|
Reportage
vom
PROTESTZUG
am Sonnabend, den 21. November 2009
Kein
Abriss der Thälmann Gedenkstätte Ziegenhals
von
O.W.
Tja,
liebe K-online-Leser,
heute
war es soweit! Wenn die Herren nicht zu uns kommen, fahren wir in die
Landeshauptstadt Potsdam zu Herrn Platzeck, um dass einzufordern, was
uns Kommunisten und jedem anständigen Menschen gehört: Das Andenken an
einen standhaften Kommunisten und Antifaschisten, welcher sich lieber
ermorden ließ, als seine Klasse und seine Ideale zu verraten!
Aber
lasst mich von vorn beginnen!
Gestern
kam in mein Postfach die Erinnerungs-E-Mail von Max Renkl (Freundeskreis
Ernst Thälmann-Gedenkstätte) „Freunde und Genossen kommt!“ Klar
komme ich, mit Freundin und Hund! Was soll es?
Benzingeld?
Angst vor Nazis? Angst vor einer Beule im Auto? Angst vor Blamage in der
Öffentlichkeit? Tz! Hat Teddy gekniffen? Hoch die Faust!
Am
Treffpunkt in Königs Wusterhausen klebten wir in großen Lettern unsere
Forderungen an die Autos. Ne, keine „Limousinen“ wie Gröger
und Platzeck sie fahren (lassen)!
DDR-IFA
war angesagt! Robur-Bus, Wartburg, Klein-Transporter und „alte Schüsseln“
wie sie Arbeiter und Erwerbslose zu ihrem „Besitz“ zählen! Ph! Wofür
sollten wir uns schämen? Dafür hatten wir eine tolle Eskorte, für die
sich der „edele Stifter“ und oberster Dienstherr nicht „schämen“
braucht. Die räumten die Straße frei, stellt Euch vor! Mit Blaulicht
und „freier Fahrt“ für Kommunisten! Mir schwoll die Brust unterm
roten Hemd! Wir durften sogar bei Rot über die Ampel, so wie die Merkel
und all die anderen „dort oben“! Auf einer verabredeten Route
rollten wir durch halb Brandenburg und die Leute in den Ortschaften
rissen die Fenster auf, Passanten winkten uns! Jawohl, riefen sie und
„zeigt es denen!“ Wenn diese Solidarität in der Bevölkerung
nicht Mut macht? Der Merkel dem Platzeck und sonstigen „parfümierten
Anhängseln“ ruft dies keiner zu, hören sie ja eh nicht, in ihren
„Luxus-Panzern“! Naja, es stand nun kein winkendes Spalier am Straßenrand,
wie zur Mai-Feier in DDR-Zeiten, als „Winkelemente“ verteilt wurden,
aber immerhin, die Spontanität für eine kurzfristig anberaumte Sache,
war nicht zu verachten! Natürlich! Böse und abschätzige Blicke
ernteten wir auch, meist aus Nobelkarossen mit gestriegelten
„Heinis“ am Steuer! Der eine oder andere Kleinbürger wird auch der
Meinung sein, der Kelch ginge an ihm vorbei, wenn Armut und Hartz-IV
laut und vernehmlich an seine Tür klopft. Mal sehen, ob sie dann noch
die Nase über uns rümpfen. Mein Mischlingshund, der hinten bei mir
mitfuhr, kommentierte in Worten, welche ich nicht richtig verstand, oder
nur ahnen konnte!
Ab
und an machten wir auf mehrstündiger Fahrt eine Pause. Gelegenheit für
mich, unsere „Sicherheits-Staffel“ nach deren Meinung zu befragen.
Worauf sie mich erst einmal zu meinem kaputten Rot(Rück)-licht am Heck
meines Transporters „befragten“. Nein, keineswegs, nicht was einem
sonst so erwartet, den berühmten Block, haben sie nicht gezückt, eher
ein freundlicher Hinweis! Da muss ich Dir wirklich sagen, lieber Günter
Ackermann, da wo Du wohnst, müssen andere Polizisten ihr „Unwesen“
treiben. Die aus Potsdam waren ganz in Ordnung, sie „flirteten“ mit
meinem Schäferhund-Mischling, gaben technische Hilfestellung zu meinem
„Rotlicht“, ließen sich von mir mit eben solchem „berieseln“
und wussten ernste Worte zum Pauperismus in Brandenburg zu erzählen,
natürlich ohne Namen der Schuldigen zu nennen! Schließlich sind sie ja
„Staatsdiener“! Aber obwohl, so ein kräftiger, stoppelbärtiger, um
die 30 Jahre alt meinte, an seiner Uniform zupfend: „Wenn ich das
nicht bräuchte, um die Familie zu ernähren, wäre ich auch gern auf
der anderen Seite“ Ich kann mich erinnern, dies nicht zum ersten Mal
aus dem Mund eines Polizisten gehört zu haben.
Wir
sollten uns nichts vor machen, aber wie gesagt, sie kennen das Elend,
nur sitzt denen auch die Uniform näher, noch!
