Kritik
am zionistischen Rassismus wird als antisemitisch diffamiert
|
Die
Bulldozer
von
Erich Fried
Bulldozer
in Israel
haben
ihre Verbundenheit
mit
den israelischen Bulldozern in Beirut
bestätigt
die
dort versucht haben
Leichen
der
ermordeten Palästinenser
zu
verscharren unter den Trümmern
ihrer
Quartiere
Es
wurde jetzt gemeldet
dass
mitten in Israel
der
Gedenkfriedhof
der
Toten von Dir Yassin
von
Bulldozern
zum
Teil zerstört worden ist
„Keine
Absicht“ heißt es:
„Ein
Versehen bei Bauarbeiten“
Auch
die Ermordung
der
Menschen
in
Sabra und Shatila
soll
bekanntlich nur
ein
Versehen gewesen sein
bei
der Arbeit am Bau
einer
zionistischen Großmacht. |
von
Gerd Höhne
Ulrich
Sander, Sprecher der VVN-BdA in NRW, schrieb vor 2 Jahren an den
DKP-Vorstand einen Brief (siehe).
Darin empörte er sich über den Beitrag von Werner Pirker zum Wesen des
Zionismus und zu Israel in der DKP-Zeitschrift „Marxistische Blätter“
„Einen anderen Zionismus
gibt es nicht“. (siehe)
Da wir diesen Beitrag von Werner Pirker nicht zur Verfügung haben,
bringen wir hier den inhaltlich gleichen in der NVS-Neue
Volksstimme/Kommunistische Zeitung Wien,
Juni 2002, Seite 24 ff. (siehe)
1.
Herumreiten auf Klischees
Ulrich
Sander schreibt in seinem Beschwerdebrief an den DKP-Parteivorstand:
„Wie ich hörte, kommt Werner Pirker aus Wien. Österreicher fühlen sich
offenbar nicht zuständig für deutsche Verantwortung, die auch mit noch
so eindrucksvoller marxistischer Rhetorik nicht wegzuwischen ist. Vom
Standpunkt dieser Rhetorik ist der Zionismus völkisch-nationalistisch
und rassistisch“
Ich
musste das zweimal lesen und wollte es nicht glauben. Dass das ein
aktiver Kommunist und Antifaschist verbrochen hat - unglaublich. Weil
Werner Pirker Österreicher ist, fühlt er sich, lt. Sander - nicht zuständig
für deutsche Verantwortung... Mag ja sein, dass es in Österreich
Menschen gibt, die meinen, Hitler sei eine deutsche Angelegenheit. Da
haben sie ja auch nicht ganz Unrecht. Denn
-
bekanntlich
war Hitler 1933 deutscher Reichskanzler – nicht österreichischer;
-
bekanntlich
annektierten die Nazis 1938 Österreich und nicht Österreich
Deutschland und
-
bekanntlich
ging der 2. Weltkrieg von Deutschland aus.
Österreich war damals nur
die Ostmark, also eine Grenzmark am Rande. Dass Hitler in Österreich
geboren wurde, dürfte dabei unerheblich sein.
Was
also meint Sander? Dass Österreicher ebensoviel Schuld an den
Naziverbrechen trügen wie Deutsche, aber so tun, als ginge sie das nichts
an? Wieso das?
Weil
die Österreicher nach der Besetzung dem Reich eingegliedert wurden und
zwangsweise Deutsche werden mussten? Weil die Österreicher in der
Wehrmacht ihre Haut für die deutschen Kapitalinteressen opfern mussten,
ebenso wie die Menschen im übrigen Reichsgebiet?
Das
kann er ja wohl nicht wirklich meinen, denn dann wären Franzosen,
Belgier, Kroaten, Serben, Slowaken, Niederländer, Ukrainer, Bulgaren,
Rumänen Luxemburger usw. ebenfalls Schuld an den Verbrechen der Nazis,
denn immerhin stellten sie den deutschen Faschisten Truppen zur Verfügung.
Ja selbst die Russen wären mit dabei, denn immerhin gab es die
Wlassow-Armee. Das aber, lieber Genosse Sander, wäre eine Relativierung
der Verbrechen der Nazis. Meinst du das so?
Es
muss aber an dieser Stelle
mal klar gesagt werden, dass die österreichische Arbeiterklasse
bewaffnet gegen den Faschismus kämpfte, nämlich gegen den
Austrofaschismus, der historisch gesehen den Nazis den Weg freimachte.
Am 12. Februar 1934 griffen die Arbeiter in Wien, Linz, Steyr, St. Pölten,
Bruck an der Mur, Kapfenberg, Graz, Weiz und Wörgl zu den Waffen.
Der Aufstand wurde niedergeschlagen, weil die Aufständischen, Angehörige
des Republikanischen Schutzbundes, desorientiert von der
sozialdemokratischen Parteiführung wurden. Die Kommunistische Partei
war bereits verboten. Namen wie Karl Münichreiter stehen für diese
Helden des antifaschistischen Kampfes. Münichreiter war schwer verletzt
gefangen worden und wurde auf einer Bahre zum Galgen geschleppt und
ermordet.
