|
Wichtige
Rubriken und Beiträge
+++Neu+++
Newsletter
bestellen
zur
Homepage
Der
Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk
Kampf
den ideologischen Diversanten
Für
den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands
Gegen
den
imperialistischen Krieg
Black
Channel
Betrieb&Gewerkschaft
Bildung, Kultur & Wissen
Wider
den Block der
Rechten und Trotzkisten
zur
Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung
Wissenschaftlicher
Sozialismus
Aus
den Ländern
Links
Impressum
Archiv
Intern
Proletarischer
Internationalismus
| |
zurück
|
Das
Bekenntnis eines Verräters …
Schabowski
Von whs
Arbeiterkorrespondenz auf
Kommunisten-online vom 29. September 2010 – Am Sonntag zur
besten Sendezeit durfte der Verräter Schabowski seine Sichtweisen zum
Besten geben, huldvoll unterstützt vom Vertreter der Monopolmedien
Hahne, der geschickt Wortwahl und Sprachregelung vorgab. Herr Schabowski
beeilte sich denn auch, die Sichtweise seiner Brötchengeber als seine
eigene zu verkaufen. Aber es gelang ihm genau so wenig wie die
Darstellung, sich als Akteur der Wende darzustellen.
Bitter beklagte er, dass Die Linke ihn als Verräter
betrachte (so tief ist er also schon gesunken, dass noch nicht einmal
die Revisionisten und Opportunisten etwas mit ihm zu tun haben wollen;
das ist schon hart) und ihn hasst. Aber das beruht wohl auf
Gegenseitigkeit.
Herr Schabowski zeigt deutlich, wes Geistes Kind er
ist, wenn er mal nicht der Wortwahl Hahnes folgt und seine eigenen Ausdrücke
gebraucht. Aber dazu später mehr. Zunächst einmal zur Vorgeschichte
und zur berühmten Pressekonferenz.
Auf die Frage Hahnes, ob er große Genugtuung über
die Ereignisse am 9. November empfinde, gab Schabowski zur Antwort, er
empfinde große Genugtuung, dass zwei Worte das bewirkt haben. Mit
anderen Worten, die Grenzöffnung ist allein Schabowskis Verdienst. Nun,
das stimmt zweifellos nicht, aber etwas anderes stimmt. Hahne: „War
das ein Versehen?“ Schabowski: „Nein, das war kein Versehen. Das
sollte der Rundfunksprecher früh um vier verkünden, wenn die Republik
schnarcht. … Ich gehörte zu den 3,4 Leuten, die Honecker
absetzten.“ Bei Krenz liest sich das etwas anders.
Das heißt auf gut deutsch, den Stress und die
Hektik, mit denen die Grenzer aufgrund der „freien Auslegung“ des
Herrn Schabowski zu kämpfen hatten, gehen allein auf Schabowskis Konto.
Alles andere ist Amtsanmaßung, weiter nichts.
Hahne: „War der Druck so groß, dass Sie gar
nicht anders konnten?“ Schabowski: „Der Druck war so groß, dass ich
gar nicht anders konnte. … Honecker war weg, die einzige Figur, die für
alles verantwortlich war.“
Jahrzehntelang hat der Herr Schabowski an
verantwortlicher Stelle mit dafür gesorgt, dass ehrliche Kommunisten in
diesem Staate einen schweren Stand hatten. Dann hat dieser Mann die
Frechheit, jemandem, der sich wenigstens etwas kommunistische Ehre
bewahrt hatte (im Gegensatz zu Herrn Schabowski, der die anscheinend nie
hatte), das vorzuwerfen. Das ist einfach nur schäbig Herr Renegat.
In einem vorstehenden Artikel habe ich mich über
die Analkriecherei bei Herrn Gauck ausgelassen und mich gewundert, warum
manche nicht ganz hineingekrochen sind. Jetzt weiß ich es, Herr
Schabowski hatte es sich dort schon gemütlich gemacht und duldete
offensichtlich keinen Besuch in seiner guten Stube.
S: „Die Linke will Gauck nicht, weil Gauck
Identitätspotenzen schafft, weil er (intelligent und klug) alles
kritisiert hat, was an der DDR falsch war.“
Etwas später: „Gauck akzeptiert manches Linke.
Er ist besonders intelligent und klug.“
Auf die Frage nach dem MfS antwortete Schabowski:
„Das System war so, jeder wurde bespitzelt.“ Auch der Herr
Schabowski also, der zusammen mit seinen Politbürogenossen die Aufträge
an das MfS herausgab? Ist das nicht etwas zuviel der Lüge, Herr
Schabowski? Oder verfahren Sie nach der bekannten Goebbelschen
Anleitung, dass eine Lüge nur groß genug sein muss?
