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Es
war ein Leben in Schande und Verbrechen. Am 11. September 1973 putschte er
gegen sein rechtmäßiges Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Armee,
den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. Er setzte sich mit
Hilfe der Armee und unter tatkräftiger Unterstützung des
USA-Geheimdienstes CIA, sowie politischer und materieller Hilfe der
damaligen US-Regierung unter Richard Nixon, als Präsident Chiles ein und
blieb es 17 Jahre. Gewählt wurde er niemals.
Einen
friedlichen Tod, wie seiner, gönnte er seinen politischen Gegnern nicht.
Mit Terror, Folter und Mord regierte er Chile brutal und rücksichtslos.
Immer unterstützt von den USA und den westlichen Regierungen. Auch der
Papst Johannes Paul II. erwies ihm seine Aufwartung und wertete den
Massenmörder auf. Immerhin war Pinochet nicht verdächtig der von der Römischen
Kurie verhassten, Theologie der Befreiung anzuhängen. Der Mörder-General
war ein braver Sohn der heiligen Mutter Kirche in Rom. Das, obwohl auch
unzählige Katholiken in den Kerkern des Regimes gefoltert und gemordet
wurden.
Ab
1975 zählte Pinochet als einer der politischen Vorreiter des
Neoliberalismus. Das, was wir heute auch bei uns erleben, Abschaffung
aller sozialen Sicherungssysteme, brutale Durchsetzung der
Konzerninteresse, Privatisierungen usw., er hat es vorgemacht –
angeleitet durch den US-Ökonomen Friedman.
Folter
und Mord standen auf der Tagesordnung. Man sagt, dass 94% der wegen ihrer
oppositionellen Haltung gegen die Militärjunta Verhafteten, gefoltert
wurden.
„Ein
Mann, gefangen genommen im Mai 1988, berichtete vor der Valech-Kommission
der Regierung über die Folter im Cuartel General de Investigaciones
(General Mackenna), Región Metropolitana: … sie kamen in unser Haus,
schlugen meine Familie, zerstörten das Haus auf der Suche nach Waffen,
sie schlugen mich vor meiner Familie, sie setzten mir eine Kapuze auf und
schoben mich in ein Auto. Wir kamen in der Kaserne an, wo sie mich in
einen engen Raum steckten, wo sie mir Hände und Füße fesselten, dann
begann die Folter mit Schlägen auf die Schläfe, Strom im Mund und an den
Ohren, Schlägen auf die Beine, später, weil sie nichts erreichten,
schlugen sie mich mit Fäusten, danach brachten sie einen compañero
herein und folterten ihn vor meinen Augen, um mich zum reden zu bringen.
Das war der erste Tag.“
Zwar gibt es in Chile kein Staatsbegräbnis
für den Massenmörder, er wird aber in einem schmucken Grab verfaulen können.
Auch das gönnte er seinen Opfern nicht. Die wurden verscharrt oder ins
Meer geworfen.
Ein Lump hat sich davon geschlichen. Er hat
sich nach seinem Abtritt als Diktator zum Senator auf Lebenszeit ernannt,
damit er strafrechtlich immun ist. Alle Versuche ihn dahin zu schaffen, wo
er hingehört, in den Knast, scheiterten.
1998 wurde er zwar in England verhaftet. Ein
spanisches und ein Schweizer Auslieferungsbegehren
lagen der britischen Polizei vor, später auch aus Frankreich und Belgien.
Aber er musste nicht in die Zelle eines Gefängnisses, sondern er lebte in
einem Privathaus und konnte Besuche empfangen soviel und wem er wollte.
Sogar ein Priester aus Chile wurde eingeflogen und segnete die Weihnacht
des Mörders.
Als der britische Innenminister die
Auslieferung an Spanien anordnete, schalteten sich die USA, der Vatikan
und die chilenische Regierung ein. Letztere erklärte, man möge ihn aus
humanitären Gründen freilassen, er sei doch schon sehr alt…
G.A.
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