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Reichtum
ohne Leistung -
oder
Die
Klientel aller bürgerlichen Regierungsparteien - in Deutschland und
Europa
von
Reinhold Schramm
Quelle:
LabourNet.de Germany
Kommunisten-online.de
vom 17. Februar 2010 – Der pensionierte Statistiker Hans
Kissling schreibt in seinem Buch „Reichtum ohne Leistung“ über die
Vermögensentwicklung im Kanton Zürich: „Es gibt einen Sockel von
Vermögenslosen. 25, später 27 Prozent versteuerten ein Vermögen von 0
Franken. Richtig vorwärts gemacht hat nur das reichste Prozent der
Steuerzahler: Ihr Vermögen ist von 1991 bis 2003 um 70 Prozent
gewachsen: von durchschnittlich 4 auf 6,8 Millionen Franken. Davon hat
sich die oberste Spitze raketenartig abgesetzt:
Das
reichste Zehntelpromille verdoppelte sein Vermögen von 80 auf 157
Millionen pro Kopf. Noch krasser entwickelte sich die oberste Spitze der
Spitze: Die reichsten 10 Steuerzahler verdreifachten ihr Vermögen von
2,7 auf 8,5 Milliarden Franken. Die reichsten drei von 1,3 auf 4,4
Milliarden.“ -
„Das
sind enorme Summen. Für 2003 bedeutet dies etwa: Die drei reichsten
Steuerzahler im Kanton Zürich besitzen so viel wie die 412'000 ärmsten.
Also wie 56 Prozent aller Steuerzahler. Die reichsten 10 Leute besitzen
schon so viel wie zwei Drittel aller anderen. Das reichste Prozent (7300
Millionäre) besitzt praktisch so viel wie der Rest: wie 95 Prozent der
Leute.“
Dazu
schreibt Constantin Seibt im „Tages-Anzeiger“: „Und diese Zahlen
untertreiben noch. Denn im steuerbaren Vermögen sind nicht
eingerechnet: Liegenschaften außerhalb des Kantons, Altersvorsorge,
Hausrat und - nicht zuletzt - alle legalen und halb legalen
Steuertricks. Da großer Reichtum ganze Heerscharen an Steueranwälten
anzieht, schätzen Fachleute das echte Vermögen der Reichen und
Superreichen auf mindestens das Doppelte.“ [1]
In
Deutschland verfügt das reichste Zehntel der Bevölkerung über einen
privaten Vermögensanteil von mehr als 61,1 Prozent (mehr als 4032,6
Milliarden Euro / Netto). Im Jahr 2007 lag das offizielle private
Netto-Vermögen bei 6600 Milliarden Euro. 23 Prozent des Nettovermögens:
1518 Milliarden Euro, konzentrierten sich auf das reichste Hundertstel
der Erwachsenenbevölkerung in Deutschland.
Mehr
als zwei Drittel der Bevölkerung, die Mehrheit der Angehörigen der
realen Wertschöpfung in der bundesdeutschen Gesellschaft, haben fast
gar kein Privatvermögen. Rund 70 der Erwachsenen, vor allem die
Menschen aus der Lohnarbeit (und Wertschöpfung), besassen 2007 nur
knapp neun Prozent des Netto-Gesamtvermögens: 594 Mrd. Euro. Rund 27
Prozent aller Erwachsenen in der Bundesrepublik Deutschland besitzen
nichts, oder haben sogar Schulden. [2]
Quellen:
[1]
Tages-Anzeiger (Zürich). „Die Schweiz gleicht einem Feudalstaat“
(bereits am 13. Mai 2008)
http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/news/zuerich/869815.html
[2]
Klassengesellschaft und Vermögensverteilung in Deutschland.
http://www.debatte.info/fileadmin/download/rschramm_10052009.pdf
Empfehlung:
Ein
Blick hinter die mediale Fassadenmalerei - Armut und Reichtum - in der
Schweiz. Auch die Schweiz ist kein 'soziales Himmelreich' für die dort
lebende werktätige und sozial ausgegrenzte Bevölkerung.
http://www.labournet.de/internationales/ch/armreich.pdf
Merke:
Ohne (stets gesellschaftspolitischen) Klassenkampf gibt es keine Umwälzung
der herrschenden Verhältnisse - nicht in Deutschland und Europa.
16.02.2010
/ R.S. |