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Kristina
Schröder –
Ministerin mit dem hübschen Gesicht und der hässlichen
rechten Gesinnung – spekuliert auf Chauvisnismus nach der Fußball WM
Anmerkungen
vom Roten Webmaster
Kommunisten-online
vom 3. Juli 2010 – Wer sich das Fußballspiel Deutschland gegen
Argentinien ansieht, dessen Fußballfreunden wurden nicht ungetrübt
sein – auch dann, wenn die deutsche Mannschaft auf Erfolgskurs ist.
Man wird in die einzelnen Szenen mit der Visage der Kanzlerin Merkel belästigt
werden. Die ist nämlich eigens, damit die möglich ist, zum Spiel nach
Kapstadt gejettet.
Sie
will, nach der herben Schlappe bei der Wahl des Bundesfrühstücksdirektors,
nun wieder mit Fußball punkten. Ob ihr das gelingt, ist fraglich und ob
sie den Spielern Glück aus der Heimat bringt, ist noch fraglicher.
Ihre
Familienministerin, die politische Ziehtochter des Lügners,
Rechtsauslegers der CDU und derzeitigen hessischen Ministerpräsidenten
Roland Koch. Bemüht sich derzeit die Euphorie für alles Germanische
auf dem Fußballplatz umzumünzen in „Toitschland. Toitschlamd über
alles“ umzumünzen.
Ich
meine, wenn die Herrschenden es nötig haben, sich solcher Tricks der
Verdummung zu bedienen, dann kann es nicht weit
her sein mit ihnen.
Ich
verstehe, wenn sich viele Menschen über die Erfolge der deutschen
Nationalmannschaft freuen und meine, die Mehrheit jener, die die
deutsche Fahne raushängen oder ihren Autospiegeln schwarz-rot-goldene
Ohren verpassen, freuen sich ganz einfach über die Erfolge der
Nationalmannschaft. Dagegen ist nichts zu sagen. Auch die Holländer
freuen sich über die Erfolge ihrer Mannschaft und auch daran ist nichts
Schlimmes zu finden.
Wenn
aber der späte Teenager Kristina Schröder das chauvinistisch ausnutzen
will, so ist das ein Spiel mit dem Feuer.
G.A.
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Ein
Stück Volksverdummung
01.07.2010
BERLIN
german-foreign-policy
(auf Kommunisten-online am 3. Juli 2010) – Die
Bundesfamilienministerin wünscht eine Fortdauer des anlässlich der Fußball-WM
erstarkenden Nationalismus in der deutschen Bevölkerung. Das „Schöne
an der Weltmeisterschaft“ sehe sie vor allem darin, „dass ein
unverkrampfter Patriotismus möglich“ sei, erklärt Kristina Schröder
im Hinblick auf die dominierende Präsenz von Deutschlandfahnen aller
Art in der Öffentlichkeit. Sie hoffe nun, dass „dieses Gefühl auch
über die WM hinaus“ bestehen bleibe. Die Äußerungen der Ministerin
werden von einem Konsens nicht nur der Berliner Politik, sondern auch sämtlicher
deutscher Massenmedien inklusive ihrer liberalen Segmente getragen, in
denen die Identifikation mit der deutschen Mannschaft und eine negative
Abgrenzung gegenüber Teams aus anderen Staaten mittlerweile zum guten
Ton gehören - missbilligendes Unverständnis gegenüber kritischen
Positionen immer häufiger eingeschlossen. Auf lokaler Ebene kommt es zu
ersten Kampagnen gegen Organisationen, die sich dem aufbrausenden
Nationalismus verweigern. Prominente Sozialwissenschaftler warnen seit
Jahren, der angeblich harmlose „Partypatriotismus“ sei durchaus gefährlich
und schüre rassistische Ressentiments.
