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USA:

Massenentlassungen und Lohnklau trotz Profitanstieg und „Obamanien“ / „YES WE CAN“ ... und wie! ROTFRONT ... je eher umso besser!

467.000 ENTLASSUNGEN IM JUNI 2009 UND REKORD-ARBEITSLOSENRATE

von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Kommunisten-online vom 2. Juli 2009 - Laut AP-Korrespondentin Jeanne Aversa feuerten allein im vergangenen Juni 2009 die Kapitalisten in den USA mit 467.000 Arbeitern weit mehr Beschäftigte, als erwartet worden war. Die amtliche Arbeitslosenrate stieg auf 9,5% und somit eine Rekordhöhe, wie sie erstmals seit 26 Jahren wieder erreicht worden ist. 14,7 Millionen Arbeitslose sind in den USA derzeit gemeldet. Und wir wissen alle, dass dahinter bewegende Schicksale von 14,7 Millionen Haushalten stehen, also real 30-50 Millionen Menschen in den USA unter diesen ganz konkreten Folgen dieser kapitalistischen Weltwirtschaftskrise derzeit schwer zu leiden haben. Insgesamt leben etwas mehr als 305 Millionen Menschen in den USA. Seit Beginn der Weltwirtschaftskrise im Dezember 2007 sollen insgesamt 6,5 Millionen Menschen in den USA gefeuert worden sein. „YES WE CAN“ weiß ganz offenbar jeder Kapitalist in den USA und feuert, was das Zeug hält!

Bezieht man die vielen Teilzeitarbeiter und für Hungerlöhne schuftenden „Minijobber“ mit ein, steigt die Arbeitslosenrate auf den höchsten Wert seit 1994, seit es auf dieser Berechnungsgrundlage in den USA überhaupt Daten gibt. Prognosen sehen kurzfristig kein Ende der schlimmen Massenverelendung, die lediglich Ausdruck dafür ist, dass die Folgen der von der Bourgeoisie verursachten kapitalistischen Weltwirtschaftskrise auf das Proletariat abgewälzt werden. Aber dies geschieht nicht nur durch Massenentlassungen, die Arbeiter und Angestellte und ihre Familien in jenem sozialpolitisch asozial zu nennenden „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ sofort besonders hart treffen.

Die Arbeiterklasse in den USA sieht sich in diesen Monaten darüber hinaus auch mit drastischen Lohnsenkungen konfrontiert. Im Juni 2009 erreichte der Griff in die Lohntüten der Beschäftigten ebenfalls eine traurige Rekordhöhe im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Faktisch scheint es dort „unbegrenzte Möglichkeiten“ für die Klasse der Kapitalisten zu geben. Das „Einfrieren“ und „Kürzen“ von Löhnen ist an der Tagesordnung in vielen US-Firmen. Eben „YES WE CAN“, als Durchsetzung der Ausbeutungs- und Profitinteressen der „die Krise als Chance begreifenden“ Konzernherren, Bankiers und Manager.

Hier mal Zahlen dazu: Die durchschnittlichen Wochenlöhne fielen von 613 US-Dollar im Mai auf 611 US-Dollar im Juni 2009 und erreichten damit den niedrigsten Stand in beinahe einem Jahr und ein weiteres starkes Absinken seit März 2009.

Und nicht nur das. Zugleich sank in den USA die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der noch Vollbeschäftigten auf 33 Stunden, den tiefsten Wert seit 1964, als die statistische Erfassung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit der Vollbeschäftigten in den USA begann.

Im Klartext: Wer noch nicht gefeuert worden ist, bekommt den Stundenlohn gekürzt und wird für immer weniger gearbeitete Stunden pro Woche bezahlt. Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wird also derzeit auf ein Maximum gesteigert, zum Wohle des Profits der Kapitalklasse. „YES WE CAN!“

Die US-Staatssekretärin für Arbeit, Hilda Solis, äußerte dazu: „Wir sind in einer sehr harten und schlimmen wirtschaftlichen Zeit. Der Präsident und ich, wir sind beide nicht glücklich.“

Das ist natürlich freundlich gemeint und tröstet gewiss den einen oder anderen Gefeuerten und vor allem jene, die nach dem Job auch noch die Wohnung oder das Haus verloren haben und mittlerweile in Notunterkünften, unter Brücken oder auf der Straße natürlich ohne Kranken- und ähnliche Versicherung überleben bzw. vor sich hin sterben. Werden sie immer noch „YES WE CAN“ vor Begeisterung träumen und ausrufen, wenn sie hören oder lesen oder mitbekommen, was ihre Regierenden etwa zum Thema Soforthilfe für Betroffen verlautbaren lassen. Lady Solis dazu: „Ich denke, dass die Öffentlichkeit geduldig sein muss. Wir wissen, dass sie gerade leiden.“