Unsere
Fahrt ging weiter und sie wird weiter gehen, bis wir angekommen sind, an
unserem Ziel! Bei Platzeck und Gröger machen wir nur Rast!
Ja!
Stichwort „Rast“:
Auf
einem anderen Rastplatz fragte mich ein Genosse:
„Für
wen schreibst Du nochmal?“
„Kommunisten-online“,
rief ich zurück! „Bekannt?“, fragte ich dann.
„Ja!“
War die Antwort, mit dem Zusatz: wir brauchen Einigkeit, wie in der KPD!
„Wo?“
fragte ich zurück, „haben wir eine KPD- Ernst Thälmanns?“
Gut!
Wenn wir uns zu Teddy einig sind, ist das ein wichtiger Anfang! Alle
etablierten linken Parteien und Organisationen sind sich mehr oder
weniger zu Thälmann einig. Sogar SPD-Platzeck stammelte etwas von
„bedeutender Arbeiterführer“ und würgte ein „Antifaschist“
heraus. Mehr aber auch nicht. Seine Worte gelten nichts, ist er doch
lieber der Popanz für die Bourgeoisie, ganz in Tradition der SPD. Die
Linkspatei versprach am heutigen Tag, nachdem auch zuvor der Bürgermeister
von KW (Die Linke) vormals Ludwig „ausgewechselt“ wurde, mehr
Solidarität als aus der SPD. Wir werden sehen, ob sie hält, was sie
verspricht! Der anwesende und im Korso mitgefahrene Vertreter aus der
Partei „Die Linke“, (Regierungspartei in Brandenburg), gab Anlass
zur Hoffnung. Sie übergaben auch 400 gesammelte Unterschriften
gegen den Abriss der Gedenkstätte an den Freundeskreis.
So
wie ich vernommen habe, ist „Die Linke“ zur Thälmann-Gedenkstätte
in verschiedene Lager gespalten. Ich hoffe, sie müssen nicht auch erst
noch ihre „linke Gesinnung“ oder ihren „Flügel“ zurückfinden,
um sich neu zu positionieren!
Ansonsten
helfen wir gern beim suchen!
Rotfront
O.W.
zurück |
|
Moskau:
Protestmeeting
gegen die Vernichtung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals
Bericht
eines russischen Genossen
Von
Wladimir
Kommunisten-online
vom 28. Dezmebr 2009 – Am 22. Dezember 2009 fand in Moskau, in der
Russischen Föderation, vor der Botschaft der Bundesrepublik
Deutschlands in der ul. Mosfilmskaja 56, ein Protestmeeting statt, mit
der Forderung, die Vernichtung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in
Ziegenhals zu verhindern.
Das
Protestmeeting war organisiert worden von den regionalen
gesellschaftlichen Organisationen „Vereinigung der Lohnarbeiter der
Region Moskau“ und dem „Bund der Arbeiter Moskaus“ mit Unterstützung
und Teilnahme der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation, der
Kommunistischen Allunionspartei (Bolschewiki), der Kommunistischen
Allunionspartei der Bolschewiken, der Russischen Kommunistischen
Arbeiterpartei und Revolutionären Partei der Kommunisten, der
Russischen Kommunistischen Partei /KPdSU, des Kommunistischen
Jugendverbandes der Russischen Föderation und der gesellschaftlichen
Organisation „Venceremos“.
Bei
-13 Grad frostigem Wetter brachten die 15 Vertreter der obenerwähnten
Organisationen und Parteien ihre Solidarität mit dem Freundeskreis der
„Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals „ e V. zum Ausdruck mit
der Forderung, die bekannte antifaschistische Gedenkstätte für großen
deutschen Arbeiterführer Ernst Thälmann an ihrer historischen Stelle
zu bewahren und für die Besucher zu öffnen. Sie forderten von der
Regierung der Bundesrepublik Deutschland, daß die Gedenkstätte
gesichert bzw. der Gesellschaft der Freunde der Gedenkstätte übergeben
wird.
Neben
roten Fahnen und dem Banner der Deutschen Demokratischen Republik
hielten die Teilnehmer des Protestmeetings auch Plakate in den Händen,
auf denen unter anderem stand: „Nein zur Vernichtung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte!“,
„Hände weg von der Gedenkstätte!“, „Verhindert den
Neofaschismus!“, „Die Zerstörer der Gedenkstätte sind die
Nachfolger Hitlers!“, „Nein zum historischen Vandalismus!“ – Aus
einigen vorbeifahrenden Autos ertönte ein Hupkonzert.
Dem
Organisator des Protestmeeting war zuvor ein Schreiben der
Staatsanwaltschaft zugesandt worden, in dem eine nachdrückliche Warnung
ausgesprochen wurde über die „Unzulässigkeit extremistischer
Handlungen“. Es wurde sogar vorgeschlagen, auch vor der Estnischen
Botschaft ein Protestmeeting durchzuführen: „Warum nur bei der
Deutschen Botschaft?“ Doch von Seiten der Staatsmacht gab es bei der
Durchführung des Meetings keine Behinderungen. Im Gegenteil, die
Mitarbeiter der Miliz verhielten sich uns gegenüber ausgesprochen
freundlich. Einer von ihnen gab unserer Fotografin sogar seine
Handschuhe, um ihre frierenden Hände vor der Kälte zu schützen.