Nicht
der Bessere, sondern Deutschland
Wie
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder in einem aktuellen
Presseinterview erklärt, hoffe sie, dass der anlässlich der Fußball-WM
in der deutschen Bevölkerung erstarkende Nationalismus „auch über
die WM hinaus“ Bestand habe.[1] Es sei „heute kein Problem mehr,
wenn man sich die Deutschland-Farben auf die Wange malt oder ein Fähnchen
ans Auto hängt“, äußert Frau Schröder: Ein „unverkrampfter
Patriotismus“ sei „typisch für unsere Generation“. Die
Familienministerin ist 32 Jahre alt und verkörpert die kommende
Generation des Berliner Polit-Establishments. Über den angeblich
„unverkrampften Patriotismus“ sagt sie, er sei „kein Nationalismus
der abgrenzt, sondern ein positives, einladendes Gefühl“. Auf die
Frage, ob bei der Fußball-WM „der Bessere“ oder „auf jeden Fall
Deutschland“ gewinnen solle, antwortet die Ministerin („positiv,
einladend“): „Natürlich Deutschland. Ganz klar!“
Flächendeckender
Konsens
Die
Äußerungen der Ministerin werden von einem Konsens nicht nur der
Berliner Politik, sondern auch sämtlicher deutscher Massenmedien
inklusive ihrer liberalen Segmente getragen, in denen die Identifikation
mit der deutschen Mannschaft sowie eine Abgrenzung gegenüber Teams aus
anderen Staaten inzwischen zum guten Ton gehört. Dass das massenhafte
Schwenken schwarz-rot-goldener Fahnen Nationalismus sei, sei
„Unfug“, befindet der Feuilletonchef der Wochenzeitung „Die
Zeit“: „Nationalismus“ zeige sich woanders, „bei Neonazis“.[2]
„Natürlich“ sei man „für Deutschland“, heißt es flächendeckend
in populären Sendungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.
Die durchweg positive Bewertung der Deutschland-Begeisterung schließt
an Urteile führender Politiker aus dem Jahr 2006 an. Anlässlich der
damaligen Fußball-WM wurden Nationalsymbole zum ersten Mal seit
Bestehen der Bundesrepublik zum dominierenden Identifikationsmerkmal im
gesamten öffentlichen Raum. Man schmücke sich heute
„unverkrampfter“ mit der deutschen Fahne, lobte damals Bundespräsident
Horst Köhler. Man könne nun endlich mit Nationalsymbolen feiern,
„ohne dass daraus ein Vorwurf entsteht“, erklärte die
Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Renate Künast.[3]
Gefährlicher
Unsinn
Die
Folgen des gern als „Partypatriotismus“ verharmlosten Fußball-Nationalismus
hat schon Ende 2006 eine wissenschaftliche Analyse nachgewiesen, die von
dem prominenten Soziologen Wilhelm Heitmeyer publiziert worden ist. Wie
die Autoren belegen, ist während der Fußball-WM 2006 ein „Anstieg
des Nationalismus“ zu verzeichnen gewesen; dabei führe die
„nationale Identifikation mit Gesamtdeutschland“ ungebrochen zu
einer Abwertung etwa von Migranten.[4] Heitmeyer zufolge ist die These,
die Fußball-WM habe einen „toleranten Patriotismus“ hervorgebracht,
„gefährlicher Unsinn, ein Stück Volksverdummung“.[5] Die Autoren
der Analyse warnen ausdrücklich, es sei „in jedem Fall (...) davon
abzuraten, das Land (...) unter Mithilfe der Massenmedien mit Identitäts-
und Patriotismuskampagnen zu überziehen“.[6] Der „Vorwurf eines
mangelnden Patriotismus“, heißt es weiter, könne sogar „zum
innergesellschaftlichen Kampf- und Ausgrenzungsbegriff werden“.
