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Grauer
Wolf im Schafspelz
PDS-Bundestagsabgeordneter
Hakki Keskin Seite an Seite mit dem türkischen Faschistenführer Muhsin
Yazicioglu (Graue Wölfe) - und wie die Parteiobrigkeit das sieht
Von
Günter Ackermann/30. September 2006
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Muhsin Yazicioglu (Graue Wölfe) |
Hakki Keskin (PDS-MdB) |
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unten: türkische Tageszeitung „Hürriyet“
vom
28. Mai 2006
Normalgröße:
Bitte Bild anklicken |
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Grauer
Wolf im Schafspelz
PDS-Bundestagsabgeordneter
Hakki Keskin Seite an Seite mit dem türkischen Faschistenführer Muhsin
Yazicioglu (Graue Wölfe) - und wie die Parteiobrigkeit das sieht
Von
Günter Ackermann
1.
PDS-Bundestagsabgeordneter mit türkischem Massenmörder und Faschisten
Seite an Seite bei einer Demonstration
Eine
türkische Zeitung Hürriyet berichtet:
„Der
Bundestagsabgeordnete der Linkspartei.PDS
Hakki Keskin und der Bundesvorsitzende
der Büyük Birlik Partisi Muhsin Yazicioglu und außerdem viele
Persönlichkeiten und Vertreter aus verschiedene türkischen Vereinen
und Vertreter von türkischen Zivigesellschaften haben
teilgenommen und haben zusammen demonstriert.“
Wer
ist das, dieser Muhsin Yazicioglu? Der ist Vorsitzender der BBP. Die hatte
sich zu Beginn der neunziger Jahre von der MHP abgespalten (Partei der
Nationalistischen Bewegung) bekannt als die Grauen Wölfe. Ziel der BBP
ist ein fundamentalistisch-nationalistischer Staat.
Muhsin
Yazicioglu hatte in den siebziger Jahren gemeinsam mit Abdullah Çatli an
der Spitze der Grauen Wölfe gestanden. Çatli wurde später der führende
Pate der türkischen Unterwelt.
Muhsin
Yazicioglu ist verantwortlich am Mord von türkischen und kurdischen
linken Studenteninnen und Studenten; er stand 1978 in Karamanmaras an der
Spitze der rechtsradikalen Grauen Wölfe, als in der Stadt bei einem
Massaker 111 Personen ermordet wurden.
Und
mit dem demonstriert Seite an Seite ein „Linker“ aus der
Linkspartei.PDS?
Dafür
gibt es eine Erklärung: Ebenso wenig, wie Hakki Keskin ein Linker ist. Ist die
Linkspartei.PDS eine linke Partei.
Konkret:
Hakki Keskin ist seit 1982 Professor der Politik und im Fachbereich
Sozialpädagogik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg.
Er war erst Mitglied der SPD. Mit linker Politik oder gar mit dem Ziel
Sozialismus, hat er nichts zur tun. Es geht ihm um Kariere.
In
der SPD Hamburg bekam er keinen Posten – konsequent, wie er nun mal ist
– trat er aus und in die PDS ein. Hier versprach er sich leichter zum
Ziel zu kommen.
In
Hamburg kannten ihn viele als Nationalisten und als verlängerten Arm des
türkischen Staates, seine Chancen in Hamburg aufgestellt zu werden, waren
gering. Aber es gelang ihm die Zuneigung des PDS-Vorsitzenden Lothar Bisky
zu gewinnen. Der setzte dann gegen den Widerstand der Parteilinken, aber
auch linker türkischer, kurdischer und armenischer Gruppen, die
Bundestagskandidatur Hakki Keskins durch. Beim Berliner Wahlparteitag
kippten die Delegierten um und stellten Hakki Keskin auf.