Ist
das dem Forschungsdrang des Ulrich Sander entgangen? Leider gab es
solche Arbeiteraufstände gegen den Faschismus in Deutschland nicht.
Dass die österreichischen Genossen darauf stolz sind, ist klar.
Also
bitte, Genosse Sander, demnächst etwas vorsichtiger sein bei
Pauschalurteilen. Nicht jeder Österreicher ist ein Haider- oder gar
Hitlerverehrer, wie auch nicht jeder Deutsche ein Nazi ist.
Wenn
du mehr über den österreichischen antifaschistischen Kampf wissen
willst, so kann dir die VVN-BdA-Schwesterorganisation in Österreich,
der KZ-Verband Österreichs und auch die kommunistische
Alfred-Klahr-Gesellschaft in Wien,
helfen, die Bildungslücke zu schließen.
Ach
so: Während des 2. Weltkrieges gab es in Österreich sogar bewaffnete
Partisanenverbände gegen die Nazis, nämlich die Partisaneneinheit
„Befreiungskomitee Steiermark/Kärnten“.
Nie
davon gehört? Solltest du aber, Genosse Sander. Einem Forscher, wie du
dich selbst titulierst, sollte das eigentlich nicht entgangen sein. Es
sei denn, du „erforschst“ den Antisemitismus da, wo es ihn nicht
gibt, bei den Kommunisten. Das kam ja in den letzten Jahren bei einigen
in Mode. Man sollte aber nicht jede Modetorheit mitmachen, sonst wirkt
man schließlich lächerlich.
2.
Ein Spalt tut sich auf
„...nachdem
sich in mehreren Städten ein Spalt auftut zwischen jungen engagierten
Antifaschisten aus der VVN-BdA und Mitgliedern der DKP, ein Spalt, der
nicht etwa durch das gekünstelte Zerwürfnis der sog. Antideutschen,
sondern durch das real existierende Problem entstanden ist, das z. B.
aus der Veröffentlichung eines Beitrages von Werner Pirker herrührt,
der die VVN-BdA und mich persönlich massiv und ungehobelt angriff, (siehe)
und
nachdem auch ein Gespräch mit der Redaktion, das ich kürzlich führte,
ebenso zu keiner Bereinigung führte, wie das jetzt vorliegende neue
Heft der Marxistischen Blätter zeigte, bitte ich Euch, den
nachfolgenden Leserbrief in die von Euch herausgegebene Zeitschrift zu
setzen.“
Eine
Organisation, deren Mitglieder immer älter werden, ohne dass jüngere
nachwachsen, ist vom aussterben bedroht. Verständlich, dass jüngere
gesucht werden.
Die
VVN wurde als Organisation derer gegründet, die gegen den Faschismus kämpften,
die KZ, Zuchthäuser, Strafbataillone der Nazis überlebten. Diese Generation aber
ist meist in sehr hohem Alter und stirbt langsam aus.
Die
Generation der Überlebenden hatte den antifaschistischen Kampf als
etwas ganz Konkretes gesehen und den Faschismus so verstanden, wie
Dimitroff ihn definierte:
„Der
Faschismus kommt zur Macht als Partei des Angriffs gegen die revolutionäre
Bewegung des Proletariats, gegen die in Gärung befindlichen
Volksmassen, er stellt jedoch seinen Machtantritt hin als eine
„revolutionäre“ Bewegung gegen die Bourgeoisie im Namen der
„ganzen Nation“ und zur „Rettung der Nation“ (man denke an den
„Marsch“ Mussolinis nach Rom, an den „Marsch“ Pilsudskis nach
Warschau, an die nationalsozialistische „Revolution“ Hitlers in
Deutschland usw.).(...)
Der
Faschismus an der Macht, Genossen, ist, wie ihn das 13. Plenum des EKKI
richtig charakterisiert hat, die offene, terroristische Diktatur der
reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen
Elemente des Finanzkapitals.“
Die sinnliche Erfahrung des realen Faschismus haben die Jüngeren nicht. Das
alles war noch nicht so problematisch, solange es eine Partei gab, die
hier einigermaßen fest und klar war. Ich meine vor allem die SED, denn
die DKP hat sich nach der SED ausgerichtet.
Seit 1989 gibt es diese SED nicht mehr, es gibt keine klaren Vorgaben
und der ideologische Kampf war innerhalb der DKP nie besonders gepflegt
worden. Die VVN, die durch den Anhang BdA dokumentieren wollte, dass
nicht nur Veteranen des antifaschistischen Widerstandskampfes Mitglied
werden können, war immer sehr eng an die KPD, später DKP, angebunden.
Die Partei ist nicht mehr in der Lage diese Anleitung zu geben, also
muss sich die VVN-BdA die Ausrichtung suchen.
In
dieser Situation entdeckt eine Jugendorganisation, die Jungdemokraten, die vormals die
einer
der etablierten Parteien war, nämlich der FDP, den Antifaschismus als
Thema.