Während
des Protestmeetings übergaben wir der Deutschen Botschaft eine
Resolution in russischer und deutscher Sprache. Diese Resolution wurde
später auch per e-Mail und per Einschreibebrief mit dem Rückschein an
die Deutsche Bundeskanzlerin, Frau Angela Merkel, an den Ministerpräsidenten
des Landes Brandenburg, Herrn Matthias Platzeck, den Landrat Herrn
Stefan Loge und den Bürgermeister Herrn Lutz Frantzke abgesandt.
Wir
werden auf die Antwort warten und entsprechend reagieren. Nur mit einem
gut organisierten, solidarischen Kampf kann das Proletariat den Übergang
des Kapitals zu den terroristischen Regierungsmethoden, den Übergang
zum Faschismus verhindern. Und das wesentliche – die politische Macht
erobern!
Es
lebe die internationale Solidarität der Werktätigen! Rot
Front!
Wladimir
Teilnehmer
des Streikpostens
27.12.09
siehe
auch: http://sovrab.ru/content/view/3576/1/
zurück |
|
Protestmeeting
gegen die Vernichtung der Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals
am 22. Dezember 2009
vor der
BRD-Botschaft in Moskau
An
die Regierung
Der
Bundesrepublik Deutschland
Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin
Angela
Merkel
Willy-Brandt-Straße
1
10557
Berlin
Vertreten
durch die Botschaft
der
Bundesrepublik Deutschland
Herrn
Botschafter
Walter
Jürgen Schmidt
Resolution
zum
Meeting vor der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in der
Russischen Föderation, Moskau, am 22. Dezember 2009
„Die Vernichtung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals,
Deutschland, muss verhindert werden“
(Ernst-Thälmann-Gedenkstätte
Ziegenhals, Seestr. 27, 15711 Niederlehme-Ziegenhals)
Im
Jahre 2009 erinnern wir an das für die Geschichte der Menschheit
tragische Datum – den Beginn des Zweiten Weltkrieges, der vor 70
Jahren mit dem Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen
begann. Das Jahr 2010 ist das Jahr des 65. Jahrestag der Zerschlagung
des faschistischen Deutschland und seiner Verbündeten, der Beendigung
des Zweiten Weltkrieges.
In
diesem denkwürdigen Jahr beabsichtigt man, die weltweit bekannte
antifaschistische Ernst-Thälmann- Gedenkstätte zu zerstören. Sie
erinnert an einen Menschen, der zum Symbol des Kampfes gegen den
Faschismus wurde, sie erinnert an den hervorragenden Sohn des deutschen
Volkes, an den Führers der deutschen und internationalen
Arbeiterbewegung – sie erinnert an Ernst Thälmann.
Die
Erhaltung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals ist die
Pflicht und Obliegenheit der Bundesrepublik Deutschland gegenüber der
Menschheit.
Wir
fordern, daß der heutige Besitzer der Gedenkstätte, der ehemalige
Beamte der Brandenburgischen Landesregierung, Gerd Gröger, die öffentliche
Zugänglichkeit, die Unversehrtheit der Museumsexponate und den Schutz
der Gedenkstätte an ihrer historischen Stelle garantiert, wozu er beim
Erwerb der Gedenkstätte verpflichtet hatte.
Falls
Gerd Gröger seine übernommenen Verpflichtungen nicht einhalten sollte
oder falls er versuchen sollte, die Gedenkstätte wieder zu verkaufen,
bitten wir die Regierung der Bundesrepublik Deutschlands, das Grundstück
zusammen mit der Gedenkstätte dem Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte
Ziegenhals“ e.V., zu übergeben oder zu einem möglichst niedrigen
Preis zu verkaufen, mit dem Ziel der Eröffnung und Erhaltung der
Gedenkstätte an ihrer historischen Stelle.
Die
Teilnehmer des Meetings und Mitglieder folgender politischen Parteien
und gesellschaftlichen Organisationen:
Die
regionale Organisationen «Vereinigung der Lohnarbeiter der Region
Moskau» und «Bund der Arbeiter Moskaus»
Die
Kommunistische Partei der Russischen Föderation
Die
Kommunistische Allunions-Partei (Bolschewiki)
Die
Gesamtrussische Kommunistische Partei der Zukunft
Die
Russische Kommunistische Arbeiterpartei – Revolutionäre Partei der
Kommunisten
Russische
Kommunistische Partei – Kommunistische Partei der Sowjetunion
Revolutionärer
Kommunistischer Jugendverband (Bolschewiki)
Bund
der Kommunistischen Jugend
Moskau,
den 22.12.2009
zurück
|