Gegen
den honorigen Hamburger Professor sprach z.B., dass er die Existenz mehrer
Ethnien in der Türkei leugnet (allein ca. 20–30 % sind Kurden) und
er leugnet den Völkermord an den Armeniern. Bei den Todesmärschen der
Armenier und den Übergriffen des türkischen Militärs gegen die Amenier
kamen nach Schätzungen 600.000 bis zu 1,5 Millionen Armenier um. Darüber
zu berichten ist noch heute in der Türkei verboten. Nach Meinung des
angeblichen Wissenschaftlers und Doktors der politischen Wissenschaften,
Professors und PDS-Manns im Bundestag, gab es diesen Genozid überhaupt
nicht.
Sein
Spezi Muhsin Yazicioglu von den Grauen Wölfen dagegen beging noch in
allerjüngster Vergangenheit Morde im Namen des Türkentums.
„
Auch 1977 wurde die MHP Regierungspartner der zweiten Nationalistischen
Front. Mit dieser Regierung begann das Grauen und der neofaschistische
Terror nahm zu. Bis zum Militärputsch vom 12. September 1980 fielen über
5.000 Menschen dem neofaschistischen Terror zum Opfer. Türkeş befahl
persönlich die Ermordung von Persönlichkeiten wie Kemal Türkler, dem
Vorsitzenden der Gewerkschaftskonföderation DISK. In mehreren Regionen,
vor allem dort, wo die alewitische Bevölkerung konzentriert lebte, wurden
Massenmorde begangen. Alleine in Maraş wurden an einem Tag im Januar
1979 111 Menschen bestialisch ermordet. Genau wie im Mai 1980 in Çorum,
wo 58 Menschen an einem Tag ermordet wurden. Dieser Terror der Grauen Wölfe
war ein Teil des Szenario, der zum Militärputsch vom 12. September 1980 führte.
Obwohl bis zum Militärputsch fast die Hälfte der Türkei unter
Kriegsrecht stand, fanden überall Mordanschläge statt. Mit der Machtübernahme
durch die Generäle endeten diese Morde der Grauen Wölfe wie von
Geisterhand und ein neues dunkles Kapitel der türkischen Geschichte
begann.“
Und
mit diesem Mitbeteiligten und Verantwortlichen an Massenmorden
demonstriert Seite an Seite der PDS-Bundestagsabgeordnete Hakki Keskin –
eine Schande.
2.
Die Parteiobrigkeit der PDS findet das alles ganz normal.
Dass
sich hier ein Wutpotential vor allem bei Mitgliedern linker türkischer
Gruppen aufbaut, versteht sich. Auch innerhalb der PDS, bei den noch
verbliebenen Linken, herrscht helle Empörung. Einer von ihnen, linkes
PDS-Mitglied und Türke, wandte sich vorige Woche an den Parteivorstand.
Er
bekam sogar eine Antwort.
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„Lieber
Sahn Aydin,
hiermit
verweise ich zu dem Sachverhalt auf die Stellungnahme von Hakki
Keskin vom 30. Juni 2006.
Damit
ist die Sache für uns erledigt (und mittlerweile auch ziemlich
veraltet) und ich bitte dich sehr darum, von weiteren
Unterstellungen abzusehen.
Freundliche
Grüße,
Claudia
Gohde
(im Auftrag von Bodo Ramelow)“ |
Dass
die Dame Gohde den Briefeschreiber nicht mit „Genosse“ anredet, sei
ihr verziehen und signalisiert bereits, dass sie ihn niedermachen und mit
keinem Wort auf Inhalte und Tatsachen eingehen will. So ist sie eben, die
weiland für den Aufbau West Zuständige. Sie verweist auf einen Text des
Herrn Hakki Keskin, den sie auch gleich mitschickt. Für sie ist damit die
Sache erledigt – basta! Wer sich damit nicht zufrieden gibt, der
macht eben „weitere Unterstellung“.
Der
Herr Professor Keskin hat also, glaubt man Frau Gohde, alles aufgeklärt
und geklärt. Sehen wir es uns mal an:
2.1
Professor Keskin klärt auf:

„…wie
einige von Euch vielleicht bemerkt haben, kam es schon seit meiner
Kandidatur für DIE LINKE. zu wiederholten, verleumderischen Angriffen auf
meine Person.“
Na
also, da ist ja alles klar – nur reine Verleumdungen böswilliger linker
Sektierer.
