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Der
Zwischenfall in Detroit –
Wie
schön, wenn alles zusammenpasst!
Eine Theorie über das nützliche
Zusammentreffen von Ereignissen und Umständen im Falle des vereitelten
Terror-Anschlags von Umar Farouk Abdulmutallab auf ein Passagierflugeug
bei seiner Ankunft in Detroit.
von
Grant Lawrence
Quelle;
Tlaxcala
Auf
Kommunisten-online am 1. Januar 2010 – Ich bin nicht einer, der an
jeder Ecke Verschwörungen sieht, aber ich schätze eine gute Theorie über
das nützliche Zusammentreffen von Ereignissen und Umständen. Wie zum
Beispiel diejenige, die sich bei der Betrachtung des vereitelten
Terror-Anschlags von Umar Farouk Abdulmutallab auf ein Passagierflugeug
bei seiner Ankunft in Detroit anbietet.
Während
der letzten beiden Monate hat Saudi Arabien den Jemen von
Kampfflugzeugen bombardieren lassen. Erst kürzlich schickten die USA
zwei Marschflugkörper in den Jemen, Berichten zufolge mit der Absicht,
Stützpunkte von Al-Qaida zu treffen. An den Angriffen auf Jemen
beteiligten sich auch US Kampfjets. Ebenfalls berichtet wurde, daß
Al-Qaida Racheaktionen als Antwort auf die Angriffe ankündigte.
Mittlerweile
sieht es so aus, als habe der aus Nigeria stammende mutmaßliche
Flugzeugterrorist von Detroit Verbindungen in den Jemen. Oder wenigstens
behauptet der Verdächtige angeblich, seine Bombe sei im Jemen
hergestellt worden.
Genau
in dem Moment, da Amerika einen guten Grund braucht, den Jemen
anzugreifen, taucht erfreulicherweise ein ebensolcher auf. Jetzt muß
man sich nicht groß daran stören, daß USA und die Saudis mit den
Angriffen auf den Jemen vor diesem jüngsten Anschlagsversuch begannen.
Was zählt, ist, daß der Nigerianer ein jemenitischer Terrorist ist.
Einige
beginnen sich zu fragen, wie Flugverbotslisten, die Cat Stevens und
einen Kerl, der ein kritisches Buch über die CIA verfaßte, erfolgreich
am Boden halten, gegen diesen „nigerianisch/jemenitischen
Terroristen“ ohne Wirkung blieben. Immerhin gibt es Berichte, daß der
Verdächtige auf Überwachungslisten stand und daß sein Vater bei der
amerikanischen Botschaft in Nigeria vorsprach und erklärte, sein Sohn
(der spätere Terrorist) sei möglicherweise gefährlich. Auch zeigen
sich einige besorgt darüber, daß der auf der Überwachungsliste
stehende Detroit-Bomber mit Sprengstoff am Körper in das Flugzeug
einsteigen konnte.
Es
riecht hier ein wenig nach einem nützlichen Zwischenfall, mit dem die
Angriffe auf Jemen und die Ausweitung unseres Krieges gegen den Terror
auf jenes Land gerechtfertigt werden sollen.
Glücklicher
- und passenderweise rufen Mitglieder des Kongresses jetzt dazu auf, den
Krieg gegen den Terror auf den Jemen auszuweiten. Eine der deutlichsten
Stimmen die die Ausweitung des Krieges gegen den Terror kommt von dem
bekannten Sprachrohr der Konzernelite (sind das nicht eigentlich alle?)
Senator Joe Lieberman. Auf Fox-TV warnt
Lieberman: „In Sana‘a, der Hauptstadt des Jemen, sagte mir ein
Mitglied unserer Regierung, daß Irak der Krieg von gestern ist.
Afghanistan ist der Krieg von heute. Wenn wir nicht präventiv handeln,
wird Jemen der Krieg von morgen sein. Das ist die Gefahr, der wir uns
ausgesetzt sehen.“
Es
sieht Liebermans Aussage zufolge also ganz danach aus, als wenn die
Regierung bereits auf eine Ausweitung des Krieges gegen den Terror in
den Jemen vorbereitete. Die jüngsten Bombardierungen des Jemen durch
die Vereinigten Staaten unterstützen diese Sicht. Aber es gibt noch
einen weiteren Punkt, den ich im Zusammenhang mit meiner Theorie über
das Zusammentreffen von nützlichen Ereignissen im Falle des
nigerianisch/jemenitischen Bombenanschlags auf das Passagierflugzeug in
Detroit erwähnen möchte.
Teile
des Patriot Act werden zum Ende dieses Jahres unwirksam.
Jetzt
können wir von wirklich nützlichen Umständen reden!
Genau
in dem Moment, da umstrittene Teile des Patriot Act auslaufen und kein
ausgeprägter politischer Wille sichtbar ist, sie zu verlängern, kommt
ein echter terroristischer Anschlagsversuch mit Verbindungen in den
Jemen daher.
Oh,
wie passend! Oh, wie nützlich!
Zu
diesem Zeitpunkt läßt sich nur sagen, daß der versuchte
Terroranschlag von Detroit ein wenig zu gut ins Bild paßt. Er kommt zu
einem überaus günstigen Zeitpunkt für all jene in der Regierung, die
den Krieg gegen den Terror im Ausland und den technologischen
Polizeistaat in den USA ausweiten wollen.
Um
es noch einmal zu sagen, ich rede hier nicht von einer Verschwörung,
aber ich bin jemand, der sieht, wie gewisse Ereignisse manchen Leuten
wirklich gut in den Kram passen. Sie können mich einen verrückten Nützlichkeitstheoretiker
nennen, aber ich sehe es als meine Pflicht, die Aufmerksamkeit auf ein
solch übermäßig nützliches Zusammentreffen von Ereignissen zu
lenken, wenn ich es bemerke.
Greg
Lawrence - Besuchen Sie seinen Blog
Quelle:
Informationclearinghouse
Übersetzt
vom Englischen ins Deutsche von Hergen Matussik, Mitglied von Tlaxcala,
dem Netzwerk von Übersetzern für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung
unterliegt dem Copyleft: sie kann unter der Bedingung frei verwendet
werden, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor
als auch die Quelle genannt werden.
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