„Diese Frau (M. Honecker) ist … eine
hysterische Ziege. Sie ist gar nicht in der Lage für ihre eigenen
Aussagen und ihre eigenen Urteile einzustehen.“ Nun, Herr Schabowski,
man mag zur Frau Honecker stehen wie man will, hysterisch ist sie nicht.
Und der Begriff „Ziege“ kennzeichnet weniger die Person des
Bezeichneten als die Person des Bezeichnenden. Über psychologische
Urteile würde ich mich dann sowieso zurück halten, da dies nicht in
mein Fachgebiet fällt. Aber Opportunisten kennen sich wohl überall
aus, vor allem, wenn sie Körper von hinten aufrollen.
„Ich bin der bestgehasste Mann Der Linken. Diese
Partei ist eine Absurdität.“ Na Herr Schabowski, das wage ich doch
stark zu bezweifeln. Zumal Sie Der Linken gar nicht so fern stehen. Wenn
Sie llerdings schon Die Linke als Absurdität sehen, was ist dann mit
den anderen? Darauf gibt der „zurückhaltende“ Schabowski keine
direkte Antwort, da muss schon Hahne einspringen: „Sie haben sich 2001
für die CDU eingesetzt.“ Na ja, eher ging es halt nicht, sonst hätte
sich der smarte Herr Schabowski zu direkt dem Vorwurf des Wendehalses
ausgesetzt. Und mehr muss wohl auch nicht dazu gesagt werden Die
Tatsache spricht für sich.
Hahne: „Das Regime, dem Sie angehörten, war das
reinste Verbrechen. … Schämen Sie sich dafür?“ Schabowski: „Ja,
dafür schäme ich mich.“
Und ich, Herr Schabowski, schäme mich, dass ich solchen Pflaumen, wie
Sie eine sind, mal vertraut habe. Hoffentlich können Sie Ihre
Silberlinge in Ruhe verprassen. In Ihrem Sinne will ich hoffen, dass
diesmal der Imperialismus nicht nur den Verrat liebt, sondern auch den
Verräter Denn sonst gehen Sie schlechten Zeiten entgegen. Ich hoffe
aber, dass die Menschen, die Sie um ihr Leben belogen und betrogen
haben, Ihnen ihre Wertschätzung zeigen.
Schabowski: „Die Einheit ist gelungen.“
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Rot Front
Werner
|
|
Wer
„hartzt“ ist selber schuld, oder:
Ist
Nehmen seliger denn Geben?
Von whs
Arbeiterkorrespondenz auf Kommunisten-online vom 30. September 2010 –
Auf das Motto der Sendung hätte die Bundesmutti von der
Leyen eigentlich selbst antworten können. Auch der Herr Ernst von Der
Linken hätte dazu etwas zu sagen vermocht. Und natürlich hätte Herr
Rogowski (BDI-Chef) darauf antworten können. Aber sie hielten alle
wohlweislich den Mund. Nichts kam dazu über ihre
Lippen. Warum auch, sie wissen alle, dass Nehmen seliger ist und
vor allem reicher macht.
Nun
sehe ich schon die ersten Stirnen runzeln und sich die Frage
formulieren: worum ging es denn eigentlich? Ich will es kurz machen, es
ging um die altrömische Dekadenz, die laut
Westerwelle unter den ALG-II-Empfängern immer weiter um sich
greift. Jetzt verleiben sie sich schon wieder 5€ pro Monat mehr ein.
Und die Bundesmutti, gnädig wie sie ist (sie sollte eigentlich
Landesherrin werden mit solcher Gnade), streicht auch nicht den
Kinderanteil zusammen, obwohl sie laut Statistisches Bundesamt
eigentlich müsste.
Wenn
die Sache nicht zu ernst wäre, müsste man eigentlich lauthals lachen,
ob solcher Eskapaden, die sich unsere Politiker leisten, wenn es um die
Ärmsten der Armen geht. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Art und
Weise der Berechnung der
HARTZ-IV-Sätze bemängelt. Was machte
unsere Bundes“arbeits“ministerin mit dem adligen Touch? Sie ließ
die Sätze neu berechnen. Aber nicht etwa auf der Grundlage normaler
Wirtschaftsentwicklung, nein, in Zeiten der Rezession. Die Löhne sind
unten, die Preise sind unten und des Statistische Bundesamt rechnet und
rechnet und bekommt heraus, dass die Westerwellesche Dekadenz ganz
erheblich um sich greift.