Für
diese Ex-Liberalen ist der Faschismus nicht, wie noch für die
Kommunisten, „die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten,
chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des
Finanzkapitals“,
sondern klassenneutral als eine rein moralische Kategorie.
Jetzt hat die VVN-BdA zwar einige junge Mitglieder, aber solche, die
sich grundsätzlich von den alten unterschieden, also, wie Ulrich Sander
sagte, „sich in mehreren Städten ein Spalt auftut zwischen jungen
engagierten Antifaschisten aus der VVN-BdA und Mitgliedern der DKP...“
Im
Klartext: Ein Spalt zwischen
Liberalen und Kommunisten, es ist tatsächlich als ein klassischer
Klassenkonflikt, ein Spalt zwischen proletarischem und bourgeoisen
Klassenbewussten und kein Generationenkonflikt zwischen Jugend und Greisen,
wie Ulrich Sander es meint, Jene sogenannten Greise sagen, wie der
greise Kommunist und Spanienkämpfer Fritz Teppich (und
Shoa-Überlebender), zur Palästinafrage:
„Es geht nur scheinbar um »Rassenkriege« zwischen verschiedenen Völkerschaften
oder gegen Terroristen – in Wirklichkeit geht es um Klassenkrieg von
weltumfassendem Ausmaß. Was Juden und Araber betrifft: Beide sind
semitischer Herkunft. Sie haben sich Jahrhunderte nahegestanden.
Erinnert sei an gemeinsame Glanzzeiten, so im mittelalterlichen Spanien.
Der Graben verläuft im Kern zwischen Interessen Oberer und Unterer. Mit
Blick auf Öl- und Weltmachteroberungen heizt Washington den
innersemitischen Konflikt an.“
Nun, Genosse Sander, nach deiner Definition
ein zutiefst antisemitischer Text. Oder?
Die
Jungdemokraten, so habe ich sie erlebt, springen nur auf die Züge
drauf, die sie weiterbringen können. Mangels Karrieremöglichkeiten in
einer sie tragenden Partei, verschaffen sie sich anderweitig Profilierungsmöglichkeiten.
Der Antifaschismus in der VVN-BdA ist eine solche, denn die VVN-BdA genießt hohes
Ansehen.
Wenn der durch die Aktivitäten und den Einfluss der
Jungdemokraten verloren geht – sei’s drum! Es geht ihnen nicht um
die Sache, die ist beliebig, es geht darum, dass die munter sprudelnden
Geldquellen aus den diversen Jugendplänen, ihnen weiter Geld in die
Verbandskasse spülen.
Sie
haben Anspruch auf diese Zahlungen aus der Zeit, als sie die
Nachwuchstruppe von Genscher und Graf Lambdorff waren. Auch zukünftig
sollen ihnen diese Geldquellen zugänglich sein. Dazu brauchen sie Betätigungsfelder,
der Antifaschismus scheint ihnen das geeignete Themengebiet zu sein.
Aber
eben klassenneutral und damit falsch wird dieser Bereich angegangen.
Folglich ist für sie der Krieg in Palästina kein Krieg des US-Imperialismus und
dessen Marionetten gegen das palästinensische Volk und um die
Vorherrschaft in dieser ölreichen Region, sondern einer zwischen Juden
– nicht Israelis – und terroristischen und nationalistischen
Moslems.
Die
Jungdemokraten sagen, es gäbe keine Völker, der Begriff Volk sei
rassistisch, Nation gar faschistisch, Patriot und Chauvinist sind für
sie Synonyme.
Deshalb
kann es kein palästinensisches Volk geben – ein israelisches
logischerweise auch nicht. Israel ist die Zufluchtsstätte der Juden aus
aller Welt, folglich ein Land ohne Volk, nur mit Menschen. So einfach
ist das für sie.
Und
tatsächlich finden wir genau diese Position auch bei Sander:
„Der
Begriff „antisemitisch" ist besetzt; er bezeichnet, den
Judenhass, das Streben auf Beseitigung des Judentums, seiner Menschen,
ja auch des Staates, in dem Juden Zuflucht fanden; in diesem Sinne sind
die Islamisten antisemitisch. Und es ist Unsinn und ein Argument der
Rechten, zu sagen: Man wird doch noch mal Sharon kritisieren dürfen,
ohne als Antisemit bezeichnet zu werden.“
Die Tatsache, dass es semitische
Völker gibt, wird einfach nicht zur Kenntnis genommen, wer das meint,
ist Antisemit.
Wieviel mehr wäre es antisemitisch, wenn man noch einen
anderen Begriff einführen würde, nämlich den des Arier. Auch den
haben die Nazis missbraucht und trotzdem gibt es die semitische
und arische (heute eher indoeuropäisch genannt) Sprachfamilie.