„Zuletzt
wurde versucht, die Veranstalter und Teilnehmer des deutschlandweiten „Türkischen
Tages“ in Berlin als radikale Nationalisten oder gar Faschisten
hinzustellen. Ich will Euch nachfolgend einige Informationen liefern,
damit Ihr diese und mögliche künftige Aktivitäten dieser Art besser
inhaltlich einordnen könnt.“
Aber
Moment mal: Ist das Foto mit Kommentar in Hürriyet vom 28.05.2006 somit
auch eine Fälschung und das Foto eine Montage? Nein, das dementiert er
nicht. Oder ist Muhsin Yazicioglu der reine Ausdruck der Menschlichkeit,
Toleranz und Völkerfreundschaft? Das wagt er nicht zu behaupten, die
Beweislast, dass es anders ist, sind drückend.
Er
macht es, wie es auch viele bürgerliche Politiker machen: wenn man sie
nach Äpfeln fragt, reden sie von Birnen, oder Pflaumen.
„Die
diesjährige Schirmherrschaft über die Kulturveranstaltung „Türkischer
Tag“ besaß die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Maria
Böhmer (CDU). Zu den Unterstützern des Kulturfestes gehörten in diesem
Jahr unter anderem Vereine wie die Türkische Gemeinde zu Berlin, die Türkische
Gemeinde in Deutschland, die Irakischen Turkmenen in Deutschland, die
Aserbaidschanische Föderation in Deutschland, die Interessenvertretung Türkischer
Eltern sowie weitere Migrantenorganisationen. Als bisherige Ehrengäste
konnten in den letzten Jahren folgende Politikerinnen und Politiker begrüßt
werden: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Berlins
Innensenator Dr. Erhardt Körting (SPD), die Bundesvorsitzende von Bündnis
90/Die Grünen, Claudia Roth, MdB Markos Löhning (FDP), die Bezirksbürgermeisterin
von Friedrichshain-Kreuzberg, Cornelia Reinauer (Linkspartei. PDS) und der
Parlamentarische Staatssekretär und MdB Dr. Friedbert Pflüger (CDU).“
Der
„Türkische Tag“ ist eine einmal im Jahr stattfindende Veranstaltung
der Türkischen Gemeinde. Professor Keskin war der Gründer dieser Gruppe
und deren Chef. An dieser Veranstaltung nahm auch der Faschist und
Mordbube Muhsin Yazicioglu teil. Und der Veranstalter, der
PDS-Bundestagsabgeordnete Hakki Keskin, rechtfertigt diesen Faschisten mit
der Anwesenheit von Urdemokraten aus der zweiten und dritten Garnitur von
Politikern der bürgerlichen Parteien. Schon beachtlich, für wie doof
dieser Herr seine Kritiker hält.
Der
wagt es dann zu schreiben:
„Seit
meiner Jugendzeit bin ich ein entschiedener Gegner des Terrorismus und der
Gewaltanwendung.“
Das
gilt aber wohl nicht, wenn es sich um Terroristen und Mordbuben aus der
Faschistenszene der Grauen Wölfe handelt.
Der
saubere Herr Professor und PDS-MdB, wittert eine Verschwörung
von linken Terroristen hinter der Kritik an ihm:
„Dass
es den Initiatoren dieser Verleumdungsaktionen ausschließlich um die
Durchsetzung ihrer eigenen, dogmatisierten Ziele geht, wird daran
ersichtlich, dass häufig erst ausländische Konfliktthemen hierfür
instrumentalisiert werden müssen. Konkret handelt es sich dabei um die
Armenierfrage, die Auseinandersetzungen des türkischen Militärs mit der
separatistischen Terrororganisation PKK sowie um das Zypernproblem.“
Hier
hat er sich allerdings verraten. Was er unter der „ Armenierfrage“
versteht, kann ich nur raten. Er meint sicher den Völkermord an den
Armeniern in der Türkei (siehe oben). Aus dem Kontext geht hervor, dass
er ihn leugnet und daraus die „Armenierfrage“
macht Das waren ja nur bis zu
1.5 Mio. Opfer türkischer Rassisten. Eine unwichtige und nebensächliche
Sache.