„Deutschland-Hasser“
Genau
dies tritt inzwischen ein. Nannte eines der großen deutschen
Nachrichtenmagazine Kritiker des Fußball-Nationalismus schon bei der EM
im Jahr 2008 „Deutschland-Hasser“, findet dieser im
gesellschaftlichen Alltagsleben immer häufiger zu hörende Begriff
inzwischen Anwendung in der Boulevardpresse. „Deutschland-Hasser
terrorisieren Fußball-Fans“, titelte zu Wochenbeginn eine Zeitung in
der deutschen Hauptstadt anlässlich von Streitigkeiten um eine öffentlich
plazierte, 100 Quadratmeter große Deutschlandfahne.[7] Auf lokaler
Ebene starten die ersten Kampagnen gegen Organisationen, die sich dem
erstarkenden Nationalismus verweigern. So berichten Medien im
ostdeutschen Rostock von „Wirbel um ein alternatives Public Viewing“.[8]
„Fans mit Flaggen“ solle „die Tür gewiesen worden sein“, heißt
es empört; der Veranstalter, ein Kulturzentrum, habe seinem
Fernsehpublikum das Zeigen nationaler Symbole untersagen wollen und sei
deswegen „in die Kritik geraten“. Forderungen nach einer Streichung
öffentlicher Zuschüsse für die Einrichtung und nach der Schließung
des Hauses werden laut. „Es sagt viel über die Friedlichkeit und
Toleranz des neuen Nationalismus aus“, urteilt ein Rostocker
Beobachter, „wenn seine Anhänger sofort jene brandmarken, die sich
ihm verweigern“.[9]
Innere
Formierung
Bereits
2006 urteilte der Soziologe Wilhelm Heitmeyer, mit Hilfe des von Politik
und Medien kräftig geförderten Nationalismus sollten „jene Angehörige
der Mehrheitsgesellschaft emotional wieder integriert werden, die
andererseits sozial desintegriert worden sind“.[10] Erst kürzlich hat
das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer
detaillierten Studie belegt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in
Deutschland deutlich wächst und eine Spaltung der Gesellschaft
erkennbar wird.[11] Hilfreich ist der erstarkende Nationalismus
allerdings auch für die in alle Welt ausgreifende deutsche Außenpolitik.
Im Frühjahr hat ein einst einflussreicher CDU-Außenpolitiker gewarnt,
es stehe „eine neue Ära des Imperialismus“ bevor; mit ihm kehrten
der Kolonialismus und der Nationalismus des 19. Jahrhunderts zurück.[12]
Wenig später wies ein deutscher Politikberater auf eine aktuelle
Debatte im Berliner Polit-Establishment hin, bei der die Einführung
diktatorischer Elemente zur Stärkung der Bundesrepublik in der
weltweiten Konkurrenz im Mittelpunkt steht.[13] Der aktuell rapide
erstarkende Nationalismus begünstigt die innere Formierung Deutschlands
zur in aller Welt interventionsfähigen Macht - mit oder ohne
diktatorische Elemente.
[1]
„WM-Erfolg lässt Geburten steigen“; www.rp-online.de 26.06.2010
[2] Jens Jessen: Schwarz-Rot-Goldene Begeisterung; www.zeit.de
15.06.2010
[3] Köhler und Künast erfreut über Fahnenmeer; www.spiegel.de
18.06.2010
[4] Julia Becker, Ulrich Wagner, Oliver Christ: Nationalismus und
Patriotismus als Ursache von Fremdenfeindlichkeit, in: Wilhelm Heitmeyer
(Hg.): Deutsche Zustände. Folge 5, Frankfurt am Main 2007
[5] Fußballtaumel und Fremdenfeindlichkeit; Süddeutsche Zeitung
15.12.2006
[6] Julia Becker, Ulrich Wagner, Oliver Christ: Nationalismus und
Patriotismus als Ursache von Fremdenfeindlichkeit, in: Wilhelm Heitmeyer
(Hg.): Deutsche Zustände. Folge 5, Frankfurt am Main 2007
[7] Deutschland-Hasser terrorisieren Fußball-Fans; www.berlinonline.de
29.06.2010
[8] Public Viewing: Flaggen und Polizisten verboten?
www.ostsee-zeitung.de 25.06.2010
[9] Nationalismus: Wer nicht mitmacht, wird geächtet?
www.ostsee-zeitung.de 26.06.2010
[10] Fußballtaumel und Fremdenfeindlichkeit; Süddeutsche Zeitung
15.12.2006
[11] s. dazu Neue
Armut
[12] s. dazu Eine
neue Ära des Imperialismus
[13] s. dazu Ein
klein wenig Diktatur |