„Ja
selbst als sie weiter nach Norden und Westen gedrängt wurden, war es
den Semiten und Ariern unmöglich, in die westasiatischen und europäischen
Waldgegenden zu ziehn, ehe sie durch Getreidebau in den Stand gesetzt
wurden, ihr Vieh auf diesem weniger günstigen Boden zu ernähren und
besonders zu überwintern.“
Oje,
Genosse Sander, wirst du dich jetzt vom Marxismus abwenden – wenn du
es nicht schon längst getan hast - weil die Klassiker die Begriffe
Semiten und Arier verwendet haben? Wäre eigentlich folgerichtig!
Dabei
beinhaltet das keinerlei Wertung, allein die wissenschaftlich
unzweideutige Tatsache, dass es die beiden Sprachfamilien gibt, die der
Semiten und die der Indoeuropäer, ein anderes Wort für Arier. Wenn die
Nazis das Wort Arier zu Schanden missbraucht gaben, widerlegt die
Tatsache nicht, dass es diese beiden Sprachfamilien gibt.
Sander
schreibt: „.
Und es ist Unsinn und ein Argument der Rechten, zu sagen: Man wird doch
noch mal Sharon kritisieren dürfen, ohne als Antisemit bezeichnet zu
werden.“
Ich glaube, ich lese nicht richtig. Nur die
Rechten sagen... Sander, der für sich gern den Titel eines Forschers
beansprucht, meint allen Ernstes, dass Scharon nur von Rechten
kritisiert wird. Klar, dann sind alle diejenigen, die gegen die
zionistische Politik und die Politik des USA-Imperialismus im Nahen
Osten sind, Antisemiten: Große Teile der Friedensbewegung, die Mehrheit
der DKP-Mitglieder, die Mehrheit der Kommunisten, die nicht der DKP
angehören – alles Antisemiten, alles Rechte?
Das kennen wir, Herr Sander (den Titel
Genosse verkneife ich mir in diesem Zusammenhang). Verbrechen darf nicht
mehr Verbrechen genannt werden und Völkermord ist eine edle und humane
Sache, wenn es Israelis sind, die diese Verbrechen begehen. So hättest
du es gern! Merkst du nicht, dass du dich zum Dreigroschenjungen
imperialistischer Politik machst, merkst du nicht, dass du etwas tust,
was genau das Gegenteil von Antifaschismus ist?
Und vor allem: Linke, Kommunisten, Antiimperialisten, die
sich gegen die Verbrechen am Volk von Palästina wenden, werden von dir
mit Nazis in einen Topf geworfen. Wieso, Ulrich Sander, nennst du dich
eigentlich noch Kommunist?
Zurück
zu den Jungdemokraten, die offenkundig hier die VVN-BdA zu übernehmen
begonnen haben:
Antiimperialistischer
Kampf, internationale Konzerne, Kampf gegen Spekulationen und gegen
Korruption, ja gar antikapitalistischer Kampf sind, folgt man der Logik
der „Antideutschen“, aber auch der Jungdemokraten, antisemitisch. Es
ist klar, was hier dahintersteckt. Es sind die antijüdischen
Vorurteile, die hier fröhliche und unselige Urständ feiern. Aber es
ist viel mehr: Vor allem natürlich der Begriff des internationalen
Kapitals, der internationalen Vorherrschaft des USA-Imperialismus usw.
wird hier als antisemitisch, hilfsweise antiamerikanisch, diffamiert.
Das sind, suggerieren sie, nur Synonyme für den internationalen tätigen
schachernden Juden. Folglich ist auch der Kampf gegen die Globalisierung
und gegen internationale Konzerne antisemitisch. Einige gehen gar
soweit, den Kampf gegen internationale Drogenkartelle in die Kiste des
Antisemitismus zu packen.
Es
ist klar, wo das hinführt: Der antiimperialistische Kampf, der Kampf
gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Krieg, wird
diffamiert und soll geschwächt werden.
Wer
dabei die antijüdischen Klischees aus der Versenkung holt und damit dem
Antisemitismus Vorschub leistet, ist klar: die, die vorgeben, gegen den
Antisemitismus zu sein und das Bild des „Geldjuden“, des kaltblütigen
Schacherers und Spekulanten usw. aus der Versenkung holen und das den
Juden anhängen.
In
Palästina stehen sie eindeutig auf Seiten der Zionisten. Zwar vertreten
sie ihre Positionen, jede Kritik an der israelischen Politik sei
antisemitisch, nicht so plump wie die „Antideutschen“, aber sie
stehen eindeutig auf Seiten der Zionisten und entschuldigen oder
relativieren deren Untaten.
„Mit jedem weiteren Terroranschlag erhält die militärische Konzeption
israelischer Sicherheitspolitik neuen Auftrieb und wird von der
israelischen Bevölkerung mehr getragen – mit jeder weiteren
sicherheitspolitisch motivierten Maßnahme gegen die PA und die Palästinenser
aber spitzt sich auch der Hass gegen Israel innerhalb der palästinensischen
Bevölkerung zu und finden Hamas und Djihad neue Unterstützung.“
Also:
Die Terroranschläge der Palästinenser nähren die „militärische
Konzeption israelischer Sicherheitspolitik“
– nicht umgedreht. Die Palästinenser sind schuld am Ganzen, nicht die
Zionisten. Eine bescheidene Frage erhebt sich hier aber: Gehörte den
Palästinensern nicht ganz Palästina, ehe sie durch Mord und Terror
bewaffneter zionistischer Banden vertrieben wurden?
