasst sich das ZEPU mit den Gesundheitsgefahren und dem
„Mortalitätsrisiko“ auf Seiten der Opfer. Allein die Gesamtkosten
der Weiterentwicklung des herkömmlichen „Tasers“ betragen laut BMVg
rund 315.000 Euro.[6]
Verschlusssache
Die
„Wehrtechnische Dienststelle für Schutz- und Sondertechnik“ (WTD
52) der Bundeswehr begann im Jahr 2000 mit der Erforschung und Erprobung
sogenannter nicht-tödlicher Waffen. Seither werden Nachfragen von
Journalisten zum Einsatz von NLW durch Militär und Repressionsbehörden
kategorisch zurückgewiesen - für Berlin ist das Thema
„Verschlusssache“.
[1]
5th European Symposium on Non-Lethal Weapons. May 11 - 13, 2009.
Stadthalle Ettlingen, Germany; www.non-lethal-weapons.com
[2] WTD 52 - Kernkompetenzen; www.bwb.org
[3] Sanfte Waffen für harte Zeiten - Von Elektro-Tasern und
Schallkanonen; Deutschlandfunk 02.10.2007
[4] Jörg Hoogeveen: Operationen in urbanem Umfeld: besondere
Herausforderung für Landstreitkräfte; Europäische Sicherheit 8/2007
[5] Sanfte Waffen für harte Zeiten - Von Elektro-Tasern und
Schallkanonen; Deutschlandfunk 02.10.2007
[6] Frank Brendle: Aufstandsbekämpfung wird elektrifiziert; Junge Welt
19.02.2009 |
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