Vorsicht,
Satire: Die Kinder bekommen zu viel! Und das, obwohl Schnaps und Tabak
schon herausgerechnet sind! Nun fragt sich, wie leidensfähig die
Alkohol- und Nikotinlobby ist. Sie hat ja schon viel wegstecken müssen.
Jetzt wird sogar noch der Bedarf an Zigaretten und Schnaps heraus
gerechnet. Das ist noch nicht mal in der StVO gelungen. Dabei weiß doch
jeder, dass der Zehnjährige seine Schachtel Lullen am Tag braucht. Und
was machen unsere jugendlichen Hartzer, wenn die Clique zum Komasaufen
antritt? Dürfen sie dann nicht mehr mitmachen? Da wird eine ganze
Generation kulturell bestraft.
Nein,
das ist nicht ernst gemeint. Der Staat hat auf der Bildungs- und
Erziehungsstrecke ganzheitlich versagt. Zur Wendezeit wurde eins der
besten Bildungssysteme der Welt weggeworfen. Heute bemühen sich unsere
Politiker einen Abklatsch davon zu kopieren. Warum fragen sie nicht
einfach die Lehrerinnen und Lehrer, die zu DDR-Zeiten unterrichteten? Es
sind noch genug da. Sie könnten auch nachfragen, wie man einfach und
lecker Mittagessen auf den Tisch bringt. Da brauchen sie noch nicht mal
die alten Schulköche. Es gibt heutzutage genügend Köche, die das können.
Und es gibt auch genug Pädagogen,
die wissen, was zu tun ist, um die Kinder und Jugendlichen von der Straße
zu bekommen.
Dafür
wird aber Geld benötigt. Geld, das lieber in Projekte wie Stuttgart 21
gesteckt wird, Projekte die keiner braucht und keiner will. Geld, mit
dem man eine Armee unterhält, die keiner mehr braucht, weil einfach
kein Feind mehr da ist. Aber halt, im Hindukusch, dort wo die Demokratie
und die Bundesrepublik verteidigt werden muss, dort brauchen wir die
Armee! Ja? Wirklich? Wäre das Geld nicht woanders dienlicher als beim
Totschießen von Menschen? Zum Beispiel bei der Berechnung der ALG-II-Sätze?
NEEEIIIIIN,
ja nicht, schreit der Herr Rogowski, er fände die Erhöhung schade,
denn man habe in der BRD ein außerordentlich hohes Niveau bei der
Versorgung der Armen. Man gehe auch mit den Arbeitslosen viel zu locker
um, meint der Herr Rogowski, man bemühe sich viel zu wenig, dass sie
sich um Arbeit kümmern. Der Herr Rogowski kennt sich aus, denn er hat
die Problematik aus „erster“ Hand vom Hörensagen. Wahrscheinlich
glaubt er den Schmonzes, den die WELT aus der BILD abschreibt und die
das ZDF aus der BILD vorliest – wundern würde es mich nicht. Er sagt
auch nicht, wo die Leute die Arbeitsstellen hernehmen sollen, um die sie
sich gefälligst zu bemühen haben. Weiß er es auch nicht? Warum sagt
er dann solche Dinge?
Es
geht um 5€ für jeden in Hartz IV. Das sind 32,5 Mio. €. Nun bekommt
die aber nicht jeder, die
Kinder fallen da raus. Rechnen wir rund 2 Mio. Bezieher ab. Bleiben 22,5
Mio. €. Das sind gerade mal die Bonuszahlungen der HRE an ihre Manager
nachdem sie 2,2 Mrd. € Verlust eingefahren hat. Ihrem Vorstands-Chef
Wieland winken mit 60 Jahren 20.000 € monatliche Rente. Wer wollte bei
diesem bescheidenen Einkommen von „spätrömischer Dekadenz“ reden?
Da würden selbst reichen Römern die Münder offen stehen bleiben.
Frau
von der Leyen berührt das nicht. Sie ist überzeugt von dem, was sie
tut. Für sie sind das lediglich „Exzesse, die die Diskussion
vergiften“. Und wer gegen ihre Neuberechnung stänkert, der wirft
„Plattitüden und Verhöhnungen in die Diskussion“. Außerdem ist
das „Lohnabstandsgebot“ einzuhalten. Und da man ja von den
„kleinen Einkommen“ hochgerechnet hat, kann ja nichts anderes
herauskommen. Was sind die Leute auch so blöde und arbeiten für so
wenig Kohle. Dieser Satz hätte noch gefehlt.