Die Zionisten sagten, die Juden seien ein Volk
ohne Land und gingen in ein Land ohne Volk. Sie meinten,
das sei Palästina. Die dort lebenden Menschen zählten nicht, die waren
Barbaren, Untermenschen oder, wie vor kurzem ein israelischer
Spitzenpolitiker es nannte: Alle Muslims sind durch Geburt Mörder! (stellvertretende
Minister Boim und der Knessetabgeordnete Hazan). Rassismus?
Aber Palästina war kein terra incognita, hier lebten seit fast
zweitausend Jahren die Palästinenser der unterschiedlichen Religionen:
Moslems, Christen und Juden.
Ulrich
Sander ist nicht weit weg von dieser Haltung der Jungdemokraten: „Natürlich muß derjenige, der den Krieg besonders forciert, benannt
werden. Aber stets sind auch die palästinensischen Scharfmacher zur
Stelle, wenn sich mal eine Friedenschance bietet. Wir müssen als
Friedenskraft wirken und nicht als Kriegspartei.“ Auch
bei ihm sind es die „palästinensischen Scharfmacher“, welche den
Friedensprozess stören und keineswegs die Rassisten in der israelischen
Regierung und den zionistischen Parteien!
Bei der Gelegenheit mal eine Anmerkung: Was
meinst er damit: „Wir müssen als Friedenskraft wirken und nicht
als Kriegspartei.“? Wir, wer ist das? Ulrich Sander und seine
Jungdemokraten oder wir Deutsche?
Ich habe mit ihm mal einen Disput gehabt. Es
ging um die Formulierung, dass von deutschem Boden Frieden ausgehen müsse.
Ich fragte Ulrich Sander, ob er denn
meine, wir Deutschen seien berufen, die Völker der Welt den
Frieden zu lehren? Also: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen!, wie
einst Wilhelm der Letzte, Deutscher Kaiser und König von Preußen,
zackig formulierte.
Ich fürchte, die Völker der Welt haben so
ein kurzes Gedächtnis nicht, wie Ulrich Sander meint, und wissen sehr
wohl um die Fähigkeiten der Deutschen Kriege zu führen - von der Fähigkeit
zum Friedenbringen, wissen sie wenig, es sei denn, es ist der endgültige
und ewige Frieden auf dem Friedhof gemeint. Also Vorsicht bei solchen
Formulierungen!
Weiter Ulrich Sander: „Überhaupt
finde ich es völlig unmarxistisch, den religiösen Wahnsinn und religiös
verbrämten Terror zu unterstützen, wie es die MBl
(Marxistische Blätter, G.H.) tun. Die palästinensischen Terrororganisationen verkörpern
schlimmste Reaktion. Müssen wir nicht die Palästinenser kritisieren,
wenn sie diesen Leuten nachlaufen?“
Unmarxistisch, lieber Genosse Sander, ist es vor allem, wenn man
gesellschaftliche Phänomene, wie z.B. religiösen Fundamentalismus und
Fanatismus, ohne dessen materielle Ursachen zu sehen versucht. Deshalb
ist für dich auch die Erklärung der materiellen Basis dessen, was dort
passiert, plumpe Unterstützung des Terrors. Was ist eigentlich der
Terror der jüdischen Fundamentalisten und der Siedler an Arabern, was
ist der Terror der israelischen Armee gegen die Palästinenser? Ach so!
Es ist die „die militärische
Konzeption israelischer Sicherheitspolitik“ Hier
Terror, dort Sicherheitspolitik.
Sander bleibt sich treu. Bereits am 12.
September 2001, einen Tag nach dem Anschlag auf das WTC schrieb er ähnliche
Relativierung:
„Wer
immer noch in vielen Konflikten den Muslimen einredet, ihre Gewalttaten
seien gerechtfertigt und werden „belohnt“ im Paradies, wenn sie an
„Gottes Gebote glauben“ (Bin Laden laut Frankfurter Rundschau vom
12.9.01), der ist ein
verbrecherischer Kriegshetzer. Und wer zu solchen Theorien
schweigt, ist es auch, oder er wird zumindest mitschuldig. Insofern ist
auch Präsident Bushs Aufruf:
„Gott segne die Opfer, ihre Familien und Amerika“ höchst
fragwürdig.“
Bin
Laden ist ein „verbrecherischer Kriegshetzer“, Georg W. Bushs Aufruf
ist nur „fragwürdig“! Auf einmal kann Sander – zugunsten des
Wahlfälschers und Kriegsherren Bush – differenziert an etwas
herangehen. Eine bezeichnende Tatsache des Denkens dieses Genossen!
