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Jemen
meldete heute morgen den Tod des Al-Quaida-Anführers Anuar El-Awlaki,
eines US-Amerikaners jemenitischer Herkunft, welcher mit etlichen
Anschlagsversuchen in den USA in Verbindung gebracht wird und unter
keinerlei juristischer Anklage stand. Er wurde durch eingesetzte Drohnen
(unbemannte ferngesteuerte Flugkörper) exekutiert. US-Präsident Barack
Obama hat die Meldung bestätigt und erklärt, daß der Tod von
Al-Awlaki einen "wichtigen Meilenstein darstellt, um Al-Quaida zu
zerschlagen".
US-PRÄSIDENT
ORDNET ERMORDUNG EINES US-AMERIKANERS AN
von
Achy Obejas, kubanisch-US-amerikanischer Publizist in Chicago
übersetzt
von Rafael González Escalona für Cubadebate
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Havanna,
30. September 2011, Cubadebate.
(auf Kommunisten-online am 3. Oktober 2011) – Wir fürchteten
eigentlich, daß unter dem Druck seines üblen kriegstreiberischen
Vizepräsidenten und eines mittelalterliche Folterungen rechtfertigenden
US-Justizministeriums US-Präsident George W. Bush die
Regierungsvollmachten in einem Ausmaß ausweiten würde, daß dies das
Gleichgewicht und das Fundament unserer Demokratie in Gefahr bringt.
Darum
stimmten viele von uns für Barack Obama. Wir wollten jemanden, der
gegen den Krieg ist, der Guantánamo schließt (jene rechtswidrige
Haftanstalt). Jemanden, der die Verfassung nicht als heiliges Altes
Testament kennt und versteht, sondern als Pakt der Loyalität mit
unantastbaren Garantien zwischen den Regierten und der Regierung.
Eine
dieser Garantien ist immer der Gedanke gewesen, daß die Menschen gegen
eine willkürliche Rechtsauslegung seitens des Staates geschützt sind.
Mit anderen Worten, daß die Regierung da ihren eigenen Regeln folgt. In
der US-Verfassung gibt es die so wichtigen Novellen 5 und 14.
Heute
nun sagen uns die Medien, daß der US-Präsident in Person von Barack
Obama die Machtbefugnisse seines Büros erweitert hat, um den Mord von
Mitbürgern ohne jede Spur eines ordentlichen gerichtlichen Verfahrens
anzuordnen.
Anwar
Al-Awlaki, dessen Tod von den Medien in aller Welt verkündet worden
ist, wurde in New Mexico geboren. Jahrelang lebte er in den Vereinigten
Staaten. Sabir Khan, ein weiterer US-Bürger, wurde ebenfalls bei dem
gegen Al-Awlaki gerichteten Angriff ermordet.
Abgesehen
von all der englischsprachigen Propaganda über die Zugehörigkeit von
Al-Awlaki zu Al-Quaida wurde er in Wirklichkeit nie für etwas
angeklagt. Ob er überhaupt in Verbindung mit Nidal Malik Hasan, dem
Psychiater der US Army unter Anklage der Tötung von 13 Menschen in Fort
Hood und dem Nigerianer Omar Faruk Abdulutallab unter Anklage der
versuchten Entführung eines Flugzeugs mit Ziel Detroit stand.
Aber,
es gab keine Anklage. Null. Nichts.
Anstatt
Guantánamo zu schließen, jenes schwarze Loch der Justiz, welches ermöglicht
hat, daß die US-Regierung ihre eigene Verfassung umgeht und behauptet,
weil der Stützpunkt in einem anderen Land liegt, unterliegt er nicht
dem Recht der USA, hat Präsident Obama tatsächlich das Guantánamo-Mandat
über das ursprünglich zugelassene hinaus erweitert.
Laut
Washinton Post "hat er das Konzept angewendet, daß die wirksamste
Art, die Angehörigen von Al-Quaida und ihre Verbündeten zu töten oder
zu ergreifen darin besteht, eng mit den ausländischen Partnern
zusammenzuarbeiten. Darunter auch mit jenen, die schwache Demokratien
haben, die die Menchenrechte kaum beachten, die nur sehr fragwürdig
Rechenschaft über die Verwendung der gigantisch hohen Gelder aus
Washington für ihre anhaltende Beteiligung an diesen Bemühungen
geben."
Seit
Obama US-Präsident ist, hat er faktisch gegenüber den Gerichten (!)
die Bush-Amtszeit voller Abhören der Telefone ohne gerichtliche
Anordnung, voller Folter und Gefangentransfers der CIA verteidigt.
Jetzt
kommte es zu diesem Präzedenzfall, dem selektiven Mord eines US-Bürgers,
ohne daß da eine Anklage gegen ihn vorhanden wäre. Der selektive Mord
eines US-Bürgers, nur weil der US-Präsident entschieden hat, daß
dieser Mann gefährlich ist.
Man
stelle sich diese Macht in den Händen eines künftigen Präsidenten
Perry oder einer Präsidentin Bachman vor ...
Anmerkung:
Drohnen
Um
Anuar el Awlaki zu töten, haben die USA einen aus Tausenden Kilometern
Entfernung fernsicht-gesteuerten Flugkörper verwendet. Es handelt sich
dabei um eine Drohne, was wörtlich Hummel heißt.
Dieser Name wurde Geräten gegeben, die die Flugfähigkeit dieses
Insekts haben sollen, um die Vielseitigkeit und Tiefe der US-Flugzeuge
zu verstärken. Derzeit gibt es etwas mehr als 7000 Drohnen. Sie sind
seit 2001, aber vor allem in den letzten beiden Jahren in Irak,
Afghanistan, Pakistan und kürzlich in Jemen und Libyen zum Einsatz
gekommen und haben Hunderte Tote in den Zivilbevölkerungen verursacht.
Die Mehrzahlt von ihnen hat eine Länge von ca. 9 Metern. Aber es
funktionieren einige schon mit einer Größe von weniger als einem
Meter. Die Tageszeitung The New York Times berichtete kürzlich, daß
zur Zeit mit Modellen in der Größe einer Fliege experimentiert wird.
Quelle:
Cubadebatte
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