Da
kam dann noch ein schönes Beispiel für „Trainingsmaßnahmen“. Der
TÜV Nord hat einen Supermarkt hingestellt, in dem Langzeitarbeitslose
auf ihre Berufstätigkeit vorbereitet werden sollen. Da gibt es
Lageristen, die Ware aus dem Lager in den Verkaufsraum bringen und
„gekaufte Ware“ wieder im Lager einsortieren. Da gibt es Leute, die
Regale einräumen, Verkäuferinnen und
Verkäufer, Kassiererinnen ujnd Kassierer und Detektive. Für
jeden „Azubi“ kassiert der TÜV Nord 800 € vom Arbeitsamt. Gerade
mal 7% der so „Ausgebildeten“ sind in einen Job gekommen. Fragt
sich, für wen die Maßnahme Sinn macht. Einer, der dort Beschäftigten,
brachte es auf den Punkt, als ihn ein Reporter fragte, was er davon
mitnehme in das Arbeitsleben: „Na nichts.“
Zurück
zu Hartz IV. Die Redaktion hat wie immer „Stimmen aus dem Volk“ mit
einfließen lassen. Der Tenor lautete, dass man von 359 € nicht leben
kann. Nun habe ich darauf gewartet, dass unsere Bundesmutti dem
entgegenschleudert: Holla, jetzt hast Du sage und schreibe 364 € zur
Verfügung! Was sagst Du dazu? Da könnte man nur entgegnen: Ja, ob
solcher „spätrömischer Großzügigkeit“ bleibt mir die Spucke weg.
Die zweite Aussage lautete, man sei nichts mehr wert in dieser
Gesellschaft. Auch darauf ging niemand ein. Was soll man auch jemand
sagen, dem man keine Arbeitsstelle geben kann, auch wenn man von ihm
verlangt, dass er sich eine ebensolche sucht. Am besten fand ich aber
die Tatsache, dass ein Arbeitsloser seine ersten 5 € Erhöhung an Frau
von der Leyen zurück schicken will. Dafür könnte sie sich immerhin
einen Schoppen Wein leisten, den der Arbeitslose
sowieso nicht mehr trinken darf, so er ihn sich denn leisten könnte.
Und
so setzen die Regierung und ihre Brötchengeber weiter auf private
Initiative bei der „Bekämpfung“ der Armut. Da dürfen mehr Tafeln
her, da dürfen mehr Selbsthilfegruppen her, aber bloß nichts machen,
was die Profite beschneidet. Dabei sägen sie sich in ihrer
profitgierigen Kurzsichtigkeit selbst den Ast ab, auf dem sie sitzen.
Aber das ist nichts Neues. Das wusste schon P.J. DUNNING, britischer
Gewerkschafter im 19. Jahrhundert.
Rot
Front
Werner
zurück
|
|
Es
röslert wieder!
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 1. Oktober 2010 –
Wer gedacht hat, mit der Kopfpauschale hat unser Pharmavertreter
sein Pulver verschossen, sah sich nach dem gestrigen Tag schwer positiv
überrascht bzw. sehr enttäuscht, je nach Interessenlage. Der Herr
Montgomery vom Marburg-Bund dürfte schon in die Hände klatschen, genau
wie die Pharmaindustrie, die ja zuletzt „schwere Niederschläge“ von
ihrem Lobbyisten einstecken musste.
Es
ist wieder mal ein Sahnehäubchen geworden, dass unser ewig lächelnder
Gesundheitsminister aus dem Ärmel zu zaubern schien: Die Patienten
sollen beim Arzt in Vorleistung treten und sich das Geld von der Kasse
zurückholen. Tolle Idee, Herr Rösler, wenn ich das bisher schon
gekonnt hätte, wäre ich längst privat versichert, wie Sie. Leider
kann ich es mir nicht leisten und verschiedene andere, die nach
Millionen zählen, auch nicht. Aber das ficht Sie nicht an, Herr Rösler,
Hauptsache Ihrer Klientel geht’s gut. Der Rest geht den Bach runter?
Macht nichts, Ihr Geld und Ihre Gesundheit stimmen.