Wer, Genosse Sander, hat eigentlich in den 70er und 80er Jahren die
Taliban und Al Qaida finanziert,
bewaffnet und ausgebildet?
Das war doch wohl die CIA!
Aber:
Wer führte die Kriege in Afghanistan und Irak, wer bedroht Kuba,
Nordkorea und andere Länder? Von wo geht die größere Bedrohung aus,
von im Hochgebirge verschanzten und eingekesselten Stammeskriegern mit
Kalaschnikow und, wenn’s hochkommt, einigen Kilo Sprengstoff - oder
von der höchstgerüsteten Macht der Erde, ihren Raketen, Atomwaffen und
anderem Mordgerät, den USA, die nicht zögern, ihre militärische Überlegenheit
auch einzusetzen, wenn es den Profiten der USA-Konzerne nützt? Wer also
bedroht den Weltfrieden?
Ich
will hier nicht die Diskussion anheizen, wer denn wirklich den Anschlag
auf das WTC zu verantworten hat. Aber Sander hätte sich doch eigentlich
die gleiche Frage stellen müssen, die ich mir stellte und viele, viele
andere auch, als ich vom Anschlag erfuhr: Wem nützt dieser Anschlag? Meine
Antwort damals wie heute: Den USA-Imperialisten!
3.
Mißbrauch des Antisemitismusvorwurfs
Es ist ein Totschlagsargument, wenn alles,
was bestimmten Leuten nicht passt, in die Antisemitismus-Kiste gepackt
wird. Und es ist gefährlich. Auch Ulrich Sander greift zu dieser
Methode. Zu Möllemann schrieb er vor zwei Jahren:
„Nicht zitiert wird Möllemanns
Bekenntnis zum antisemitischen Terror gegen Israel – den würde er
mitmachen, wenn er Palästinenser wäre, das sagte er wiederholt. Nichts
davon in den Marxistischen Blättern. Vielmehr eine Reinwaschung Möllemanns!“
Ich war nie ein Fan von Möllemann und dessen
Politik, aber Antisemitisches habe ich bei Möllemanns Äußerung zur
Politik Israels nicht gefunden. Noch nicht einmal das inkriminierte
Faltblatt ist es! Hier können sich alle nochmal überzeugen: Möllemann-Faltblatt
Sander spinnt, mehr kann man dazu nicht sagen
– oder sieht Gespenster.
Ein anderes Beispiel ist die pseudowissenschaftliche Auftragsarbeit des
Duisburger Professors Siegfried Jäger für eine reaktionäre
zionistische Organisation aus den USA („American Jewish
Committee) zum Antisemitismus.
Jäger erarbeitete eine Studie über Antisemitismus in der deutschen
Presse, wo er genau das macht, was Sander auch in seinem Brief vorführt
- nur eben professoral und nicht so linkisch wie Ulrich Sander.
Das American Jewish Committee ist übrigens die
Partnerorganisation einer durchaus nicht des Kommunismus verdächtigen
Institution - der Konrad-Adenauer-Stiftung, die sich neuerdings mit dem
Thema Aushebelung des Völkerrecht, damit imperialistische Kriege besser
möglich sind, befasst (siehe).
und bezieht offensichtlich
ihr Geld von der Moassad.
Jäger
ist übrigens ein gern gesehener Gast der VVN-NRW bei ihren
Veranstaltungen.
Die
Gleichsetzung von Antizionismus mit Antisemitismus ist auch eine solche
Methode. Es liegt doch auf der Hand, dass eine Ideologie, die sagt, nur
die Angehörige einer bestimmten Menschengruppe – hier Juden –
besitzen das volle Bürgerrecht Israels qua Geburt, rassistisch ist.
Markus Wolf oder Gregor Gysi sind als Menschen jüdischer Abstammung,
wenn sie es denn wollten, Bürger Israels. Ein im Libanon lebende Palästinenser,
dessen Eltern 1948 von Haus und Hof vertrieben wurden, hat dieses Recht
nicht.
Selbst
die Araber in Israel, die israelische Pässe haben, haben nicht die
gleichen Rechte wie die jüdischen Bürger Israels. Ulrich Sander möge
mir sagen, was das ist, wenn nicht Rassismus!
Dieser
zionistische Rassismus muss angeprangert werden - und auch die Untaten
der Zionisten! Genau das machen wir und handeln uns von den
antideutschen Spinnern den Vorwurf antisemitisch zu sein, ein. Wir
tragen es mit Fassung!
Wir
erlauben uns die Frechheit, Rassismus auch Rassismus zu nennen, Völkermord
auch Völkermord und Verbrechen auch Verbrechen! Alles andere wäre
Vertuschen, wäre Fälschung. Wenn wir das nicht täten, wären wir
mitschuldig am Mord und Vertreibung.
Jene
aber, die die Antisemitismuskeule schwingen, wo kein Antisemitismus
vorliegt, leisten dem Antisemitismus Vorschub. Die Menschen in aller
Welt sind nicht so dumm, um nicht zu sehen, was da in Palästina abgeht.
