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Der Mörder und der Oberpriester:

Pinochet mit Papst Johannes Paul II.

Hurra! 

Ein Massenmörder ist verreckt!

General Augusto José Ramón Pinochet Ugarte hat der Teufel geholt

Von Günter Ackermann

Er starb friedlich im Bett, seine Familie um ihn herum. Er starb friedlich, ohne Schmerzen. Sein Herz blieb einfach stehen. Im hohen Alter von 91 Jahren.

Es war ein Leben in Schande und Verbrechen. Am 11. September 1973 putschte er gegen sein rechtmäßiges Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Armee, den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. Er setzte sich mit Hilfe der Armee und unter tatkräftiger Unterstützung des USA-Geheimdienstes CIA, sowie politischer und materieller Hilfe der damaligen US-Regierung unter Richard Nixon, als Präsident Chiles ein und blieb es 17 Jahre. Gewählt wurde er niemals.

Einen friedlichen Tod, wie seiner, gönnte er seinen politischen Gegnern nicht. Mit Terror, Folter und Mord regierte er Chile brutal und rücksichtslos. Immer unterstützt von den USA und den westlichen Regierungen. Auch der Papst Johannes Paul II. erwies ihm seine Aufwartung und wertete den Massenmörder auf. Immerhin war Pinochet nicht verdächtig der von der Römischen Kurie verhassten, Theologie der Befreiung anzuhängen. Der Mörder-General war ein braver Sohn der heiligen Mutter Kirche in Rom. Das, obwohl auch unzählige Katholiken in den Kerkern des Regimes gefoltert und gemordet wurden.

Ab 1975 zählte Pinochet als einer der politischen Vorreiter des Neoliberalismus. Das, was wir heute auch bei uns erleben, Abschaffung aller sozialen Sicherungssysteme, brutale Durchsetzung der Konzerninteresse, Privatisierungen usw., er hat es vorgemacht – angeleitet durch den US-Ökonomen Friedman.

Folter und Mord standen auf der Tagesordnung. Man sagt, dass 94% der wegen ihrer oppositionellen Haltung gegen die Militärjunta Verhafteten, gefoltert wurden.

„Ein Mann, gefangen genommen im Mai 1988, berichtete vor der Valech-Kommission der Regierung über die Folter im Cuartel General de Investigaciones (General Mackenna), Región Metropolitana: … sie kamen in unser Haus, schlugen meine Familie, zerstörten das Haus auf der Suche nach Waffen, sie schlugen mich vor meiner Familie, sie setzten mir eine Kapuze auf und schoben mich in ein Auto. Wir kamen in der Kaserne an, wo sie mich in einen engen Raum steckten, wo sie mir Hände und Füße fesselten, dann begann die Folter mit Schlägen auf die Schläfe, Strom im Mund und an den Ohren, Schlägen auf die Beine, später, weil sie nichts erreichten, schlugen sie mich mit Fäusten, danach brachten sie einen compañero herein und folterten ihn vor meinen Augen, um mich zum reden zu bringen. Das war der erste Tag.“[1]

Zwar gibt es in Chile kein Staatsbegräbnis für den Massenmörder, er wird aber in einem schmucken Grab verfaulen können. Auch das gönnte er seinen Opfern nicht. Die wurden verscharrt oder ins Meer geworfen.

Ein Lump hat sich davon geschlichen. Er hat sich nach seinem Abtritt als Diktator zum Senator auf Lebenszeit ernannt, damit er strafrechtlich immun ist. Alle Versuche ihn dahin zu schaffen, wo er hingehört, in den Knast, scheiterten.

1998 wurde er zwar in England verhaftet. Ein spanisches und ein Schweizer  Auslieferungsbegehren lagen der britischen Polizei vor, später auch aus Frankreich und Belgien. Aber er musste nicht in die Zelle eines Gefängnisses, sondern er lebte in einem Privathaus und konnte Besuche empfangen soviel und wem er wollte. Sogar ein Priester aus Chile wurde eingeflogen und segnete die Weihnacht des Mörders.

Als der britische Innenminister die Auslieferung an Spanien anordnete, schalteten sich die USA, der Vatikan und die chilenische Regierung ein. Letztere erklärte, man möge ihn aus humanitären Gründen freilassen, er sei doch schon sehr alt…

G.A.


[1]  „Angesichts der immer noch dominanten Stellung von Rechtsparteien und Militärs, die die Diktatur weiterhin unterstützen oder verharmlosen, sind alle Daten und Zahlen als untere Grenze anzusehen. So wurden etwa alle Folteropfer aus den 1980er Jahren, die formaljuristisch verurteilt wurden, nicht von der Kommission als Opfer akzeptiert.“ Siehe

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