Ebenso
ist es mit den Massakern des türkischen Militärs an den Kurden. Bei
Keskin zerstört das Militär keineswegs ganze Dörfer, da gibt es nur „Auseinandersetzungen
des türkischen Militärs mit der separatistischen Terrororganisation
PKK“. Also alles recht
harmlos.
Weiter
schreibt Professor Keskin:
„Allerdings
habe ich den Eindruck gewonnen, dass diejenigen, die sich permanent
verleumderisch gegen mich zu Wort melden, Probleme mit meiner diesbezüglichen
Position der kategorischen Gewaltablehnung haben.“
Wie
schon erwähnt: Folgt man dem Professor, dann verüben Rechte und
Faschisten keine Gewalttaten. Wenn da mal eben ein Alevit oder ein
Schriftsteller ermordet wird, so ist das bei ihm „kategorische Gewaltablehnung“.
Wer
aber den sauberen Professor kritisiert, schmiedet ein Komplott gegen ihn.
Wer Friedfertigkeit an seiner geheiligten Person und an seinen Kumpanen in
Zweifel zieht, wird kurzerhand in die Ecke der Sektierer und der
Terroristen gerückt.
3.
Schluss
Die
PDS spielt sich gern als linke Partei auf und bindet Protestpotential an
sich. Dass das immer weniger funktioniert, haben die Wahlen in Berlin und
Mecklenburg-Vorpommern gezeigt, wo der PDS die Wähler scharenweise davon
liefen.
Solche
zweifelhaften Typen, wie Hakki Keskin, der selbst für die SPD offenbar
noch zu rechts ist, zeigen nicht nur wessen Geistes Kind dieser saubere
Professor ist, sondern sie zeigen vor allem, welche Typen in der PDS
Karriere machen.
Aber
selbst wenn offenbar wird, was dieser Herr für Dreck am Stecken hat,
stellt sich die Parteiführung vor ihn. Die Frau fürs Grobe im
Parteivorstand der PDS meierte den Genossen Sahin regelrecht ab. Claudia
Gohde ist auch noch stellv. Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Da
sträuben sich die Haare, neben dem Namen dieser großen Revolutionärin
einen Namen der fleischgewordenen Ignoranz und Arroganz nennen. Nach
dem Motto: Friss Hund oder stirb, verweist sie den linken Genossen auf den
zweifelhaften Text des Nationalisten Hakki Keskin.
Dass
der ganze Keskin-Text eine einzige Unverschämtheit ist, stört den
PDS-Parteivorstand offensichtlich nicht. Er erklärt die Angelegenheit als
zu alt und erledigt. Ich kann das nur so verstehen, dass er das Verhalten
von Hakki Keskin billigt. Das passt insgesamt zum rumgeeiere der PDS-Größen,
wenn es um erzreaktionäre Äußerungen einiger ihrer Mandatsträger geht.
Das reaktionäre Verhalten von Brie und seiner Clique im Europaparlament
war bereits Gegenstand der Erörterung auf Kommunisten-Online.
Dass
die PDS-Stiftung den Namen der ermordeten Rosa Luxemburg trägt, ist ein
Hohn. Der Name des – wie er sich selbst nannte – Bluthunds Gustav
Noske wäre für eine PDS-Stiftung der Realität entsprechend.
Die
Häufung solcher Fälle in der PDS sind aber möglicherweise Hinweise
darauf, dass die Parteigrößen selbst, sich in Schafspelze hüllen und
nur noch mühsam das ihrer Natur gemäße Knurren unterdrücken.
Ihr gelegentliches blöken klingt jedenfalls nur noch gekünstelt
und verstellt.
Vielleicht
taucht Bisky demnächst als Botschafter des guten Willens bei den
Kongressen der Grauen Wölfe in Ankara auf. Vielleicht veranstalten sie zu
seinen Ehren dann mal eine Hatz auf einen Kommunisten.
Günter
Ackermann
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