Sozialexperten
gehen mit großer Besorgnis davon aus, dass diese Maßnahme eine weitere
Umverteilung zuungunsten der Patienten bedeuten wird. Der Patient
rechnet mit dem Arzt ab, wobei der Patient nicht weiß, was wird von der
Kasse erstattet und was nicht. Der Arzt kann also (solange das
Portemonnaie des Patienten mitspielt) Anwendungen und Medikamente
verschreiben, ob die Kasse die bezahlt oder nicht. Er hat sein Geld. Wer
sich dann mit der Kasse herumärgern muss, ist der Patient. Und der hat
keine Ahnung. Soll er wohl auch nicht haben, zum Wohle der
Gesundheitsindustrie.
Der
Herr Rösler möchte mehr Wettbewerb. Schön. Aber warum muss der
Wettbewerb auf dem Rücken der Ärmsten ausgetragen werden? Wären keine
anderen Regeln möglich?
Ich
bin Laie auf diesem Gebiet, ich betone das. Aber ich kann mir
vorstellen, dass für jedes Medikament die Wirksamkeit und der Preis
bekannt sind (siehe IQWiG). Warum kann man dann den Kassen nicht einen
Katalog von Medikamenten vorlegen, der preislich annehmbar ist. Wer
teurere Medikamente haben will, bekommt sie und zahlt den
Differenzbetrag. Wer von den Pharmakonzernen seine teuren Medikamente
unter das Volk bringen will, muss sie dann halt billiger machen. Schon
jetzt bringt die Verhandlung der Medikamentenpreise zwischen
Pharmaindustrie und Krankenkassen eine große Ersparnis. Warum wird da
nicht konsequent weiter gemacht? Dumme Frage, weil dadurch keine
Maximalprofite erwirtschaftet werden können.
Ja,
Her Rösler, da haben Sie sich wieder mal selbst übertroffen, „zum
Wohle der Patienten“, wie Sie so treffend bemerkten, als Sie der SPD
vorwarfen, dass sie die Zusatzbeiträge auf 1%
vom Brutto festgesetzt habe, Sie die aber bei 2% deckeln würden.
(Wobei, nebenbei bemerkt, 2% schon das Doppelte von 1% sind.) Und was
haben wir jetzt? Die Deckel sind heruntergefallen und seither nicht mehr
auffindbar. Während nach dem Modell der Großen Koalition
Arbeit“nehmer“ und Arbeit“geber“ gleichermaßen beteiligt waren,
laden Sie alles auf den Schultern der Versicherten ab. Nachdem Ihre „Deckelung“
abhandengekommen ist, dürfen sich die Versicherten auf eine unbegrenzte
Höhe der Zusatzbeiträge „freuen“.
So
macht man Lobbypolitik, so bricht man Wahlversprechen. Das bleibt vom
Westerwelleschen „mehr Netto vom Brutto“. Da haben sich Herr
Westerwelle, die Herren Lindner, Frau Koch-Mehrin und nicht zuletzt Sie
so verbogen, um den Menschen das Blaue vom Himmel zu lügen. Aber daraus
haben Sie und Ihre Mitstreiter nicht gelernt. Sie lügen immer noch. Und
Sie lügen immer dreister. Obwohl die Stoßrichtung Ihrer Reformen längst
klar ist, versuchen Sie immer noch, das als „Erfolg“ dem Volke
unterzujubeln.
Eigentlich
haben Sie gestern bei Plasberg gefehlt, da hätten die Herren Struck und
Biedenkopf noch einen Münchhausen Ihres Formats gebrauchen können, als
sie wieder mal erklärten, wie wir Ossis zu leben haben. Bloß, die
dummen Ossis begreifen das nicht, die Sturköpfe. Die wollen unbedingt
Recht haben. Dabei müssten sie doch schon längst wissen, Recht haben
die Biedenkopfs, Strucks, Schröders, Münteferings, Kohls, Röslers, Brüderles,
Röttgens, Westerwelles, Merkels und wie sie noch alle heißen. Recht
haben sie deshalb, weil sie die Macht der Herrschenden stützen und
sichern, weil sie den Reichtum zugunsten der Reichen umverteilen.
Deshalb
ist es Ihnen auch völlig egal, Herr Rösler, ob das Volk aufschreit ob
solcher Ungerechtigkeit. Sie folgen Ihrem Weg und der ist klar
vorgezeichnet. Nun bleibt es beim Volk, dass es seinem Weg folgt. Und
das, Herr Rösler ist früher oder später Ihr unrühmliches Ende als
Politiker und Bourgeois. Aber trösten Sie sich. Das Proletariat übt
Solidarität mit seinesgleichen. Ich hoffe, es ist in Ihrem Fall nicht
allzu nachtragend.
Rot
front
Werner
|
zurück |