Und sie nehmen sehr wohl wahr, dass die Zionisten, die imperialistischen
Regierungen und eben solche wie du, Ulrich Sander, mit allen Mitteln
jeden einzuschüchtern versuchen, der diese Verbrechen anprangert. Aber
sie werden oft nicht unterscheiden können zwischen Juden und Zionisten
und somit den Rechten Glauben schenken. Daher:
Kein Missbrauch des
Begriffs Antisemitismus, das Thema ist zu ernst, als dass wir es zu
Zwecken des Entschuldigens von Völkermord und anderen Verbrechen
verwenden dürfen!
Das
zionistische Verbrechen in Sabra und Shatila am 16. bis 18. September 1982,
ist nicht vergessen, auch das Massaker von Dir Yassin am 9. April 1948
nicht, auch Jenin
2002 nicht und, und und...
Noch nie von diesen Untaten gehört,
Genosse Sander? Sind das alles lässliche Sünden? Sind die Verbrechen
nur deshalb zu entschuldigen, weil sie von Überlebenden der Shoa oder
deren Nachkommen,
des nazistischen Massenmords an Juden, begangen wurden?
Im übrigens leistet die
Verharmlosung der Verbrechen der Zionisten eher dem Antisemitismus
Vorschub. Die gegenwärtig besten Förderer des Antisemitismus sitzen in
der Regierung Sharon.
Einen Aspekt des Missbrauchs des
Begriffs Antisemitismus möchte ich nicht unerwähnt lassen:
Ich stieß jüngst beim Lesen der jungen
Welt auf einen anderen Aspekt – oder eigentlich schon vorher – auf
dieses Problem. Ich habe oben bereits erwähnt, dass die Jungdemokraten
und auch die Antideutschen Antisemitismus und Antiimperialismus
gleichsetzen. Bereits vor 4 Jahren schrieb der von Ulrich Sander so
wenig geschätzte Werner Pirker:
„Der
neoliberale Kapitalismus wird das (den Antisemitismus, G.H.) ebenso wie
der Faschismus zu nutzen wissen. Allerdings andersherum. Art und Verlauf
der gegenwärtigen Antisemitismus-Debatte deuten darauf hin, daß sich
der Antikapitalismus schon bald generell des Antisemitismus-Verdachtes
zu erwehren haben wird. Den Kritikern des Finanzkapitals geht es heute
schon so." (Werner Pirker, in
jungeWelt vom 8. Juni 2000)
Es
lag also auf der Hand, dass jene, die die Welt mit Krieg für die
Konzerninteressen überziehen, sich des angeblichen Kampfes gegen den
Antisemitismus bedienen werden um ihre Verbrechen zu rechtfertigen.
Bisher finanzierten sie nur solche Sc hmierenblätter wie Konkret,
Bahamas und Joungle World und die diese Zeitungen tragenden Gruppen. Jetzt fangen sie ganz offiziell damit an:
„Frau
Beth Jones ist Staatssekretärin im US-Außenministerium. Zur
Einstimmung auf die Konferenz der Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa (OSZE) über Antisemitismus, die am 28. und 29.
April in Berlin stattfindet, gab Frau Jones kürzlich vor dem »Unterausschuß
für Europa« des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats eine Erklärung
ab. Darin unterstrich sie, daß »Antisemitismus in Europa und anderswo
auf der Welt wieder zu einem ernsthaften Problem geworden ist«. Deshalb
stelle die Bekämpfung des Antisemitismus »eine der höchsten Prioritäten«
der amerikanischen Außenpolitik dar. Daß Frau Jones damit nicht die
Bekämpfung einer Spielart des Rassismus, z. B. in den USA, gemeint hat,
geht aus ihren weiteren Ausführungen hervor. Danach ist »der
traditionelle Antisemitismus der Neonazis und der anderer extrem rechter
Haßgruppen jetzt Teil einer breiteren Schablone«. Er schließe nun
auch »Antisemitismus maskiert als Antiglobalismus« und Antisemitismus
»getarnt als Kritik am Staate Israel, die weit über jede legitime
Kritik an Israel hinausgeht«, ein. Um die Globalisierung nicht zu gefährden,
will Frau Jones in Berlin ein »einstimmiges Abkommen aller 55
teilnehmenden OSZE-Staaten zur Verurteilung aller Formen des
Antisemitismus« und für Maßnahmen zu deren Bekämpfung
erreichen...“
Klar, antiimperialistischer und
antikapitalistischer Kampf ist antisemitisch. Genau wie die
Jungdemokaten, genau wie die Antideutschen meinen. Auch genau, wie
Ulrich Sander es meint? Ihr habt da eine nette Partnerin gefunden, die
Vizeaußenministerin der USA, Frau Beth Jones. Ist das nicht ein Gefühl
des Stolzes bei euch, endlich ganz oben Gehör gefunden zu haben?