Ja, natürlich, immerhin wurden im Juni 2006 weniger Leute gefeuert als im Januar 2009, als mit 741.000 Entlassungen ein monatlicher Entlassungsrekord seit 1949 erreicht wurde. Das ist doch beruhigend, denn für die Zukunft wird ja weiterhin aus allen Rohren der bürgerlichen Massenmedien kräftig gesundgebetet, was sich seit Lenins Zeiten „fauler, parasitärer, stinkender Kapitalismus“ nennt. Daher bitte dem Rat der Bourgeoisie mit lauten Sprechchören „YES WE CAN“ (ganz im Sinn von „Ja wir können stillhalten“) brav folgen, liebe US-amerikanische leidende Arbeiterklassen-Angehörige! Denn Hungerzeiten folgt ja irgendwann das himmlische Paradies im Jenseits nach dem Hungertod, wie Ihr es Euch in den Kirchen gerne selbst vorsingen könnt!

Uns wundert dieses Verhalten der Obama-Regierung wenig bis nicht, denn die Kongresswahlen in den USA finden erst im kommenden Kalenderjahr 2010 statt. Warum also ein beschwichtigendes Sozialprogramm für die Millionen Krisenopfer jetzt auflegen, wenn deren Stimmen erst im kommenden Jahr wieder sehr gefragt sein werden? „YES WE CAN!“ machte und macht sich gut, aber doch bitte nur als Wahlkampfrhetorik für den Stimmenfang im gläubigen Volke! Die Show ist nun aber vorbei ... game over!

Es soll nach dem Willen der Bourgeoisie auch bitte weiterhin gehofft werden, dass sich die Massenentlassungen in den verbleibenden Monaten dieses Kalenderjahres 2009 ein wenig moderater gestalten sollen. Auch dies wirkt sicherlich beruhigend auf die die verzweifelnden Angehörigen der gigantisch anwachsenden „industriellen Reservearmee“. Ich suchte allerdings vergebens nach einem Präsidentenerlass über Entlassungsstopp oder ähnliche staatliche Eingriffe zur Linderung der Folgen für die Millionen und Abermillionen betroffener Arbeiterfamilien. „YES WE CAN!“ von Mr. President Obama gilt also keinesfalls im Sinne einer Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiterklasse, die die überwältigende Mehrheit des US-amerikanischen Volkes darstellt.

Immerhin, bis 2013 wird ein fünfprozentiger Fall der Arbeitslosenrate in den USA prophezeit. Von Freudenfeiern deswegen bei den über künftig möglicherweise zu erwartende Wiedereinstellungen jubelnden Arbeitern ist bisher nichts zu vernehmen.

Nun gut! Mag sein, sie glauben eher anderen Prognosen, welche einen Anstieg der Arbeitslosenrate auf bis zu 11% in nächster Zeit vorhersagen. So dass es für weitere Millionen Menschen demnächst nur noch Hungerrationen geben wird, im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“.

Ganz schlimm hat es im Juni 2009 in den USA die 136.000 entlassenen Industrie- und 79.000 entlassenen Bauarbeiter getroffen. Aber auch 52.000 Regierungsangestellte wurden auf die Straßen gesetzt. Und 118.000 Arbeitsplätze wurden im Geschäfts- und Dienstleistungsangestelltenbereich wegrationalisiert. Wird ihnen das „YES WE CAN!“ aus der Wahlkampfzeit ihres Mr. President Obama wirklich weiterhin Durchhaltevermögen und Kraft geben? Sie werden wissen, was er sie (mittlerweile) kann ... und an ihre Hinterteile denken, meinen wir Genossen dazu.

Demgegenüber erreichte die Massenarbeitslosigkeit in der EU ihr Zehnjahreshoch im vergangenen Mai 2009. Auch dies gibt die US-Staatssekretärin für Arbeit tröstend dem dortigen Volke in ihrem Bericht bekannt. „YES WE CAN!“ gilt eben nicht nur für die Herren der Banken und Konzerne und Kriegsmaschinerien in den USA, sondern auch deren Brüder und Schwestern in den Konzern- und Bankenzentren in der Europäischen Union.

Und wenn lt. besagtem Bericht von 1,2% Auftragszuwachs bei US-Herstellern im Bericht die Rede ist, dann knallten doch wenigstens in einigen US-Chefetagen endlich nach 11 Monaten mal wieder einige Sektkorken. „YES WE CAN!“ - Sehr zum Wohle von Firmeneignern und Managern!

Ihnen erließ Obama ja auch so einiges an Steuerlasten, um damit „die Wirtschaft und steigende Nachfrage anzukurbeln“, was mancher Unkenrufer aus SPD- und Pseudolinkenspektrum schon als Neuauflage keynesianischer angeblich „sozialverträglicherer“ Krisenbegegnungspolitik bejubelte. Im Bericht der US-Staatssekretärin für Arbeit wird nun allerdings das Ergebnis dieser Reichen-Beschenkung äh steuerlichen „Konjunkturprogramme“ made in USA genannt: Es wird von den Reichen lieber gespart denn ausgegeben! „YES WE CAN!“ - immer hübsch auf die „eigene hohe Kante“, die ja nie hoch genug sein kann!

