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Merkel/Münteferings
soziale Gerechtigkeit
Von
Günter Ackermann/17. Mai 2007
Unsere
geliebte Bundesregierung macht sich Tag und Nacht Sorgen um unser aller
Wohlergehen. Da will die Beschützerin aller Kranken und Gebrechlichen,
Frau Ulla Schmidt, die „Gesundheitliche Chancengleichheit von
Kindesbeinen an fördern“
und fügt hinzu: „Die vorliegenden Ergebnisse zeigen: Im Großen und
Ganzen geht es den Kindern in Deutschland gut.“.
Na dann.
Aber
die steigende Kinderverarmung ist irgendwie auch bei ihr im Kopf
angekommen, also fügt sie hinzu: „Doch leider gibt es auch das genaue
Gegenteil. Dies gilt besonders für Kinder aus sozial benachteiligten
Familien und Familien mit Migrationshintergrund.“ Schon eine grandiose
Erkenntnis der Frau Schmidt.
Und
sie hat bereits die Lösung: „Der Aktionsplan Ernährung und Bewegung
der Bundesregierung legt deshalb hier einen Schwerpunkt.“
Ich
stelle mir das so vor: Der Aktionsplan besteht aus zwei Teilen: der für
Ernährung und den für Bewegung. Man verteilt den ersteren auf dickerem
Papier an den Schulen und Kindergärten, getränkt mit Vitaminen und Nährstoffen,
den die Kinder der Harzt IV-Armen anstelle Brot, Wurst und Butter zu
fressen bekommen. Man kann auch unterschiedliche Geschmacksrichtungen als
Aroma hinzu fügen.
Den
Aktionsplan Bewegung dagegen gilt für die Kinder mit „Migrationshintergrund“.
Die werden mit ihren Eltern einfach in ihre Herkunftsländer bewegt. Das
schont die öffentlichen Kassen und ist ein Teil der Stärkung der
deutschen Leitkultur. Wenn die Kinder mit „Migrationshintergrung“ weg
sind, gibt es deren Gesundheitsprobleme nicht mehr bei uns und wenn die
Hartz IV-Opfer-Kinder das Papier des Schmidtchen Aktionsplans zu fressen
bekommen, hat das auch noch Umweltschonung zur Folge. Und Papier soll sehr
reich an Ballaststoffen sein – die Druckerschwärze allerdings weniger.
Aber die kann man durch von der EU zugelassene Farbstoffe ersetzen.
Zwar
haben deren Eltern noch an den diversen Gesundheitsreformen zu knappern
und müssen alles noch verdauen, aber drauf scheißen können sie auch
nicht. Schließlich muss jeder mal zum Arzt.
Eine
weitere Wohltat unserer geliebten Regierung ist die Erhöhung der Renten
ab Juni 2007. Das üppige halbe Prozent Erhöhung kam nur zustande, weil
die Politik der Regierung so sehr auf unserer aller Wohl bedacht ist und
nun auch die Einkommen üppig steigen.
Die
Meldungen der Presse, dass Großkonzerne, wie die Telekom, die Einkommen
ihrer Beschäftigten zu kürzen die Absicht haben, sind reine
Zweckpropaganda Böswilliger. Müntefering zeigt den Weg und alle haben
den Profit: Die Konzerne einige hundert Milliarden, die Rentner eben das
das Halbe von Hundert.
Viele
wollen sich schon Seereisen davon finanzieren, die Hersteller von
Hochseejachten und Luxusautos freuen sich schon auf den Konsumschub, der
von den Rentnern ausgeht.
Aber
– um Neider in die Schranken zu weisen – greift hier mal wieder die
Ministerin fürs Gesunde, Ulla Schmidt, ein. Ab April 2007 wurden die
Krankenversicherungsbeiträge für Rentner erhöht. Der Sinn ist, wie
immer bei der Bundesregierung, soziale Gerechtigkeit herzustellen. Denn,
wenn die Rentner allzu üppig ihre Erhöhung verkonsumieren, gehen andere
vielleicht zu kurz aus. Also kürzt man die Renten um die erhöhten
Versicherungsbeiträge. Damit ist die soziale Gerechtigkeit wieder
hergestellt. Die Rentner können eben nicht mit Luxuslinern um den Globus
schippern, Balkonien tut es ja auch.
So
wachen Frau Merkel und ihr Vize Müntefering Tag für Tag für unser
Wohlergehen. Danken wir es ihnen.
G.A.
Pressemitteilung Nr. 36, Berlin, 16. Mai 2007
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