4. Fazit:
Bei „Müssen
wir nicht die Palästinenser kritisieren, wenn sie diesen Leuten
nachlaufen?“ (Sander an den DKP-Parteivorstend) kommt wieder die teutonische Großkotzigkeit dieses deutschen
Friedensbringers und –forschers zum Ausdruck. Nein, Genosse Sander,
lernen wir von den Völkern der Welt. Lernen wir vor allem
Bescheidenheit.
Bezeichnend für Sanders
Position ist, dass er einerseits verlangt, wir Deutschen sollten wegen
der Nazivergangenheit zu den Verbrechen der Zionisten nicht nur
schweigen, sondern auch begrüßen,
andererseits sollen wir gleichzeitig uns als Lehrherren für andere Völker
aufspielen. Ich dagegen schlage vor, wir verzichten auf die
Schulmeisterrolle und prangern den Staatsterror und den Rassismus der
Zionisten an. Wir würden glaubwürdiger!
Unser Feind ist vor allem der
Imperialismus und der Hauptfeind der Völker ist der USA-Imperialismus.
Die Zionisten aber sind die Speerspitze des USA-Imperialismus in der erdölreichen
Region Nahost. Die Zionisten hängen am Tropf Washingtons und sind die
Ausführungsgehilfen der aggressivsten Macht der Erde, der USA.
Ich
werde hier keine Distanzierung von der Hamas oder anderer religiöser
Gruppen bringen. Sie sind das Ergebnis einer Politik des
Imperialismus gegen die Völker. Übrigens gibt es auch noch linke Palästinenser
(Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP).
Aber die sind ja nach der Definition Sanders auch „palästinensischen Terrororganisationen“
sie „verkörpern schlimmste Reaktion.“ Alles
klar, Genosse Sander? Ein Zitat
– übrigens aus linkszionistischer Quelle:
„Die
palästinensischen Terrororganisationen“ und „verkörpern schlimmste
Reaktion.“ Immerhin hat die PFLP den ewaktionären israelischen
Tourismusminister Rehawam
S’ewi liquidiert. Zionistische Meldung hierzu lautete: „Zu
dem Anschlag bekannte sich die Terrororganisation „Volksfront für die
Befreiung Palästinas“ (PFLP), deren Anführer, Abu Ali Mustafa, vor
mehreren Wochen in Ramallah durch Raketenbeschuss getötet worden war.
Eine Sondersitzung des Sicherheitskabinettes wurde einberufen.“
(haGalil onLine 17-10-2001)
5. Gegen die Existenz Israels?
Ich werde mir ein Bekenntnis „zum jüdischen Staat,
als Staat der Holocaust-Überlebenden“ ersparen. Israel ist nicht
die Juden und diese sind nicht Israel. Ich bin gegen jegliche
Vertreibung von unschuldigen Menschen. Die Palästinenser haben nicht
Auschwitz angerichtet, das waren unsere Väter und Großväter,
zumindest deren Regierung. Keine Religion, keine Volksgruppe kann für
sich beanspruchen, im Namen ihrer Volksgruppe andere Volksgruppen
massakrieren zu dürfen und einfach davonzujagen.
Es
gibt nur eine humane Lösung der Palästinafrage: Beide Volksgruppen,
die der Palästinenser und die der Israelis, müssen lernen, friedlich
und gleichberechtigt in Palästina zu leben. Um das überhaupt möglich
zu machen, ist es als erste Maßnahme erforderlich, jeglichen Landraub
und Vertreibung zu beenden, müssen die Vertreibungen der Vergangenheit
rückgängig gemacht werden und muss Israel den Anspruch, alle Juden in
der gesamten Welt hätten israelisches Bürgerrecht, aufgeben. Israel
muss also aufhören rassistisch zu sein.
Das wäre allerdings das Ende
des heutigen zionistischen Israels. Aber es wäre der Anfang eines
Prozesses des Friedens und der Partnerschaft zwischen Juden, Christen,
Moslems in Palästina. Viele Israelis wären dazu bereit und viele
Palästinenser auch. Das wäre auch das stärkste Geschütz gegen jeden
Antisemitismus und Judenhass. Es würde den Brandherd Nahost befrieden
und beiden Volksgruppen die Möglichkeit geben, in Frieden und Wohlstand
zu leben. Und dieses Palästina wäre tolerantes und demokratisches
Vorbild für die ganze Region.
Wer
sie daran hindert? Die Ölinteressen der imperialistischen Mächte, v.a.
der USA, die ein Interesse am schwelenden Konflikt haben.
Es
stände dem Landesvorsitzenden einer
Organisation wie die VVN-BdA, die sich dem Antifaschismus verschrieben
hat, gut an, dies zu vertreten und nicht einseitig Partei für Rassisten
und imperialistische Kriegstreiber zu ergreifen.
Ist
Ulrich Sander böswillig oder beschränkt? Ihn als beschränkt
einzustufen, vermag ich mich nicht durchzuringen, denn er ist seit
Jahrzehnten aktiv in der Politik. Aber böswillig? Vielleicht von beiden
etwas.
Gerd
Höhne
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