Nun ja, sonderlich patriotisch war die Bourgeoisie gerade auch in den USA noch nie, sondern stets lediglich vollauf egoistisch und raffgierig, gerade im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Wo im angeblich nationalen äh „Sicherheitsinteresse der Nation“ tagtäglich Milliarden US-Dollars in Militärstützpunkten in alle Welt, für atomare Hochrüstung bis in den Weltraum sowie Folterungen und Massaker an gar schlimmen angeblichen Meuchlern der US-Amerikaner wie den Irakern, den Afghanen usw. rausgeworfen werden. Des Weiteren hat die Obama-Administration nach wie vor jede Menge an Milliarden US-Dollars für den CIA-Haushalt und „verdeckte Operationen“ nebst psychologische Kriegsführung durch gigantische Bestechungsmechanismen im weltweiten bürgerlichen Medienbetrieb als dicken Posten unter den Ausgaben im Staatshaushalt. „YES WE CAN!“ meinen dazu auch unser Bundesengelchen und Sarkozy und Konsorten, denn „von den USA lernen, heißt siegen lernen“ (frei nach dem Agitprop-Parteilehrjahr der Merkel-CDU derzeit).

Weder von der Profitentwicklung bei den großen Finanz- und Wirtschaftsmagnaten des militärisch-industriellen Komplexes und im Finanzkapital des US-Imperialismus, noch von den besagten Milliarden und Abermilliarden schweren Zuwendungen aus der steuerfinanzierten Staatskasse für Army, Navy, Nasa, Air Force und die CIA mit ihren folternden und mordenden und wühlenden Ablegern gibt der Bericht irgendwelche Auskünfte. Es wäre ja auch unverantwortlich aus Sicht der Bourgeoisie, objektiv bestehende Zusammenhänge der Klassengesellschaft namens Imperialismus dem gemeinen Volke aus Mägden und Knechten und „Prekariat“ zur Kenntnis zu geben.

Denn, wie würden all die Völker der Welt wohl reagieren, wären sie aufgeklärt statt gigantisch unter Verpulvern von jeder Menge Haushaltsgeldern massenmedial manipuliert? Würden die Millionen Geschassten dann weiterhin brav in kirchlichen Suppenküchen leise „yes we can“ beten? Oder würden sie dann nicht doch eher „ROTFRONT!“ den Klassenkampf gegen Kapital und Krieg aufnehmen?

Es ist doch viel sinnvoller, die Kohlendioxidabgabe freiwillig beim Flugticketkauf nach Mallorca breit öffentlich zu diskutieren, als darauf aufmerksam zu machen, dass seit vielen Jahren mehr als die Hälfte des Energieverbrauches der USA von deren Militärmaschinerie zu verantworten ist. Aber natürlich muss den Völkern in USA und EU eingetrichtert werden, dass die Herrschenden ihre Streitkräfte rund um China und Russland in Stellung halten müssen, Radare und Atomraketen möglichst dicht vor Moskau in Polen und Tschechien sind doch ein Schutzschild der Menschheit ... oder etwa nicht?

Nun ja, wir von K-Online fahren nicht Auto, sondern nutzen die Sonderangebote mit der Bahn im Nah- und Fernverkehr. Wir hätten lieber keinen großkotzigen Grinser und „Könner“ Obama an der Spitze der USA, sondern bevorzugen da den friedliebenden fortschrittlichen Jesse Jackson. Und wir rufen dem US-amerikanischem Volk ein freundschaftliches und kämpferisches „ROTFRONT!“ immer wieder gerne und aufmunternd zu, denn sein Handeln als Macher der Geschichte ist mehr denn je zuvor gefragt.

K-Online bekommt übrigens, wie sich jedermann denken kann, keine Zuwendungen aus CIA-Töpfen, aus denen sich unsere Gegner im Medienbereich reichlich zu bedienen pflegen. Wir sind auf Spenden von unseren hochgeschätzten Leserinnen und Lesern, Genossinnen und Genossen, sehr angewiesen. Und jeder Euro aus deren ehrlicher Zuwendung wiegt für uns weitaus mehr als jeder ohnehin nie von uns akzeptabler hoch dekorierter Preis etwa einer Nichtregierungsorganisation am Tropf und am Topf von CIA und bürgerlichen seriös klingenden Stiftungs-Ablegern der Imperialisten. Unser besonderer Dank gilt unseren spendenden Genossinnen und Genossen, wo immer sie auch sind.

ROTFRONT!

Jens-Torsten Bohlke,

Redaktionsmitglied

Quelle:

http://news.yahoo.com/s/ap/20090702/ap_on_bi_go_ec_fi/us_economy

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